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Ö1 Radiokolleg: Der Triumph des Homerecordings

banalytic

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Ab heute ist dieses Radiokolleg auf Ö1 zu hören - insgesamt 4 Folgen bis Donnerstag.


Mit der Verbreitung erschwinglicher und unaufwendiger digitaler Tontechnik haben die eigenen vier Wände das traditionelle Studio als Schöpfungsort des Pop abgelöst. Die Magie der großen Produktion weicht der veröffentlichten Intimität. Geschichte und Gegenwart einer ästhetischen Verschiebung.

Die Aufnahme eines radiotauglichen Popsongs war einst gebunden an den Zugang zu einem professionellen Studio. Eine mächtige Musikindustrie wachte über die selektive Erteilung dieses Privilegs, das Budget einer Produktion reflektierte sich in der Qualität des Klangs und der Breite des Arrangements. Endlos tüfteln durften nur die größten Namen des Business, alle anderen spielten gegen die Uhr, ausgeliefert den Launen und der Geduld des (fast immer männlichen) Tontechnikers im Drehsessel. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Fortschritt der digitalen Technik diese Voraussetzungen radikal verändert. Vom Vierspur-Kassettengerät bis zum Laptop als handlich kompakte Alternative zu scheunentorbreiten Mischpulten und kleinwagenformatigen Bandmaschinen haben neue Technologien den Produktionsprozess demokratisiert. Künstler:innen erleben die Möglichkeiten des Homerecording als eine Form von Selbstermächtigung. In dieser Radiokolleg-Serie betrachten wir die verblüffend lange Geschichte und die wachsende kulturelle Bedeutung der musikalischen Produktion in den eigenen vier Wänden.

Gestaltung: Robert Rotifer
 
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M.i.a.u.: TotalKaputteKampfmaschine, wirkel, D-Joe und 7 andere
Ab heute ist dieses Radiokolleg auf Ö1 zu hören - insgesamt 4 Folgen bis Donnerstag.


Mit der Verbreitung erschwinglicher und unaufwendiger digitaler Tontechnik haben die eigenen vier Wände das traditionelle Studio als Schöpfungsort des Pop abgelöst. Die Magie der großen Produktion weicht der veröffentlichten Intimität. Geschichte und Gegenwart einer ästhetischen Verschiebung.

Die Aufnahme eines radiotauglichen Popsongs war einst gebunden an den Zugang zu einem professionellen Studio. Eine mächtige Musikindustrie wachte über die selektive Erteilung dieses Privilegs, das Budget einer Produktion reflektierte sich in der Qualität des Klangs und der Breite des Arrangements. Endlos tüfteln durften nur die größten Namen des Business, alle anderen spielten gegen die Uhr, ausgeliefert den Launen und der Geduld des (fast immer männlichen) Tontechnikers im Drehsessel. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Fortschritt der digitalen Technik diese Voraussetzungen radikal verändert. Vom Vierspur-Kassettengerät bis zum Laptop als handlich kompakte Alternative zu scheunentorbreiten Mischpulten und kleinwagenformatigen Bandmaschinen haben neue Technologien den Produktionsprozess demokratisiert. Künstler:innen erleben die Möglichkeiten des Homerecording als eine Form von Selbstermächtigung. In dieser Radiokolleg-Serie betrachten wir die verblüffend lange Geschichte und die wachsende kulturelle Bedeutung der musikalischen Produktion in den eigenen vier Wänden.

Gestaltung: Robert Rotifer
Danke! Super Thema!
 
freut mich wenn es andere auch interessiert 😌❤️
 
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M.i.a.u.: D-Joe, MartYATARI und claudio
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Meine erste Kommandzozentrale.

Die SSLs, Soundcraft und Mackies - und den ersten Mac mit Cubase Audio - hab ich am Anfang noch drumherum gebaut und weiter damit aufgenommen, so geil war das Ding.

2x Klang, 2x Aux, bei Bedarf "instant inline", einen Hall und ein BBD sowie Dolby B und C Rauschunterdrückung, die man natürlich gerne auch als Spezialeffekt missbrauchen darf.

Das Mehrspurdeck hatte nicht nur +- 20% Speed sondern wie alle Mehrspurdecks natürlich die Eigenschaft, dass man mit den Dingern ohne viel Aufwand Bänder auch rückwärts abspielen konnte.
So habe ich schon damals viel offline gearbeitet, wie ich das bis heute noch gerne in Editoren am Rechner mache. War also definitiv prägend für mich.
 
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M.i.a.u.: banalytic
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Na ja, ich weiß nicht, wenn ich in dem Beitrag höre, dass Ende der 80er Jahre Protools für "private Do-it-yourself Produktionen" eingesetzt wurde (ungefähr bei 12 Minuten) werde ich stutzig. Keine Ahnung, wer zu der Zeit die 9000 Dollar übrig hatte. Der Regelfall war ja wohl atari/commodore + Steinberg*/Lengeling + Tascam* Porta Two ... zumindest in meinem Umfeld.
 
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M.i.a.u.: MartYATARI
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Na ja, ich weiß nicht, wenn ich in dem Beitrag höre, dass Ende der 80er Jahre Protools für "private Do-it-yourself Produktionen" eingesetzt wurde (ungefähr bei 12 Minuten) werde ich stutzig. Keine Ahnung, wer zu der Zeit die 9000 Dollar übrig hatte. Der Regelfall war ja wohl atari/commodore + Steinberg/Lengeling + Tascam Porta Two ... zumindest in meinem Umfeld.
Echt? Pro Tools kam erst in den 90ern oder?🤔
 
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Na ja, ich weiß nicht, wenn ich in dem Beitrag höre, dass Ende der 80er Jahre Protools für "private Do-it-yourself Produktionen" eingesetzt wurde (ungefähr bei 12 Minuten) werde ich stutzig. Keine Ahnung, wer zu der Zeit die 9000 Dollar übrig hatte. Der Regelfall war ja wohl atari/commodore + Steinberg/Lengeling + Tascam Porta Two ... zumindest in meinem Umfeld.
Ich hab erst ab Ende der 90er den Atari mit cubase, midex gehabt. 😎OK, bin 83 geboren.
 
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M.i.a.u.: banalytic
  • #10
heute teil 2:


In der klassischen Periode der Sechziger- und Siebzigerjahre erweiterte die Mehrspur-Aufnahmetechnik den Horizont visionärer Pop-Produktionen. Doch ihr Ursprung liegt nicht etwa in den großen Studios, von der Abbey Road bis zum Sunset Strip, sondern in den hausgemachten Garagen-Experimenten eines Les Paul. Und während in den Sechzigern Phil Spector in Hollywood Armeen von Studiomusiker*innen aufspielen ließ, simulierte in London der Produzent Joe Meek in seinem Wohnzimmer mit primitiven Tricks und selbstgebastelten Echokammern den Klang großer Räume. Eine neue Generation junger Songwriter:innen verfeinerte die Technik ihrer Heimstudios vom rauen Demo-Band bis zur fertigen Produktion. Sogar Paul McCartney befreite sich nach dem Ende der Beatles, indem er sein erstes Soloalbum im Wohnzimmer aufnahm. Im Rückspiegel der Geschichte haben diese fragmentarischen Aufnahmen als spontane Zeitdokumente einen besonderen Nimbus angenommen.

Gestaltung: Robert Rotifer
 
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M.i.a.u.: fairplay und MartYATARI
  • #11
und teil 3 zum thema: Frauen an den Reglern


Im traditionellen Studio-System war die Welt der Pop-Produktion traditionell fest in Männerhand. Frauen standen, wenn überhaupt, als Sängerin hinter der Glasscheibe - ausgesetzt den Erwartungen und Urteilen der männlichen Produzenten, Techniker und Musikerkollegen. Inzwischen hat sich viel verändert, aber die sexistischen Barrieren existieren bis heute.

Kein Wunder also, dass Frauen die niederschwellige Technologie des Homerecording als emanzipatorischen Ausweg aus dieser feindlichen Umgebung wählen und sich so die selbstbestimmte Kontrolle über ihren Sound verschaffen. Historisch wiederum haben sich Heimaufnahmen als rettende zur Bewahrung der Kunst weiblicher Pionierinnen des Singer-Songwriting wie Molly Drake oder Connie Converse erwiesen, deren Schaffen sonst in Vergessenheit geraten wäre.

Gestaltung: Robert Rotifer
 
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M.i.a.u.: fairplay
  • #12
...Anhören müsst' man es sich halt auch mal - schlipperzefix - ins erste habe ich reingehört, musste aber dann wieder unterbrechen, und jetzt sind wir schon bei Folge 3!!...
 
  • #13
und nun die 4te und letzte Folge zum Thema:

Digitale Musikheimarbeit im globalen Wohnzimmer​



Die Möglichkeiten des digitalen Homerecording haben in den letzten Jahrzehnten nicht nur die Musiker:innen emanzipiert, sondern auch die Regeln des Musikgeschäfts entscheidend verändert. In Zeiten geschrumpfter Budgets und allgemein zugänglicher digitaler Technologien hat sich die Aufnahme daheim von der individuellen Selbstermächtigung zum verpflichtenden Industrie-Standard gewandelt. Das Social Distancing der Pandemie hat diese Entwicklung weiter beschleunigt. Smartphone-Aufnahmen tauchen in professionellen Produktionen auf, und wer hört den Unterschied? Mit Innovationen wie fahrbaren Studios halfen Tontechniker:innen diese Revolution einst zu ermöglichen. Dabei arbeiteten sie ironischerweise auch an ihrer eigenen Abschaffung mit. Umgekehrt führt der Triumph des Homerecording zur Schaffung selbstorganisierter, unabhängiger Formen der Zusammenarbeit via Internet.
Wo neue Konventionen entstehen, steht allerdings auch der Freigeist der Selbst-Produktion daheim auf dem Spiel. Die Verteidigung der Eigenwilligkeit wird zur bewussten künstlerischen Entscheidung.


Gestaltung: Robert Rotifer
 
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M.i.a.u.: fairplay
  • #14
ich glaube, dass es "homerecording" nur gab als es daneben auch noch den normalfall externer studios gab.
jetzt wo es normal ist, nennt man es "wohnzimmerstudio".

man sagt ja auch nicht homerechtsanwalting sondern die kanzlei hat einfach die gleiche adresse wie opa.
 
  • #16
na wenn es normal ist, dann braucht man es nicht danach benennen. es gibt ja auch keine schlafzimmerbetten, fahrautos oder schwimmenten.

der homerecorder hatte 1990 ganz andere technik am start wie der studiobetreiber, 2010 hatte er dann wieder genau die gleiche.
 
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  • #18
ja, wenn es gerade um homerecording geht, kann man unter anderem übers homerecording diskutieren. ist ja immerhin ein ähnliches thema.
 
  • #19
Na ja, ich weiß nicht, wenn ich in dem Beitrag höre, dass Ende der 80er Jahre Protools für "private Do-it-yourself Produktionen" eingesetzt wurde (ungefähr bei 12 Minuten) werde ich stutzig.
Echt? Pro Tools kam erst in den 90ern oder?
Hören wir doch mal genau hin:
Die schon in den 80er Jahren als Software für digitalisierte Studios entwickelte Plattform Pro Tools dringt zur Jahrtausendwende immer tiefer in die Praxis privater do-it-yourself Produktionen vor und 2004 debutiert Apple mit dem Program GarageBand, eine gezielt auf den expandierenden Verbraucher-Markt zugeschnittene simple Software, die bald als Standardausrüstung im Apple-Betriebssystem mitgeliefert wird.

Der Wikipedia-Artikel sagt "Die Anfänge von Pro Tools liegen im Jahr 1984" und das kommt mit der Aussage von oben hin. Das Pro Tools LE Digi 001 Bundle kam 1999 auf den Markt und war für GBP 755 zu haben. Auch da kann ich keinen Fehler finden.

Keine Ahnung, wer zu der Zeit die 9000 Dollar übrig hatte.
Der Wikipedia-Artikel gibt USD 6000 als Preis im Jahr der Veröffentlichung (1991) an.
 
  • #20
Hören wir doch mal genau hin:
Die schon in den 80er Jahren als Software für digitalisierte Studios entwickelte Plattform Pro Tools

das ist schon eine sehr gewagte aussage. das soundtools interface ist von 1989.

und man kann das ding zwar durchaus schon als "protools" bezeichnen, aber die protools software umgebung selbst gab es in den achtzigern definitiv noch nicht.

vermutlich haben die das mit sounddesigner verwechselt, was aber weit davon entfernt war, HDD recording zu können.

in den achtzigern gab es nur DAT.

CD brenner und selbst der atari falcon kamen nach protools.

tut aber der sendung nichts. und ist ganz normal, dass man immer, wenn man von einem thema selbst halbwegs ahnung hat, journalisten ständig fehler machen sieht. :)
 

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