Poly61 Nachrüstung

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von tholan, 30. Januar 2007.

  1. tholan

    tholan -

    Hallo,
    ich habe hier einen unmidifizierten Korg Poly61.
    Die Tastatur wird offensichtlich über eine Diodenmatrix mit 16
    Leitungen abgefragt. Da ich mit Atmel MCUs ein bischen Erfahrung hab,
    und schon alte Drumboxen damit midifiziert habe, sollte es mir
    möglich sein, das Ding mit MIDI nachzurüsten.
    Ich wollte euch mal fragen, ob es hier jemanden gibt,
    der sich schon mal mit MIDI und dem Poly61 auseinandergesetzt hat.
    Ich habe leider keine Unterlagen über das MCU-Board und würde
    eine einfache Variante wählen, also das Ansprechen des
    MCU Boards über die 16 o.g. Tastenleitungen.
    Vielleicht hat jemand einen Tip, oder Unterlagen über das MCU Board
    KLM-475B.
    Eventuell läßt sich ja mit einem Atmel noch mehr "MIDISteuerbarkeit"
    aus dem Ding rausholen.
    thx,
    tholan
     
  2. Interessante Frage.
    Ich habe hier noch einen alten PPG 360A und würde diesen gerne auch mit MIDI nachrüsten. Muss mal schauen, welcher IC für die Tastatursteuerung verantwortlich ist - vielleicht funktioniert es ähnlich wie bei Deinem Poly61.

    Gruss,

    Cornel
     
  3. tholan

    tholan -

    Tjaa,
    ich bleib mal noch 'n bischen im Konjunktiv,
    aber Diodenmatrixen sollten eigentlich einfach anzusprechen
    sein. Ich leg mal 'ne kleine Meßsession an meinem Poly61
    ein. Da die Tastatur nicht anschlagsdynamisch ist,
    gehe ich mal davon aus, das es sich um einfache Ein- bzw.
    Aus-Kontakte handelt.
    Mal gucken, ob ich die Systematik in der Matrix raffe,
    ist ja immerhin 6-Stimmig.
    Ich geb mal Bescheid, wenn ich tiefer blicke.
     
  4. tholan

    tholan -

    Sooo,
    der Chip zu dem die Tastaturmatrix vom Poly61 geht ist
    ne NEC 8-Bit 8049 MCU mit 'nem 6MHz Resonator.
    Die Matrix geht an die Pins 27 - 34 (P1 ), sowie
    Pins 12 - 19 (DB )
    Die Originalbezeichnung der MCU lautet: D8049C.
    Datenblatt habe ich gefunden für uPD8049HC,
    sollte eigentlich kompatibel sein.
    Hab auch gerade mal nach nem PPG 360A geguckt:
    4 stimmige Wavetabelsynthese anno '82.
    Das Ding muß ja mal richtig Geld gekostet haben!
    Der wird ungleich komplexer aufgebaut sein, als
    mein Poly61.
    Na ja, weitermessen kann ich erst wieder
    heute Abend, wenn ich Platz im Wohnzimmer habe :) .
     
  5. tronique

    tronique Synthesist

    Hab' zwar von dem technischen Innenleben eines Poly 61 keine Ahnung, aber den Poly 61 gibt's auch mit MIDI. Daher würde ich mal schwer annehmen, dass sich die Exemplare ohne Midi auch nachrüsten lassen.
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Es gab seinerzeit von Korg einen Midi Nachrüstsatz, der Poly61M war der mit Midi..
     
  7. tholan

    tholan -

    Hab Gestern noch folgende englische Firma im Netz gefunden,
    die sogensnnte "MIDI retrofit Kits" ,u.A. für den
    Poly61 anbietet: www.kentonuk.com .
    Die wollen für ein Kit sage und schreibe
    293,75 in englischen Pfund!
    Das sind ganze 444,- Doppelmark!
    Wie viele Poly61 bekäme ich dafür bei Ebay??
    :)
     
  8. Hallo,

    habe leider noch nichts genaues zum PPG 360 rausfinden können. Der Serviceplan schweigt sich dazu aus. Werde mal einige Leute anmailen, die sich damit auskennen.

    lG

    Cornel
     
  9. citric acid

    citric acid eingearbeitet

    Ja ist doch das berühmte Kenton Kit. Die sind teuer aber echt super und Modular aufgebaut !
     
  10. tholan

    tholan -

    Tjaaa,
    hab jetzt mal ein bischen
    rumrecherchiert, rumgemessen und
    rumüberlegt.
    Ich schätze, ich nehme die einfache,
    aber aufwändige Lösung.
    Für 61 Tasten brauche ich dafür
    16Stck 4066 -Mosschalter,
    8Stck 4094 -Schieberegister,
    einen ATTiny2313.
    Optokoppler, Kleinkram und
    viiiel Litze.
    Ich werd das alles erstmal
    mit, sagen wir 8 Tasten irgendwo
    aus der Mitte ausprobieren.
    Soviel Teile habe ich auch noch hier.
    @Cornel:
    Wenn Dein PPG 'ne anschlagsdynamische Tastatur hat,
    dann wird meine Methode etwas aufwändiger:
    Der Velocitywert eines Anschlages wird bei einfachen Tastaturen
    über den Zeitraum der Hochohmigkeit eines Umschalters ermittelt.
    Das ist halt die Zeit,in der der Kontakt bei einem Umschalter in der Luft hängt.
    Das wär mit 'nem 4066 auch zu machen, allerdings bräuchte man dafür dann
    zwei Schalter statt einem.
    Der 4066 kann halt nur ein und aus, das aber 4 x.
    Bei einer Tastatur, bei der der Druck ausgewertet würde,
    wär meine Methode dann leider nicht mehr praktikabel.

    Der Preis für die O.g. Bauteile hält sich übrigens in Grenzen.
    Hab mal bei Reichelt nachgeguckt und komme da auf ganze €7,-.
    Kommt natürlich noch ein bischen Kleinkram dazu(Quarz, Platine usw.)
    Ich denke ich werde insgesamt so bei €15,- landen.
     
  11. Hi Cornel,

    Ich hatte meinen noch nie offen (Korrektur: einmal, vor Jahren, um die EPROMs auszulesen) - hat der nicht haargenau dieselbe Pratt-Read-Tastatur wie Wave 2 und frühe 2.2er (sprich, die mit den Plastikdornen hinten, an denen die Federn aufgehängt sind)? Wenn ja, dann frag' mal bei EES nach - die hatten zumindest mal einen Kit für den Wave 2 / 2.2 (so ein Ding mit einem gelben und blauen Taster für On/Off und Kanalauswahl). Der müsste dann auch funktionieren.

    Ciao,

    Hermann
     
  12. Nein.
     
  13. Wie gesagt, anschlagsdynamisch ist die Tastatur nicht. Hat eine normale Diodenmatrix. Ist, glaube ich, auch wie Hermann meint, eine ähnliche bzw. identische wie bei den späteren Wave-Modellen.

    [​IMG]
     
  14. tholan

    tholan -

    Hey,
    das sieht doch gut aus.
    Du müßtest hier die Tastenleitungen abgreifen,
    wahrscheinlich vorsichtig an den Katoden der Dioden.
    Vielleicht gibt's da 'nen Lötpunkt, der nicht so nah an den
    Dioden liegt.
    Dann mußt Du sehen ,daß Du die "Rows" hinter den Tasten
    irgendwo erwischst.
    Da sollte es dann für 8 Tasten immer Eine geben.
    Ich bin derweil kräftig am Löten.
    Schätze, ich kann euch morgen sagen, ob's mit den 4066 pfundst.
     
  15. tholan

    tholan -

    Es funktioniert hervorzüglich :) !
    Auf dem Bild sieht man meine Testplatine.
    Links die 2 eingesetzten IC übereinander sind die 4066.
    Darüber ist ein noch leerer Sockel für einen weiteren.
    Die Kabel, die links abgehen, führen in die Innereien
    des Poly61. Das breite Flachbandkabel ist das Kabel
    für die Tastaturkontakte, das schmale ist für die Row.
    Spannung hole ich, wie man sieht auch aus dem Poly61.
    Rechts unten liegt der Tiny2313, dadrüber der Optokoppler
    für MIDI in.
    Rechts gehen dann noch die Programmieradapterkabel
    richtung PC-Parallelport ab.
    Wie man sieht hab ich den MIDIPort noch nicht angeschlossen.
    Ich hab erst mal was Simples in den Tiny gehackt,
    um zu testen, obs so überhaupt will.
    Jetzt habe ich schonmal einen 8-Ton Sequenzer :) .
    http://home.arcor.de/atholan/Bilder/Poly61MIDI.jpg
    Tschööö,
    jetzt such ich hier den Knopp, um mein Bild anzuhängen und
    finde keinen.
    Kann mir mal jemand 'nen Tip geben?
     
  16. Cool, dass es funktioniert :)
    Ich werd meinen PPG mal Morgen aufschrauben und nachsehen, welcher IC das Keyscanning macht.

    lG

    Cornel
     
  17. So, hab mal den PPG 360A aufgeschraubt und nachgesehen, welche Ics für das Keyboardscanning verbaut wurden. Hier mal ein Pic dazu:

    [​IMG]

    Das Flachbandkabel von der Tastatur geht zu dem IC 74LS377N und dann zu den beiden SN74LS244N.
    Sind Dir diese bekannt?

    Gruss,

    Cornel
     
  18. tholan

    tholan -

    74ls244 ist ein Bustreiber, hier kann man an die 8 Dateneingänge seine Daten
    anlegen und sie entweder an den Ausgängen impedanzgewandelt auf den
    Bus schicken, oder alle Ausgänge hochohmig schalten. In diesem Fall
    beeinflussen die Datenausgänge den Bus nicht mehr.
    Der ls377 ist ein 8faches D-FlipFlop, sozusagen ein 1Byte Speicher (Latch).
    Bei einer steigenden Flanke am Schaltpin wird der Pegel der Eingänge
    auf die Ausgänge übertragen und gehalten.
    So richtig was erkennen kann ich aber aus dem Bild leider nicht.
    Ein kleines Schaltschema wär schon hilfreicher. Wenn ichs vor der Nase hätte,
    könnt ichs ausmessen, bzw. mir genauer angucken.
    Ineressand fänd ichs auch, aber Hamburg ist nun mal leider 'ne Ecke
    weg von Berlin.
    Bei mir hängen die Anschlüsse direkt an der MCU.
    Ich hab mir das halt gespart, da ich die Tastenkontakte direkt
    mit den 4066 überbrücke. Ist zwar 'ne Menge Arbeit, aber die Lösung ist
    einfach und universell.

    Ich seh mal zu, daß ich erstmal diese Geschichte hier allgemeinverständlich
    dokumentiere und mit 'nem Progrämmchen für den Atmel ins Netz stelle.
    Kann aber schon so 'n Wöchelchen dauern, da ich hier halt auch noch am Entwickeln bin.
    Ich trag schonmal die URL imProfil ein.
     
  19. Leider gibt es zum Tastaturscanning keinerlei Unterlagen mehr.
    Ich kann aber mal in den Serviceplan von Wave2.2 schauen. Kann gut sein, dass dieser eine ähnliche, wenn nicht sogar identische Keyscanning-Schaltung verwendet.
    Ich könnte die Originalplatine aber mal abscannen, sodass man auch mehr bzw. deutlicher erkennen kann.

    Gruss,

    Cornel
     

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