Boss BX-16 zu rauschig

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Feinstrom, 13. Juni 2013.

  1. Hi,

    ich habe testweise einen alten, aber gut erhaltenen Boss BX-16 bekommen.
    Der ist exakt das, was ich für mein Live-Setup brauche - schön klein, Zweiband-EQ (reicht), zwei Aux-Wege, Phones und Tape Output, fertig (die Alternative wäre ein Mackie 1604 VLZ pro, aber der ist mir eigentlich viel zu groß und zu schwer).

    Aber leider rauscht der BX-16 mehr, als mir lieb wäre.
    Gibt es da irgendwelche Möglichkeiten, das Rauschen in den Griff zu bekommen?
    Live müsste ich ja sowieso mit DI-Boxen hantieren, aber die werden gegen das Grundrauschen auch nichts ausrichten, oder?

    Irgendwelche Bauteile, die altershalber mal erneuert werden sollten?
    Irgendwelche Bauteile, für die es bessere Alternativen gäbe?
    Das kann ruhig etwas Geld kosten, ein kleiner und leichter Mixer wäre mir das wert.

    Oder gibt es vielleicht etwas vergleichbar Kleines, aber qualitativ Höherwertiges mit 16 (oder mehr) Kanälen? Das wäre dann auch interessant.
    Mikrofonkanäle brauch ich nicht, aber auch keinen 19"-Mixer, sondern unbedingt Desktop.

    Ich wäre für jegliche Hilfe sehr dankbar!

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  2. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Boss BX-16 war mein erster Mixer, habe den immer noch... Ich fand das Rauschen über den Phones-Out übel, auch an hochohmigen Kopfhörern.
    Den Line-Out fand ich aber recht OK. Gemessen habe ich die Übertragungsqualität aber nie.

    Ich mag mich erinnern, dass ich mal mit einem Tausch der OP-Amps geliebäugelt hatte, ich glaube ich hatte das Teil damals während des Studiums offen und mit einem Elektrotechnik-Studenten angesehen, der hat selber Amps und so einen Kram designed und gebaut. Er hatte dann aber abgeraten. Was genau der Grund war, mag ich aber beim besten Willen nicht mehr erinnern. Das war so Anfang der 90er :)

    ACA nutzt einen für die Jams, soweit ich weiss.
     
  3. ACA

    ACA engagiert

    Ja, hatte mal einen für eine Session eingesetzt. Habe ihn aber verkauft, eben wegen dem Rauschen. Für eine Jamsession ginge das Grundrauschen ja noch, er hatte mir jedoch dafür zuwenig Kanäle.

    Speziell einen Tipp für einen Mixer habe ich dir leider nicht.
     
  4. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Yamaha MG Reihe oder Behringer SX Reihe fallen mir da noch ein, aber so klein wie der Boxx BX-16 sind die nicht...
     
  5. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Das einzig Sinnvolle, was man mit einem BX-16 machen kann, ist, einen Phaser dahinterzuhängen. Das Teil war schon vor 20 Jahren so schlecht, daß ich dafür keinen Banküberfall riskieren wollte.

    Da ist selbst mein Behringer 1622 rauschärmer.

    Stephen
     
  6. Danke euch allen!
    Vielleicht fällt ja noch jemandem etwas ein (wo genau kommt das Rauschen eigentlich her?); ich frag auch nochmal anderweitig rum.
    Dass der Kopfhörerausgang besonders heftig rauscht, war mir auch aufgefallen, damit komm ich aber klar. Bloß der Main Out sollte schon etwas ruhiger sein.
    Ein kleines (Stompbox), aber (besonders bei langen Attack/Release-Zeiten effizientes) Stereo-Noisegate wäre auch ein möglicher erster Schritt.

    Aber eigentlich arbeite ich live sowieso ständig mit den Mixerkanälen. Im Grunde spricht nichts dagegen, jeweils mit dem ersten Instrument, das ich hochfahre, auch den Master mit hochzufahren.
    Dieser kleine Mixer ist einfach zu perfekt für mich, als dass ich mich von einem bisschen Rauschen ins Bockshorn jagen lassen sollte.

    Und in letzter Konsequenz: Äh, Stephen, kennst du einen Phaser mit Stereo-Eingang :D ?

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  7. Jörg

    Jörg |

    MAM Phaze 2 :mrgreen:
     
  8. Danke!
    Ich muss das dann wohl in meine Performance mit einbauen...

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  9. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Billige Opamps und billige Fader und Slider. Das Ding war damals billig -- Behringer gab´s in dem Maße noch nicht, und Mackie war dreimal so teuer --, und irgendwo mußte der Preis ja herkommen. Der Alvarez hatte damals mehrere von diesen Dingern, und ich fand, daß selbst ein schauderhafter Studiomaster- oder H&H-Mischer noch besser klang.

    Mutron Biphase ist schick, oder Roland PH-830. Die Analogphasersimulation im Korg AM8000R klingt ebenfalls sehr gut :). Ansonsten: Alesis Bitrman.

    Stephen
     
  10. Tragen die Slider mit zum Rauschen bei?
    Die OP-Amps kann man doch austauschen, oder? Fragt sich bloß, wogegen...

    Das soll ja auch nicht mein Haupt-Studiomischer werden, bloß für ab und zu mal live...

    Bitrman und Faze hab ich ja, das probier ich tatsächlich mal aus. Die anderen sind mir zu groß und zu teuer.

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  11. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Es sind wohl M5220L - Dual Low Noise Op Amp drinnen, gemäss Datenblatt mit 83 dB s/n Ratio.
    Info via Vintageplanet und http://www.alldatasheet.com/datasheet-p ... 5220L.html

    83 dB ist natürlich nicht so der Hit und das ist nur ein Op-Amp. Werde es wohl mal messen müssen. Berichte dann :)

    Billig war das Teil verglichen mit heute nicht wirklich. Ich habe meinen als Student Ende der 80er gebraucht für DM 1600 gekauft, wenn ich es recht erinnere.
    Aber klein ist er, auf jeden Fall.
     
  12. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Ja, aber gemessen an dem, was man damals bekam, war der BX-16 billig und das einzige Gerät in einer Preisklasse, die für mich realistisch war -- Behringer gab´s damals noch nicht im Mixer-Sektor. Aber die Handhabung und der Klang waren für mich dermaßen abtörnend... instinktiv wußte ich, daß der nichts taugt :). Habe dann gewartet, bis ich Geld für einen Soundtracs T-Serie Mischer hatte. Das war dann gleich ein ganz anderes Kaliber.

    Man kann das Ding sicherlich aufrüsten, aber wofür? Mit dem Tauschen der Opamps ist es nicht getan, da muß der Rest der Schaltung entsprechend angepaßt werden. Für das Geld kauft man sich besser einen kleinen Mackie, Behringer, A&H oder dergleichen. Vor allem, wenn die dokumentierten und womöglich genialen und inspirierten Resultate für eine Veröffentlichung herhalten sollen -- von meinen ehemaligen Mitmusikern kenne ich solche Scheißmischer, die immer dann, wenn´s spannend wurde, den Geist aufgaben, knisterten, rauschten oder sonstwie abkackten. Das hat so manche gute Aufnahme ruiniert.

    You get what you pay for.

    Stephen
     
  13. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Habe mein BX-16 nun mal grob gemessen. Tascam US-122MKII und RightMark Audio Analyzer 5.5 bei 24-bit und 44.1 kHz.

    Kanal 1/2 links/rechts Gain minimum
    Noise level, dBA -89.1
    Dynamik range, dBA 89.0

    alle Kanäle paarweise links/rechts Gain minimum (Messinput auf 1/2, restliche Kanäle offen, Channel-Fader auf Normal Markierung)
    Noise level, dBA -85.8
    Dynamik range, dBA 81.1

    alle Kanäle paarweise links/rechts Gain maximum plus FX Return Max (Messinput auf 1/2, restliche Kanäle offen, Channel-Fader auf Normal Markierung)
    Noise level, dBA -85.1
    Dynamik range, dBA 81.8

    Also S/N besser als 85 dB
     
  14. Danke euch allen!

    Nach ein paar intensiven Tests habe ich den BX-16 für nicht brauchbar erklärt (für meine Zwecke). Der kleine Tapco Mix100, den ich testweise danebengestellt hatte, klang um Längen besser und rauschte viel weniger (von den Phones-Outputs rede ich mal gar nicht).
    Wenn ich also 16 Kanäle in guter Qualität brauche, komm ich wohl nicht drumrum, einen 1604 mit mir rumzuschlüren...
    Und das mach ich jetzt auch.

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  15. microbug

    microbug |||

    Entrauschen durch Tauschen der OPAmps hab ich mal bei meinem Kawai-Rackmischer probiert und es schließlich aufgegeben. Wenns was Kompaktes sein soll, dann mal nach einem der Spirit Folios von Soundcraft schauen. Da gabs auch mal die Si-Version, die ist rein Stereo (so einen such ich selbst noch) und den Gemischten, SX.

    Ansonsten einen der neuen Behringers aus der Xenyx-Q(X)-Serie neu kaufen, zB das QX1622 USB oder Q1222 USB. Oder den RX1602 Rackmischer, da rauscht nix.
     
  16. Dann war das wohl die richtige Entscheidung.
    Mit dem Mackie 1604 VLZ Pro hab ich glaub ich einen soliden Mixer gekauft, wenn auch einen etwas unhandlichen - aber das sieht bei den anderen Vorschlägen genauso aus.
    Der RX-1602 kommt aus vielen Gründen nicht in Frage (19", nur stereo, keine EQs, keine zwei Auxwege), den hatte ich schon mal für zu Hause.

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  17. microbug

    microbug |||

    VLZ Pro ist eine sehr gute Wahl, weil alte Serie und made in USA.

    Das mit dem RX1602 kann ich durchaus verstehen, hab den auch wieder abgegeben, weil ich lieber was mit Fadern haben will.
     
  18. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Das unterschreibe ich -- und ein "Pro" braucht es noch nicht einmal zu sein, der normale "VLZ" tut es auch.

    16 Kanäle, vier Subgruppen, sechs Auxwege, vier Stereo-Aux-Returns, wirklich anständiger Sound im Vergleich zu Behringers konzeptionell sehr gut durchdachtem MX2642A -- was will man mehr? Das Teil paßt auch noch in einen Koffer, der Rotopod ist praktisch, die Verarbeitung ist so solide, daß meine beiden VLZ nach fast 20 Jahren bis auf Knistern in den Drehpotis noch prima funktionieren.

    Natürlich ist das kein Neve, API, Cadac, Harrison, Calrec, SSL... ja, ja.

    Stephen
     
  19. Danke für die aufmunternden und bestätigenden Worte!

    Aber halt auch kein Spielzeug, und zum Mitschneiden meiner Gigs mit dem Zoom Q3HD allemal gut genug.

    Ich werde dann auch mal den Soundvergleich mit meinem Behringer MX3242X machen und eventuell Konsequenzen ziehen.

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  20. microbug

    microbug |||

    Wie gesagt: Die alten USA-Mackies kann man auch heute noch sehr gut einsetzen, ein Mackie aus den aktuellen Serien würde ich nicht kaufen, sondern eher Behringer nehmen (nur Xenyx Q/QX), die haben inzwischen deutlich zugelegt. Der Technikaustausch mit den zugekauften Herstellern Midas und Klark Teknik macht sich da einfach bemerkbar.

    Ich überlege gerade selbst, mir statt der Suche nach einem Spirit Folio Si auch einen neuen kleinen Behringer zuzulegen.
     
  21. citric acid

    citric acid eingearbeitet

    also den bx habe ich auch....leider habe ich mein netzteil verlohren und nun stehe ich da....das ding gibt es nicht mehr.... das pult klingt richtig super. nur die fader neigen zu verschmutzen und da ist vecht pflegen pflegen angesagt. ich hoffe ja täglich ein netzteil dafür zu finden.


    hat ja so krumme werte +-21.5v .....
     
  22. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Im Vergleich zu...?

    Stephen
     
  23. citric acid

    citric acid eingearbeitet

    soll ich jetzt alle billig pulte aufzählen ? :waaas:

    Also es rauscht , aber das ist ok. Ich finde grade die Bass wiedergabe richtig gut.
    Habe das Pult als live Pult genutzt und bin da richtig gut mit gefahren.

    Auch wegen der Grösse und dem Gewicht.
     
  24. Bert schrieb da viewtopic.php?f=14&t=120989&p=1422961&e=1422961...:
    Der Mixer rauscht, weil er 1.) mit nicht gerade besonders rauscharmen OpAmps (M5218L) arbeitet. Und 2.) wird er Kohleschichtwiderstände benutzen, die auch mehr rauschen als Metallfilm.
    Eine Modifikation ist eh kaum sinnvoll, aber selbst, wenn man sich den Aufwand antun will, ist sie kaum möglich, da die M5218L die Bauform SIL haben (8 Pins in einer Reihe), und taugliche Ersatz-ICs nur als DIL verfügbar sind (zwei Reihen zu 4 Pins).

    Zumindest bei den Auxwegen könntest Du einfach eine Höhenabsenkung reinmachen, denn im Hall oder Delay sind üblicherweise Frequenzen oberhalb 5kHz nicht so wichtig. Da kann man sich schon was sparen.
     
  25. Danke für die Hinweise!
    Ich werde das trotz offensichtlicher Zwecklosigkeit mal an meinen Techniker weitergeben, vielleicht fällt dem ja irgendwas ein.

    Mit "Höhenabsenkung in den Auxwegen" meinst du etwas Externes (Denoiser) oder eine interne Modifikation?

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  26. Extern ist ja quatsch, Du willst es ja als kompakte Gerät für Live. Da ist ein externer EQ kontraproduktiv.

    Nee, ich würde einfach einen passiven Tiefpass hinter SummierungsOpAmps der Auxwege setzen. Vielleicht genügt es auch auch den Kondensator im Feedbackweg des SummierungsOpAmps größer zu machen.
     
  27. Danke dir herzlich!
    Richtig, extern wäre nicht sehr zielführend.

    Was du schriebst, sagt mir zwar auf Anhieb nicht viel, das muss es aber auch nicht - ich geb's an berufene Ohren weiter, und mein Leib-und-Magen-Techniker wird dann schon wissen, was gemeint ist.

    Schöne Grüße,
    Bert
     
  28. Lauflicht

    Lauflicht x0x forever

    So ein Mackie 1202VLZ4 ist doch eigentlich ein Optimum an Größe und Features für unterwegs und auch bezahlbar. Ist kleiner als das Boss BX16 und hat effektiv fast genauso viele Kanäle. Aber rauscht sicherlich sehr viel weniger. ;-)
     
  29. Häääähh?? Ein 1202 hat effektiv 8 Kanäle.
     
  30. Lauflicht

    Lauflicht x0x forever

    Nun, zähle ich die 4 Stereos als jeweils 2, d.h. 2x4, und das Tape In als noch mal 2, dann wäre ich schon bei 14. Kann man so zählen sofern Stereo-Klangerzeuger angeschlossen werden, z.B. moderne Stereo-Synth oder Main Out von einer Drummaschine. Beide Mischer haben 2 Aux mit 2x Stereo Return. Das Mackie hat dazu noch 4 Inserts, die zähle ich aber nicht getrennt, könnten aber zusätzlich noch Effekte am Aux freimachen, was der Boss nicht kann. :)
     

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