Natürlich kannst du das selber analog basteln: hier eine Anleitung für den geneigten Modularisten (um das Prinzip greifbar zu machen).
Wir brauchen 4 Oszillatoren die eine konstante Wellenform erzeugen (können auch gerne analog sein) die wir auf sinnnigen Tonhöhen stimmen. Das Ausgangssignal stopfen wir jetzt in ein Mutable Instruments Frames und programmieren diese so, daß die Wellenformen der Reihe nach von 1 auf 2, von 2 auf 3 etc. übergeblendet werden. Voila, wir haben eine Wavetableoszillator bei dem wir die 4 Wellenform in der "Table" vermittels der Frame CV am Frames durchfahren können. Wenn man die Wellenformen nicht paarweise exklusiv mischt kann man sogar Verktorsynthese a la Prophet VS damit simulieren (also nicht frei die 2 x,y CV sondern einen vorgegeben Pfad wie mit dem Vector Envelope durchfahren).
Die gleiche Idee funktioniert auch für jeden Synthesizer mit mindestens 2 Oszillatoren, die unterschiedliche Wellenformen produzieren können und bei dem sich das Mischbverhältnis des Oszillator-Mixers modulieren lässt. Dann hat man eine "Wavetable" mit 2 Einträgen. Das war in etwa auch Wolfgang Palms ursprüngliche Idee, dazu kam dann die Idee daß sich so auch Filterverläufe simulieren lassen. Filter sind ja so wahnsinnig wichtig, daher die vielen Filter im ppg 360 und DX-7.
Aber: das was wir am ppg Wave, MicroWave und VS so lieben, das furchtbare digiale Gebritzel und die schrecklich musikalischen (sub)Harmonischen werden fehlen. Die kommen nämlich von der technisch "fehlerhaften" im Sinne von "wir murksen das so zusammen daß unsere verfügbare Rechenleistung das überhaupt irgendwie packt" Umsetzung.
Woher ich das weis? Weil ichs ausprobiert habe, eine MW1, MW2 und einen VS besitze. Und nichts - inklusive meiner eigenen Bemühungen eine Vector Oszillator fürs Eurorack zu bauen und dabei alles "falsch" zu emulieren - kommt an diesen Sound ran. Weil man das heute in 16(nein, besser 24 oder gleich 32 Bit FP) und mindestens 96 kHz macht und nicht mehr mit einem Prozessor, der inzwischen nicht mal einen Toaster antreiben dürfte geschweige denn für die KI assistierte Steuerung des Röstgrades eine Weissbrotscheibe ausreichen würde.
Persönlicher Tip: statt immer neuer Klänge zu erforschen lohnt es sich (nachdem man das 40 Jahre lang gemacht hat) auch musikalische Zusammenhänge in Form von Harmonielehre aka Musiktheorie zu studieren. Dann wird der Sound weitgehend nebensächlich und man kann das ganze Geraffel wieder verkaufen. Falls jemand was davon haben mag . . . . ich geh jetzt Klavier spielen.
Nebenbei: die Quarz-Oszillatoren die den Takt für einen digitale Schaltung vorgeben sind immer Analog. Das macht die Klangerzeugung aber als solche nicht analog......