Stockhausen-Konzerte in Kürten 7.-15. Juli

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Markus Berzborn

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In der zweiten Juliwoche finden wieder die alljährlichen Stockhausen-Kurse mit abendlichen Konzerten in Kürten statt.
Ist auch wieder einiges an Elektronik dabei. Ich selbst fahre auf jeden Fall am Freitag, den 13. hin, weil da das ganz neue elektronische Werk COSMIC PULSES aufgeführt wird mit extrem aufwendigem und innovativem Verräumlichungskonzept (8 x 24 Spuren).
Vielleicht bin ich auch am Mittwoch da, weiß ich noch nicht genau.
Möglicherweise sieht man sich ja. Würde mich freuen.

Hier das komplette Programm.
Die Elektronik-Sachen habe ich mal fett hervorgehoben.

Samstag, 7. Juli, 20 Uhr
KLAVIERSTÜCKE I–V und VII–IX
FREUDE für 2 Harfen

Sonntag, 8. Juli, 17 Uhr
VORTRAG über HU für einen Sprecher
20 Uhr
INORI für 2 Tänzer-Mimen und Tonband

Montag, 9. Juli, 20 Uhr
IN FREUNDSCHAFT für Trompete
KOMET für einen Schlagzeuger und Tonband
CHÖRE vom MONTAG aus LICHT (8-kanalige Bandwiedergabe)

Dienstag, 10. Juli, 20 Uhr
Teilnehmerkonzert

Mittwoch, 11. Juli, 20 Uhr
HARMONIEN für Bassklarinette (Uraufführung)
MITTWOCHS-ABSCHIED oktophone Elektronische Musik

Donnerstag, 12. Juli, 20 Uhr
Teilnehmerkonzert

Freitag, 13. Juli, 20 Uhr
MICHAELS-RUF für 4 Trompeten
HARMONIEN für Flöte (Uraufführung)
TRUMPETENT für 4 Trompeter
TIERKREIS Version 2003 für Tenor und Synthesizer
COSMIC PULSES Elektronische Musik (deutsche Erstaufführung)


Samstag, 14. Juli, 20 Uhr
Teilnehmerkonzert

Sonntag, 15. Juli, 18 Uhr
KLAVIERSTÜCK X
OKTOPHONIE Elektronische Musik

Gruß,
Markus
 
Ach ja, wer nicht weiß, wo Kürten liegt: es ist eine Gemeinde im Bergischen Land nicht weit von Köln. Stockhausen wohnt da seit über vierzig Jahren (und ist auch inzwischen Ehrenbürger).
Es ist eine landschaftlich sehr schöne Gegend, so dass es sich bei schönem Wetter durchaus empfiehlt, nicht erst abends zum Konzert anzureisen.

Ein paar Restauranttips habe ich auch:

www.landhaus-altemuehle.de
www.dasfachwerkhaus.de

Gruß,
Markus
 
So, ich war gestern im Stockhausen-Konzert.

Das war unglaublich. :shock:

Raumbewegungen und Konzeption im neuen elektronischen Stück Cosmic Pulses - das ist mit nichts vergleichbar, was es bisher gegeben hat.
Man wird förmlich paralysiert von dieser Komplexität und verliert das Zeitgefühl.
Habe auch selten so eine Begeisterung im Publikum bei einem Stockhausen-Konzert gesehen.

Gruß,
Markus
 
oha, verpasst.. Lohnt sich das morgen? Weisst du wo das genau ist in Kürten? Mich interessieren mehr die elektronischen Sachen..

Oktophones Frühstücken wäre gut..
 
Das ist total einfach zu finden - Gesamtschule/Sporthalle in Kürten.
Außerdem kann Dir da jeder sagen, wo das ist. Ist ja ein kleines Nest, und die Stockhausen-Konzerte im Sommer sind schon eine Institution (zum 10. Mal jetzt).
Von Köln aus bist Du ruckzuck da.

"Oktophonie" lohnt sich unbedingt, habe ich 1991 in Frankfurt gehört.

Der letzte Sonntag ist sowieso interessant, weil da Stockhausen am Schluss die Preise für die drei besten Studenten-Aufführungen verteilt.
Ich habe aber leider keine Zeit morgen.
Auch die Atmosphäre ist immer sehr schön - locker und international mit Leuten aus USA, Japan, Korea, Iran, Russland...
Wird Dir bestimmt gefallen.

Gruß,
Markus
 
Jo, drum will ich auch mal hin..
Also 18:00 in Kürten in der Gesamtschule/Sporthalle

Das werd ich finden, ich kenn ja Google Maps persönlich, malsehn.. Ich hab ihn ja schon bei Kontakte und Co belauschen dürfen, also warum nicht nochmal hier dabei sein..

International ist immer gut, ist auch immer so schön kultiviert. Selbst die Stocki-Fans sind niedlich kultiviert. Das ist schon sehr putzig. Aber ansich interessiert mich einfach die Musik zu hören und finde es Klasse, dass dort idR einfach genau das getan wird. Beim letzten Konzert wo ich war, war es sogar stockdunkel. Nur ein Mondscheinwerfer war da..

Ich finde noch den Apfel auf dem Mond..

gefunden:
Sporthalle Kürten, Olpener Str. 4
http://maps.google.de/maps?f=q&hl=de&ge ... =addr&om=1
 
Die vorproduzierten elektronischen Sachen sind bei ihm immer dunkel.
Beleuchtet wird nur, wenn es auch was zu sehen gibt, wenn also Musiker auf der Bühne stehen.
Das mit dem Mondscheinwerfer macht er laut eigener Aussage für Leute, die Angst im Dunkeln haben. :)

Gruß,
Markus
 
Jau korrekt.

Und wenn Du anschließend noch was essen willst, fahr gegenüber den Hang hoch Richtung Kirche.

Heißt "Altbergisches Haus", glaube ich. Da war ich gestern auch wieder. Bei gutem Wetter kann man da schön draußen sitzen, und meistens schauen auch ein paar Musiker vorbei.

Gestern saß zum Beispiel der Sänger vom "Tierkreis mit Synthesizer" am Nachbartisch.
Da habe ich mich aber etwas blamiert. :roll:
Habe ihm nämlich vorgeschlagen, er soll das doch unbedingt veröffentlichen in der Version.
Hatte er aber schon. :lol:

Gruß,
Markus
 
Ach ja, noch was: Das Programmheft (für die ganze Woche) ist unbedingt empfehlenswert. Kostet zwar 5 (oder 7?) Euro, ist aber sehr ausführlich (ca. 60 Seiten), informativ und liebevoll gemacht, mit vielen Skizzen und Zeichnungen usw.

Gruß,
Markus
 
Der etwas andere Blickwinkel: Oktophonie klang verdächtig nach FM sprich DX7..
und einem Stringsound, den ich von Emu bzw von F242 kannte ;-)
 
Du hast halt ein geschultes Ohr. ;-)

Stimmt, DX7 II und D-50 wurden da unter anderem verwendet.
Ist ja auch kein Wunder bei der Entstehungszeit, oder?

Gruß,
Markus
 
Nicht wirklich, aber man hört es auch deutlich. Es ist ja auch meine prägende Zeit, da habe ich mein Ohr ausgebildet und rabiat an DXen und Co geschliffen. Natürlich schwächt das nicht irgendwo die Instrumente oder das Werk, es war mir nur sehr ins Ohr gefallen und ich finde das Oktophone schon prima. Leider weigern sich heute PA-Fritzen oft mehr als 2 Boxen hinzustellen und jammern schon bei "was, das geht nicht Mono"? ;-)

Ich finds auch prima, wenn manche ihre Kinder mitbringen und sie mal diese Welt hören, ansonsten finde ich Oktophonie rel. nahe an Ambient-Produktionen diverser Schulen. In gewisser Weise sind daher die Sounds als solche nicht so spektakulär wie etwa die in Kontakte oder Telemusik. Die sind auch per FM und Co gemacht, jedoch mit älterem Gear (zwangweise), es gab ja noch nicht so viel in der Zeit von Kontakte und Telemusik, der http://www.sequencer.de/syns/ems EMS etc..

Was ich wirklich gut finde: Es ist ein Gegenpol zu dem, was zzt passiert: Man hört Musik mit Mehrkanalton und um Dunkel, damit man sich drauf konzentriert und der MEister sagt vorher noch an "Das Werk dauert 67 Minuten, wer also noch schnell gehen will, sollte das jetzt tun". Ganz lieb und bescheiden. Das ist elektronische Musik, da passiert nichts visuelles.

Naja, ist ja nicht mein erstes Erlebnis mit Stocki, ich geh auch wieder hin.. Gibt sicher wieder ein nächstes Mal. Er arbeitet auch am Klavier sehr auf Klang und gewohnheitsverändernd. Die Partituren lassen vermuten: Evtl wollte er auch mal Arzt werden ;-)
 
Moogulator schrieb:
"Das Werk dauert 67 Minuten, wer also noch schnell gehen will, sollte das jetzt tun".

Hat das denn dann auch jemand gemacht?

Ach ja - noch 'ne Frage: Warst Du noch bei der Preisverleihung dabei?

Gruß,
Markus
 
Nein! Wer 15€ Eintrtt zahlt wird das nicht tun ;-)
Aber er wurde auch gefeiert, ist halt wie mit Popstars nur anders. Aber er hat sich das ja auch verdient. Man könnte ja sogar sagen er hat elektronische Musik mindestens miterfunden, oft mehrere Jahrzehnte vor anderen.. Das muss man schon klarmachen. Ich war bis Ende da, weils niedlich ist und weils irgendwie auch Krach gemacht hätte.

Ich fand den Test auch nett mit den Spuren "Spur 1, Spur 2.." so konnte man vorher kurz hören wie das "pur aus einer Richtung" klingt. Es ist ja nicht so einfach alles genau zu positionieren..

Die Leute waren aus allerherren_Länder™ dieser Welt, außer Iran oder sowas, da beschäftigt man sich auch zzt eher mit anderen Sachen.
 
Also, laut Teilnehmerliste im Programmheft waren dieses Jahr zwei Musiker aus dem Iran dabei.
Und einer aus Aserbaidschan.

Gruß,
Markus
 
Die haben aber keinen Preis bekommen ;-)
Nee, war auch nen Scherzle, natürlich alle.. Nur ist die Reisefreiheit da sicher zzt nicht gut, gibt ja "Alt-Iraner" vom Schah und Co. und Community, kannte selber ein paar. Es gibt sie also auch hier. Natürlich auch Künstler.

Preise gingen aber auch "nach Japan" oder so, aber die haben ja alle hier studiert, ist mir aber zu insiderig, was kümmern mich diese Leute und Preise, gönn ich ihnen - Aber das kann man getrost weglassen, aber wenn der Stock in seiner liebevoll-rheinischen Art spricht ist das ganz angenehm..

Er hat auch ein bisschen von Professor Hastig, ist ja auch nicht mehr 20, aber wie auch immer. Gehörte halt dazu.

Ich hoffe, ich erfahr beim nächsten mal schneller davon, ich tu mir auch ern 2 oder 3 Konzerte rein, wenns Geld reicht..

Als Rentner hätt ich Ermäßigung bekommen aber studieren werd ich nicht nochmal, nur damits billiger wird *G*

Ich persönlich finde es jedoch immernoch schlecht, dass man nicht Synthesizer oder wenigstens elektronische Musik studieren kann. Das waren ja alles traditionelle Instrumente, die mit oder ohne Elektronik gespielt haben - Das Klavierstück zeigt aber auch wie begrenzt diese Instrumente klanglich sind, jedoch auch was sie können und wie sie klingen können. Wie auch immer: In dem Bereich scheint das immeronch nicht angekommen zu sein, sehr schade. Mir ist natürlich bekannt, dass man bei der Volkwang in Essen und anderswo und eben auch beim Stocki studieren kann, jedoch ist es noch immer kein Mainstreamfach oder sowas. Es geht ja nicht gegen die tradierten Instrumente, aber weshalb kann man nicht Elektroinstrumente studieren? Selbst bei Stockhausen nicht? Als Hauptfach. Da wird man noch heute genötigt, es mit div. alten Instrumenten zu versuchen und durch die Hintertür reinzukommen..
 
Bei den Kursen in Kürten kannst Du Dich mit Synthesizer als Instrument anmelden. Dozent ist da der Spanier, der am Freitag gespielt hat auf dem Kurzweil K 2600. Aber an den Unis gibt's sowas wohl noch gar nicht richtig außerhalb von Pop und Jazz, das stimmt.
Ich denke, da gibt es wohl noch viele Vorurteile. "Kein richtiges Instrument" und so.
Ich kenne auch persönlich nur ganz wenige, die "klassisch" Klavier gelernt haben und dann Lust auf Synthesizer bekommen oder umgekehrt. Sind irgendwie noch zwei ganz andere Welten offenbar.

Gruß,
Markus

P.S.: Ich wollte mich da sogar schon mal anmelden, aber das war mir dann doch von der Vorbereitung zu aufwendig. Die anderen Studenten sind ja auch alles angehende Profis und meist total virtuose Leute, da hätte ich schon monatelang arbeiten müssen im Vorfeld, um da einigermaßen mithalten und mitreden zu können, die Zeit hab ich nicht, ist ja nicht mein Hauptberuf. Du musst ja bei der Anmeldung konkret angeben: Ich habe dieses und jenes Stück von Stockhausen vorbereitet und dann arbeiten die da gezielt mit Dir.
Ich meine, man kann sich natürlich einfach als Gasthörer registrieren lassen, ohne praktische Arbeit, aber das ist ja auch sicher bei weitem nicht so interessant und fruchtbar.
 
Genau so mein ich das, ich finde das von diesen Leuten extrem rückständig und protektionistisch, sowas kann man doch nicht ernst nehmen, wenn man Synthesizer nicht ernst nimmt, zumindest gehe ich davon aus, die können nicht viel, wenn sie so drauf sind oder eben wollen unter sich bleiben.

Das ist sicher die allerletzte Bastion die fällt, aber dann auch mit Liebe™. Weg damit.



Anmelden: Nicht übel, denke aber es wird sicher nichts was man so nebenbei machen kann. Aber ich finds ok, wenn man dies oder jenes Stück dann angeben kann, dann ist das doch einigemaßen fair. Insbesondere wenn man weniger mit Noten arbeiten wollte ;-)

Aber man lernt ja mit allem, notfalls auch paukt man das mit den Noten wieder rein, hat man ja nur fest und sicher drauf, wenn man viel mit Nichtelektronikern spielt, zumindest im Trivialpopbereich™, wo wir uns hier meist aufhalten ;-)
 
Moogulator schrieb:
Ich persönlich finde es jedoch immernoch schlecht, dass man nicht Synthesizer oder wenigstens elektronische Musik studieren kann.

Hat aber auch sein Gutes: So behält der Synthesizer immer noch seine experimentelle Note. Wer weiß was für Freiheiten einem in solch einem Studium genommen würden.
 
Bei Stockhausen werden Dir sicher keine Freiheiten genommen, Du gewinnst nur neue Freiheiten hinzu. :lol:

Aber auch sonst verliert man im Studium nur die Freiheiten, die man sich nehmen lässt.
Du weißt ja: Ist es zu stark, bist Du zu schwach. ;-)

Gruß,
Markus
 
Nachträglich noch ein paar Fotos, die ich am 13. Juli gemacht habe:

Kurz vor dem Konzert
Suelztalhalle.jpg


Vier Trompeter im Zelt
Trumpetent3.jpg


Stockhausen nimmt seinen wohlverdienten Applaus entgegen :lol:
Stockhausen1.jpg


Stockhausens Live-Mischer
Console.jpg


Gruß,
Markus
 
https://www.sequencer.de/blog/?p=2092

Hatte ja versprochen mal ein paar Partituren hochzuladen
https://www.sequencer.de/blog/?p=2092

hat bisschen was von Controllerfahrten und co, nicht?
Der Mann vom Sirius kannte Cubase schon in den 60-70ern! ;-) Don Buchla immerhin schon ende der 70er, da gabs ja schon die Computergenerierten Verlaufssachen (Hüllkurven quasi), .. aber das nur am Rande..

an dem tag gabs coole Himmelsfotos:
http://www.flickr.com/photos/moogulator/

minivideo vor dem beginn.. eigentlich nicht wichtig, aber ist auch noch in den news, weil ichs halt hab.. hab mehr, aber ist nur um zu hören, wie herr s so redet..
 


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