Softwaresampler haben sicherlich ihre Vorteile, aber es gibt so ein paar Dinge da kommen sie an Ihre Hardwarevorbilder einfach nicht ran!
Ich möchte Vorausschicken: Softwareseitig kenne ich den Sampler von
Ableton, Mackie Tracktion und NI Kontakt. Ausserdem schliesse ich jetzt die "Transponierungsfunktionen" der Software DAW´s mal mit ein. Denn viele Funktionen die wir früher mit Hardwaresamplern erledigt haben übernehmen heute Ableton Live, Cubase usw.
An Hardwaresamplern hatte ich ganz früher den Korg DSS1,später Akai S1000, S2000 und Ensoniq ASR-10 (den ich in einem Anfall von Dummheit damals viel zu billig abgegeben habe)
Ich picke mir zum Vergleich jetzt mal meinen alten ASR-10 heraus.
1. weil ich ihn am meisten eingesetzt habe und
2. weil er für mich das "Instrument Sampler" am besten wiederspiegelt
Als erstes muss ich bemerken, dass das für Hardware oft benutzte Argument der grösseren Stabilität und Betriebssicherheit auf den Ensoniq-Sampler nicht zutrifft. Alte Ensoniquser (liebhaber!) werden mir da sicherlich zustimmen. Das Ding wird heiss wie´ne Heizung, Stürzt gerne auch mal ab, findet ab und zu beim booten das OS. nicht, und die SCSI Anbindung hat mich oft zur Verzweifelung gebracht. Also jedes halbwegs saubere System mit Kontakt oä. Software gewinnt hier haushoch!
Das die Kiste mit Ihren 16MB RAM gegen unsere modernen Gigasamplerpianos bei Natursounds keine Schnitte hat ist eigentlich auch eine Selbstverständlichkeit. Wobei ich oft das Gefühl habe das die Libaries damals durch orginalität, viel Mühe und Aufwand beim erstellen der Samples bzw. der Sounds mansche technische Unterlegenheit ausgleicht.
Jetzt kommen wir aber mal zu den pro´s des ASR-10 (bzw. vieler Hardwaresampler)
Er kann samplen!!!!! Ist es nicht toll einfach auf den Sampleknopf zu drücken oder den Samplevorgang per Pegel auszulösen. Und danach hat man einen Sound im Speicher. So einfach, aber großartig! Ein nicht zu unterschätzendes Feature! Die einzige mir bekannte Software die einen ähnlich kreativen (schnellen!) Umgang mit Sounds ermöglicht ist Ableton Live.
Die Effekte, Loopfunktionen, Transwaves und ähnliches will ich nicht als Vorteil werten, denn erstens bietet nicht jeder Hardwaresampler soviel kreatives Potenzial und zweitens bietet auch Software sehr viele Synthese- und Nachbearbeitungsmöglichkeiten.
Was mir aber immer wieder auffällt sind die klanglichen Unterschiede!
Ich will jetzt mal die Wandler -Frage nicht zu sehr miteinbeziehen. Mein alter Ensoniq klang damals schon ganz anders als die Akaisampler. Er klang kräftig im Bassbereich. Er klang "amerikanisch". Ob das besser oder schlechter ist als unsere heutigen 24Bit Wandler möchte ich garnicht beurteilen, ist eigentlich auch egal. Vielleicht hat beides seine Daseinsberechtigung.
Entscheidend ist aber meiner Ansicht nach folgender Punkt:
Ich habe früher tolle, ungewöhnliche Sounds alleine durch das Spielen der Samples, eine oder zwei Oktaven tiefer, eine Quint höher usw. erzeugt.
Das klang fast immer gut, interessant und inspirierend.
Funktioniert nicht mehr!!! Mache ich das mit Software geht irgendwas verloren. Ich weiss nicht warum, woran das liegt, aber es ist so. Das betrifft imo. jede Software die ich kenne! Versteht mich bitte nicht falsch: die Warp und Pitchfunktionen in zB. Ableton Live sind toll, bieten viele kreative Möglichkeiten und ich will sie auch nicht mehr missen. Aber trotzdem klingt es auch bei ausgeschalteter Warpfunktion nicht so wie früher im Sampler. Dies betrifft meiner Meinung nach auch Rolands Variphrase Technologie. Tolle Geräte, der V-Synth, ein modernes Samplinginstrument kann aber einen ASR-10 diesbezüglich nicht ersetzen. Warum auch immer!
Versucht doch mal diese ollen "TripHop" Drums mit Software herzustellen. Ich meine eine Snare runtergepitched oder einen Drumloop eine Oktave tiefer damit es scheppert und "warm" klingt. Ich finde dabei kann man es sehr gut hören!
Obwohl ich Software mag werde ich mir wieder einen oder mehrere Hardwaresampler kaufen.