Projekt Elektronik System (TD): Sound und Technik

Dieses Thema im Forum "Modular" wurde erstellt von SvenSyn, 14. April 2016.

  1. SvenSyn

    SvenSyn ...

    Zur Zeit höre ich wieder verstärkt Peter Baumann's Solo-Alben, wo er ja u.a. den von Projekt Elektronik Berlin gebauten Modularsynth verwendet hat.
    Ich würde gern mal wissen, auf welchen "Vorbildern" das Projekt Elektronik System beruht.

    Welche Schaltungen für Filter und Oszillatoren wurden verwendet? Oder wurden gar komplett eigene entwickelt (aus Lizenzgründen?)?
    Damit meine ich zB "Moog-Filter" oder "ARP-Oszillator"...

    Weiterhin interessiert mich vor allem, welche Baugruppen/Module es in dem System gab - also Filtertypen, Oszillatoren, modulatoren etc. pp. - auch, was klanglich damit möglich war/ist.

    Kurz gesagt: Ich hätte gern einfach mehr Infos zu dem System - Experten bitte vortreten! :nihao:

    PS: Das PPG Controllerkeyboard von Wolfgang Palm wäre auch interessant.. mehrere Modulationsräder und so.. warum baut heute sowas niemand mehr?
     
  2. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Das PE-System ist im Prinzip ein ARP 2600 bzw. Odyssey in mehrfacher Ausführung, mit massiven Routingmöglichkeiten (zum Teil vorverdrahtet und über Wahlschalter abrufbar), komplexen Sequenzern und Steuermöglichkeiten.

    Es gibt ein paar Bilder intern, die deutlich die in Kupfer eingewickelten ARP-Module zeigen, die in den PE-Schaltungen verbaut wurden. ARP bot damals einzelne Module nicht nur als Ersatzteile, sondern auch für den Selbstbau elektronischer Musikinstrumente an -- das war also ganz praktisch.

    Dieser Thread von Ed Buller sollte alle offenen Fragen beantworten:

    https://www.muffwiggler.com/forum/viewt ... highlight=

    Ach ja, neulich in Berlin konnte ich nicht umhin, zu ein paar Stätten zu pilgern. Hier meine Wenigkeit vor den Toren der ehemaligen PE-Produktionsstätte, einmal quer über den Hof vom früheren Paragon-Studio von Peter Baumann:



    Stephen

    PS: Die PPG-Controller von Peter Baumann wurden vor ein paar Jahren mal auf eBay versteigert und gingen für 100 oder 200 Euro über den Tisch. Die mit Federn ausgestatteten Kontrollwippen statt Rädern finde ich sehr praktisch. COTK baut einen ähnlich umfangreichen Controller.
     

    Anhänge:

  3. Feedback

    Feedback Individueller Benutzer

    Du kannst so viele Modulationsräder wie Du willst in einem heutigen Modularssystem haben, nimm das Doepfer A-174-2, packt 5 davon in ein Skiff, neben die Tastatur damit und Du kannst drehen bis der Arzt kommt. Das gleiche gilt natürlich auch für Joysticks, Theremin-Controller, Fußpedale, etc.
     
  4. SvenSyn

    SvenSyn ...

    Danke dir, ich wusste dass du was drüber weißt^^

    Also doch ARPig im Klang, habe ich vermutet. Die Aufnahmen klingen irgendwie nicht so "moogig".
    Welche Filtermodelle hatte ARP da im Angebot, für solche Selbst-/Nachbauten? Der pöse Moog-Clone von ARP war ja dann 1976 schon verboten oder?
    Oder anders gefragt: Welche Filter waren in dem PE-System drin?
     
  5. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Auf einem Bild ist ganz deutlich das 4012-VCF-Modul zu sehen:

    [​IMG]

    Ich denke, daß dieser Filtertyp der hauptsächlich verwendete Typ war. Vielleicht war auch noch ein 4023 drin (aus dem Odyssey Mk. 1)? Keine Ahnung. Den typischen PE-Klang kann man sehr überzeugend mit dem Oberheim SEM (neu wie alt) nachbilden, das sitzt frequenzmäßig genau richtig, nicht zu bassig, nicht zu schlapp, schön knackig und mit ordentlich Bandbreite.

    Die Submodule von ARP wurden sogar eine Weile separat beworben für Leute, die sich selbst ihre Schaltungen um die ARP-Module herum bauen wollten:

    http://www.synthfool.com/docs/Arp/submodules/

    http://www.till.com/arptech/modmain.htm

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß ebensolche Module auch zum Vorschein kämen, wenn jemand mal das Studio Hofschneider SYNLAB in Essen auseinanderbaut.

    Ansonsten finden sich ja auch noch 900er Module von Moog (Filter, VCO) im System -- von allem etwas.

    Stephen