Shortcircuit (leistungsfähiger (alter) kostenloser Software-Sampler)

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PySeq

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Hallo,

neulich war ich schwer am überlegen, eine TR-8s, Electribe 2 Sampler oder Digitakt zu kaufen, um damit alte Drumkits zu emulieren (Linn, 808, 707/727, CR-78 ). Ich hab' aber auch noch ein altes Notebook mit Cubase, und da wollte ich mal den kostenlosen VST-Sampler Shortcircuit (1.1.2) probieren. Das wollte ich schon lange, fand den aber immer sehr unzugänglich. Ist Win32, läuft der noch auf aktuellen Systemen? Ich habe hier Windows XP.
Die letzten Tage habe ich also Drumsamples editiert und sortiert (könnte ggf. auch meine Quellen nennen), und es klingt auch ganz passabel, denke ich.

Vielleicht können wir hier ja Tipps und Tricks zu Shortcircuit teilen. Man sollte Version 1.1.2 verwenden, Version 2 wurde leider nie fertig und hat Fehler.
Sowas wurde in anderen Foren schon versucht, war auch recht hilfreich:

https://www.kvraudio.com/forum/viewtopic.php?f=62&t=202562
https://forum.cockos.com/showthread.php?t=31282

Samples vorhören geht mit der Taste 'A'. Sollte man wissen. ;-)

Jetzt habe ich z.B. eine konkrete Frage: Ich habe jetzt also mehrere Drumsamples als Multi. Leider sind sie aus irgendeinem Grund nicht so geordnet wie ich möchte.
Ich möchte sie anhand des Root Keys sortieren. Automatisch scheint das nicht zu gehen. Und hoch und runter in der Liste ziehen kann ich die Samples auch nicht. Was mache ich denn da?
Zur Not könnte ich die Metadaten in der .scm-Datei editieren (das ist XML), aber da müßte es doch eine einfachere Möglichkeit geben?

Viele Grüße
 
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PySeq

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Jetzt habe ich z.B. eine konkrete Frage: Ich habe jetzt also mehrere Drumsamples als Multi. Leider sind sie aus irgendeinem Grund nicht so geordnet wie ich möchte. Ich möchte sie anhand des Root Keys sortieren. Automatisch scheint das nicht zu gehen. Und hoch und runter in der Liste ziehen kann ich die Samples auch nicht. Was mache ich denn da? Zur Not könnte ich die Metadaten in der .scm-Datei editieren (das ist XML)
Tja, hab' jetzt mit einem Perl-Skript das XML editiert. Ging auch soweit. Das heißt, Shortcircuit hat auf diese Änderungen in den Dateien so reagiert, wie ich mir das gewünscht habe.
Für mich ist das ein klasse Feature, daß man diese .scm-Dateien, das sind die Dateien mit den Meta-Daten für die Sample-Einstellungen, editieren kann; daß die also in einem lesbaren Format geschrieben sind.
 
P

PySeq

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Der erste Schritt bei Shortcircuit ist, einen Sample einzuladen. Die Oberfläche sieht ja so aus:

https://static.kvraudio.com/i/b/shortcircuit.gif

Da oben links sieht man ein kleines Kästchen "load". Da muß man draufklicken, dann öffnet sich ein Datei-Öffnen-Dialog, um den Sample auszuwählen.
Verarbeitet werden u.a. wav-Dateien in zahlreichen Formaten. Nicht nur "44.1 khz 16 bit mono", sondern auch z.B. "48 khz, 24 oder 32 bit stereo" und solche Sachen.
Wie gesagt, mit 'A' kann man dann den Sample in Shortcircuit anhören.

Wenn jemand Interesse hat, wäre der nächste Abschnitt die "Zone range", siehe Screenshot.
 
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PySeq

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Na, ich schreib' noch einen: ;-)

In einer "Zone" ist ein Sample. Im Abschnitt "zone range" (siehe Screenshot) wird festgelegt, in welcher Zone auf der Tastatur das Sample (laut Duden Neutrum, also "das Sample") gespielt wird, also z.B. zwischen C1 und C2.
Dies wird mit den Feldern "low key" und "high key" (siehe Screenshot) festgelegt.
Wenn man also z.B. ein Klaviersample hat, und es chromatisch über die ganze Tastatur spielen will, trägt man also "low key: C0", "high key: C7" ein.
Wenn man ein Basedrumsample hat, und es nur auf "C1" spielen will (und auf "D1" schon z.B. eine Snare) trägt man für die Basedrum ein:
Code:
low key: C1
high key: C1
- Man kann diese Werte in den Eingabefeldern vermindern, bzw. erhöhen, indem man länger auf das Eingabefeld klickt und gleichzeitig die Maus nach links, bzw. nach rechts zieht.
- Mit einem Doppelklick auf das Eingabefeld kann man auch über die Tastatur einen neuen Wert eingeben, dann in Form einer Zahl.

Der "root key" (das mittlere Eingabefeld) bestimmt die Tonhöhe des Samples. Wenn man für die Basedrum "low key: C1" und "high key: C1" eingetragen hat, und man die Basedrum in der "normalen" Höhe abspielen will (wie man sie z.B. hört, wenn man das Sample in Audacity lädt), ist für "root key" ebenfalls "C1" einzutragen:
Code:
root key: C1
Erhöht man den "root key"-Wert, vermindert sich die Tonhöhe des Samples (auf der Taste C1). Vermindert man den Wert für "root key", erhöht sich die Tonhöhe des Samples. Mit dem Wert für "root key" kann man also die Tonhöhe des Samples relativ zur Keyboard-Tastatur stimmen.

- Direkt rechts neben den Eingabefeldern für "low key", "high key" und "root key" ist jeweils ein kleiner Button mit der Aufschrift "L" (siehe Screenshot). Klickt man darauf, kann man den jeweiligen Wert (also z.B. "C1") auch über ein angeschlossenes Midi-Keyboard einspielen.
Alle drei Werte gleichzeitig kann man nach einem Klick auf den kleinen Button "Learn all" unter den drei Eingabefeldern mit einem Midi-Keyboard einspielen.

Im Abschnitt "output" (im Screenshot auf der rechten Seite) kann man für jedes Sample einzeln die Lautstärke einstellen. Bilden die Samples z.B. ein Drumkit, kann man so die Lautstärken der einzelnen Drums nach den eigenen Bedürfnissen regeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Michael Anders

Michael Anders

.....
Shortcircuit habe ich vor 10 Jahren auch gerne benutzt. :)
Das ist dann ersatzlos rausgeflogen als ich meine PlugIns komplett auf 64bit umgestellt habe.
Mittlerweile gibt es ja einige gute Freeware Alternativen die auch 64bit können. ZB von One Small Clue den Grace Sampler.
 
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PySeq

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Ja, das seh' ich ein. Bei mir ist noch alles 32 Bit (auch die CPU). Shortcircuit ist schon toll. Aber noch besser wäre es, wenn man eine Lösung in freier Software hätte, die man dann für alle Zeiten auf allen Systemen nutzen kann, egal ob 32, 64 oder vielleicht irgendwann 128 Bit. Kann sein, daß ich mir mal Linuxsampler genauer anschaue. Im Prinzip ist das da ja die Idee.
Inzwischen komme ich mit Shortcircuit ganz gut zurecht, habe mir ein kleines Tutorial hier zusammengestellt.
Ich muß ja erstmal den Umgang mit Samplern generell lernen, konnte mir damals leider keinen Emulator II leisten. :) Insofern ist Shortcircuit da eine tolle Sache. Man kann beliebige Splits und Layers machen, und es klingt auch gut. Im Grunde kann man alle VST, die auf Samples beruhen (insbesondere Drum-VST), durch so einen Sampler ersetzen - wenn man die rohen Samples hat und sie in den Sampler lädt. Dann muß man sich auch nicht von zig verschiedene Bedienoberflächen (oder gar Hardwaregeräten) verwirren lassen, die letztlich alle das Gleiche machen. Es ist gut zu abstrahieren, sowohl von grafischen Oberflächen als auch von Systembedingungen wie Prozessor-Bit-Zahl, usw.. Dann versteht man den Kern davon, worum es geht, viel besser.
Gab es noch was Besonderes, das Du mit Shortcircuit gemacht hattest, vielleicht irgendein Feature, das noch besonders erwähnt werden sollte?

Allerdings: Mit einer Hardware kann man dann noch spielen, sie als Musikinstrument verwenden. Das ginge mit Software und Controller nur, wenn sie dafür ausgelegt wäre (NI Maschine, MPC-Controller, Arturia Spark - na ja, kennt ihr sicherlich. Aber für mich ist das noch Neuland). Also, dieses hier finde ich schon toll :supi:. Möchte ich beinahe auch noch lernen, wie man das macht:

Ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=GsI9-nYLe6A
 
Zuletzt bearbeitet:
hairmetal_81

hairmetal_81

Mitglied in Capt. Obvious' Lambada-Testlabor
Ich mag den TX16Wx eigentlich ganz gerne.
Der ist (immerhin...) sowohl für 16-bit und 32-bit unter Mac und Windows erhältlich.
 
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PySeq

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Ich mag den TX16Wx eigentlich ganz gerne.
Der ist (immerhin...) sowohl für 16-bit und 32-bit unter Mac und Windows erhältlich.
Hmm, 16bit Windows? Das ist Windows 3.1, oder? ;-)

Bei dem Sampler hieß es irgendwo, schon das Hardware-Vorbild sei fast unmöglich zu bedienen gewesen. Aber vielleicht ist das in Software ja besser.
 
hairmetal_81

hairmetal_81

Mitglied in Capt. Obvious' Lambada-Testlabor
Verdammt... das sollte natürlich 64-bit und 32-bit heissen... :sploink:
 
 


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