Völlig unterschätzt: Raumresonanz im Proberaum

Dieses Thema im Forum "Bühne / Performance" wurde erstellt von Tonerzeuger, 15. August 2018.

Schlagworte:
  1. Tonerzeuger

    Tonerzeuger ......

    Hallo zusammen,

    bei der gestrigen Probe mit meiner Blues/Rockband bin ich auf den krassen Effekt einer Raumresonanz gestoßen (worden).

    Ich habe auf meinem -durchaus guten- Stagepiano eine Melodie gespielt, und unser Sänger hat gemeckert, der Rhodes-Sound sei "irgendwie viel zu dominant", und nein, es sei nicht die Lautstärke.

    Also mal flugs ein DX7-E-Piano aus dem FS1R genommen - das gleiche Geschimpfe - und da fiel mir auf, dass beim E5 (ca 660 HZ) der Ton regelrecht rausknallte, also penetrant lauter war als die Nachbartöne. Offenbar unabhängig von der Tonquelle.

    Ich habe dann mit dem Parametrischen EQ, den unser Mischpult zum Glück für jeden Kanal besitzt, genau diese Frequenz um bestimmt 6 dB leiser gemacht - und das hats gebracht!

    Danach war der Klang über die Tastatur hinweg viel ausgewogener. Vor allem bin ich glücklich, dass ich mir jetzt keine Vorhaltungen mehr anhören muss, mein Equipment würde irgendwie unpassende Klänge von sich geben!

    Also: Falls mal jemand das selbe Problem haben sollte :)

    Gruß:
    Tonerzeuger
     
    fanwander, Feedback und dbra gefällt das.
  2. Als Bassist kenne ich das live von Gewölbekellern und irgendwelchen rumresonierenden Bühnen. Das geht so weit, dass man abhängig von der Tonart des Stückes denkt man spielt komplett falsch, weil die Raumresonanz einfach gar nicht zur Tonart passt. Eine Wohltat ist hier funktionierendes InEar.

    Ergänzung: Der totale Knieschuss ist das billigst Ride-Becken vom (gottseidank z.Z. abgebauten) Proberaum Schlagzeug von meinem einen Drummer. Das hat so einen penentranten Eigenton der zu garnichts passt, das ist aber auch wieder abhängig von der Tonart.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. August 2018
    xenosapien gefällt das.
  3. freidimensional

    freidimensional Tastenirrtuose

    Ich kenne das...bei mir zu Hause ist es das Bb, das ordentlich rumdrückt.
    Da ich leider meinen Kram in einer Ecke stehen habe, und die Boxen zudem
    sehr nah an der Wand, bekomme ich das auch nicht weg, selbst mit eqing
    nur sehr sehr subtil.
    Mir bleiben da nur Kopfhörer :dunno:
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2018
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  4. räume bestehen aus wänden, und wände aus festen stoffen.

    feste stoffe reflektieren den schall.

    guten schaumstoff zum dämmen gibt es in jedem gut sortierten mülleimer.
     
  5. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    ja, hab hier auch eine wand mit alten Matratzen bestückt und ein schönes Tuch davor gehängt. sieht schick aus und akkustik ist gleich viel besser.
     
  6. Feedback

    Feedback Individueller Benutzer

    man hört das Brummen besser?
     
  7. Plasmatron

    Plasmatron Musiker oder Laberbacke ?

    Es schluckt offensichtlich auch die guten Frequenzen , ...
     
  8. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    Nein, nicht dich.
     
  9. freidimensional

    freidimensional Tastenirrtuose

    Ge-sidechaintes Brummen bitte, wird ein neues Stilmittel
     
  10. jetzt verwirrt doch den kollegen nicht gleich so.
     
  11. Das ist leider ziemlicher Humbug - die oben beschriebenen Effekte kennzeichnen die sog. Raummoden und diese werden nach unten hin ab den tiefen Mitten zum ernsten Problem in nicht aktustisch korrekt aufbereiteten Räumen. Ein bisschen "guter" Schaumstoff aus dem "Mülleimer" bringt da überhaupt nichts (maximal für den oberen Mitten bis Höhnenbereich). Helfen können da nur auf den jeweils kritischen Frequenzbereich abgestimmte Tieftonabsorber und/oder Bassfallen. Sind relativ aufwändig und teuer und nehmen uU. auch mal Platz weg.
    .
     
  12. Würze

    Würze Nur wer nicht sucht, ist vor Irrtum sicher.

    Bei 660 Hz sind das kaum Raumeigenmoden.(Stichwort Schroederfrequenz)

    660Hz hat eine Wellenlänge von 52cm -ein poröser Absorber müsste theoretisch 13 cm praktisch besser 15 cm dick sein (oder entsprechend Wandabstand haben) um in der Schallschnelle bei λ/4 zu wirken.

    Wenn Kollege Tonerzeuger mit dem EQ Einsatz zufrieden ist, ist er zufrieden, ist er zufrieden ...
    Er hat einen Tip gegeben - kein ungelöstes Problem beschrieben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2018
  13. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    wie ne matratze.
     
  14. Würze

    Würze Nur wer nicht sucht, ist vor Irrtum sicher.

    Wellenlänge von 52cm nicht 52Hz - korrigiert.

    Exakt:xenwink:
     
  15. Feedback

    Feedback Individueller Benutzer

    Hast schon recht, aber nach der Wand mit den tuchverhängten Matratzen - irgendwie klingt das ja für mich wie ein orientalischer Puff - haben sich irgendwie meine Finger verselbständigt.
    Den Report des TE's fand ich gut und hilfreich. Für die einen mag es selbstverständlich sein, mir wird es in der ein oder anderen Situation weiterhelfen.... daher :nihao::nihao::nihao:
    Und natürlich auch :kiffa:
     
  16. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Ich schätze, dass die Resonanz in der Box entsteht - nicht im Raum.
     
  17. khz

    khz D@AU ~/Opportunist/Orwell # ./.cris/pr.run

    Sinnloser Beitrag: Ich drehe immer die Lautstärke auf "11!" auf, dann funkt ES.
    [​IMG]
    *SdS*
     
  18. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Der dreht gar nix mehr (zumindest hier unten)
     
  19. Würze

    Würze Nur wer nicht sucht, ist vor Irrtum sicher.

    Wäre ne Möglichkeit. Würde auch erklären warum der EQ gut funktioniert.
     
  20. wo auch immer du das her hast, aber nach dem was du sagst könnte man ja räume überhaupt nicht effektiv dämpfen, denn im brillianzbereich ist dämpfung relativ unwichtig. das hiesige beispiel, wo ein problem genau beim mittenton auftritt ist der klassiker schlechthin.

    jegliches dämmungsmaterial für die akustische dämfpung wird zur klassifizierung des durchschnittlichen absorbtionsgrades nach irgendwelchen ISO normen im bereich zwischen 125 - 4000 Hz getestet.
    das würde man nicht so machen, wenn schon bei 660 Hz keinerlei effekt mehr zu erwarten wäre.

    recht nützlich ist darüberhinus die mit einer rauhen oberfläche verbundene streuung - und möglichst viel asymetrie.

    ob es hilft, wenn die matratze besonderes versifft ist weiß ich jetzt aber auch nicht, das müsste man mal probieren.
     
  21. dbra

    dbra Ehrenpräsident des Technofreunde Ohlenburg e.V.

    also die total versifften hab ich abgelehnt...
     
  22. fanwander

    fanwander ||||||||||

    Matrazen im Proberaum sind echt vielseitig einsetzbar.
    :floet:
     
  23. warum das? es ist doch naheliegend, erst mal die eigenen einzusetzen. :D

    auf jeden falll sollte sie mindestens 15 centimeter dick sein, damit der bereich um 660 Hz herum sein energiemaximum vor der wand noch "in" dem dämmstoff hat.

    (du kannst ja die pissflecken nach hinten drehen)
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. August 2018
  24. gerwin

    gerwin ||

    Ich denke, ein paar Sportflecken auf der Matratze sind nicht schlimm. Die Art der Matratze bringt da größere Unterschiede mit sich. Ich denke, Schaumstoff dämmt besser als Federkern.
     
  25. oder du schneidest mit einer nagelschere 16537 kleine pyramiden rein und tränkst das ding dann in epoxidharzschaum.

    dann is ganz professionell.

    und dann wirds auch beim sport leiser, falls die sängerin gerne viel schreit.
     
  26. oder wie wäre es mit 500 leeren bierflaschen. ist der perfekte helmholtz resonator. (kein witz)