Grundlegende Frage zur Tonlänge im Rahmen der Klangerzeugung

geo909

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Hallo, mich plagt eine grundlegende Verständnisfrage der synthetischen Klangerzeugung. Warum auf einem Synthesizer einige Töne so lange spielen bis ich die Taste loslasse, und andere schon früher aufhören obwohl die Taste noch nicht losgelassen wurde. Will sagen, es scheint so, als wenn gewisse Töne (Patches) eine feste Länge haben und andere nicht. Woran liegt das? Hat man hier Sustain oder Decay in der Kurve absichtlich ausgelassen? Frage zielt natürlich darauf ab, wenn ich ein Patch gefunden habe das mir gefällt, ich es gerne in die Richtung verändern würde, dass es so lange spielt, wie ein Notensignal anliegt. Die Frage bezieht konkret sich auf Digitale Synthesizer wie mein jüngst eingetroffener JV-90. THX
 

Cyclotron

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Ja, das kann daran liegen, dass das eine Hüllkurve Sound komplett ausblendet. Das gilt sowohl für Lautstärke als ggf. auch für Filterfrequenz (wenn ein Filter ganz zu ist, kommt auch nix mehr durch).

Dann kommt bei samplebasierten Geräten wie dem JV90 noch hinzu, dass manche Samples keine Loop haben und / oder das Klangverläufe komplett mitgesampled wurden und dadurch unverändebar eingerechnet sind. Das gilt aber eher für diverse Drum- und Effektsamples.
 

Horn

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Klugscheißmodus: Es heißt "Tondauer" nicht "Tonlänge".

Die oben stehende Erklärung sagt im Prinzip schon alles: Zur Verdeutlichung noch einmal: Wenn Du möchtest, dass der Ton während des gesamten Drucks der Taste gleich laut ist, musst Du Attack und Decay der Hüllkurven ganz auf Null regeln und Sustain auf den entsprechenden Lautstärkewert, der gewünscht ist. Release bestimmt, wie lange der Ton nach Loslassen der Taste ausklingt.

Um das Verhalten einer Orgel zu imitieren, stellt man Attack, Decay und Release auf Null und dreht nur Sustain auf.
Möchte man das Verhalten eines Klaviers, so stellt man Attack, Sustain und Release auf Null und dreht nur Decay auf.
Das Verhalten einer Geige erhält man mit einem mittleren Attackwert, vollem Sustain und kurzem Release.

Usw.
 

stuartm

musicus otiosus
"einige Töne so lange spielen bis ich die Taste loslasse" --> Sustain deutlich über Null
"andere schon früher aufhören obwohl die Taste noch nicht losgelassen wurde" --> Sustain auf Null, du horst nur die Attack/Decay-Phase.

Wichtig: Attack, Decay und Release sind Zeiten, Sustain ist ein Level:
 

tom f

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Und nicht vergessen das eventuell 2 oder sogar mehr Hüllenkurven involviert sind.

Ein langes release am VCA hört man ja nicht wenn die Filterhüllenkurve gar keines hat und eventeull ganz runter geht.


EDIT: ach ja - steht ja schon oben.
 
Zuletzt bearbeitet:

geo909

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Danke soweit. Muss ich mal suchen, wo ich die mittlen Hüllkurvenparameter einstelle. Auf die Schnelle lassen sich nämlich nur Attack und Release per Direktschalter einstellen. Ein Patch im JV-90 hieß übrigens 'SuspendTrump' - 1993 wohlgemerkt ;-)
 

einseinsnull

ich weiß eh alles besser.
der durchschnittliche midi synth benutzt das "sustain" im regelfall immer und nur so, dass die note auf diesem sustain level gehalten wird bis die tante note-off vorbeikommt.

woran das liegen kann, dass das im einzelfall nicht so ist, kann dir aus der ferne niemand beantworten.

u.a. könnte z.b. auch ganz einfach das sustain auf 0 stehen.

ich persönlich mag solche klassischen ADSR implementationen garnicht und programmiere meine hüllkurven anders.
 

geo909

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Ein Blick ins Handbuch hilft auch manchmal :)
Env-Mode Envelope mode no-sus/sus
This parameter determines how the Rhythm Tone will be sounded. When NO - SUS is selected, the time between the sustain level (L3) and the key - off will be ignored, and the decay will begin immediately. This means that the sound will always end after the same length of time (T1+T2+T3+T4). When SUS is selected, the sustain level will be maintained until key - off. This allows you to use key - off to mute the Rhythm Tone.


Dummerweise hat der Synthi diese Funktion nicht im Patch-Modus sondern nur im Rhythm-Modus :sad: Mit dem VE-GS1 Erweiterungs-Board ist es möglich die Hüllkurve nach klassischen ADSR-Prinzip zu definieren. Aber das gilt offenbar nur für die GS1-eigenen Sounds. Habe bisher kein Weg gefunden die anderen Patches mit der ausführlichen Hüllkurvenmodulation des GS1-Moduls zu versehen. Sonst kann man nur etwas über den Release gegensteuern. Oder kann man den Prozessor des GS1 und seine speziellen Funktionen auch für andere Patches nutzen? Die 160 Seiten vom Handbuch hab ich noch nicht ansatzweise durch. Was ich durch hab ist die Erkenntnis, dass die Hüllkurvenmodulation nur am Gerät selbst erfolgen kann wenn ich den MIDI-Chart richtig lese.
 


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