Kaufhilfe Frage an Heimorgelexperten: Ist diese Technics Orgel Hot oder Schrott?

audiot.

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Hitglied
Hallo zusammen,

aktuell ist zufällig bei mir umme Ecke eine Technics Heimorgel zu verschenken (irgendwas mit "PCM" - klingt schon 'mal vertrauenerweckend).
Sie würde sich zumindest rein optisch prima in meinem Esszimmer machen - zumal bald wieder die Weihnachtsliederzeit kommen wird :gay:

technics.jpg

- kennt von euch jemand dieses schöne musikalische Möbelstück?
- Hot oder Schrott?

(bitte um zügige Beantwortung falls möglich, weil der Trümmer ansonsten in der Schrottpresse landen wird)
 
Musst du selbst nach Klang entscheiden, scheint ne SX E22 L zu sein. Für meinen Geschmack fehlt das »Mojo« der alten Analogorgeln, ist halt PCM.
Je nachdem wo du wohnst, gibts diese Dinger täglich im zweistelligen Bereich für geschenkt.


 
Haste Platz? Scheint relativ handlich. Steht das "L" für Leslie? Ist da ein mech. Leslie drinne? Dann ist das cool. Ein echter Leslie hört sich toll an. Ist eine interessante Erfahrung.
Aber... das Ding im Video scheint es nicht zu sein. Ist etwas dicker und die Anordung der Switches ist anders.
Hingehen, ausprobieren, nach Bauch (und Rücken - schleppischleppi) entscheiden.
 
Hängt halt auch immer vom Anwendungszweck ab. Vom Klang her würde ich sagen, lass mal. Aber wenn der Zweck sein sollte, dass jemand darauf erstmal quasi kostenlos seine Finger übt, sieht das ja mal schon wieder ganz anders aus.

Hat das Teil Audio-Ausgänge, so dass man noch etwas dahinter klemmen könnte (Rotary zum Bleistift)?
 
@rblok
Wenn der Trümmer so klingt wie in dem Video (obwohl anderes Modell - aber wahrscheinlich mit der selben "Engine"), dann klingt das für mich eher enttäuschend. "Mojo" ist übrigens ein gutes Stichwort: Eine Crumar Mojo Suitcase wäre für mich ein Träumchen ...

@Kaffi
Platz genug hab ich (im Esszimmer) - Frau wäre auch einverstanden damit (kann man z.B. 'ne Blumenvase, Lavalampe oder Pudelfigur draufstellen) - und: zumindest hat das Teil auf der rechten Seite einen Schalter, der nach Leslie aussieht.

@all:
Danke für die prompte Info - werde das Teil morgen (Achtung: Wortwitz) antasten - und wg. @SynthGate 's Hinweisen die richtigen Fragen stellen.

(Thread kann geschlossen werden)
 
kann mich @swissdoc nur anschließen. Kirchenorgelige Presets, die nach spätestens 15 Minuten öde werden.
Zum Üben evang. Gesangbuch vielleicht OK, wenn Du Deiner Frau mit Absicht auf den Nerv gehen willst, auch noch. Aber der Sound ballert nicht ins Gehirn (auch eingerechnet, dass das Video vielleicht nicht mit dem besten Equipment aufgenommen wurde). Als Blumenvasenhalter in Ordnung, aber das hängt dann ästhetisch auch von der Schrankwand des Kollegen @ppg360 ab. Gelsenkirchener Barock in Nussbaumoptik. Der Sound passt dazu.

Sorry für die Sottise, aber ich empfinde die Kiste als sehr gruselig...
 
Wenn Du so viel Platz übrig hast für Sinnloses: Kann ich mit meiner Schrankwand bei Dir einziehen?
... nur, wenn Du bei mir dann in Deiner Schrankwand auch lebst - kochen, schlafen, wäschewaschen, ...

(wie damals bei Herman van Veen (tiefste 70er Kindheitserinnerungen) - wo in einer holländischen Windmühle einer aus der WG im Schrank gelebt hatte)

:mrgreen:
 
Ich korrigiere mich da mal. Man findet bei archive.org das Servicemanual zur SX E22 L, auch wenn das nicht genau das Modell zu sein scheint. Das L steht für die Ausführung ohne Rolltor-Abdeckung. Die Orgel ist hybrid aufgebaut und in weiten Teilen analog mit digitaler Steuerung. Es ist sogar ein VCF drinnen mit Resonanz (SVIGBA6704). Die Drums sind analog. Das Ensemble ist ein Triple-Chorus mit 3 x MN3006. Nur die Solo-Register sind PCM.

Also einfach anhören und nach Klang und Platz entscheiden.
 
Hey, sag nichts gegen meine Schankwand.

Die ist sensibel.

Stephen

neinnein, ich wollte Deiner sensiblen Schrankwand (etwa eine solche?:
1697082032401.png
) auf keinen Fall zu nahe treten; mir ging es um die Ästhetik eines Ensembles. Räucheraal auf der Schwarzwälder Kirsch mach sich ja auch nicht so gut. :cool:

BTW: ich habe mir das Demo jetzt dreimal gegeben und bleibe dabei: Sound nicht uninteressant, dürfte aber sehr schnell langweilig werden.
Habe noch den hier gefunden, Befürchtungen bestätigt:
 
Befürchtungen bestätigt
Du hast es geschafft! Meine Fußnägel haben sich aufgerollt. ;-)

Der Mensch, der die Orgel da quält lässt an einigen markanten Stellen aber auch Akkorde weg. Das tut nicht nur in den Ohren weh, sondern ist auch typisch für autodidaktische Dilettanten.

Fürchterlich diese Ein-/-Zweifingerbegleitautomatik mit dem Schlagzeugimitat. Bäh!

Als allererstes würde ich dieses wimmernde Vibrato auf dem Obermanual ausschalten und die reinen Flötenregister mit den zur Verfügung stehenden Fußlagen der Reihe nach testen. Einen zuschaltbaren Keyclick-Effekt wird man wohl vergeblich suchen, denn in der Entstehungszeit der Orgel hatte man noch nicht erkannt, dass gerade das Schmatzen beim Toneinsatz der Sinus-Register den Reiz einer E-Orgel ausmacht, hatte der Vorreiter HAMMOND seinen damals aktuellen (=transistorisierten) Modellen doch eben jenes gerade erst abgewöhnt.

Im nächsten Schritt könnte man nach einer Nachbildung des Chorus-Vibratos suchen und - wenn vorhanden - dieses ausprobieren.

Interessant wären selbstredend auch alle Tonerzeugungsbereiche, die sich des Triple-Chorus bedienen.

Ich behaupte mal ganz lapidar:
Wenn ein guter Musiker dieses Instrument bedient, der die unsägliche Begleitautomatik weglässt, wird es komplett anders klingen, oder einfacher ausgedrückt:

Setzt man ein Fottloch™ an einen YAMAHA Montage m8x, kommt auch nur (akustische) shice dabei heraus. ;-)
 
[...] Der Mensch, der die Orgel da quält lässt an einigen markanten Stellen aber auch Akkorde weg. Das tut nicht nur in den Ohren weh, sondern ist auch typisch für autodidaktische Dilettanten. [...]

Nicht nur das ist typisch für autodidaktische Dilettanten, sondern auch, daß sie ihre Ergüsse gnadenlos ins Internet stellen, bis der Serverspace qualmt.

[...] Setzt man ein Fottloch™ an einen YAMAHA Montage m8x, kommt auch nur (akustische) shice dabei heraus. ;-)

Das läßt sich trefflich auf Eurorack-Modulsysteme im allgemeinen und elektronische Klangerzeuger im speziellen ausweiten, denn merke:

Was ist der Unterschied zwischen einem Organisten und einem Synthesiserspieler?

Der Organist sitzt vor tausend Pfeifen, vor dem Synthesiser sitzt...
na?

Stephen
 
Mein Stiefvater hat sich 1981 eine Technics U90 gekauft, die letzte Technics-Orgel mit rein analoger Klangerzeugung. Um die Vorfreude zu steigern, händigte ihm Herr Wagner ( Inhaber des "Orgelstudio Wagner") diese Schallplatte aus, eingespielt auf einem transportablen Modell der U90:


Wir haben das Trumm nach seinem Tod einem Enthusiasten gegen Abholung geschenkt.

Ich selbst bekam 1981 den Casio VL-1. Da-da-damit begann mein Irresein.
 
Mein Stiefvater hat sich 1981 eine Technics U90 gekauft, die letzte Technics-Orgel mit rein analoger Klangerzeugung. Um die Vorfreude zu steigern, händigte ihm Herr Wagner ( Inhaber des "Orgelstudio Wagner") diese Schallplatte aus, eingespielt auf einem transportablen Modell der U90:


Wir haben das Trumm nach seinem Tod einem Enthusiasten gegen Abholung geschenkt.

Ich selbst bekam 1981 den Casio VL-1. Da-da-damit begann mein Irresein.


10:30 -- Thema aus Timm Thaler.

Klingt gar nicht mal schlecht, das Teil. Nur hinstellen würde ich mir das nicht, selbst wenn ich eine Bauhaus-Villa mit 400 Quadratmetern Wohnzimmer hätte.

Das Stück nach Timm Thaler klingt unfreiwillig komisch lobotomisiert.

Stephen
 
Habe noch den hier gefunden, Befürchtungen bestätigt:

Das Video habe ich keine 60 Sekunden ertragen - wg. künstlerischer Darbietung des Organisten und Sound der Kiste.
Der Tuppes spielt, als ob er vorher Valium genommen hätte.
(Anm: Den Pausenknopf für den Videobeitrag habe ich gerade noch rechtzeitig drücken können - mein Tag ist gerettet).

Die Heimorgel und ich werden keine Freundschaft eingehen - so viel ist klar jetzt.
 
Klingt gar nicht mal schlecht, das Teil.
Mir hatte es damals der analoge Chor angetan, hier im Hintergrund zu hören:


Die Melodie übernahm das Preset "Synthe Chopper" oder "Cosmic Fuzz" aus der Solo-Synthesizer-Abteilung (samt Phaser), so genau kriege ich das nach über 40 Jahren nicht mehr auf die Reihe.
 
Die meisten Orgeln haben sehr an Wert verloren und sind wegen ihrer Ausmaße daher oft "wenig wert", bis auf wenige Ausnahmen. Das mal so generell, der Kult ist dort kleiner - daher - kann es auch ein "Geheimtipp" sein sowas zu übernehmen.
 
Mir hatte es damals der analoge Chor angetan [...]

Der klingt in der Tat sehr hübsch (die Yamaha C-405 hatte auch einen an Bord, so VP330-mäßig).

Vielleicht ist das hier eine bessere Alternative für den Threadstarter:


Für'n Fuffi kann man nicht meckern, aber die Kosten für den Transporter nebst Sprit und vier Leute zum Schleppen dürften den Wert der Orgel bei weitem übersteigen -- die Dinger will selbst geschenkt keiner haben.

Schade um die Rohstoffe, die in diesen Dingern verschleudert wurden.

Stephen
 
In diesem Forum ist vermutlich nicht die geballte Fachwelt der Orgler vorhanden... Ich hatte aber mal die Ehre an so einem Ding herumzuspielen. Das war nix besonderes, nur, das Ding hatte ein echtes Leslie im unteren Gehäuse eingebaut. Da fehlte natürlich vornedran das echte Tonewheel mit seinem ganzen Schmutz, das Georgel war auch ganz clean, aber physisch direkt so ein Leslie zu hören ist schon definitiv cool. Man hat sogar ein bisschen den Luftzug gespürt wenn man den schnell geschaltet hat. Für Aufnahmen... das zu Mikrofonieren ist allerdings ein bisschen blöd, zumal das auch noch alles abgedeckt ist. Aber... hat schon was. Die ganzen anderen "Trompete, Piano" usw Sounds kann man natürlich in der Pfeife rauchen. Die Begleitautomatik ist vielleicht noch für bizarre LoFi-Freunde interessant.
Aber mittlerweile gibts ja auch Leute die geben wieder Geld aus für eine Stringmachine, da hat man den Quatsch quasi kostenlos.
 
Mein Stiefvater hat sich 1981 eine Technics U90 gekauft, die letzte Technics-Orgel mit rein analoger Klangerzeugung. Um die Vorfreude zu steigern, händigte ihm Herr Wagner ( Inhaber des "Orgelstudio Wagner") diese Schallplatte aus, eingespielt auf einem transportablen Modell der U90:


Wir haben das Trumm nach seinem Tod einem Enthusiasten gegen Abholung geschenkt.

Ich selbst bekam 1981 den Casio VL-1. Da-da-damit begann mein Irresein.


Klaus Decker, Inhaber von „Orgelstudio Diehr“ brachte mit jedem „Feuerwerk“ auf einer U90 selbst die „nur mal gucken“-Laufkundschaft zum Orgelkauf. Letztere mussten sich dann in der 2500 DM-Klasse dann allerdings mit Solina oder Kawai Einsteigermodellen zufrieden geben.
 
Die werden auch heute verschleudert, da fällt mir gleich ein populäres Beispiel in unserem Intressensfeld ein.

Wenn ich weiß, daß in bestimmten Orgeln bestimmter Hersteller ultraseltene Chips stecken, die ich zur Rettung anderer Kostbarkeiten heranziehen könnte, diese Orgeln aber in der Presse landen...

Das ist Verschwendung.

Bauteile zu verbauen, die man gar nicht bergen und einem sinnstiftenden Zweck zuführen kann, ist nicht nur Verschwendung, sondern Schwachsinn.

Es liegt an den Kunden, diese Haltung zu unterstützen oder eben nicht.

Stephen
 
Das war nix besonderes, nur, das Ding hatte ein echtes Leslie im unteren Gehäuse eingebaut.
Das scheint bei der hier gehandelten SX E22 L nicht der Fall zu sein. Im Service-Manual explodiert die Orgel ja, aber keine Trommel weit und breit. Das "scheint" habe ich in den Satz eingebaut, weil die SX E22 L anders aussieht als die Orgel hier im Thread.
 
Nicht nur das ist typisch für autodidaktische Dilettanten, sondern auch, daß sie ihre Ergüsse gnadenlos ins Internet stellen, bis der Serverspace qualmt.

Nicht jeder Autodidakt ist ein Dilettant und nicht jeder Gelehrte ist ein Meister seines Fachs.

Aber ja, im Grunde existiert zu viel Müll im öffentlichen Raum. Nur weil es nicht per Strafe verboten ist, in jedem öffentlichen Raum rein zu furzen, muss man es ja nicht gleich tun.
 
Nicht jeder Autodidakt ist ein Dilettant

Nein, aber die meisten.

Was ja okay ist, aber dann sollen sie sich selbst erfreuen und es dabei bewenden lassen.

und nicht jeder Gelehrte ist ein Meister seines Fachs.

Stimmt.

Das ist dann ein Experte.

Aber ja, im Grunde existiert zu viel Müll im öffentlichen Raum. Nur weil es nicht per Strafe verboten ist, in jedem öffentlichen Raum rein zu furzen, muss man es ja nicht gleich tun.

Ein bißchen Strafe wäre zuweilen mal hilfreich, so als erzieherische Maßnahme.

Stephen
 


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