Raumakkustik - Aktionen und Resultate

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von muelb, 10. Mai 2014.

  1. muelb

    muelb wexelwirkend

    Hallo zusammen, ich habe grosse Vorfreude, meine LAP und ich kaufen uns ein Haus :D Natürlich werde ich dadurch auch einen neuen Raum erhalte um mein Studio darin aufzubauen. Ich sitze in meiner halben Freizeit vor der Kiste und mache was mir musikalisch Spass macht und in Zukunft werde ich dabei sogar noch eine schöne Aussicht geniessen können, was für mich sicher sehr inspirierend wird.

    Mir ist hundertprozentig bewuss, dass mein Raum so überhaupt nicht dem Optimum entspricht was die Akkustik anbelangt, ich werde dann auch mal ein paar Zeichnungen raufladen. Aber ich bin im Moment auch in einem nach der Akkustik-Theorie völlig unpraktischen Raum in einer Ecke untergebracht und damit sehr zufrieden. Ich habe mir mal ein Messmikro gekauft und ein paar Messungen gemacht, da mein Studio jedoch auch noch als Wohnraum benutzt wird, konnte ich nicht viel daran ändern und habe es einfach so akzeptiert und ich denke meine Ohren haben sich schnell daran gewöhnt.

    Um mir ein Bild machen zu können was in der Praxis bei Keller- oder Heimstudios alles so gemacht wurde, bitte ich Euch mir ein paar Bilder reinzustellen über Eure konkreten Massnahmen und was sie subjektiv (Ohr) und vielleicht auch objektiv (Messungen) gebracht haben.

    Ich habe absichtlich noch keine Bilder von meiner Raumsituation reingestellt, da ich im Moment keine Diskussion über meinen Raum anzetteln möchte, sondern zuerst Eure Lösungen betrachten und mir dann meine Gedanken machen.
     
  2. Ich bin hier seit über 10 Jahren in einen Raum, eigentlich das Wohnzimmer einer Wohnung, und schon seit Anfang an am optimieren, sowohl von der Nutzung/Platzangebot als auch akustisch. Größe: Irgendwas um die 15 m², Höhe 2,50 m, eine Wand läuft leicht schräg ausgerechned so, dass sich im Mittel ein quadratischer Grundriss ergibt. Genutzt wird der Raum neben "Abmischen" und elektronischer Musik auch für Gesangsaufnahmenund als Heimkino (7.1). Neben den üblich Flatterechos hat der Raum ein ernsthaftes 37Hz Problem, sprich das tiefe "D" auf der H-Saite beim 5-saitigen Ebass, für mich als Basser ein echtes Problem. Aber ab jetzt Stichpunktartig, sonst wird es zu lang:
    Abhörpositionen:
    1. Raummitte bis vorderes Drittel: Der Klassiker im Tonstudio, abgesehen davon, dass der Raum dann komplett belegt ist hatte ich ein massives Problem im Bassbereich, in der Raummitte Null Bass, die Gäste auf der "Produzentencouch" hatten Magenbluten. Zusätzlich Asymetrisches Klangbild wegen Fenster auf der rechten Seite.
    2. Blickrichtung zum Fenster (ist schon groß): Problematisch wegen Reflexionen von vorne, außerdem war der Raum immer noch komplett vollgestellt.
    3. Fenster im Rücken, direkt vor der Wand, aktuelle Position. Bin recht zufrieden, beste Symmetrie bislang, effektive Raumnutzung.
    Subwoofer:
    mindestens fünf Positionen durchprobiert, funktioniert einfach nicht für mich in diesem Raum. Der Sub ist jetzt nur noch beim Heimkino an, zum Mischen hab ich mir größere Boxen gegönnt.
    Akustikmaßnahmen, absteigend nach subjektiven Effekt.
    1. Deckensegel: insgesamt 4 m² Basotect 7 cm stark, verteilt auf U-Profile, dadurch nur vier Schraubenlöcher in der Decke.s. Bild
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    2.Auralex hinter den Monitoren, dazu noch verteilt (pseudo Schachbrett) Akustikschaum an den Wänden
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    3.Statt Ständer für die Boxen habe ich mir Hofa Basstraps geholt
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    4. Zwei Mittenabsorber je 1,20 x 1,20 m² mit Mineralwolle und Malerplastik, Selbstbau. Ersetzt zwei Polstersessel ;-)
    5. Ich hab mir ziemlich am Anfang zwei Helmholtzresonatoren für 37 Hz gebaut. Sie funktionieren (hab es mal ausgemessen), für einen echten Effekt bräuchte ich in dem Raum aber noch mehr (8 Stück?).
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    Alles in Allem bin ich recht zufrieden, der Bass ist zwar immer noch alles andere als gleichmäßig verteilt, aber ich kenn das Problem und an meiner Hörposition ist es jetzt auch dank Basstraps ganz ok, auf der Couch hinter mir geht es aber immer noch ab. Als nächstes würde ich noch mal gerne was mit Diffusoren testen. Wichtig ist, dass man die Höhen nicht überdämpft, ich denke da habe ich die Grenze jetzt erreicht. Positiv ist auch , dass ich immer noch Platz hab in dem Raum. Ich nutze ihn auch sonst recht gerne (lesen, Gäste, Musik hören, schlafen) weil er einfach eine angenehme Atmosphäre hat.
     
  3. muelb

    muelb wexelwirkend

    Danke vielmals,

    bei mir gibts zum Glück keine Produzentencouch und für mich ist primär die Akkustik an meinem Arbeitsplatz wichtig. Aber natürlich möchte man seine Musik vielleicht auch mal Freunden und Bekannten vorführen und da kommt das zum Tragen.

    Eine kleine Frage hätte ich dazu: Haben denn die Basstraps, die Du jetzt unter den Monitoren hast, einen Effekt wenn sie nicht in einer Ecke stehen?
     
  4. Echte Produzenten gibt es bei mir auch nicht, auf der Couch sitzen halt Bandkollegen & Gäste.
    In den Ecken bringen Basstraps für den Sound im gesamten Raum natürlich mehr. Bei meiner Aufstellung ist der Effekt an meinem Sitzplatz aber auch deutlich zu merken, die Dinger arbeiten ja Breitbandig. Der Bassbereich ist deulich aufgeräumter, tendenziell leiser. Auf der Couch merkt man wenig bis nix. Habe schon überlegt noch zwei anzuschaffen und hinter die Couch zu stellen, aber irgendwann ist die Bude halt vollgestellt.
     
  5. muelb

    muelb wexelwirkend

    Hat jemand von Euch schon Primitive Root Diffusoren gebaut und eingesetzt? Ich finde die Dinger ungemein hübsch und könnte mir gut vorstellen solche selbst zu bauen und in meinem Wohnbereich-Studio einzusetzen. Kann mir jemand sagen ob die richtig was bringen was diffusion anbelangt?
     
  6. Die Kommentatoren beim großen T sind voll des Lobes über die HoFA Diffussoren:
    https://www.thomann.de/de/hofa_diffusor.htm
    Ab welcher Fläche sich Selbstbau lohnt müsste man mal durchrechnen. Holz ist in der Regel ja auch nicht umsonst.
     
  7. In einem Wohnraum halte ich das für Unsinn. Stell eine Bücherregal rein, und fülle es mit Büchern. Der Diffusions und Dämmeffekt ist besser und ausserdem trägts zu Deiner Bildung bei ;-).
     
  8. muelb

    muelb wexelwirkend

    :lollo:

    Ich hab mich da vielleicht ein wenig falsch ausgedrückt, es wird ja nicht das Wohnzimmer, sondern schon ein Zimmer spezifisch fürs Musikmachen. Aber es ist halt im Wohnteil integriert und sollte auch nicht gerade mit den oberhässlichsten Akustikmassnahmen verschandelt werden. Aber es ist halt ein Projektstudio und nicht eine Regie oder ein Aufnahmeraum für Akkustische Instrumente.

    Was hast Du denn in Deinem Studio so gemacht Florian?
     
  9. Mein "Studio" ist ein normales, aber ziemlich vollgestelltes Zimmer. Ich hab keinerlei Akustik-Maßnahmen ergriffen, da ich zu 90% mit Kopfhörer arbeite/arbeiten muss. Allerdings ist der Raum akustisch recht günstig, da sehr unregelmäßig. An der Wand gegenüber den Boxen sind Regale und die Eingangstüre, und mitten im Raum (quasi am Wellbauch der 0,5xF-Längsresonanz) steht ein Sofa.
    Wenn ich wirklich mal länger über Boxen mischen sollte, dann zöge ich das Pult in Richtung Raum-Mitte (bei mir ist alles auf Rollen) und die Boxen kämen etwa einen Meter vor die Wand.
     

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