Grundlegendes. Norm der Pegel...

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Britzel!, 28. Juli 2007.

  1. Britzel!

    Britzel! Tach

    Sers :)

    Durch bissl Löterei und Schaltung ausfuchsen in letzter Zeit (hab dazu eh hier eine Frage sgestellt wo) bin ich auf die Bastellust gekommen.

    Sich einen eigenen kleinen synth zusammenbauen is sicher eine geniale Sache. Logisch nicht einfach und ein morts Projekt.

    Ich will mir mal ein wenig einen Überblick verschaffen, und mir dann überlegen, ob ich mir sowas dann (in primitifstform) zutraue.

    Als erstes hätten mich mal so die standartpegel interessiert. Wieviel Volt Spitze sind üblich aus einem Analogausgang eines Synths?
    Wieviel Strom fliesst im normalfall? Alles schön Leistungslos, und Saft liefert dann erst die endstufe? Oder fliesst da auch so schon ordentlich was durch?


    Ich hab mir vorgestellt erstmal mit einem VCO und einem TP anzufangen, und dann mal weiterschaun :).


    danke schonmal!
     
  2. SynthKraft

    SynthKraft Tach

    Also so weit ich weiss gelten in analogen Modularsystemen 10V Spitze-Spitze. Der normale Line(Out)-Pegel liegt aber glaube ich bei etwas um die 0,7V.

    Könnte mich auch irren aber ich glaube das was sowas in der Art.
     
  3. Britzel!

    Britzel! Tach

    oki, und das heisst dann soviel als wie: Bei Modularen muss die endstufe dann einfach weniger verstärken als bei sonstigen? Oder wird das dann vor dem Lineout nochmal abgeschwächt auf die 0,7?

    Das hiesse dann soviel wie. Pegel is im Grunde nicht so tragisch. Verstärker/Mixer regeln das dann schon?

    EDIT: grad was gefunden. Kann das jemand bestätigen?
    Line-Pegel sollte immer zum Ansteuern anderer Audio-Geräte ausreichen. Bereich 100mV bis 1V, Impedanz 47KOhm
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Die Operationsverstärker in den Modularsystemen schaffen etwa +/- 12..13V bei +/15V Versorgung und knapp +/- 9--10V wenn sie mit 12V laufen.

    Der Effektivwert liegt also maximal so um 7V.
    Das ist auch das, was 'übliche' (Studio-) Hardware so maximal verzerrungsfrei rausblasen kann. (Schlicht und ergreifend weil da (oft) ebensolche Operationsverstärker drin sind.)

    Der internationale Studiopegel ist +4dBu, das sind 1,2V effektiv. (Deutscher Rundfunkpegel=+6dBu entsprechend 1,5V eff.)

    Damit hat man bei analoger Studiopegel einen Headroom von (oft) etwa 15dB bevor es tatsächlich zu zerren anfängt.

    HiFi-Pegel ist 0,3V effektiv. (Das ist ca. 12dB unter Studiopegel)
    Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass heutige CDs um ca. 15dB übersteuert sind, daher ist der Ausgangspegel eines CD-Players mittlerweile praktisch Studiopegel, allerdings ohne Headroom.

    (Alle Werte gerundet, sonst kann man sich das ja nie merken.)

    Alle diese Signale bezeichnet man als Line-Signale. Line Signale werden grundsätzlich "spannungs-angepasst" betrieben: Die Quelle ist niederohmig, der Eingang hochohmig. Es wird keine (nenneswerte) Leistung übertragen.

    Mischpulte, Endstufen und Wandler kommen (normalerweise) mit Signalen in diesem Rahmen gut klar.
     
  5. Britzel!

    Britzel! Tach

    super, das Hilft schon mal, danke :)


    Wie is es so mit den Bauteil eigenschaften? Kann man für Audioanwendungen stinknormale 0815 Widerstände/Kondensatoren/OPV hernehmen?
     
  6. serenadi

    serenadi Tach

    Das kommt immer auf die jeweilige Anwendung / Schaltung an.

    Bei Widerständen lohnt es sich imo nicht mehr, die billigen Kohleschicht-Typen einzusetzen. Metallfilmwiderstände sind grundsätzlich rauschärmer und enger toleriert.

    Bei Kondensatoren kommt es stark auf das Einsatzgebiet an.
    Der Klang(wert) eines Filters hängt z.B. stark von der Wahl der frequenzbestimmenden Kondensatoren ab.
    Bei einem 4-poligen Filter hast Du z.B. 4 gleiche Kondensatoren, die sollten auch möglichst exakt übereinstimmen im Wert, d.h. eng toleriert sein. Da lohnt es sich schon z.B. Styroflex zu nehmen.

    Ansonsten ist man grundsätzlich mit Folienkondensatoren (z.B. MKS) gut bedient.

    Zur Entopplung der Betriebsspannung reichen auch keramische Kondensatoren.

    Entscheidend ist aber auch die Baugröße - letztendlich sollte man die Typen beachten, die der Entwickler des Platinenlayouts vorgesehen hat, damit's einfach mechanisch auch passt.


    Bei OpAmps sollte man auch versuchen, die Vorgaben des Schaltungsentwicklers zu beachten.
    Die weit verbreiteten TL06x / TL07x / TL08x funktionieren eigentlich in den meisten Fällen, manchmal eben nicht.

    In Steuerspannungs-Schaltungen kommen oft OPs mit niedrigem Offset vor (z.B. OP177, LT1013), hier würden die Standardtypen auch "funktionieren", aber halt mit Qualitätseinbußen, über die man sich später vielleicht ärgert.
    Oft werden auch sehr hochohmige Eingänge erwartet (z.B. S&H Schaltungen), sonst kann es zu Fehlfunktionen kommen.

    Audiomäßig ist oft die Rauscharmut gefragt, selterner "Audiophile Qualität".
    Aber der Klang ansich kann schon sehr unterschiedlich ausfallen.
    Bsp: Ich habe mal in einem Döpfer-Phaser den dort verwendeten TL064 (niedrige Stromaufnahme) durch den rauschärmeren TL074 ersetzen wollen, das Ergebnis war, daß der Phaser schrecklich klang.
    Ein (alter) LM324 funktionierte hingegen auch super.

    Oft werden aber auch die OPs verwendet, die gerade beim Entwickler in der Schublade liegen, d.h. oft können die dann auch durch andere Typen ersetzt werden (z.B. LF442 durch TL072).

    Pauschalisieren kann man das also nicht.
     
  7. Britzel!

    Britzel! Tach

    Metallfilmwiderstände sind das gleiche wie Metallschichtwiderstände oder?

    Noch kleine Frage zur Sättigung. Wird da im Grunde einfach ein OPV in die Sättigung getrieben? Ging das zB auch mit einer Begrenzung durch eine Zenerdiode, und da treib ich dann den Pegel rein?
     

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