Modwheel, Pitchwheel, etc. Einsatz- Tipps und Tricks?

Dieses Thema im Forum "SyntheTisch!" wurde erstellt von theorist, 13. August 2015.

  1. Hallo Gemeinde,

    ich spiele zwar ein bisschen Piano und bin ziemlich fit im Synthsounds programmieren, aber meine Performance mit Pitch und Modwheel hält sich in Grenzen. Klar, ich könnte einfach mehr üben, aber so richtig abgefahren Synthesizer spielen kann ich leider nicht. Habt ihr da ein paar Tipps und Tricks auf Lager? Gibts da irgendwo Bücher oder Tutorials dazu?

    Was ich so für Tipps und Tricks bis jetzt auf Lager hab:

    - Pitchwheel nach oben nur ein Halbton, nach unten eine Quinte oder Oktave. Das ermöglicht einem feine Pitchmodulation nach oben und eher aggressiv nach unten. Geht z.B. beim Yamaha FS1r
    - Modwheel: Naja, die üblichen Cutoff, LFO Speed, etc. Sachen halt. Beim Nord Modular hab ich da gerne auch Morphgroups draufgelegt.
    - Aftertouch: Da mach ich meist auch LFO Modulationsintensität und manchmal Pitchmodulation drauf, das wars aber leider schon.

    Reglerdrehen mach ich natürlich auch am Synth, ebenso Pedale. Aber das ist jetzt alles eher technischer Natur...was gibts da für Performance Tricks die eher Richtung Artikulation als Stilmittel gehen? Wie macht ihr das? Wie habt ihr es gelernt? Was finde ihr gut? Eure Idole? Die gelungenste Performance am Synthesizer?

    Danke & Gruss
    theo
     
  2. Alles nur Klötzchenschieber und Sequenzendreher hier? :D
     
  3. mink99

    mink99 aktiviert

    Ich hab mir meine Rädchen- Technik bei Manfred Mann abgeschaut. Schau dir mal alte live Aufnahmen auf youtube an...

    Das ist nur ein klein wenig, was da gezogen wird, so wie einer Gitarre, nur nach oben und unten. Dafür Stelle ich beim pitchwheel das kleinste mögliche Intervall in beide Richtungen ein, anders als du. Praktisch ist ein Rädchen mit Feder.

    Ein Trick ist dann auch, den Anfang,die ersten zwei Töne einer Melodie, minimal nach unten verstimmt zu starten und dann erst in die exakte Stimmung für den Rest der melodielinie zu gehen.

    Aber das sind alles nur Abwandlungen von dem was du selber weisst...
     
  4. Klaus P Rausch

    Klaus P Rausch playlist

    Na klar ist Pitch Bend Wheel in erster Linie Übungssache. Möglichst viel, oft, andauernd - je mehr Gejammer, desto mehr Erfahrung sammeln.

    An verwendbaren Intervallen gibts mehrere: Klassiker ist natürlich 2 Halbtöne, Kür ist die ungenaue Quinte wie beim Minimoog, Alternative ist eine ganze Oktave oder auch zwei. Die "2 Halbtöne" Methode ist die kindersichere und funktioniert ohne große Übung.

    Man kann das Bending vor der gespielten Note beginnen, oder auch nach der angeschlagenen Taste. Siehe Gitarre und Saxophon. Tricky ist es, wenn es um die Terz herum eingesetzt wird, denn dann darf es nur ein Halbton sein, sonst klingt es falsch. Man kann das Bending lang ziehen, oder auch nur schnell rutschen lassen. Alternativ ganz selten einsetzen und damit Ausdruck darstellen. Die Quinte ist interessant, weil man damit spontan große Sprünge machen kann. Große Sprünge (= Intervalle) sind emotionales Ausdrucksmittel und wirken intensiv. Ganze Oktave oder auch zwei kann man auch bei Flächen nehmen und damit eine Überleitung gestalten. Der JD800 etwa erlaubt 48 Halbtöne, damit lässt es sich gut in den Keller gehen bei Bedarf. Interessant ist auch unterschiedliches Setting: Nach oben 2 Halbtöne, nach unten eine ganze Oktave. Auch zwischen der Mittelstellung schnell nach oben und unten bewegen für eine Art manuelles Vibrato.

    Das mal für den Anfang, du merkst sicher dass ich ein alter Fan des Synth-Jammerhakens bin :)

    Beim Modulation Wheel sieht die Sache anders aus, auch weil es keine Mittenzentrierung hat. Man hat damit einen sehr angenehm benutzbaren Controller für Modulationen aller Art, der gut bedienbar ist und einen langen Regelweg hat. Klassiker sind Vibrato (Pitch Modulation) und Tremolo (Lautstärkenmodulation). Am besten so einstellen, dass bei maximaler Position die für den entsprechenden Fall erwünschte intensivste Modulation erreicht wird. Das erleichtert den Einsatz des Wheels. Je nach Sound kann man auch Filter Cutoff, LFO Speed, Reverb Intensity usw. zuordnen. Kür ist, mehrere Parameter gleichzeitig, auch gegenläufige Intensitäten, also mehr Filter Resoncance, aber gleichzeitig weniger Filter Cutoff und solche Späße. Diese Effekte bezeichne ich als "The big Wheel" :)

    Viel Erfolg dabei :)
     
  5. Ha! Cool, vielen Dank für die Tipps. :D "The Big Wheel" werd ich gleich mal ausprobieren :cool:
     

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