Flamenco-Rythmusmaschine

serge

serge

*****

https://youtu.be/5qCaWO-fZYE


Gesehen in Sevilla im
https://museodelbaileflamenco.com

Soweit ich das als Laie beurteilen kann, ist die Ausstellung sehr gut gemacht, sie beleuchtet die kulturellen Wurzeln des Flamenco, gibt einen umfassenden historischen Überblick, stellt herausragende Persönlichkeiten dieser Kunstform vor, zeigt das "Handwerkszeug" (Kleidung & Instrumente), beschreibt die verschiedenen musikalischen Formen und Inhalte und zeigt die Rezeption des Flamenco in anderen Kunstformen.

Zwei Trainingsmaschinen gab es, die neuere wurde auch vorgeführt, hier Bilder der beiden, das Innenleben stammt von der neueren:
180509 flamenco-museum sevilla 1.jpg180509 flamenco-museum sevilla 2.jpg180509 flamenco-museum sevilla 3.jpg180509 flamenco-museum sevilla 4.jpg180509 flamenco-museum sevilla 5.jpg180509 flamenco-museum sevilla 6.jpg180509 flamenco-museum sevilla 7.jpg

Vielleicht mag jemand mit Kontakt zu unserem ehemaligen Foristen "Trigger" ihm diese Bilder zukommen lassen: Soweit ich es erinnere, konnte er Flamenco spielen, vielleicht freut er sich drüber (andererseits könnte es gut sein, dass ihm dieses Museum längst bekannt ist).
 
Werde ich mir sicher ansehen, wenn ich mal dorthin komme.
Trigger ist zur Zeit wieder hier und wird das findet - habe nur gerade vergessen wie er diesen Winter heißt.
 
Werde ich mir sicher ansehen, wenn ich mal dorthin komme.
Trigger ist zur Zeit wieder hier und wird das findet - habe nur gerade vergessen wie er diesen Winter heißt.
Ich glaube, unser lang vermisster Flamenco Spezialist nennt sich @Vicente Amigo

@serge Danke fürs Zeigen. Das würde ich wirklich gerne mal in Aktion hören.
 
Donnerwetter -- da dürfen Wurlitzer Sideman und EKO Compute Rhythm direkt mal verschämt gucken.

Vor allem diese Trainingsmaschine ist Steampunk pur.

Schade nur, daß ich kein Flamenco mag. Olé.

Stephen
 
Abgefahren, kannte ich noch nicht und danke fürs zeigen!
Erstaunlich das es früher schon sowas gab. Da muss ich doch mal recherieren.



https://m.youtube.com/watch?v=2S0k_8jfJTc




https://m.youtube.com/watch?v=tG4aESU4dI4




Endlich mal ein Thread der mich voll und ganz antriggert, Flamenco ist tatsächlich seit ca 4-5 Jahren mein musikalischer Mittelpunkt und alles andere an Genres ist für,mich nahezu belanglos geworden. Es hat lange gedauert bis ich die Musik strukturell verstanden habe, sehr lange Zeit war das für mich einfach nur virtuoses Gedudel, aber: diese Musik ist ryhtmisch das tighteste was mir untergekommen ist. Und genau darum liebe ich es. Ausser ein SAM16, das dürfte wirklich das allertighteste sein was mir bisher unter die Finger kam, aber ist halt nur eine Maschine. Zwar ken mechanische, aber halt ne Maschine die Strom frisst.

Um es auf den Punkt zu formulieren:

Während der klassische Gitarrist unter allen Umständen auf einen sauber artikulierten Ton achtet und bereit ist dafür das Timing zu opfern, spielt der Flamencogitarrist lieber einen falschen Ton, als jemals auch nur annähernd aus dem Compas (Takt bzw rythmische Akzentuierung) zu fliegen.

Irgendwie finde ich diese Apperate ulkig, ich könnt mir vorstellen sowas zu basteln, weil ich halt auch ein Bastelheini bin, aber echte Percussionisten sind mir lieber, die modulieren in Echtzeit per Augenkontakt und Gehör was die Musik lebendiger macht. Selbst MPC1000 Rhythmen wirken auf mich, im FlamencoKontext, steril und Leblos.

Von dem abgesehen macht Flamenco musikalisch etwas einsam, es gibt sehr wenige Leute die das auf einem etwas höheren Level praktizieren.
 
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Noch was, weil ich zu tief in dieser Materie stecke :D


Es gab mal von Wittner ein mechanisches Metronome bzw Taktell, die handelsüblichen wie man sie kennt, um sie aufs Klavier zu stellen. Es gibt Modelle mit Glocke auf den Zöhlzeiten 1/2, 3/4, 4/4 und 6/8 wo jeweils die Eins betont wird, kennt ihr sicherlich.
Was ich sagen will, es gab von Wittner in den 80er Jahren mal ein Modell das diese typische Flamenco Zählzeit bzw Akzentuierung hatte... das auf 2x3/4 und 3x2/4 basiert.

Ein Kuriosum wie ich finde und leider schwer zu finden.
Iich hab mein Wittner gemoddet und die Zahnrädchen umgefeilt so das folgendes Glockenmuster bzw Akzentuierung entsteht:

x o o x o o x o x o x o

oder

[12] 1 2 [3] 4 5 [6] 7 [8] 9 [10] 11








Saludos
 
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…es gab von Wittner in den 80er Jahren mal ein Modell das diese typische Flamenco Zählzeit bzw Akzentuierung hatte... das auf 2x3/4 und 3x2/4 basiert.

Ein Kuriosum wie ich finde und leider schwer zu finden.
Iich hab mein Wittner gemoddet und die Zahnrädchen umgefeilt so das folgendes Glockenmuster bzw Akzentuierung entsteht:

x o o x o o x o x o x o

Vorweg: Ich bin musiktheoretisch eine ziemliche Niete, daher entschuldige, falls ich etwas Offensichtliches fragen sollte.

Also dieses Muster
x o o x o o x o x o x o
verstehe ich als eine andere grafische Darstellung der "typischen Flamenco Zählzeit bzw Akzentuierung…auf 2x3/4 und 3x2/4", also
[1] 2 3 [1] 2 3 [1] 2 [1] 2 [1] 2

Richtig?

oder

[12] 1 2 [3] 4 5 [6] 7 [8] 9 [10] 11
Diese Darstellung ist, was die Akzente angeht, doch identisch mit den vorherigen – aber warum geht die auf der 12 los? Ich hätte das hier erwartet:
[1] 2 3 [4] 5 6 [7] 8 [9] 10 [11] 12
 
Hehehe, jetzt hast du die Büchse der Pantora aufgestossen! :D

Alles richtig was du schreibst, aber beim Flamenco ticken die Uhren anders.

Die Zählzeiten zb beim Bulerias und einige andere Flamenco-Untergenres beginnen tätsächlich bei der 12... aber das nur temporär.

Rein von der Akzentuierung sind es die 2x3/4 und 3x2/4, im klassischen bzw Nichtflamenco Sprachgebrauch, also klassisches Metrum wie wir es alle kennen.

Uff za za uff za za uff za uff za uff za

Beim Bulerias ist es

12-1-2-3-4-5-6-7-8-9-10-11

oder

1-2 1-2-3-4-5-6-7-8-9-10

Un dos uno dos dres... usw

Du musst dir das so vostellen, der Hauptteil ist 1-10 und die 11 und 12 sind die Zählzeiten die harmonisch alternieren, bzw liegt der Auftakt im Bereich von 11-12-1.
Schwer zu erklären und letztendlich reine Empfindungssache. Ich hab glaub ich ein Jahr gebraucht bis ich das halbwegs verstanden bzw verinnerlich habe.
Die wichtigsten Akzente liegen auf der 3 und der 10, diese bedingen auch den harmonischen Schwerpunkt.

Es bewirkt ein Straight Forward Feeling, treibend und vorwärts, weil die gemeinsame Eins in einem alternierenden Bereich liegt. Ich höre die Eins mittlerweile weil ich die Struktur verinnerlicht habe, der Laie wird sich wahrscheinlich schwer tun überhaupt sowas wie eine gemeinsame Eins herauszuhören, geschweige eine Struktur zu erkennen!
Mir ging das Jahrelang so, bis ich es genau wissen wollte. :D

Was man auch sagen muss, Flamenco ist sehr modular, es gibt ein paar festgelegte Compas, die als Ankerpunkt dienen und der Rest sind alles kleine Microkompositionen (Falsetas) die man, und das ist wichtig, in der Akzentuierung richtig organisiert bzw komponiert. Eigentlich relativ simpel vom Aufbau wenn es den mal verstanden hat, das rasante was den Vibe so halsbrecherisch wirken lässt ist die Spieltechnik und die Magic kommt von den "schrögen" Schwebungen der Chords die man in Halbtonschritte phrasiert.

Am nähesten kann man die Bulerias Zählzeit aber mit einem alternierenden 6/8 vergleichen bzw man teilt den Bulerias Compas (das ist diese Zähleinheit die mit 12 beginnt) in zwei 6/8.

Es gibt auch Flamenco Untergenres mit gewöhnlicher 4/4 Takt... zb Tangos oder Taranto.

Keine Ahnung, es gibt glaube ich über Hundert Untergenres?

Ich kratze selbst mach 4-5 Jahren immer nocH an der Oberfläche.


Im Netz kursieren zwei Doktorarbeiten (auf Deutsch) über das Flamencouniversum, muss man etwas suchen.
 
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Ja, das stimmt.

Flamenco ist eher typisch Andalusien, aber auch Weltweit gibts es mittlerweile sehr gute FlamencoGitarristen.
Verhaeltnismaessig wenige, das ist immer noch ein absoluter Nischensport und zb der Grossteil der kommerziellen Flamenco Tanzschulen ausserhalb von Andalusien/Spanien spielen die Palos vom Band bzw CD.


Was sich tatsaechlich bis nach Frankreich durchkultiviert hat ist der Rumba, die Carmargue ist bekannt fuer ihre ureigenen typischen Ventilatore Techniken.
Auch einer der hoechsten Feiertage der Gitanos, -schwarze Sara- wird ende Mai in der Carmargue gefeiert und Zigeuner(!) weltweit pilgern dorthin. Von dem abgesehen waren das die Gitanos, die von Indien ueber Frankreich sich bis nach Andalusien ausgedeht haben. Und viele mehr, Mauren, zb.
Flamenco Musik bzw Andalusien warcDER Schmelztiegel unzaehliger Musikhochkulturen der Menschheitsgeschichte.
Ja, das kann man so formulieren.

Hier mal der Bulerias Compas, 180BPM ist schon nicht schlecht, ich bin bei 150bpm relativ Sattelfest und flieg nicht mehr oft aus der Kurve... ein Paco de Lucia war oft ueber 200BPM unterwegs... und flog n i e m a l s s raus.

Rausfliegen ist abgeloost und die Taenzer und Saengerinnen verhoehnen dich! :D



https://m.youtube.com/watch?v=lrVjw76bh5E
 
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Ehrlich gesagt kann ich das jetzt nicht 100pro bestimmen, es koennte aber ein Fandango sein.
Ohne Gewähr!

Ich selber beschaeftige mich derzeit nur ausschliesslich mit Bulerias, Taranto und Tangos (nicht zu verwechseln mit dem argentinischen Tango)
Es gibt unzaehlige Stilarten, die sich dann auch noch Regional unterscheiden und das koennen bzw die Reputation eines Flamenco Gitarristen zeichnet sich dadurch aus das er die unterschiedlichsten Palos draufhat.
Du merkst, nach diesem Wertemassstab innerhalb der Szene bin ich ein bedeutungsloser Gringo. :)

Das Stueck ist alt, man merkt dem Spieler die klassische Ausbildung an, koennte auch eine Art Freestyle-Eigeninterpretation sein.

Ich mag jedenfalls den Sound und die Tremolos sind tight! :)
 
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Während der klassische Gitarrist unter allen Umständen auf einen sauber artikulierten Ton achtet und bereit ist dafür das Timing zu opfern, spielt der Flamencogitarrist lieber einen falschen Ton, als jemals auch nur annähernd aus dem Compas (Takt bzw rythmische Akzentuierung) zu fliegen.



Weil gestern Abend ein KommunikationsGenie diese obige Aussage von mir, ohne jegliche Begründung, a wäng ruppisch, entwertet und als Bullshit bezeichnet hat, hier mal die Quelle dazu.
Es stammt aus der Diplomarbeit von Antonis Vounelakos, Universität Wien.

[...] Beide Seiten, Flamenco und Klassik, betrachten einander gleichzeitig mit Respekt und Skepsis, während das Gespräch über der Kompatibilität von beiden Stilen immer aktuell bleibt, (trotzt den grenzüberschreitenden Leistungen von Musikern wie Juan Manuel Cañizares, der als klassischer Gitarrist begonnen hat und später in der Gruppe von Paco de Lucia als Flamenco Gitarrist berühmt geworden ist, Pepe Romero der als klassischer Gitarrist Flamencokompositionen des legendären Sabicas auf Schallplatte eingespielt hat, oder Vicente Amigo mit seinem Konzert „La poeta“ für Orchester und Flamencogitarre). Die klassischen Gitarristen befürchten, dass sie mit dem Eintritt in die Flamencowelt, ihre mühsam errungene Tonkultur negativ beeinflusst werden kann. Andererseits erhoffen sie sich davon, von den atemberaubenden Techniken der rechten Hand, und der rhythmischen Präzision der Flamencomusik zu profitieren. Umgekehrt respektieren Flamencogitarristen das musiktheoretische Wissen, das man sich durch das Studium der klassischen Musikliteratur aneignen kann, die Eleganz der Tonbildung der Klassischen Gitarre, bemängeln aber mangelnde Spontaneität, Unfähigkeit zur Improvisation und unterstellen rhythmische Inkompetenz. Paco de Lucia definiert den Unterschied zwischen der klassischen und der Flamencomusikanschauung wie folgt: Bei einer schwierigen Passage wird der klassische Gitarrist ein ritartando bevorzugen um die Tonqualität nicht zu gefährden, während ein Flamencogitarrist lieber eine unsaubere Note produzieren würde, um den rhythmischen Ablauf nicht zu gefährden.
Der Flamenco Gitarrist Carlos Piñana, der acht Jahre klassische Gitarre studierte, in einem Interview über seine 1999 aufgenommene CD „Cal-libiri“,67 in der auch klassische Musiker mitwirkten: „The Cubans have an incredible sense of rhythm, with a lot of training, and they've adapted perfectly to the flamenco rhythms. I've been with them for a year or so, but in just two sessions-two parties-they picked up the rhythm. It was harder with the Albanians, because classical musicians are more strict-thinking; they're not accustomed to improvising, and flamenco has a lot of that. [...]

Der Maestro himself, Paco de Lucia hat also Bullshit gelabert. Hm.....okay. :D
 
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"Der Maestro himself, Paco de Lucia hat also Bullshit gelabert. Hm.....okay. :D"

Nö, dass bezog sich schon auf Deine Interpretation des Zitats vom Meister. Wenn Du es objektiv betrachtest, wirst Du sicherlich den feinen Unterschied zwischen Original und Deiner Aussage weiter oben erkennen. Evtl. auch nicht...
 
Tu mal jetzt nicht so als haettest du das Zitat schon vorher gekannt. Das kauf ich dir naemlich nicht ab.
Und eine Begruendung fuer deine Aussagen
warum meine Interpretation von diesen Zitat Bullshit sein soll lieferst du auch nicht.

Ueber was fuer ein Scheiss reden wir hier eigentlich gerade?

Du produzierst nur heisse Luft, sorry mein Lieber.
 
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flamenco ist so sexy und wirkungsvoll, weil es einerseits nicht null acht fuffzehn drei-akkorde musik ist, andererseits sich dort aber fast alles eigentlich immer nur auf den grundton bezieht, der wie ein großer magnet jeden ausbruchversuch zeitnah beendet.

Ich hab mir mal erlaubt dein Post hierher zu verlegen, passt besser hierher. :)


Das ist nicht falsch was du sagst, wuerde aber sagen das die Magie zum groessten Teil durch die Spieltechnik entsteht und es ist wahr:

Die musikalische Struktur ist relativ simpel, das Arrangieren ist eine Art modularer Baukasten was man mit Rondo vergleichen koennte, was sich wiederrum sehr gut auf House oder Techno uebertragen laesst. Schlicht und ergreifend, es ist damit das Patternprinzip gemeint.

Der Grundton ist ein Erkennungsmerkmal im Flamenco, das stimmt und ist auch der Stimmlage der Saenger oder Saengerinnen geschuldet. Der Saenger bzw Saengerin machen da die Ansage an den Gitarrist, der fuegt sich dann.

Das was du mit "grossem Magnet" umschreibst ist eigentlich der Compas.. por Medio waere demnach A , und por Ariba E... usw.

Die Progressionen sind immer die gleichen, nur spielt die keiner so, den das klingt nach LagerfeuerSchrammelung ala Peter Bursch.
Umkehrungen, Phrasierungen, modale PolyScales, usw holen da das volle Pfund heraus, und die bereits erwähnte Spieltechnik.

Und, die andalusische Kadenz lösst sich im Quintenzierkel nicht ableiten, hab ich mal gehör

Bin mir aber nicht sicher, da ich den QZ eher als Kreativbremse wahrnehme und nicht näher studiert habe, kann ich das also nicht fundiert widerlegen und bleibt somit "gepredigtes Halbwissen".

Falls das jemand sachlich erklören bzw widerlegen kann, was QZ ynd andalusische Kadenz betrifft, nur zu, waere an einem echten Erkenntnisgewinn interessiert! :)

Saludos Hombres

IMG_2811.jpg
 
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Ich hab mir mal erlaubt dein Post hierher zu verlegen, passt besser hierher.

vermutlich dachte ich eh, wir wären hier.

Das ist nicht falsch was du sagst, wuerde aber sagen das die Magie zum groessten Teil durch die Spieltechnik entsteht und es ist wahr:

Die musikalische Struktur ist relativ simpel, das Arrangieren ist eine Art modularer Baukasten was man mit Rondo vergleichen koennte

du musst nur oft genug G und Gis gleichzeitig spielen und schon hörst du das G auch an den stellen, an den es gar nicht da ist.

das ist der magnetismus - er entsteht durch durch die reibung. :D

 
Das ist evtl der alternierende Auftakt (1- 11-12) im Bulerias Compas. ;-)

Weiss aber was du meinst, die Halbtonschritt Phrasierungen, zwecks der Schwebungen.

I love it.

Moraito Chico... ich liebe diesen Bulerias den du da gepostet hast.
 
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Das verstehe ich nicht: Bezeichnet der Compas nicht die erste Hälfte des aus 12 Schritten bestehenden Rhythmusmusters? So hatte ich die Erklärung in diesem Video (ab 2:50) zumindest (miss?)verstanden.

Die ersten 50 sek spielt er ausschliesslich den Bulerias Compas, kann man mit der Hookline in der Popularmusik vergleichen.
Det Ankerpunkt wenn man so will.

Dann gibts da noch die Falsetas, das sind Microkompositionen, Remate und Capo, oder so aehlich.
Allerdings waere das die konservative Durchfuehrung, als Tanzbegleitung.

Prinzipiell erklaert er das gut, und hey... in Englisch und nicht, wie so oft, in spanisch.



https://m.youtube.com/watch?v=t1bgDFGMkgU

wobei Bulerias echt das anspruchvollste Untergenre ist. Mir hat damals der Kopf geraucht und hat sich angefuehlt als muesste ich als Linkshaender lerrnen Rechts zu schreiben, nach 20 Jahren 4/4 geumze oder schrammeligen guitarChords auf 4/4.
 
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Meine Mutter ist Doktorin in Hispanologie und als ich Kind war liefen ständig so recht harte Flamenco Sachen.

Mich hat die Musik damals etwas beunruhigt - besonders die rhythmische Intensität und dieses Mischung aus Leidenschaft und Existenzialismus lässt mich heute eher einen Bogen um das Genere machen - auch wenn ich es abstrakt interessant finde und natürlich die intrinsiches Qualität erkenne.

Insgesamt ist mir seit damals die spanische Kultur - man nehme es mir nicht übel - etwas suspekt.
Machismo, Religionshörigkeit, eine strukturell massiv unterdrückte Landbevölkerung, der harte Umgang mit Natur und Tier und dann der lange gelebte Faschismus und die mangelden Aufarbeitung bis heute, vom spanischen Adel gar nicht zu reden.

Klar ist die Musik viel viel älter, aber das Klagende darin ist nichts für mich.

Warum ich das erwähne ? Weil ich ja sonst keine thematische Anregung zu dem Thema mehr habe und mich dennoch immer wenn ich mal durch Zufall so was höre von der latenten Düsterkeit etwas schaudert - auch vor dem aggressiven Gestus beim Tanz.

Rein Musiktheorethisch kann ich leider gar nichts dazu sagen - da habe ich schlicht keine Ahnung.
 
Verstehe dich, und mir ist auch die Problematik bewusst, zb das nach der Franco Regime und dem Paradigmenwechsel sehr viele Spanier und vor allen Gitanos dem Drogenkonsum zum Opfer gefallen sind, evtl ruehrt daher die Weheleidigkeit, wenn zb Machos auf Heroin ihre perspektivlose Daseinsberechtigung besungen haben. Bzw hat Cameron genau das ja in den 80ern thematisiert, diese Hoffnungslosigkeit und damit den " Volksnerv" getroffen wie der Zahnarzt die Wurzel.

Die Kultur und das konservative Brimboriym, auch hinsichtlich der Verkommerzialisierung um mit dem typischen Klischee Touristenstroeme gluecklich zu machen, die natuerlich Geld in den Tanzhaeusern lassen, mal aussen vor.


Mich faziniert einzig und allein die Musik, was man fast schon mit einem sportlichem Ehrgeiz umschreiben koennte.
Und das ambitionierte FreestyleGeschrammel hat mir iegendeann mal nicht mehr genuegt. Auf YT findet heutzutage die Ueberlieferung statt, wovon Gringos profitieren koennen, die Ueberlieferung ja sonst eher in den Familien, Sippen oder Tanzhaeuser vorgelebt wird.
Die Musik war einst, nach Franco, in den verrauchten Spelunken sehr praesent.

Musikalische Obsession?

Was kommt als Naechstes?

Asiatische Chinachromatik der polynesischen Osterinsulianer?

Herrje, ich braeuchte ein zweites Leben um mir das zu erarbeiten, was mir aber leider nicht vergoennt wurde. :sad:
Zumumal ich eh etwas spaet dran bin, 20 Jahre synthetisches QuantisierungsGedaddel hat mich im MusikUniversum 20 Jahre zurueckgeworfen. Paradox, nicht? :)

Okay, Koks, dunkle Clubs und HotPants auf dem Floor.. war schon okay irgendwie. Grins


:)
 
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Mal was authentisches, Flamenco war in Spanien lange Zeit die Musik der ausgegrenzten Gitanos.
Ich hab spanische Studenten kennengelernt die diese Music ziemlich verachten, was mich ziemlich ueberrascht hat. Nicht weil es kacke ist sondern weil es Gitano Musik ist.

"El chalo" ich mag sein rotzigen schnoerkellosen Style.


https://m.youtube.com/watch?v=tfS3GXltcEo
 
Was mich noch interessieren würde: Muss ich mir diese Flamenco-Maschine nun so vorstellen, dass jedes einzelne Zahnrad einen eigenen "compás" (also eines dieser Betonungsmuster wie [12] 1 2 [3] 4 5 [6] 7 [8] 9 [10] 11) – sofern man das anhand der beiden Videos beurteilen kann?
 
Die komplexen Rhythmen hab ich bis heute nicht verstanden, das ist auch so eine Wissenschaft fuer sich und muss man das wohl auch einfach nur fuehlen.


Flamenco ist stur konservative Tanzmusik, es gibt komplexe Schrittfolgen und alles hat eine bestimmte praźise alternierende Ordnung.

So eine Art euklidischer Flamenco "Algorhythmus"?
 
die grundidee an sich ist ja mathematisch nicht aufregend, sie ist allerdings ein schönes beispiel dafür, dass man manchmal nicht so recht sagen kann, ob ein etwas, das aus mehreren spuren bzw stimmen besteht, nun "polymetrisch" oder "polyrythmisch" ist, oder ob es nicht doch einfach nur ein "rythmus" innerhalb eines ansonsten geraden systems ist. (also eben ein ganz "gewöhnlicher" 12/8 takt)

was mich aber mal interessieren würde ist, ob es nicht eine art regelwerk dafür gibt welche stimme denn in diesem system überwiegend welche schläge spielen darf.

beim moraito oben ist ja zumindestens die gitarre eine totale anarchistin, die sich erlaubt bis zu 3 takte lang aus dem theoretischen muster auszubrechen, wie man das sonst nur von freejazz oder fugen kennt.

der rythmus hingegen ist beim buleria immer recht strikt und man könnte das genauso mit einem computer machen, dann hätte man sich die klatschjungs, die castannettenmädchen und das stepptanzgedöns gespart und könnte die alle zum arbeitsamt schicken.

ich hab neulich mal diese selbstgebaute rythmusmaschine aus dem unteren video in meinem sequencer nachgebaut und komme beim anschauen und abspielen zu keinem klaren schluss, wie "es" funktioniert, d.h. also was man daran nun alles ändern darf und was nicht mehr.
 
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