Fostex 3180 Federhall Berührungsempfindlichkeit Problem

Dieses Thema im Forum "Reparatur, Pflege, Modifikation" wurde erstellt von sodawasser, 19. Juni 2016.

  1. Hallo beisammen,

    mein kürzlich erworbenes Fostex Stereo Federhall 3180 zeigt folgendes Phänomen: Beide Kanäle haben einen deutlich unterschiedlichen Output in Bezug auf die Wiedergabe kleinster Feder-Vibrationen nach mechanischen Impulsen. Kanal A scheint immer offen zu sein, gibt minimalste Berührungen des Gehäuses (oder gar des Tisches auf dem das Gerät steht wieder), während Kanal B erst öffnet wenn ich richtig fest dagegenschlage. (Bei Audio-Signalzuführung reagieren beide gleich stark, kein Unterscheid)
    Haben Federhallgeräte im Signalweg Noisegates geschalten, die im Falle meines Fostex offensichtlich unterschiedlich reagieren?
    Was sonst könnte das beschriebene Phänomen erklären?

    Anbei das Blockdiagram, darin ist für mich kein Noise Gate erkennbar...

    Bin froh um jede Idee!

    Gruß,
    Claude
     

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  2. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Anbei der Schaltplan, durch Vergleich von Messungen zwischen Kanal 1 und 2 solltest Du einen Defekt recht leicht finden können. Ein erster Tipp könnte in Richtung Elkos gehen.
     

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  3. Hallo Swissdoc,

    erst mal vielen Dank für den Schaltplan! Jetzt hilfst du mir schon zum zweiten mal in kurzer Zeit.

    Habe in der zwischenzeit bei DIY.stompboxes folgendes zur Schaltung des 3180 gefunden:
    "You will note that it also includes a single NE570/571 compander chip used as two compressor sections (i.e., no re-expansion) as "boing-protection"

    Könnte dieser Compander für das angesprochene Gaten zuständig sein? (in deinem Schaltplan wird der Kompander U2 genannt, ist direkt verbunden mit den beiden BDD Chips MN3007, im Schaltplan U103/ U203 genannt)

    Welche Elkos/ (oder andere Bauteile) würdest du mir in diesem Fall zur prioritären Überprüfung empfehlen ?

    Danke + Gruß,
    Claude
     
  4. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Der NE571 ist U1, U2 (ein MN3101) ist die Clock für die beiden BBD U103/U203 (MN3007). U1 liegt ja im Eingang und Du beschreibts es als Problem beim Ausgang, wenn die Federn mechnisch angeregt werden.
    Prüfen? Alles, was nach der Feder kommt, also vom Stecker J2 weg in die Op-Amps, dort dann die Elkos C121, C123, C124, C125, C126, C127 und C128 sowie deren 200er Brüder.

    Es gibt ja pro Kanal 2 Ausgänge (normal und invertiert für Pseudo-Stero), mal beide miteinander vergleichen.

    Checke auch mal die Reverb Potis, evtl. ganz dumm einfach etwas mechanisches/Kontaktprobleme...
     
  5. Stimmt, der Kompander U1 ist am Eingang... Können Elkos und OP-Amps im Signalweg nach der Feder also auch Gate-ähnliche Wirkungen erzielen, bzw. nicht mehr, wenn sie defekt sind? Interessant.
    Dann werde ich mal deinen Rat befolgen und die von dir genannten Komponenten und Regler überprüfen und mich dann freilich wieder melden.
    Danke nochmal,
    Claude
     
  6. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Ne, das sieht nach ein normalen Puffer/Verstärkerstufen aus. Elkos sind einfach die Bausteinen, die altern. Der Rest geht oder geht nicht. Was ist mit dem Poti und den beiden Wegen? Wie zeigt sich der Fehler bei normaler Nutzung?

    Beim TAM hatte Dir dann ja noch jemand geholfen, wenn ich das recht erinnere. Was hast Du inzwischen an Messgeräten da? Ein Scope wäre sicher hilfreich.
     
  7. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Sind die Federn in den Halltanks mit dämpfenden Schaumgummielementen versehen, und wenn ja: Sind diese Elemente noch vorhanden und in einwandfreiem Zustand, also kein zerkrümeltes Schaumgummi, sodaß die Federn sehr leicht in Schwingung gebracht werden können?

    Stephen
     
  8. Hallo Swissdoc und Stephen,

    kurioserweise habe ich gerade bei erneuter Überprüfung festgestellen können, dass der Unterschied/ Defekt nicht mehr auftritt! Der besagte Kanal ist nicht mehr permanent "offen", er weist nun die gleiche (Berührungsunempfindliche) Charakteristika wie der andere auf. Und ich kann mir nicht erklären, warum das so ist - ich habe mir das Phänomen sicher nicht eingebildet, vielleicht Wackler/ kalte Lötstelle an einem Bauteil?
    Vielleicht hat auch einfach euer Engagement das Gerät zur Räson gebracht ;-)
    Auf jeden Fall vielen Dank für die Hilfe. Sollte das Problem wieder auftreten werde ich versuchen die Fehlerquelle endgültig zu lokalisieren und dann davon berichten.
    Gruß,
    Claude

    @Stephen. Gute Idee mit den Dämpfergummies, die sind aber noch gut intakt.
     
  9. swissdoc

    swissdoc back on duty

    Vermutlich dann Kontaktprobleme oder unklarer Übergangswiderstand in den Potis, das kann zu so "Noisegate"-Effekten führen.
    Aber: If it ain't broke, don't fix it!
     
  10. das denke ich mir auch. :supi: