Anfängerfragen: MIDI-Verkabelung für Live-Set

Dieses Thema im Forum "Bühne" wurde erstellt von ikonoklast, 21. Juni 2012.

  1. Moin!

    So langsam wird mein "Micro-T.O.N.T.O." ;-) fertig und ich muss das ganze Sammelsurium aus Synthesizern mal zusammenbauen.

    Es sind ca. 6-8 Hardware-Synths, 1 einfaches Drumpad (DD11),4-5 Controller, 1 PC mit Ableton/Cubase und zahlreichen VST.

    Wie schalte ich das denn MIDI-mäßig am sinnvollsten zusammen?
    Ideal wäre natürlich wenn man ein MIDI-interface mit ner programmierbaren Matrix hätte und je nach konkretem Geräte-Setup einfach umschalten könnte, bei möglichst freier Zuordnung aller Kanäle.

    Ich habe ein MOTU Midi Express 128 rumliegen, aber das ist AFAIK nicht dafür geeignet.

    Was benötige ich um so ein Setup midimäßig zu verwirklichen?

    Servus,
    Alex
     
  2. mink99

    mink99 aktiviert

    Wieviele von Deinen Geräten werden denn vom PC gesteuert ?

    Wenn Du das nicht alles vom PV aus Steuern kannst, häng ein MODI-OX dazwischen, dann tuts das MOTU richtig gut ....

    Mink
     

  3. Genau DAS hätte ich gerne möglichst flexibel. Also umschalten der Patches/Sounds über die DAW, aber spielen gegebenenfalls über nen Controller.
    Also beispielsweise nen Patch auf dem Radias über Cubase auswählen, aber über nen AXON 1000 MKII/Gitarre spielen.

    Das MOTU für die generelle Connection, das MIDI-OX für die Matrix?

    Servus,
    Alex
     
  4. mink99

    mink99 aktiviert

    Das war die Idee,

    Aber ist nicht sooo trivial, weil Cubase nicht wirklich flexibel ist mit den Midi-Outputs.

    Cubase hat bei Instrumentenkanälen immer zwei Midi-geräte angebunden: den Eingang (einen oder mehrere Controller) und den Ausgang (Ein Gerät)

    Du hast also eine feste Zuordnung von (aus Cubase-Sicht) Midi-Ausgängen zu den Midi-Ins der Synths.
    Das gleiche gilt für die internen VSTs, ausser wenn die keinen Input brauchen, und voll sequenziert laufen.

    Also sind Deine 6-8 Synths fest mit den Ausgängen des Motu zu verkabeln.
    Die Controller und das Pad sind entweder USB oder auch Midi, diese hängen bei USB direkt am PC und bei MIDI an den Eingängen des MOTU.

    Wenn Du Dir für jede Konfiguration jetzt einen Cubase-Song erstellst,
    baust Du dir jeweils einen Midi-Kanal im Cubase mit einer spezifischen Kombination von Input und Output und stellst alle auf Aufnahme.
    Die Program-Changes (auch Automatisierbar) macht Cubase dann für die Synths.

    Also so:

    input --------------- output

    Song 1

    Contr 1 Synth 1 Patch 1 Midi Kanal 1
    Contr 2 Synth 2 Patch 7 Midi Kanal 1
    Contr 3 Synth 3 Patch 1 Midi Kanal 1
    Contr 4 (DD11) Synth 3 Patch 4 Midi Kanal 10 Drums
    Contr 5 VST 1 Patch 29 Midi Kanal 1

    Song 2:

    Contr 1 Synth 1 Patch 19 Midi Kanal 1
    Contr 3 Synth 3 Patch 33 Midi Kanal 1
    Contr 4 (DD11) Synth 3 Patch 21 Midi Kanal 10 Drums
    Contr 5 VST 7 Patch 81 Midi Kanal 1

    Song 3: (Ballade !)

    Contr 1 Synth 2 Patch 11 Midi Kanal 1 (Piano!)

    Eine Erweiterung sind Multitimbrale Synths. Nutzt du sowas ?
    Eine Ausnahme sind Controller, die keine Instrumente steuern, sondern Cubase selber. Hast du sowas ? Faderboxen oder Transport-Controller wie Korg Nanocontrol ?


    Dann gibzts noch ne zweite Antwort, morgen früh....

    Gut Nacht

    Mink
     
  5. Erstmal: Vielen vielen Dank für die Erläuterungen!

    Allerdings ist mir - in dem von Dir beschriebenen Setup - die Rolle des erwähnten Midi-Ox noch unklar.

    Ja.

    Ja. Die Behringer BCF/BCR und für Ableton den Akai APC 40.

    Und wenn das Teil schon lieferbar wäre, dann wäre noch ein MAX49 an Bord.

    Eventuell schraube ich noch Nanokontrols auf meine Gitarre.

    PS:
    Unter den Hardware- Midi-Patchbays, welche wäre denn empfehlenswert?
    Eventuell eine die man per Rechner konfigurieren kann, mit grafischem Mapping?

    Servus,
    Alex
     
  6. mink99

    mink99 aktiviert

    Das OX brauchste so erstma nicht....

    Wichtig ist erstmal die Frage, laufen Cubase und Ableton gleichzeitig oder abwechselnd ?

    Fall 1: Gleichzeitig

    Die Behringer BCF/BCR werden im Cubase unter "Benutzeroberflächen" eingebunden.
    Du koppelst Cubase und Ableton über Rewire, und konfigurierst Cubase so, dass es 8 (Stereo-) Kanäle von Ableton (im Slave-Modus) empfängt. diese tauchen dann auch im Cubase-Mixer auf und sind somit vom BCF fernsteuerbar.
    Anders kannst Du sowieso Cubase & Ableton nicht synchron laufen lassen. Dann kann aber Ableton nicht mehr von der APC40 ferngesteuert werden.

    Fall 2: Abwechselnd

    Dann musst Du in Ableton genau das selbe abbilden, was Du in Cubase auch machst. Wichtig ist: Es darf immer nur 1 Anwendung laufen, dh. Cubase beenden, Ableton starten, Musik, Ableton beenden, Cubase starten. Da Cubase sich gerne beim Beenden aufhängt, und das ganze sowieso ewig dauert -- wir sind live --, nicht empfehlenswert.

    Thema Hardware:

    Die grossen Motus haben eine Midi-Patchbay (MIDI Express XT) also Ein-und Ausgänge lassen sich beliebig verknüpfen. Das Problem ist hier, dass die Software hierbei verwirrt wird. Wenn Cubase einen Port nicht findet, löscht es schonmal alle (!) Voreinstellungen. (https://www.steinberg.net/forum/viewtop ... =28&t=5969) (https://www.steinberg.net/forum/viewtop ... =28&t=4287) Damit kannst Du das Konzert dann vergessen...

    Empfehlung:

    Vergiss Cubase wenn Du live spielst.... Ableton ist dafür gemacht ....

    Vergiss das VST-Zeug, wenn Du live spielst (die Intrumente, nicht die Effekte) mach Dir vorher Loops draus und feuer die in Ableton....

    Und jetzt kommen wir wieder zu MIDI-OX oder nem teuren Motu:

    Die Zuordnung Input (Keyboard - Pads) zu den echten Instrumenten (siehe Liste in 1. Mail) macht man im OX oder Motu, nur die fest zugeordneten (BCF) hängen dauerhaft am Ableton.
    Auch das Umschalten der FX - Presets kann man im OX machen (sofern diese MIDI haben)

    Live ist immer kniffelig, man ist nervös, Sachen funktionieren nicht, der Kopfhörer ist kaputt, die PA sch..e, der Mitmusiker ist besoffen / zugedröhnt etc... Deshalb kein Risiko eingehen. Nur die Software, die nicht läuft, stürzt nicht ab. Nur das Gerät, das man nicht mit hat, geht auf der Bühne nicht kaputt. Also, weniger ist mehr.

    Gruss Mink

    Deshalb benutzen viele Profis Mainstage (von Apple) für genau dieses Routing Midi - Audi - Controller - Presetverwaltung , das gibbz aber nur für Mac.
     
  7. Nuja, auf dem Quadcore mit Win7 64Bit geht das eigentlich fix. Aber wahrscheinlich ändert sich das wenn die Projekte immer fetter werden ;-)
    Danke für den Hinweis.

    Aaaargh ... ich seh schon, es wird nicht einfach.

    Das ist doch mal ne klare Ansage. Danke.


    Geht nicht. Ich hab zb. den AAS String Studio - ich träume seit Jahren davon, den über meine Gitarre zu spielen. Das MUSS gehen.
    Notfalls muss ein zweiter Rechner her. Notfalls.

    Da hast du wohl recht. Ich hab mir oft überlegt "hättste damals nen Fantom gekauft ..." . Aber ich erfülle mir grad nen Traum den ich jetzt 35 Jahre lang geträumt habe. Und da kommen halt ne Handvoll Synthies drin vor ;-)
    Dass das ganze Setup gegenüber einem Fantom extrem unpraktisch ist, ist mir klar. Aber: No Risk, no Fun!

    hat das Motu Midi Express XT sowas?

    Nochmals: tausend Dank für Deine Hilfe.

    Servus,
    Alex
     
  8. mink99

    mink99 aktiviert

    Hoi,

    Die Gitarre hab ich übersehen, verdammt ....

    Ersetz das "vergiss VSTi" durch "reduzier die VSTi auf das nötigste", das AAS kann auch ins Ableton eingebunden werden....

    Das MIDI Express XT hat (nach Aktenlage) Presets, auch ohne Rechner abrufbar. Diese sind aber nur für das Routing da. Program Changes und Controller - Daten sind da nicht möglich. Das kann wiederum OX.
    Ich glaube aber, mit Ableton kann man trixen, dass das relativ einfach geht, kriegst Info, werd ich erst mal ausprobieren....

    Gruss Mink

    PS

    Hab ich mir wohl Frekarten für Deinen Gig verdient ... :) wenns nicht zu weit weg ist....
     
  9. mink99

    mink99 aktiviert

    Der Trick funktioniert, Wie gut kennst Du Ableton ?

    Mink

    Ich frage deshalb, wenn Du Ableton gut kennst, brauchts 5 Sätze, das zu erklären. Wenn nicht, 30 minuten Skype, oder 500 Sätze....
     
  10. Oh ... leider stehe ich bei Ableton erst am Anfang :sad:

    Aber holla ... sooo kompliziert?

    Versuchs doch erstmal mit den 5 Sätzen. Vielleicht komm ich ja klar damit. Und vielleicht hilfts auch dem einen oder andern im Forum ...

    Servus,
    Alex
     
  11. Na logesch!

    Was ist denn für dich "nicht zu weit"?

    BZW: Ich könnte das Teil ja zum Forumstreffen in Bonn mitbringen (falls es im Herbst wieder stattfindet).
    Es ist eine vielleicht auch für andere interessante Lösung, basierend auf einem Schlagzeugrack, mit dessen Hilfe ich die Instrumente und Controller wie in einem Cockpit anordnen kann (daher auch spaßhalber "Micro-T.O.N.T.O."), aber halt transportabel.

    Servus,
    Alex
     
  12. ...ähem? - das Motu 128 am Rechner ist doch im Zusammenhang mit Live superflexibel...

    ...in Live konfiguriert kannst Du jeden Eingang und jeden Ausgang einzeln hin- und her-routen...und hast jeweils acht Ein- und Ausgänge, was die Zuverlässigkeit und das Timing des MIDI-Datenflusses dramatisch erhöht...

    ...zeitweise hatte ich zwei Motu 128 gleichzeitig am Rechner und die Ein- und Ausgänge lustig durcheinandergeroutet...
     
  13. mink99

    mink99 aktiviert

    OK 5 Sätze (ungefähr):

    Du installierst im Ableton alle vorhandenen Midi - Geräte, sei es USB oder Motu
    Wenn Du eine Kombination Controller - Synth oder Controller - VST in einem Song brauchst, legst Du einen Midi-Track dafür an, mit MIDI-From : der Controller und MIDI-To : das Ausgabegerät. Bei Zwei Eingabegeräten zu einer Ausgabe gibt das halt zwei Tracks. Über Midi-Learn legst Du von jedem dieser Kanäle das Monitoring auf einen Controller, ich hab von meinem MKP-Mini die Pads genommen, ist aber egal, auch ein Mikro-Keyboard oder was auch immer tuts hier, wenn es Taster hat. Diese Taster schaltet das Monitoring des Tracks um, wenn es auf "in" steht, ist die Verbindung zwischen Controller und Output hergestellt, bei "auto" und "off" nicht.

    Nähmen wir an, Du nimmst ein Korg-Billig Pad Controller. Auf jedem Pad hast du nun ein Instrument und die Eingabe dafür:

    Pad 1: Gitarre an AAS
    Pad 2: DD1 an D2 - Drumkit
    ....

    das Coole ist, einzelne Clips können in den Tracks vorhanden sein, und werden ebenfalls, wenn ausgewählt, abgespielt. Diese Clips können Automationsdaten, spezifisch für den jeweiligen Synt enthalten, also auch Program Changes....
    Du kannst also mit den Clips die Programme der jeweiligen Geräte umschalten.


    gruss

    Mink

    PS meine Frage war nicht respektlos gemeint.


    completely agree
     
  14. Ahhh... geil. Ich denke ich hab das verstanden.

    hab ich auch nicht so verstanden. Sorry wenn das falsch rüberkam. Das "aber holla" sollte eher ein Erschrecken vor der Komplexität bezeichnen. Sorry.

    Tausend Dank!

    ich hab jetzt zum ersten mal ne halbwegs klare Vorstellung wie das alles funktionieren könnte.

    Wegen der Konzertfreikarten ... wo wohnst du denn?
    falls ich jemals in der Gegend spiele ...

    Servus,
    Alex
     
  15. mink99

    mink99 aktiviert

    Zürich oder Siegen ....
     
  16. Yikes ... ich bin mittendrin ...

    Servus,
    Alex
     
  17. mink99

    mink99 aktiviert

  18. ... mit nem ordentlichen schlenker nach rechts, wollt ich noch sagen :floet:

    Zwischen Nürnberg und Bamberg.

    Aber mein letzter Auftritt war in Essen.

    Servus,
    Alex
     

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