mc4 schrieb:
ppg360 schrieb:
Die einzige Schwierigkeit, die ich sehe, ist die Hardwareseite, denn um den CM-4 haptisch genauso umzusetzen, braucht es die dicken Taster, die vielen Knöpfe und dieses riesige Gehäuse.
Stephen
Sehr interessantes Thema!
Seh ich das richtig: Das Gerät hat pro Zelle(Spalte/Reihe) einen Regler+Schalter?
Leider ist das einzig verfügbare Bild zu klein, ein besseres Bild vom Frontpanel wäre für mich sehr inspirierend.
Was würde man da heute als 'dicke Taster' einsetzen?
Richtig, Du hast pro Schritt ein Drehpoti für die Tonhöhenbestimmung, dazu einen Taster (mit interner LED), mit dem Du diverse Funktionen ausführen kannst. Die Taster im CM-4 waren wohl dieselben, die seinerzeit auch von Dr. Böhm für die Digidrum bzw. die großen Orchester 3003-Orgelmodelle verwendet wurden. Ob es noch genau diese Taster gibt, weiß ich nicht, aber da gibt es sicherlich ähnlich nette Modelle.
Bei der Umsetzung eines Clones würde ich allerdings die Potis *über* den Tastern anordnen; das finde ich irgendwie logischer.
Was mich an der "Ein Taster / ein Poti pro Schritt"-Philosophie reizt, ist, daß man die Taster softwaremäßig verschiedenen Funktionen zuordnen könnte, also "normale" Sequenzermodi wie Pause, Überspringen oder Begrenzung der Schrittzahl oder, auf einer komplexeren Ebene, z. B. als "Margins", um zu sagen "Zwischen diesen beiden Punkten kreist die Sequenz nach dem Muster vorwärts, rückwärts, vorwärts-rückwärts, zufällig, einwärts/auswärts pendelnd oder mit ständig um den Faktor +1(-1 verschobenen Startpunkt", und ich habe dabei weiterhin Zugriff auf die einzelnen Schritte und kann sie nach Lust und Laune aktivieren. Die Margins kann ich in Echtzeit durch gleichzeitiges Drücken zweier Taster verschieben, sodaß der Sequenzer nicht als statisch vor sich hintickelndes Etwas fungiert, sondern als ein interaktiv nutzbares Musikinstrument zu verwenden wäre. Viele moderne Möchtegernstepsequencer können sicherlich sowas, aber aufgrund des Kompromisses bei der Preisgestaltung sind die Funktionen auf der Hardwareseite eben *nicht* so unmittelbar erreichbar. Und diese Unmittelbarkeit unterscheidet ein Musikinstrument von einem Spielzeug.
Die Potis könnte man auch softwaremäßig abfragen, sodaß sie sich in verschiedenen Auflösungen (ein/zwei/vier Oktaven etc.) rastern ließen und zusätzlich verschiedene Skalen schon vorab eingestellt und abgerufen werden könnten. Die Werte werden digital als MIDI-Note und analog als CV/Gate rausgeschickt. Um den Faden weiterzuspinnen, könnte man die eine Reihe zur Rhythmisierung der anderen nutzen, sie parallel oder seriell laufen lassen etc. etc.
Auf der Clockebene könnte man z. B. eine Masterclock per MIDI einspeisen und in diverse Subclocks aufteilen, die mit anderen Teilerverhältnissen laufen, welche man individuell einzelnen oder mehreren Spannungsregistern zuordnen kann, sodaß sich komplexe Polyrhythmen generieren lassen, die aber stets synchron zur Haupttaktung laufen. Die MIDI-Clock ließe sich gleich auf dem Weg auch in DIN-Sync und analoge Clocks umwandeln. Das wären Funktionen, die man sehr schön über ein großes Display menümäßig erreichen und editieren könnte.
Ein größeres Bild vom CM-4 gibt´s hier:
http://www.emportal.info/viewtopic.php? ... h&start=15
Mal ganz nüchtern betrachtet: Wie hoch würden die reinen Materialkosten ausfallen, wenn man sowas bauen wollte? Ein 8HE/10HE-Rackmodul als Basis sollte man ja so bekommen, die Herstellung der Frontplatte bei Schaeffer dürfte am teuersten sein, ebenso die Hardwaretaster und -potis. Liege ich mit ca. 1.250 Euro richtig? Dann sollte man doch so ein Gerät in Kleinserie für 2.500 bis 3.000 Euro unter´s Volk bringen können... wenn sich jemand bereit erklärte, die Software zu programmieren und die erforderlichen Schaltungen zu konzipieren. Wenn man weiß, was man tun muß, ist das sicherlich eine Fleißaufgabe, aber kein Hexenwerk. Vor allem bei der Software kann man sich heute noch Bugs erlauben, denn was erfordert es heute, ein OS auszutauschen, und was war das damals für eine Aktion?
Irgendwer? Nö? Schade...
Gruß,
Stephen.