FFC Piano Technik, Fitness für die Finger

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von Jockel, 12. April 2012.

  1. Jockel

    Jockel -

    Gute Spieltechnik ist hier ja eher nicht angesagt und so uninteressant, dass es nicht einmal einen Bereich für praktisches Musizieren gibt.
    Das es ja die Klaviertastatur als Controller betrifft, sei es hier mal erwähnt: http://www.edition49.de/pdf/katalog/09038-00.pdf
    Habe ich selbst noch nicht ausprobiert, denke aber, dass damit durchaus eine Verbesserung der Spieltechnik und Genauigkeit möglich sein sollte.
    In eine ähnliche Richtung geht ja auch ein Buch von PPV.
    Macht hier zufällig jemand etwas in dieser Richtung täglich und kann evtl. über Erfolge berichten oder zumindest sagen, ob es sich lohnt?
     
  2. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Such dir lieber ein Stück, was du gerne spielen möchtest und üb daran. Da hast du wahrscheinlich mehr davon. Der Clou dabei ist ja immer, dass man seine Übezeit nicht damit vergeudet Takte zu üben, die man bereits beherrscht, sondern geziehlt Probleme ausmerzt. Von Czerny gibt es außerdem sehr schöne Klavieretüden!
     
  3. VEB_soundengine

    VEB_soundengine recht aktiv

    ich nutze den HANON .. das ist so eine uralte-drillschule. aus der zeit wo man vom klavierlehrer noch eine gescheuert bekommen hat, wenns schief war :phat:
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

  5. Jockel

    Jockel -

    Hanon sagt mir jetzt überhaupt nichts, aber im Grunde stehe ich schon auf Drill und Training :sm:.

    Von Czerny Krentzlin habe ich in meinen Noten tatsächlich einen mittelschweren Band gefunden und da sind ganz interessante Übungen zu unterschiedlichen "Problemen" drin.
    Werde ich mir mal vornehmen. Ich hatte fast 10 Jahre klassischen Klavierunterrricht. Derzeit habe ich nur das Gefühl, dass ich alleine mit Spielen meine Spieltechnik und Genauigkeit nicht verbessere - nun kam mir halt die Idee, gezielt zu trainieren. Nur das reine "Runternudeln" von irgendwelchen Tonleitern oder Skalen bringt ja auch nicht viel - die Ursache ist ja wesentlich komplexer. Danke auf jedem Fall für eure Antworten.

    Für diese synthesiagame Geschichte bin ich als Technikverweigerer (kein Handy, kein Smartphone, kein Tablet-PC, Facebook etc. sowieso nicht) einfach zu alt, erinnert mich irgendwie an Leuchttasten-Keyboards - ist, glaub ich, nichts für mich.

    Noch was gefunden von Hal Leonard: https://www.thomann.de/de/hal_leonard_piano_aerobics.htm. Was es nicht alles gibt.
     
  6. Jockel

    Jockel -

    Bitte an Moogulator: nach "Musik" verschieben, wäre das möglich? Da gehört es vielleicht am ehesten hin ...
     
  7. Die in Hanon enthaltenen Permutationen von Fingerabfolgen sind allesamt auch in den 2-stimmigen Inventionen von J.S.Bach enthalten. Also warum nicht gleich diese üben? Dann übt man nämlich zusätzlich auch noch richtige Musik die nach etwas klingt und kompositorisch ausgefuchst ist, und lernt ebenfalls beide Hände gleichwertig zu gebrauchen.
    Ohnehin sollte es möglichst vermieden werden, Technik und Musik zu trennen. Das einzige was ich daher diesbezüglich empfehlen kann ist das erste Kapitel der "Grundbegriffe der Klaviertechnik" von Alfred Cortot. Da werden mathematisch alle Kombinationen von Stützfingern und spielenden Fingern in wenigen Übungen durchgearbeitet. Super um z.B. nach längerer Abstinenz die Finger schnellstmöglich wieder fit zu bekommen.
     
  8. Dem stimme ich eigentlich zu,nur sind Inventionen Von Bach nicht gerade Anfängerstücke.
    Daher würde für diese Anfänger ich vorher noch die Hefte von Wesley Schaum empfehlen,die haben mich immer motivieren können.
    Besonders zur Vorbereitung auf moderne Popmusik die Rhytm and Blues Serie 1-3,vereinfachte Barock-und Klassikwerke wie z.Bsp.,Best of Bach, schon auf Level 1,gibt es aber ebenso für die Werke anderer berühmter Komponisten.
     
  9. Jockel

    Jockel -

    Generell scheint die Meinung ja zu sein, dass Etüden im weitesten Sinne mehr bringen als stures "Trainieren".

    Als Trainingswerkes scheinen für mich interessant - geordnet nach gefühltem Schwierigskeitsgrad:
    "Grundbegriffe der Klaviertechnik" (Alfred Cortot) - dem FFC sehr ähnlich, aber damit auch dediziertes Training und nicht Verbesserung der Spieltechnik durch das Spielen von Stücken - eher für den Anfang
    Wesley Schaum im weitesten Sinne - noch nie gehört, werde ich mir aber mal ansehen
    Czerny (gezielt Etüdeln)
    Hanon (quäl dich du Sau!)
    "Inventionen und Sinfonien" J.S. Bach - recht anspruchsvoll, aber machbar - vielleicht noch nichts für den Anfang

    Ein 10-Minuten dauerndes tägliches Fitnessprogramm wird aber wohl mehrstündiges Üben nicht ersetzen könne und hat scheinbar eher Alibifunktion.
    Vielen, vielen Dank für die hilfreichen Antworten.
     
  10. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Vielleicht findest du in nem Antiquariat auch das Büchlein "Psychologie des Klavierspiels". Es wurde glaube ich zwischen den beiden Kriegen geschrieben und ist daher leider total untergegangen. Der Autor war ein begnadeter Klavierlehrer, der Ausgiebig die Ursachen von Fehlern diskutiert. Mir hat das Buch geholfen meine Übezeit wesentlich effektiver zu gestalten. Alleine herauszufinden, wo die Ursache für einen Fehler ist, genügt häufig schon um den Fehler ganz einfach auszumerzen.
     
  11. Jockel

    Jockel -

    Warst du das, der mal eine Weile als Klavierlehrer tätig war? Hatte auch mal überlegt, einfach mal wieder für ne gewisse Zeit Unterricht zu nehmen, bin mir aber nicht sicher, ob mich das tatsächlich weiterbringen würde - die Zeit ist da, aber das Geld nicht, und einmal im Monat oder so, bringt ja auch nichts. Ein Problem ist sicher, dass die Finger mir irgendwie nicht so folgen, wie ich mir das vorstelle - d.h. ein Beüben der Koordination wäre generell wahrscheinlich hilfreich. Ein weiteres Feld ist die Spielgenauigkeit in Verbindung mit Geschwindigkeit und beim Springen. Das ist aber wahrscheinlich so ziemlich alles, was an Problemen da sein kann. Nach dem Buch "Psychologie des Klavierspiels" werde ich mal gezielt Ausschau halten. Die neumodernen Übungstechniken wärmen ja in der Regel nur Altbewährtes auf (siehe FFC und Cortot) und verkaufen es dann marketingstrategisch geschickt als die neue Wunderwaffe gegen Probleme (der Vergleich mit Abnehmen und Schlankheitsmitteln liegt da nicht fern). Wahrscheinlich ist es aber auch hilfreich, sich mal eine Zeit lang wirklich nur um das Musikmachen mit dem Klavier zu kümmern und den Elektronikballast (Synths) über Bord zu werfen (natürlich nicht wirklich, sondern eher mal einzumotten).
     
  12. psicolor

    psicolor Busfahrer und Bademeister

    Klar, ein persönlicher Klavierlehrer is unersetzlich! Vielleicht findest du in der nächsten Stadt einen Musikstudenten, der dir individuell günstigen Unterricht machen kann. Alle 3 Monate mal eine Unterrichtsstunde kannst du dir sicher leisten und es is gut angelegtes Geld! Nimm dir doch einfach mal eine einzelne Stunde. Mehr wie 75 Euro wird das selbst bei teuren Profs nicht kosten und dann weist du wenigstens, obs dir was gebracht hat oder nicht.

    Oh doch! Es sei denn du willst in Zukunft deinen Lebensunterhalt als klassischer Profi-Pianist verdienen. Kann ich aber nur abraten von, das macht nur sehr wenigen Leuten wirklich Spass und die Konkurrenz is brutal! Nur noch Vollprofis auf den Bühnen...

    Wenn deine Motorik funktioniert, würde ich weiterhin von Fingerübungen abraten. Wenn du ganz allgemein zB deine Spielgenauigkeit bei Sprüngen durch Übungen verbessern willst, hast du eine (mMn sinnlose) Lebensaufgabe. Sinnvoller ist es, ein Stück einzustudieren, bei dem ein kniffliger Sprung auftaucht und dann genau diesen Sprung zu üben mit dem Ziel, das Stück vortragen zu können. Wenn es dann soweit ist, dass du den einen Sprung geziehlt übst, solltest du immer gleichzeitig im musikalischen Kontext denken, damit es dann eben auch im musikalischen Kontext klappt und nicht nur in einer Übungssituation. So kannst du zwar explizit nur diese einzigen Sprung, dafür werden dir in Zukunft aber auch änhnliche Sprünge in ähnlichen musikalischen Kontexten leichter fallen. Wenn du hingegen stupide und mechanisch verschiedene Sprünge ohne musikalischen Kontext übst, werden dir ähnliche Sprünge in Zukunft nur leichter fallen, wenn sie stupide, mechanisch und ohne musikalischen Kontext auftauchen.

    Hab grad mal in der intergalagtischen Bücherhalle geschaut, das Büchlein heist tatsächlich "Zur Psychologie der Klaviertechnik" und wurde 1927 von Willy Bardas geschrieben. Sind nur ein paar, aber dafür sehr gute Seiten!
     
  13. Jazzer

    Jazzer -

    Das Stimmt die Fitness der Finger ist nicht alles.
    Mein Bruder hatte auch vor Solopianist zu studieren und hat 3 Std mindestens am Tag gespielt. Aber ehrlich gesagt brauch man nicht nur die Übung sondern auch das Talent! Bei uns in der Musikhochschule sind krasse Pianisten,.. Es ist nicht jedermans sache,..
     

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