14-17.03.2019 Thomann Synth Reactor Event

Kaum. Superbooth ist erklärt ein Szenetreff, nichtmal B2C und B2B ist dort konkret thematisiert und anhand von Resultaten (Zahlen und Statistiken) bislang als etabliert belegt. Das könnte künftig noch werden, aber warten wir es erstmal ab. Synth Reactor Event dagegen ist schon im ersten Anlauf und konzeptionellem Ansatz erkennbar integrativ. Man hat also zumindest dort bereits erkannt, dass Diversifikation trendy ist, jedoch Nachteile hat. Siehe Musikmesse und deren Anspruch auf Vollständigkeit. Dort spielt allerdings übergeordnet die Messegesellschaft eine Rolle und es gibt Mitbewerber weltweit, siehe NAMM, die ein System vermarkten. Ganz unterschiedliche Baustellen also.
 
Das hat doch nichts mit der superbooth zu tun. Und es steht auch nicht in Konkurrenz dazu.
Ein Pferd ist noch lange kein Hund, nur weil es 4 Beine hat.
 
Das sehe ich eher als Gegenkonzept zur laufenden Fraktionierung, siehe Zerfleddern der Musikmesse.

Vorweg: Ich verstehe Dich wahrscheinlich falsch, aber Deinen Worten zufolge wäre die "Zerfledderung" (ein wunderbares Wort) der Musikmesse etwas gewesen, was der Musikmesse widerfahren wäre, ihr also gleichsam von außen zugefügt worden sei.

Aber war es nicht vielmehr so, dass die Musikmesse sich selbst zerfleddert hat, sich bei vollem Bewußtsein wiederholt selbst ins Knie geschossen hat, wieder und wieder, bis sie ihren noch um die Jahrtausendwende vorhandenen Vorsprung vor der NAMM verspielt hat und Schneiders schließlich – fast möchte ich sagen – "getrieben" hat, seine als Sammelstand auf der Musikmesse begonnene Superbooth als eigenständige Veranstaltung aufzuziehen, die sich als so aktuell und somit attraktiv entpuppte, dass selbst nicht im Modularmarkt mitspielende Firmen wie Yamaha, Steinberg, Ableton usw. dort ausstellten und der Musikmesse den Rücken kehrten?

Schneiders hat über mehr als ein Jahrzehnt mit großer Beharrlichkeit den Eurorack-Markt in seiner heutigen Form aufgebaut. Erst in jüngster Zeit haben Thomann (und Music Store) das Potential dieses Marktsegments in vollem Umfang erkannt und wollen sich hier ein möglichst großes Stück des Kuchens sichern. Dazu passt dieses "Reactor"-Event (na, an was soll der Name erinnern?) perfekt: Reichweitenmaximierung und Imageaufbau.
 
@serge Mit Zerfleddern hatte ich ja die Folgen beschrieben, die Ursachen dafür kenne ich zumindest nicht vollständig und beobachte das in erster Linie.

Aber du hast ja einiges dazu geschrieben, das meiste davon sehe ich eigentlich ähnlich. Hier sind viele Köche am werkeln und es gibt Kräfte in gegensätzliche Richtungen. Bereits vor vielen Jahren habe ich aus erster Hand (GDM, mein damaliger Chef war dort ein Wichtig) mitbekommen, dass alleine die Integration Handel und Musiker nicht nach jedermanns Willen war. Während also ein Teil der fürs Messekonzept verantwortlichen Leute das als reine Handelsmesse gesehen hatten, gab es andere, die unbedingt das Prinzip Hands-On verfolgt haben und Musiker sowie Musikinteressierte dabeihaben wollten. Diese doch recht gegensätzlichen Ansätze wurden immer hin- und hergezerrt, mit teils merkwürdigen Folgen wie das Verschwinden der Kabinen, in denen lautstarke Performances möglich waren. Einige davon gelten noch heute als legendär. Parallel dazu gab es Preisentwicklungen bei Standmieten und Zubehör, dass die Aussteller sehr gefordert hat, manche haben immer wieder gezweifelt, ob sie das weiterhin mitmachen wollen.

Die Ambitionen von Schneider waren zunächst nicht ungewöhnlich, er hat halt von Kollegen Geld für Showroomanteile genommen, so wie das Vertriebe auch gerne machen, indem Hersteller an den Kosten beteiligt werden. Dass es Schneider irgendwann zu bunt wurde, und er dachte, das geht vor der eigenen Haustür in Berlin doch auch, wurde insbesondere von der Szene angenommen. Sicher war das aufgrund der nicht gerade zentralen Location Berlin ja nicht unbedingt auf Anhieb. Aber es hat eine Lücke gefüllt, die die Messegesellschaft unklugerweise hat entstehen lassen. Was bei der Messegesellschaft inhouse für Kräfte aktiv sind, kann ich aber nicht wirklich beurteilen. Ich hatte mal Kontakt mit denen aufgenommen, nachdem ich bei meinem Amazona Keys Messereport die in meinen Augen unmögliche Konzeption durch den Kakao gezogen hatte. Die haben mir nichtmal geantwortet. Gleichzeitig können wir verfolgen, wie etwa NAMM als Konzept zum Exportprodukt geworden ist, und die Musikmesse nun mit der Veranstaltung in Leipzig einen neuen Kollegen hat und Aktionen wie Guitar Summit auch auf dem Wege sind, sich ordentlich zu etablieren.

Superbooth werde ich dieses Jahr selber mal besuchen und mir einen persönlichen Eindruck verschaffen. Bislang habe ich mir das von Kollegen umfassend berichten lassen.
 
@git_02 : gibts eine Geschichte zu dem Haus, worin sich die Videostudios befanden? Sieht so aus, als hätten da ältere Herrschaften gelebt und 50 Jahre lang nie renoviert bzw lange leergestanden. Schräge Location jedenfalls :)
 
gibts eine Geschichte zu dem Haus, worin sich die Videostudios befanden? Sieht so aus, als hätten da ältere Herrschaften gelebt und 50 Jahre lang nie renoviert bzw lange leergestanden. Schräge Location jedenfalls

Ja, das ist im Prinzip die Geschichte. Das Haus war soweit ich weiß bis vor ~3-4 Jahren noch von einer alten Dame bewohnt + fun fact: im Haus selbst gibt's weder Badezimmer, noch Toilette, noch Strom noch Heizung - ist also defintiv ein "älteres" Baujahr und es wurden viele übliche Renovierungen ausgelassen...
 
im Haus selbst gibt's weder Badezimmer, noch Toilette, noch Strom noch Heizung

Danke.

Strom schien es aber gegeben haben, denn die Lampen hingen ja noch. Heizung gab es aber wohl mal in Form von Öfen, man konnte im Video die zugespachtelten Löcher dür die Ofenrohre an den Kaminen deutlich sehen.

Kein Bad bzw Klo ist dann schon schräg, wobei einige dieser Häuser hatten außen ein Plumpsklo :)
 
Warum nicht? Wo ist der Unterschied?

Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Superbooth, wenn es gut läuft, direkt Gewinn abwirft, weil ja Eintritt verlangt wird.
Die Veranstaltung bei Thomann hat sicherlich zunächst einmal nur gekostet.
Und ob sich Thomanns Imagepflegeveranstaltung so schnell wieder amortisiert wage ich zu bezweifeln.
 
Ich verfolge keine Synthie-Youtuber. Ich weiss auch nicht, die sind für mich durch die Bank musikalisch uninteressant. Liegt wohl daran, dass sie nicht durch Veröffentlichungen sondern durch Social Media - Präsenz zu Bekanntheit gekommen sind.

Produkte-Reviews schaue ich mir wiederum an wenn mal etwas interessantes ansteht.
 
Once upon a synth mit seinem Track "Where's the Minimoog?"

Er schreibt dazu:
"Look mum no computer jokingly challenged us to make a song using this footage, so I couldn't resist. This was some live stream footage from Thomann Synth Reactor. Thanks to Marc Doty for expressing his passion for the Minimoog and Simon the Magpie for the brief appearence. #TSR19"


View: https://youtu.be/5pvynSbU6Rs
 
Anders Enger Jensen schreibt:

Music video from my workshop at Thomann's Synth Reactor 2019 (#TSR19). I assembled a little mini version of my usual studio setup, using only budget synths (around $400-$600).. is it possible to make some good retro inspired 80s pop? Yes it is! I'm using the following gear in this song: DAW: MOTU Digital Performer 8.5 Sound card: MOTU MicroBook IIc MIDI Interface: MOTU Micro Lite Samples: Zenhiser 80s Retro Drummer (because the synths didn't have proper drumkits) Synths: Roland: Juno DS, SE-02 Yamaha: MX61, Reface DX Behringer: DeepMind6 Mixer: Thoman T-Mix DM-20 Thanks to #Roland, #Yamaha, #Behringer and #Thomann for facilitating the gear during this event. The song title is totally random, thanks to Song Name Generator on the internet! And yes, my iPhone didn't lock into focus and auto gain so that one angle is blurred... :P


View: https://youtu.be/P0T_HPib_UA
 
Thanks to Marc Doty for expressing his passion for the Minimoog

Das Zitat von Marc Doty stammt aus dem Backstage-Video, und als er das sprach, hatte er schon reichlich einem im Tee. Gaz war auch nicht mehr ganz nüchtern, als das gedreht wurde ...
 

Ein alteingesessenes Klaviergeschäft hier um die Ecke hatte vor rund zehn Jahren ein Upright Yamaha Disklavier.

Und ich hatte Urlaub.

Eines Nachmittages rückte ich mit einem SND SAM-16 Hardware-Step-Sequencer dort an und hatte einen Heidenspaß, damit Steve-Reich-artiges Klaviergehämmere zu basteln, das das Verkaufspersonal gelassen ertrug.

Wagemutig geworden, vereinbarte ich einen weiteren Termin für den folgenden Tag, und knöpfte mir daheim mein Nord Modular G2 vor, auf dem ich mir zuvor einen Granular-Patch gebastelt hatte. Anstatt mit diesem nun eine Vielzahl digitaler Sinus-Oszillatoren mit einstellbaren Zufallswerten für Tonhöhe und Lautstärke und Geschwindigkeiten zu steuern, ließ ich stattdessen entsprechende MIDI-Noten erzeugen, die das arme Disklavier am nächsten Tag dann wiedergeben musste. Das Lächeln des Verkäufers wirkte doch zunehmend gequält.

Mehrere Dinge sprachen trotz der schönen Erfahrung gegen einen Erwerb:
1) Arschteuer.
2) Bei Echtzeitansteuerung per MIDI gab es bei schnelleren Wiederholungen einzelner Noten Aussetzer, auch schon bei moderaten Tempi.
3) In einem Mehrfamilienhaus ist ein akustisches Instrument nicht zu den Zeiten spielbar, an denen ich es unter der Woche spielen könnte.

Was ich nicht ausprobiert habe, ebensowenig wie Heinbach bei Thomann: Ob die Wiedergabe von Standard-MIDI-Files über das eingebaute Steuerungsgerät exakter ist als über MIDI In. Technisch möglich wäre es.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: oli
Ich verfolge keine Synthie-Youtuber. Ich weiss auch nicht, die sind für mich durch die Bank musikalisch uninteressant. Liegt wohl daran, dass sie nicht durch Veröffentlichungen sondern durch Social Media - Präsenz zu Bekanntheit gekommen sind.

Produkte-Reviews schaue ich mir wiederum an wenn mal etwas interessantes ansteht.


Manche Clips sehe ich mir an, sofern die konkret positioniert sind. Wischiwaschi-Konzept mit ein bisschen Promo, etwas Tutorial und ein ganz klein wenig Musikmachen ist dagegen nichts für mich. Einige Youtuber leiden genau unter dieser Herangehensweise. Lange Texte lasse ich mir nur dann gefallen, wenn es ein stringenter Tutorial-Vortrag ist. Und zumindest passable Spielfähigkeiten setze ich grundsätzlich voraus. Ein Youtuber, der das alles gut drauf hat, war aber nicht in Treppendorf eingeladen. Vielleicht hatte der kein Interesse, oder es lag an de Reisekosten. Japan ist halt auch etwas abgelegen, zumindest von Franken aus gesehen.
 
Manche waren vermutlich auch terminlich anderweitig gebunden. Ich vermisse da so einige Namen. Mal sehen was da in den nächsten Wochen noch an Videos auftaucht. Das DivKid Interview mit Ann Annie ist momentan mein Highlight.
 

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