Anfänger vs. TR808 Snare Debugging

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von acik, 21. Januar 2014.

  1. acik

    acik Tach

    Hallo Community,

    ich habe mich seit Anfang des Jahres im Selberbasteln versucht. Habe ein bisschen Theorie gelesen und dann relativ schnell angefangen, mir eine TR 808 Snaredrum zusammenzustecken nach dem Vorbild von eric archer (http://ericarcher.net/devices/tr808-clone/) (Ich habe mich vorher auch an folgender SD versucht: http://www.stereoping.com/tr0815-clone/?lang=de, wenn man da allerdings die Mods weglässt landet man eh bei der von eric archer). Zukunftsziel ist es, die TR808 Sounds als Eurorack Module zu bauen (und dann irgendwann die 909 :) ) und entweder mit eigenem Sequenzer oder je nachdem was der Geldbeutel so hergibt anzusteuern.

    Der Schaltkreis befindet sich auf einem Breadboard,welches mit einem 12V Bleiakku versorgt ist. Trigger wird mit einem Gate Signal vom Modularen per MIDI Keyboard angesteuert (hab ja noch keinen Sequenzer), Out geht direkt in den VCA. Meine Module sind natürlich einwandfrei und blubbeln föhlich vor sich hin, wenn ich die SD nicht anschließe.

    Allerdings kommt nach mehreren Tagen selbständigem Debuggen noch immer kein Ton raus, nicht einmal ein falscher. Ich bin diese Anleitung durchgegangen:
    http://www.diystompboxes.com/pedals/debug.html

    Abgeglichen mit dem Schaltkreis habe ich mindestens schon zehn mal. Ground und Power hab ich mehrfach gecheckt. Die Widerstände sind alle korrekt, die Farbcodes kann ich mittlerweile auswendig, ebenso wie die Kondensatoren (fast alle, siehe Folgendes), die elkos sind alle richtig herum angeschlossen, manche haben höhere Voltwerte aber das ist ja nur die Spannungstoleranz, die kann ja ruhig höher sein. ICs (zwei tl072p wie vorgeschrieben, hab aber auch die Option auf OPA2134) und Transistoren (die, die eric archer benutzt, da es die originalen im laden nicht gab -> originale sind trotzdem bestellt) haben Saft, funktionieren und alles ist korrekt angeschlossen. Habe alles davon, wie es die Debugging anleitung vorschreibt, triple gecheckt (um ehrlich zu sein sogar mindestens fünf mal, bevor ich diesen Post hier verfasst hab)

    In meinem Schaltkreis sind 3 Teile anders als im Original. Und zwar habe ich C4 und C5 aufgrund eines Fehlkaufs mit 18n Kondensatoren bestückt. Die 6,8 sind geordert und werden bald eingesetzt. Allerdings kann das nicht der Fehler sein, denn soweit ich verstanden habe ist das ein Oszillator und die beiden Kondensatoren sorgen für die Tiefe des Grundtons. Mein OSC2 ist jetzt also tiefer als vorgeschrieben. Da ich den aber mit dem SDTone Poti ganz herausdrehen und nur den OCS1 benutzen kann, kann dort nicht der Fehler liegen. Weiterhin habe ich R6 durch einen 640Ohm Widerstand ersetzt, weil die mir im Laden gesagt haben, dass das kein Problem ist. Da fehlen jetzt also 40 Ohm, kann mir aber nicht vorstellen, dass es davon abhängt, ob es Sound gibt oder nicht. Auch hier müsste es für eine Änderung des Tons, nicht aber für vollständiges Verstummen, sorgen. Dieser Widerstand wird trotzem durch den vorgesehenen 680er ersetzt, sobald meine Reicheltbestellung da ist.

    Für mich hab ich das Problem auf zwei Möglichkeiten reduziert:
    1. Die Buchsen: http://www.reichelt.de/Klinkeneinbaubuc ... tnr=EBV+35
    ich habe ähnliche Buchsen bei Reichelt bestellt (meine sind beige, nicht schwarz, aber finde meine gerade nicht wieder. Vom Aufbau her aber genau gleich). Jetz meine Frage: Der Fuß, der seitlich rausragt, ist ja die Erdung. Auf der anderen Seite ist der Fuß, durch den letztendlich mein Signal kommt, sprich, der den "Tip" meines Kabels berühren muss. Der mittlere Fuß ist entsprechend "sleeve". Muss "sleeve" auch geerdet werden? Wenn Ground und Sleeve geerdet sind und Tip in meinen Schaltkreis führt, kommt jedenfalls kein Sound. Tip erden und Sleeve in den Schaltkreis einspeisen hab ich versucht, geht auch nicht.

    2. Die Erdung. Eigentlich eine blöde Frage, mir ist schon klar dass Erdung in einer DC Schaltung gleichbedeutend ist mit dem Minuspol. Ich verbinde also alle positiven Enden in der Schaltung mit dem Plusrail auf meinem Breadboard, alle negativen Enden und Erdungen mit dem Minusrail. Kann es sein, dass es dadurch, dass das Trigger Signal von außen kommt und das Audiosignal das Modul ja wieder in ein anderes Gerät mit anderer Erdung geht, irgendwie anders sein muss? Dass ich z.B. die Erdungs meines Breadboard Moduls an das Gehäuse meines Modularen anschließe? Das klingt irgendwie falsch, aber an solche Sachen denkt man als Anfänger, wenn nicht mehr viel als Fehlerquelle übrigbleibt.

    Ich wüsste sonst nicht, wo noch Fehlerquellen sein können.

    Ich würde mir massiv den Arsch (und andere Körperteile) abfreuen, wenn ihr mir helfen könnt. Was hab ich übersehen? Wo habe ich einen Fehler gemacht? Was sollte ich nochmal checken? Welche Infos braucht ihr, um mir weiter zu helfen? Ich weiß, Ferndiagnose ist bei sowas schwierig bis unmöglich, aber mit Sicherheit hab ich nen ganz dummen Fehler gemacht und ein kleiner Hinweis reicht.

    Bei Bedarf kann ich auch mal ein Foto vom Breadboard machen, aber wie gesagt: die Schaltung ist zu 99,9999% richtig.

    LG und danke schonmal

    acik
     
  2. Re: Anfänger vs. tr 808 snare debugging

    warum nicht einfach ein oszi nehmen und schauen ob und wo ein Signal ankommt.
    danach erst buchsen verwenden.

    den dritten pin (schalter) brauchst/solltest du nicht anschliessen
    Masse ist laut Schaltung an allen inputs/outs
     
  3. acik

    acik Tach

    Re: Anfänger vs. tr 808 snare debugging

    Hey LED-man,

    danke für die schnelle Antwort :)
    da ich totaler anfänger bin setze ich die fragerei mal fort.

    Kannst du das etwas genauer ausführen? Meinst du, ich soll die internen VCOs (also die an ic1) nochmal genauer messen, ohne etwas an Trigger/Accent anzuschließen? oder was meinst du mit "oszi nehmen"? Oszi einspeisen? dazu brauch ich ja wieder ne buchse.

    Sprich: der mittlere Fuß der Buchse führt ins nichts, der abstehende Pin ins Minus, der gegenüberliegende in den Schaltkreis? Oder von welchen Pins sprichst du?
     
  4. Re: Anfänger vs. tr 808 snare debugging

    "Oszi"=Oszilloskop

    Wenn man keine Ahnung hat, wohin welcher Anschluß einer Buchse führt, dann steckt man eine Kabel in die (nicht eingelötete) Buchse und misst mit dem Ohmmeter durch, welcher Anschluss der Buchse mit welchem Anschluss des Kabels verbunden ist.
     
  5. acik

    acik Tach

    Re: Anfänger vs. tr 808 snare debugging

    Hey,

    das mit der Buchse ist dann also klar, so wie ich gedacht habe stimmts.

    Oszilloskop hab ich leider nicht, nurn Multi.

    LG


    /edit: mir ist etwas aufgefallen. Im Laden hab ich für die sc945 transistoren bc547c bekommen. eric archer benutzt 546er, das datasheet gibt für mich da nicht so viel her, soweit ich verstehe sind die unterschiede auf die Maximalwerte beschränkt. Vielleicht sitzt da das Problem?


    /edit2: okay, die neuen transistoren sind schon da. hab alle ausgetauscht, immer noch kein sound. an denen lags also definitiv nicht.
     
  6. t2s

    t2s Tach

    Hallo, Du schreibst dass die Schaltung mit EINEM 12V Bleiakku versorgt wird. Kann es sein dass Du den negativen Ast überhaupt nicht an Strom hast? Dafür müsstest Du ja 2 12V-Akkus im Spiel haben. Oder etwa den Akku an +12V und -12V angeschlossen und die Masse schwebt? In beiden Fällen wird das Ergebnis nix Gutes sein....

    Nebenbei noch: Wenn dieser Akku einer aus Auto/Motorrad/Solaranwendungen ist: Das kann bei Kurzschlüssen ein heißer Ritt werden :cool:
    Und dann halte ich diese Schaltung angesichts ihrer Komplexität für recht problematisch auf einem Steckbrett. Für kleine Sachen mag das angehen, aber bei dem Umfang keinen Wackelkontakt drin zu haben ist erfahrungsgemäß recht unwahrscheinlich.
     
  7. acik

    acik Tach

    Hallo t2s,

    danke für deine Antwort. Aber die Anfängerfragen nehmen kein Ende :sad:

    Die Masse ist am -12V (vom gleichen akku, der mein plusrail versorgt). So, wie du das schreibst, ist das also falsch. Wohin dann mit der Masse? Hab nur einen Akku. Dauerlösung wird der allerdings nicht bleiben, s.u.

    :floet:

    Bin auch nicht besonders glücklich mit dieser Lösung.
    Ist es ratsam, das Breadboard direkt an mein Modularsystem anzuschließen? Also mit nem 10Pin Stecker und Flachbandkabel einfach "als modul" anstöpseln?

    Hmm. Also ich hab mich ja wie gesagt etwas reingelesen und überall wird geschrieben, man solle seine "Prototypen" erst auf nem Breadboard ausprobieren. Den Umfang find ich jetzt auch nicht soo krass verglichen mit z.b. Synthies oder Stepsequencern. Schwachstellen sind bei mir vor allem die Potis, aber alles andere hält auch bombenfest.
    Direkt auf ein Perfboard löten halte ich für mich als Anfänger für nicht so klug. Aber kann die Bedenken wegen der möglichen Wackelkontakte auch verstehen. Lass ich mir nochmal durch den Kopf gehen, sobald das Akkuproblem gelöst ist und das als einzige Fehlerquelle bleibt :)

    LG

    Acik
     
  8. Feedback

    Feedback Individueller Benutzer

    Diese Schaltung hat also +12V, -12V und dan nnatürlich auch Masse? Dann reicht ein Akku nicht. Was ich in Deinen Fall machen würde (und so teste ich Euro-Module die diese Spannungen benötigen):
    - Nimm 2 9V-Batterien.
    - Verbinde einmal + der einen mit - der anderen Batterie (einmal!!!).
    - Jetz hast Du noch 3 Anschlüsse: einen Pluspol, einen Minuspol und die beiden verbunden Pole sind die Masse (dazwischen).
    Damit sollte es dann klappen.

    Und btw: gerade zur DIY-808-SD gab's hier im Forum schon mal einen Thread. Keine Ahnungwas seinerzeit das Ergebnis war, abe ich würde den mal suchen und notfalls die Autoren direkt anschreiben. Vielleicht ist das Problem ja das gleiche... :nihao:
     
  9. t2s

    t2s Tach

    Also Acik, da haben wir es doch, du brauchst ZWEI 12V Quellen. Bleiben wir mal bei Akkus: Du verbindest den Pluspol von einem Akku mit dem Minuspol vom anderen Akku, diese Stelle bildet dann Masse (Gnd), von hier aus geht es an die im Schaltplan mit GND bezeichneten Stellen. Das verbliebene PLUS - Ende des einen Akkus verbindest Du mit dem +15V - Anschluß Deiner Schaltung, das verbliebene MINUS - Ende des anderen Akkus mit dem -15V - Anschluß Deiner Schaltung. Dann darfst Du erstmals mit einem Ausgangssignal rechnen. Dann ist immer noch die Frage ob die für +/- 15V dimensionierte Schaltung mit +/- 12V vernünftig läuft, i.d.R. sollte es gehen.

    Und dringend Empfehlung: Das Ganze erst aus dem Modularsystem versorgen wenn es läuft. Dies betrifft das 10/16-polige Kabel, Deine Schaltung aus dem Modularsystem heraus zu triggern kann man riskieren. Viel Erfolg und berichte mal weiter wie`s läuft...
     
  10. acik

    acik Tach

    Hey,

    das geht ja schnell hier mit der Hilfe. Super, danke :)

    Das mit den -12V hätte mir eigentlich klar sein müssen, jetzt wo ihr das schreibt komm ich mir sehr dumm vor :selfhammer:

    da ich zufällig gerade im laden war, hab ich den 12v akku mal eben besorgt. angeschlossen ist es jetzt so, wie ihr gesagt habt.

    Sound kommt jetzt auch, aber offensichlich stimmt da was mit meiner Noise-sektion nicht. Es Klackt, aber rauscht nicht und ich kann mit dem Tune hin- und herschalten zwischen den beiden OSC's, was auch irgendwie ganz geil ist schonmal :)
    Aber Snap- und Noisepoti tun noch nix, das guck ich mir gleich mal näher an. Wenn ichs nicht hinkriege komm ich wieder :)

    Aber erst einmal DANKE für die schnelle, kompetente und geduldige Hilfestellung hier. So nervt man als Anfänger doch gerne wieder :mrgreen:

    LG

    Acik


    /edit: nach kurzem Vergnügen und Suche nach dem Fehler wieder fast nichts. Ich höre nur noch das Klicken des Triggersignals.
     

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