Kondensatoren im Signalweg

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von DanReed, 22. Juni 2013.

  1. In HiFi-Foren kann man viel über Elkos lesen, die im Signalweg liegen, und den klangverbessernden Effekt, den man erreichen kann, wenn man sie durch spezialisierte Typen ersetzt.

    In Synthesizern, aber auch Hallgeräten, DAT-Recordern, USB-Soundkarten, Mischpulten, u.s.w. finde ich immer reichlich Elkos in den Signalwegen. Meistens mit Werten zwischen 2.2µ und 22µ, seltenener auch 0.47-1.5µ oder 47-100µ. Fast immer sind sie von der gleichen Baureihe und Firma wie die Sieb- und Stabilisierungskondensatoren im selben Gerät, i.d.R. mit +85°C spezifiziert.

    Falls etwas dran ist an den klangverbessernden Effekten, dann müßten wir doch eigentlich schon an der Klangquelle Hand anlegen, um das Beste zu erreichen?

    Hat jemand von Euch sich damit schon mal intensiver beschäftigt?

    Schon mal bestimmte Typen durch hochwertigere ersetzt und ein Aha-Erlebnis gehabt (nicht erst nach Halbierung der Kapazität durch Alterungseffekte, denn das das hörbar ist, darf erwartet werden)?

    Parallel zu einem Elko einen Folienkondensator geringerer Kapazität gelötet? Elkos durch Folienkondensatoren ersetzt?
     
  2. Hi Dan,

    schön, daß sich jemand der Ausnahme-Band theThe erinnert :)

    Kondensatoren im Signalweg stellen zusammen mit dem Ein- oder Ausgangswiderstand ein Hochpassfilter dar.
    Eine Änderung der Kapazität ändert natürlich die Grenzfrequenz, meist sind die Kapazitäten aber so groß gewählt, daß die Grenzfrequenz eh in den Subaudiobereich fällt, wo sie dann praktisch zur Unterdrückung von Gleichspannungsanteilen im Signal dient, von daher auch eher nicht hörbar, sondern vielleicht sichtbar (an der Auslenkung der Lautsprecher) wird. Viel Gleichspannungshub kostet Energie und kann Endstufen u.U. auch schnell ins Clipping bringen, von daher schon sinnvoll.

    Audiophilistiker empfehlen natürlich hochwertige Folienkondensatoren, bestenfalls noch bipolare Elkos, zwei Elkos gegensinnig in Reihe geschaltet gelten dann schon nicht mehr als audiophil, normale Elkos gehen gar nicht, bzw findet man nur in durchschnittlicher Konsumerware.

    Meine Erfahrung ist, daß, abgesehen von der Änderung der Grenzfrequenz bei kleinen Kondensatorwerten, praktisch kein Unterschied zu hören ist, wenn man *versucht* mit einer gewissen Neutralität und Objektivität die Klangunterschiede wahrzunehmen.
    Aber da es Objektivität nicht gibt im Audiobereich, da Klang erst nach passieren der "Filter" Psyche und Bewußtsein in unserem Kopf entsteht, muss man hier ganz klar sagen, daß für Leute, die ein Heidengeld für "Recapping" ausgeben, durchaus der psychoakustische Effekt (berechtigterweise) eine große Rolle spielt und diese Leute für sich dann auch eine Klangverbesserung verbuchen können.
    Dies ist nicht negativ im Sinne von "Einbildung" oder "Suggestion" gemeint, sondern verdeutlicht, daß unsere Psyche eben zu großen Teilen am Klangempfinden beteiligt ist, und dies auch dementsprechend gewürdigt und bewußt eingesetzt werden sollte. Das ist einfach ein riesen Potential, zu dem unsere Psyche fähig ist.
    Oder kurz gesagt: Jedem so, wie es ihm gefällt, womit er sich wohlfühlt und Musik am Ende so genießen kann, daß sie seine Seele berührt. Denn das ist der Sinn von Musik.

    herzlichen Gruß,
    Bernd


    P.S. Im Modularbereich spielt die Gleichspannungsunterdrückung eine größere Rolle, da damit eine Trennung von Steuerspannungs- und Audiosignalen erreicht wird, die in den wenigsten Fällen dort erwünscht ist.
     
  3. Also meinst Du, daß bei größeren Kondensatorwerten sehr wohl ein Unterschied zu hören ist?

    Und ab wann handelt es sich um größere Kondensatorwerte?
     
  4. Cyborg

    Cyborg aktiviert

    Sehr schön beschrieben, das gehört gerahmt und aufgehängt. (Im Ernst) :supi: :supi: :supi:
     

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