Exakte FM bei Analogen - aus: sehr unschlüssig OB6

talkingdrum
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swissdoc schrieb:
Selbst monophone Synths haben mit FM so ihre Probleme, spätestens nach 1-2 Oktaven ist Schluss. Marienberg, Wiard und MOTM mögen hier Ausnahmen sein. Evtl. kommt auch ein CEM 3340 basierter VCO in die Region, da fehlt mir die Erfahrung.


Ich geh hierauf mal näher ein, nicht wegen des Nerdfaktors von Messungen oder weil Wiard so Viele interessieren würde, sondern weil *mich* immer interessiert, wie sich Wiard *wirklich* im Vergleich zu anderen Synths verhält (die ich wiederum nicht habe) - Mythen gibt es ja zu gewissen Marken schon genug:

Die linearen FM-Eingänge beim Wiard 300 gehen "gefühlt" auch nicht tiefer als anderthalb oder zwei Okaven, wobei mir aber nicht klar ist, wie du lineare FM in Tonabständen messen bzw. definieren willst, wenn der Eingang wechselspannunsgekoppelt ist (was bei MOTM nicht der Fall oder zumindest optional ist, bei Wiard aber fest. Nur die Expo-Eingänge sind 100% CV-kompatibel). D.h. wenn ein Eingang wegen der Hochpassfilterung nur vorübergehend auf Gleichspannung bzw. Subaudio-Signale anspricht, sind soweit ich sehe konkrete Aussagen über die Tiefe schwierig, oder gibt's da eine Methode, die ich nicht kenne?

Wiederum ist das AC coupling nicht *absolut*, und daher bringt es beim Wiard auch nicht viel mehr als bei vielen anderen Synths, die lineare FM dynamisch zu machen, also den modulierenden VCO durch einen echtzeit-modulierten VCA zu schleifen - die Tonhöhenschwankungen sind dann nur schwächer als bei exponentiellen FM-Eingängen, aber nicht wirklich ausgelöscht.

Davon abgesehen, also wenn man auch mit statischem Mod-Index auskommt, *klingt* die FM aber sehr sauber und schön. Zum Vergleich mit der FM im 3340 müsste smoo was sagen können, weil der den direkten Vergleich hatte (via Doepfer A-111, alte Version). Und was die genannten leicht unvorhersehbaren Reaktionen auf Subaudio angeht, können die auch nützlich sein, man kann damit schönes Vibrato oder ähnliche leicht "krumme" Pitchbendings hinbekommen, die den Sound lebendiger machen. Alles in allem also ein durchaus sehr nützliches Feature.
Noch ein Plus vom Wiard ist, dass sogar der Filter (Omni, nicht Borg) so einen linearen FM-Eingang hat. Das gibt's wirklich selten und ist eines der vielen Details an dem System, die es so wertvoll machen.
 
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Oberheim Xpander und M12 sind darin sehr sehr gut.
(Peak auch, aber der macht das digital, daher eh kein Wunder.)
 
swissdoc
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back on duty
Mir ging es um folgendes: Stelle an einem (monophonen) Synth mit linearer FM einen Klang ein, der "rein" auf einer Tonhöhe klingt. Nun spiele diesen Klang über die Tastatur. I.d.R. wird aus dem "reinen" Klang nach ein paar Tasten ein eher metallisches Monster. Das kommt vom fehlenden Tracking der VCOs. Das hat mit der Modulationstiefe an der Stelle noch nicht so viel zu tun. Diese ist auch in meinem Beispiel konstant.

Bei einem polyphonen Synth kommen nun noch zwei Themen hinzu: 1. die Unterschiede des Trackingverhaltens über die Stimmen. Spiele bei einem Synth mit 8 Stimmen und Rotate-Zuordnung einfach eine 8-tel Figur und i.d.R. wird der FM Sound ein Klang-Pattern über einen Takt bilden. 2. die FM Intensität wird i.d.R. von der Autotune-Funktion nicht berücksichtig. Selbst wenn bei 1. alle i.O. wäre, so ist hier spätestens Schluss.

Das betrifft übrigens Xpander und Matrix 12 und auch den Andromeda.
 
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der Andromeda ist sehr unexakt - schon bei sehr wenig FM Einfluss - kaum noch korrekt. Bei den Oberheims sehr wohl.
 
 


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