"Anfänger"frage: Wie komme ich dorthin, wo mein Kopf musikalisch herumschwirrt, wenn die etlichen Tutorials (scheinbar) nicht dazu passen?

Wenn ich versuche, was nachzubauen, kommt immer was ganz anderes dabei raus. Das ist gut, weil mich dann keiner des Plagiats bezichtigen kann und weil es dann auch was eigenes ist.
 
folgendes habe ich übrigens zur Verfügung: das eben erwähnte APC Key25, ein über Midi angeschlossenes Digital Piano, das erwähnte Push, ein Microfreak & ein Zoom MS 70 MCR
Finde ich für den Anfang schon viel Hardware. Aber gut. Am Anfang reichte für mich nur eine Midi Tastatur. Diesen Push würde ich erstmal nicht versuchen Melodien einzuspielen.


Angefangen habe ich mit Ableton 11 (Vollversion ohne VST PLUGINS), aber da ich dort einfach so gut wie nie die ansatzweise passenden Instrumente finde bin ich dann nach 2 Stunden gewohnter unproduktiver Suche (auch nach kostenlosen Packs/Plugins, die ich laden könnte) wieder zu Logic gewechselt.
Die fehlt anscheinend die Auswahl oder erstellten der Sounds. Das kommt mit der Zeit, wenn du deine Plugins/ Samples und Librarys besser kennst und etwas Erfahrung mit Sounddesign gemacht hast. Am Anfang hilft es schon, wenn du dir eine Workstation Plugin anlegst, wo du die Sounds nach Kategorien auswählst ohne lange zu suchen. Zum Beispiel so: am Anfang Drum oder Percussion, dann Lead Melodie und dann Bass. So hast erstmal eine Struktur ohne lange zu suchen. Wenn der Entwurf und das Arrangement fertig ist, kannst du die Sounds nach und nach austauschen.

Und mit den Grundfunktionen von der DAW erstmal vertraut machen damit du dir Basis hast.
 
Wenn ich versuche, was nachzubauen, kommt immer was ganz anderes dabei raus. Das ist gut, weil mich dann keiner des Plagiats bezichtigen kann und weil es dann auch was eigenes ist.
Für mich geht es beim Nachbauen gar nicht darum, was Eigenes zu machen, sondern möglichst genau zu verstehen, wie das Original funktioniert und was genau gespielt wird. Sonst könnte ich ja gleich was Eigenes machen. In der Regel mache ich das aber für Basslines, also Transkriptionen und versuche die dann auch möglichst genau so zu spielen, wie die Originale. Das schult vor allem das Hören und andereseits lernt man das 'Vokabular' der Musik. Man lernt, wie andere ihr Instrument spielen und aus den Phrasen, die bei mir hängenbleiben, setzt sich dann meine eigene musikalische Sprache zusammen - es ist wie beim Sprechenlernen.

Also, es sind wirklich super Tipps dabei und ich bin hochmotiviert jetzt vieles davon nach und nach umzusetzen und auszuprobieren (wobei ich fast gar nicht weiß wo ich anfangen soll bei der Vielzahl an Beiträgen).
Ich habe mich trotzdem einfach mal dafür entschieden mit dem Tipp, der zweimal erwähnt wurde, zu starten: dem Nachspielen... erscheint mir irgendwie sinnvoll, weil mir gefühlt jegliche Struktur fehlt.

Einen weiteren Tipp - es einfach zu halten habe ich auch versucht gleich miteinzubeziehen - und mich für das mir am simpelsten erscheinende Setting entschieden:

Ein APC Key25 und sofern ich mal die ganze Klaviatur brauche mein Digital-Piano.

(folgendes habe ich übrigens zur Verfügung: das eben erwähnte APC Key25, ein über Midi angeschlossenes Digital Piano, das erwähnte Push, ein Microfreak & ein Zoom MS 70 MCR).


Ich beschreibe einfach mal mein Vorgehen, vielleicht könnt ihr mir ja dann sagen, wie ich es besser machen kann:

Angefangen habe ich mit Ableton 11 (Vollversion ohne VST PLUGINS), aber da ich dort einfach so gut wie nie die ansatzweise passenden Instrumente finde bin ich dann nach 2 Stunden gewohnter unproduktiver Suche (auch nach kostenlosen Packs/Plugins, die ich laden könnte) wieder zu Logic gewechselt.

Erst habe ich probiert Vangelis Blade Runner Blues nachzuspielen, aber nachdem ich da sehr unproduktiv vorangekommen bin dachte ich dann ich suche mir lieber etwas noch einstiegs-freundlicheres - und habe mich für folgenden Ambient Track entschieden:

https://www.youtube.com/watch?v=Kl4ovDuUG7M&ab_channel=Astron-Topic


Der erschien mir ganz übersichtlich und gut zu analysieren -

wenn man jetzt einfach mal die 1. Minute anschaut:
Dann höre ich da folgendes (hab eben nochmal einiges korrigiert ;-))
einen 4/4 Takt
eine Melodie: c - d - e - f - c. => Instrument: Gitarre
im Hintergrund: e - f - e - c (finde da leider kein wirklich passendes Instrument, gesucht habe ich vor allem bei Pads)
und natürlich der Bass: beginnend bei Sekunde 40 mit: a - a - c - d - c -d - c - f - c

(Pausen hab ich weggelassen, ging mir jetzt nur mal um die Noten)

Anhang anzeigen 135867

Mehr hör ich eigentlich nicht - aber ich vermute mal, dass meine Analyse einiger Korrektur bedarf?

Wäre super nett wenn mal jemand einen Blick darauf werfen könnte, das ist nämlich auch so das was mich dann oft demotiviert: die Unsicherheit, ob das was ich tue auch nur ansatzweise Sinn ergibt oder totaler Quatsch ist...
Ich werde auch mal schauen ob ich eine passende Gruppe irgendwo finde, in Facebook bin ich leider nicht aktiv...

Bin auf jeden Fall sehr gespannt was ihr dazu sagt!

Sehr guter Ansatz! So weitermachen. Ich poste auch mal meine 'Lösung' :)

96 bpm. Das Stück besteht aus jeweils achttaktigen Akkordfolgen (C, Am, C, F, C, Dm, C, F) die sich das ganze Stück wiederholen. Die ersten 16 Takte spielen nur die Pads. Ab Takt 17 setzt die Gitarre ein, die aus einem Takt besteht, der immer wiederholt wird. Ebenfalls setzt der Bass ein, der eine achttaktige Figur (die Grundtöne) spielt, die zwei mal wiederholt wird. Ab Takt 33 ändert sich der Bass in eine abgewandelte Figur (Dm, F, Am, G, Dm, F, Am, G), die auch zwei mal wiederholt wird. Die Pads setzen da aus, bzw. ändert sich da was im Hintergrund. Hab ich mich jetzt nicht drum gekümmert. Ab Takt 49 hat die Gitarre 16 Takte Pause und es spielen nur die Pads und der Bass wieder die erste Figur. Ab Takt 65 setzt wieder für 32 Takte die Gitarre ein. Dann ist Schluß.

Im zweiten Teil ab Takt 49 gibt es ein paar kleine Variationen in den Pads, hauptsächlich Leittöne, die in die jeweils nächste Harmonie überleiten.

Panorama.png

Für solche Sachen lade ich mir das Stück in Logic, passe das Tempo an und mache mir dann Spuren für die jeweiligen Instrumente, die ich dann sequenze. Um bestimmte Instrumente freizustellen, benutze ich den Equalizer. Manchmal hilft auch, wenn man den Track um eine Oktave nach oben oder unten transponiert, wenn man zum Beispiel Bass raushören will. Wenn dann die Töne soweit stimmen, dann kann man mit dem Noteneditor Auszüge davon machen. Hier mal auf die Schnelle zusammengedengelt:

Bildschirmfoto 2022-04-09 um 11.47.39.png
 
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Eigentlich geht es darum, Hören zu lernen - Was höre ich da eigentlich? Zu dem Stück kann man ziemlich viel sagen und wissen. Zum Beispiel folgt das Lied absolut grundlegenden und einfachen Harmoniebögen. Deswegen ist es z.B. hifreich, Dur von Moll unterscheiden zu können und zu wissen, wie die Akkorde auf den unterschiedlichen Stufen heißen und funktionieren. In diesem Fall spielt sich alles diatonisch in C-Dur ab - ganz klassisch nach Lehrbuch. Toll für den Anfänger, nur weiße Tasten! Alle Akkorde sind aus den Tönen der C-Dur Tonleiter zusammengesetzt. C - Dm - Em - F - G - Am - Hø. Die kommen, bis auf Em und Hø, alle vor. Darum könnte man die Akkordfolge (Cord Progression) auch als Zahlen schreiben, entsprechend der Stufen: 1 - 6 - 1 - 4 - 1 - 2 - 1 - 4 bzw. 2 - 4 - 6 - 5. Wenn man das weiß und hören kann, dann ist es auch ganz einfach, so ein Stück zu verstehen - und 75% aller anderen Stücke ebenfalls! Weil das meiste genau auf diese Art funktioniert. Und wenn man das geübt hat, dann versteht man auch die Melodien viel besser, die man selbst im Kopf hat. Aber auch hier gilt, wie überall: Übung macht den Meister.
 
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so viel text... mich hat das alles was mit musik zu tun hat, die theorie, noten usw. nie gekümmert.

ich setze seit jeher alles auf intuition. (schon mal gesagt)
 
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so viel text... mich hat das alles was mit musik zu tun hat, die theorie, noten usw. nie gekümmert.

ich setze seit jeher alles auf intuition. (schon mal gesagt)
Du willst ja auch keine Emotionen mit Melodien ausdrücken, oder Stücke von anderen transkribieren. Oder wie machst Du das dann, rein intuitiv?

Edit: Ich finde es bemerkenswert, dass es kein Problem ist, sich intensiv und stundenlang mit Oszillatoren, Steuerspannungen, Hüllkurvengenratoren, Niederfrequenzoszillatoren, Samplefrequenzen, Wavetables, Bitraten, Modulationsmatritzen, MIDI-Protokollen, Computerprogrammen, Equalizern, Digital/Analogwandlern, De-essern, Phasern, usw., also im weitesten Sinne Elektro- und Digitaltechnik zu beschäftigen, aber bei einer simplen Tonleiter sofort dicht macht. Worum geht es eigentlich?
 
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