Matrix-Rack-System?

Otterl

Otterl

zwangserleuchtet
Als Nichttechniker - eher Songschreiber ;-) - liebe ich es, gewisse Ideen hervorzubringen,
die ein (technisch) Sachkundiger hier wohl aus blamierungstechnischen Gründen nie anbringen würde.
Als Fettnäpfchenfan ist mir das egal. Also:

Wie wäre es mit einer Eurorack-Alternative? Also statt patchcordgesteuert, eine matrixgesteuerte
Variante a la EMS.
- Das System müsste natürlich über eigene Module verfügen, da nicht eurorackkompatibel.
Da würde ein ganz anderes Bussystem dahinterstecken.
- Die Matrix ist softwaregesteuert ( a la Erica), da man ja vorher nicht
weiß, welche Module sich der Musiker für sein System zusammenstückelt.
- Das Matrix-Layout dürfte somit bei jedem User etwas anders aussehen. Problem: woher weiß
die Matrix, welche Matrix-Rack-Module der Musiker eingebaut hat? Die Module müssten dann eine
Art Erkennung abgeben a la "Hi,Matrix,ich bin ein altmodisches VCO-Modul,Nr.0815" oder "Ich-bin-ein
Joystick-und-möchte-hier-einziehen".

- Die Matrix könnte dann entweder selbst einen Layout-Vorschlag liefern, oder Makros.
Oder der Musiker kann sich das selbst zusammenstückeln.
- Die Matrix solltedürfte ruhig etwas größer und griffiger sein, als bei z. B. EMS AKS.

Wer braucht sowas?
- Wir, wer sonst?
- Patchcordgeplagte?
- Alte Kapitäne, die gerne Schiffe versenken
- ...

Technische Machbarkeit?
Weitere Ideen hierzu?
 
Zuletzt bearbeitet:
VEB Synthesewerk

VEB Synthesewerk

Thomas B. aus SAW
Die Idee schwirrte mir auch schon im Kopf herum.
Ich würde aber eine analoge Matrix nehmen.
Man könnte ja relativ einfach die Buchsen intern anzapfen und auf die Matrix löten.
Den Rest erledigen dann die Pins.
 
Otterl

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zwangserleuchtet
Die Idee schwirrte mir auch schon im Kopf herum.
Ich würde aber eine analoge Matrix nehmen.
Man könnte ja relativ einfach die Buchsen intern anzapfen und auf die Matrix löten.
Den Rest erledigen dann die Pins.
Wäre dann was für die Lötfraktion. Also kein Consumergerät
mit Auflage größer 1 ;-)
 
bohor

bohor

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Problem: woher weiß die Matrix, welche Matrix-Rack-Module der Musiker eingebaut hat? Die Module müssten dann eine
Art Erkennung abgeben a la "Hi,Matrix,ich bin ein altmodisches VCO-Modul,Nr.0815" oder "Ich-bin-ein
Joystick-und-möchte-hier-einziehen".
Wozu muss die Matrix das wissen?
Man kann auch mit etwas anfangen, das existiert – siehe den (bisher sehr dünnen) Thread zur Instruo-Matrix iìon.

--bohor
 
Otterl

Otterl

zwangserleuchtet
Wenn ich das richtig sehe müssen in und out dennoch klassisch gepatcht werden?
 
bohor

bohor

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Wenn ich das richtig sehe müssen in und out dennoch klassisch gepatcht werden?
Klar. Es gibt aber – dem dort verlinkten Muff-Thread zufolge – hinten eine (sonst undokumentierte) Steckerleiste, wo man die Eingänge anschließen kann.

Es ist nicht genau das, was du dir wünschst, aber einen neuen Standard zu etablieren, wird dir eh nicht gelingen. Aber es ist ein Ansatz, mit dem Vorhandenen in die Nähe zu kommen.
 
Tom Flair

Tom Flair

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Mit 32 i/o ist das für ein Modularsetup wohl schnell zu wenig und auf der anderen Seite nimmt es komplett die Spontaneität.

Einerseits muss man sowieso an den Modulen schrauben, andereseits sich durch die sicher nicht superintuitive Matrix am Rechner plagen.

Das mag für die gezeigten Modi von Vorteil sein, aber bei Modular wäre das - meines Erachtens - eher eine Verschlechterung.
 
sbur

sbur

Na ja, egal...
Flock Audio und CBAudio haben sowas in der Art in einer Software-Hardware Combi
https://youtu.be/6C3wZOqXdo8
XPatch-32, interessant. Ein Schelm, wer bei dem Namen an das SSL X-Patch denkt (https://www.soundonsound.com/reviews/ssl-x-patch). Das SSL X-Patch gibt es nicht mehr und es hatte nur 16 IN/OUTS, auch der Preis war mit schlapp 900 EUR etwas günstiger. Das XPatch-32 kostet wohl 2000 GBP zuzüglich der Break-Out-Kabel oder -Hardware. Da dürfte man bei 32 IN/OUTS wohl noch mal bei locker 600-800 EUR liegen. Also um die 3000 EUR...
Für den hier angedachten Zweck dürfte das aber ungeeignet sein. Man müsste die Eurorack-Signale erstmal auf Line-Level bringen. Zudem werden die INS/OUTS symmetrisch sein, das machte es auch nicht besser.
 
serge

serge

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Mit 32 i/o ist das für ein Modularsetup wohl schnell zu wenig und auf der anderen Seite nimmt es komplett die Spontaneität.

Einerseits muss man sowieso an den Modulen schrauben, andereseits sich durch die sicher nicht superintuitive Matrix am Rechner plagen.

Das mag für die gezeigten Modi von Vorteil sein, aber bei Modular wäre das - meines Erachtens - eher eine Verschlechterung.
Deine Argumentation geht davon aus, dass das Patchen mittels Miniklinkenkabeln „intuitiv“ und „spontan“ sei. Das halte ich aus mehreren Gründen für eine Annahme, die ich hinterfragen möchte.

(1) Das Nachvollziehen eines Miniklinkenkabel-Patches, der über den Nachbau einer einfachen einstimmigen subtraktiven Architektur hinaus geht, ist alles andere als einfach: Die Gestalt eines solchen Patches lässt sich nicht mehr auf einen Blick erfassen. Ein per Touchscreen steuerbares Matrix-Modul, dessen Reihen und Spalten sich über die angeschlossenen Module und deren ID-Nummern selbst beschriften würden, böte hier deutlich mehr Überblick im Augenblick.

(2) Klinkenbasierte Patchsysteme benötigen Multiples. Deren Einsatz bedeutet, dass man die Verbindung zwischen Quelle und Ziel aufbrechen muss (= Klang- bzw. Modulationsunterbrechung), ein freies Multiple (oder Stackable) finden & einsetzen muss - und dann erst kann es weitergehen bzw. -klingen. Bei einem Touchscreen-basierten Matrixmodul bedarf es nur einer Berührung.

(3) Nun kann man einwenden, dass man dem unter (2) beschriebenen Ungemach durch die ausschließliche Verwendung von Stackables entrinnen könne - nur leider sind deren Stecker so groß, dass die ohnehin auf vielen Modulen vorherrschende drangvolle Nähe zwischen Buchsen und Bedienelementen eine komfortable Bedienung zunehmend erschwert.

(4) Womit wir bei dem eigentlichen Problem angelangt wären: den Patchkabeln selbst. Für manche mag das Wühlen in diesem künstlichen Schamhaarwald der Gipfel der Genüsse sein, für andere ist es schlicht ein schwer zu bändigendes Dickicht, das dem spontanen und intuitiven Zugriff auf die Bedienelemente im Wege steht.

Daher hätte ich liebend gerne so ein Matrix-Patchsystem, samt Speicherbarkeit aller Parameter aller Module.

O.T.P.S. Im übrigen sehne ich mich nach Kolatschen. Not that anybody cares.
 
bohor

bohor

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Nunja. Die Matrix hat sicher den Vorteil, dass alle Verbindungen "übersichtlich" (naja) an einer Stelle stattfinden, dass das eventuell irgendwann sogar abspeicherbar sein kann, dass ich statt voll zu verbinden auch Stifte mit verschiedene Widerstände verwenden kann. Ganz klare Vorteile.

Nun schauen wir uns mal ein paar existierende Eurorack-Geräte an.

* Ein komplexer Oszillator wie etwa der Cs-L von Instruo: Der hat 26 Anschlüsse. An seinem direkten Konkurrenten, dem Frap Tools Brenso, zähle ich 29 Anschlüsse. Doepfer hat eher einfache Module – sein Oszillator A-110-6 hat 12 Ein- und Ausgänge.
* Ein zugegeben komplexes Gerät wie der Frap Tools Fumana hat nicht weniger als 61 Anschlüsse, die alle sinnvoll sind.
* Das sind natürlich Extreme, aber sie zeigen, wo die Reise hingeht. Das ADSR von Instruo hat immerhin 11 Buchsen, das etwas komplexere Stages von Mutable Instrument 18.

Das heißt, auch ein kleines System auf dem Komplexitätslevel heute existierender Module wird mehrere hundert Busleitungen benötigen. Und in der Matrix dann entsprechend viele Zeilen und Spalten, die dort alle nebeneinander liegen. Ist das nun eine Verbesserung gegenüber der heutigen Situation, wo das Modul links oben im Rack auch seine Anschlüsse links oben im Rack hat?

Wie könnten wir die Sache übersichtlicher kriegen?
* Nur die jeweils benötigten Ein- und Ausgänge der gerade benötigten Geräte werden in den Bus geschaltet. Dann brauchen wir also statt einer Buchse eine Möglichkeit, einen Aus- oder Eingang auszuwählen und dazu eine Busleitung, und die Verbindung zu setzen, zu löschen, zu ändern oder anzuzeigen. Diese Lösung müsste in jedem noch so kleinen Gerät implementiert werden!
* Oder wir nehmen gleich einen digitalen Bus. Dann braucht wieder jedes Gerät für jede Buchse einen D/A- oder A/D-Wandler.
* In beiden Fällen könnte dann jede Zeile oder Spalte der Matrix zu jedem Modul gehören – wir müssen diese also irgendwie beschriften können. Am besten automatisch.

Also, ich sehe da wenig Hoffnung. Für mich bitte auch eine Kolatsche.
 
Otterl

Otterl

zwangserleuchtet
Schon mal ein Danke an alle, die sich bis jetzt beteiligt haben.
Sieht so aus, als käme doch eine Diskussion in Gang.

Vorhin wieder im Patchwald versumpft: Nicht nur, dass es das ohnehin
schon kleinere Eurorack-Format (für die jungen Leute: "früher" gab es 5 statt 3 HE ;-)
für einen deftigen Kabelwald sorgt, nein, die Module hierfür werden nicht nur immer
leistungsfähiger, sondern auch kleiner/schmaler.

Hat man einige Module in der Art von 2HP oder Pico-Drums etc. nebeneinander, wirds klaustrophobisch,
was mich wieder zur Matrixlösung zurück bringt.

5 HE holt zwar langsam auf, ist mir aber immer noch zu konservativ; im Vergleich. Und:
Das "Wald"-Problem bleibt - nur ins Größere "transzendiert".

Gerne weiter hier, mit Matrix-Ideen. Spinnen ist erlaubt.
 
Otterl

Otterl

zwangserleuchtet
Die Matrix darf übrigens ruhig separat sein, wie eine Art Pad,
welches via Mini-Multicore (oder drahtlos) mit dem Modul/Racksystem verbunden ist.
Also Remotebetrieb.
 
 


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