Musik Warum klingt Musik heutzutage oft einfach Scheiße?

intercorni

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Was ist gut? Was ist schlecht? Wer definiert sowas? Der eigene Geschmack? Der Zeitgeist ändert sich, genauso wie die Hörgewohnheiten.
Die aktuelle Musikproduktion ist geprägt von Streaming, komprimierten Audiodecoding wie MP3 und krassen Dynamikeinschränkungen.
Klingt eine alte Aufnahme nun besser als die neuen Produktionen? Kommt drauf an. Damals gabs noch Budget für ein Studio inkl.
Toningenieur. Das klingt unter Umständen deutlich besser als eine Produktion aus dem Bedroom Studio.
 
Kaum jemand weiß noch, wie gut Musik klingen kann, weil das Abhörequipment fehlt. Ich hab Airpods 2, die schneiden bei Tests ganz gut ab. Für meine Ohren ist es für Musik völlig unbrauchbar, was da rauskommt. Matschiger Bass, keine Auflösung in den Mitten/Höhen, körnig, künstlich, ausgebremste Dynamik. Mein Walkmen Anfang der 90er mit Original-Kassetten klang um Welten besser (musikalischer) als Streaming über Airpods.
 

ganje

Fiktiver User
Kaum jemand weiß noch, wie gut Musik klingen kann, weil das Abhörequipment fehlt. Ich hab Airpods 2, die schneiden bei Tests ganz gut ab. Für meine Ohren ist es für Musik völlig unbrauchbar, was da rauskommt. Matschiger Bass, keine Auflösung in den Mitten/Höhen, körnig, künstlich, ausgebremste Dynamik. Mein Walkmen Anfang der 90er mit Original-Kassetten klang um Welten besser (musikalischer) als Streaming über Airpods.
Dein Walkman ja, aber deine Economyclassflugzeugpassagierkopfhörer bestimmt nicht :D
 
Als ich bei nem Kumpel immer Jahrzehnte alte Jazzplatten gehört habe, habe ich mich auch gewundert, warum die Ingenieure damals nicht interessiert hat, dass man verdammt nochmal das Schlagzeug nicht hört. Dafür drückte das Saxophon alles weg. Für meine Ohren nicht zumutbar...

...völlig unästhetisch für mich, aber das war eben der Zeitgeist.
 
Zuletzt bearbeitet:

Bamsjamin

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Als ich bei nem Kumpel immer Jahrzehnte alte Jazzplatten gehört habe, habe ich mich auch gewundert, warum die Ingenieure damals nicht interessiert hat, dass man verdammt nochmal das Schlagzeug nicht hört. Dafür drückte das Saxophon alles weg. Für meine Ohren nicht zumutbar...
Vielleicht war das damals der Zeitgeist. Vielleicht waren die Hörer damit zufrieden :D Heute ballert die Kick, damals das Saxophon.
 

Sonnenlicht

Stoiker
Ich höre seit gefühlten 10 Jahren nur noch meine Schallplatten (da habe ich mehr als genug) und meine Jams live und analog gespielt. Meine Ohren finden das sehr gut. Da ich auch u. a. in einem Danceclub arbeite, meide ich (wenn möglich) mich dem "brülligen" und "spizen" lauten Sound aus den Boxen auszusetzen.
 
Vielleicht war das damals der Zeitgeist. Vielleicht waren die Hörer damit zufrieden :D Heute ballert die Kick, damals das Saxophon.
Hatte ich in meinem Post noch reingeschrieben, bevor ich deinen gelesen habe.

Es war auch Verkaufsargument, der Saxophonist war oft der Bandleader und Hauptsolospieler. Den wollten „die Leute„ eben dudeln hören.
 
Hier soll es aber nicht um Musikstile, sondern um die Art der Produktion gehen.
Das IST eine spezielle Art der Produktion, wenn man ein Instrument so in den Vordergrund holt. Die Mucke an sich war ja cool...

Drums düdelten irgendwo im Hintergrund. Die Sache ist, dass eben das bei den Hörern ankam, was ankommen sollte. So wie heute...
 

highsiderr

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Dank Digital Technik und Rechenpower wird heute alles bis zur überperfektion zurecht komprimiert.
Das wäre in den 80er/90er Jahren so nicht möglich gewesen.

Das Hauptmedium in den 80er die schallplatte und Band/Kasette.
Schon dadurch konnte nicht bis ins unendliche komprimiert werden.

Heute herrscht loudness war 2.0.
Ich persönlich mache immer einen Bogen um 80er Songs die ein Remastered im Titel haben. Dann lieber die alte Version von cd.
Und ich möchte nicht wissen wieviele der 90er Techno tracks mit nur einen Analog Kompressor auf der Summe als Masterd gepresst wurde.

Es gab da mal ne Arte Doku da ging es unter anderen auch um ein altes Analog Mischpult das sich die FooFighters unter den Nagel gerissen haben.
Die werden schon wissen warum.
 

GlobalZone

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Wenn es nicht um den Sound (Kompression, Autotune, etc.) geht, sondern generell um die Art der Musik, dann mag es dafür auch psychologische Gründe geben:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/alles-nur-bumm-bumm-bumm
Es gab damals Schranz und es gibt heute Schranz, es gab damals Trance und es gibt heute Trance.

Teilweise noch in der musikalischen, oldschooligen Art von damals, aber dafür in einer anderen Machart.

Heute nervt´s, früher nicht. Früher nervt auch heute nicht, nur Heute nervt heute.

Ich verstehe meinen "Alten" (Ein HiFi Nerd, ehemals Hobby-Bassist und -Keyboarder), wenn er von den 60s oder 70s schwärmt,
aber nicht den Großalten, der nur von Andrea Berg schwärmt, aber sonst nur Bier, Schrebergarten und BILD im Kopf hat.
Es kommt individuell darauf an, wie derjenige zu früher steht, der "Früher war alles besser" herausposaunt.
Meinem Vater nehme ich das ab, mein Opa hat lustige Geschichten, aber kommt mit der modernen Welt nicht klar. .
Der eine so, der andere so.

Früher war wirklich vieles, wenn nicht sogar das meiste besser und vom meisten Schlechten, haben wir nichts mitbekommen.
 

GlobalZone

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Das IST eine spezielle Art der Produktion, wenn man ein Instrument so in den Vordergrund holt. Die Mucke an sich war ja cool...

Drums düdelten irgendwo im Hintergrund. Die Sache ist, dass eben das bei den Hörern ankam, was ankommen sollte. So wie heute...
Ich erinnere nur an Sounds bis in die 70er, in dem Drums ganz links, Bass ganz rechts und das musikalisch relevante
in die Mitte positioniert wurde.

Ich denke nicht, dass die das gemacht haben, weils so geil klang, sondern aufgrund der Produktionsmethoden so
sehr einfach trennen konnten, also das was heute unzählige EQs, Multibandcomps und sidechains erledigen.

Das klingt vlt nicht besser, ist aber angenehmer zu hören, selbst über Kopfhörer.
 
W

Wellenstrom

Guest
So isses. Der Vorteil damals war die Limitation in der Studiotechnik und der Schallplatte. Weniger ist mehr. In der Digitaltechnik müssen Limits immer wieder neu definiert werden, es gibt merkwürdige "Wettbewerbe", wie den Loudness War. Keine Plattennadel mehr, die irgendwo rausspringen kann, zeigt eine natürliche Grenze auf. Das Produkt kann über alle Schmerzgrenzen hinaus schallen.
 
%

%3GgHszuestrnln

Guest
Ich versteh Deine Frage glaube ich nicht.
Ich denke an Dubsteb usw, eigenltich egal was, und daß da die Produktionsweise und der Stil und der Sound nicht trennbar sind.
 

GlobalZone

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Dubstep wird mit dem gleichen Zeug gemischt, wie auch ne Metal oder Popnummer,
ausser ein paar Genrespezifischen Tools, aber der Grund ist derselbe und das Ausgangsmaterial
soll ähnliche Atribute haben. Es spielt also im Grunde nicht so eine Geige, es sei denn man
nimmt Softsynths und Softsampler noch in die Rechnung als Ursache für schlechten Sound mit rein,
aber das ist dann doch eher Geschmackssache. Selbst ein Steinberg Neon, der erste VST Synths überhaupt,
ließe sich schlau platziert in eine Rock- oder Popnummer unterbringen, ohne dass es scheiße klingt.
 
M.E. ist es auch ein technisches Problem. Psychoakustisch sind Rauschabstand, statische harmonische Verzerrungen und Frequenzgang nicht die einzigen Parameter.

Und musikalisch war der Geist ein anderer - und die Drogen waren es auch. Für mich klingt heute ganz vieles nach Ritalin (gleichförmig, grau, ereignisarm), früher dagegen spannend - nach Gras (komplex und funky: Jazz, Oldschoo Hiphop/Triphop), Koks (Kraftvoll: 80er Pop), LSD (psychedelisch: späte 60er / frühe 70er/teils 90er) usw.

Erfolgreiche "Künstler" sind heute auch eher BWLer als geniale Kreative. Die Verflachung ist keine Einbildung. Und Egonmanen, jedes fucking Lied in den Charts dreht sich um I, I, I, me, me, me, achtet mal auf die Texte.
 
W

Wellenstrom

Guest
Und musikalisch war der Geist ein anderer - und die Drogen waren es auch. Für mich klingt heute ganz vieles nach Ritalin (gleichförmig, grau, ereignisarm), früher dagegen spannend - nach Gras (komplex und funky: Jazz, Oldschoo Hiphop/Triphop), Koks (Kraftvoll: 80er Pop), LSD (psychedelisch: späte 60er / frühe 70er/teils 90er) usw.
hehehehe, die Drogen/ Musik Kategorien haben was. Aber vieles davon ist natürlich auch Mythos.
 

GlobalZone

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Ich halte nichts davon Drogen als Ursache für Kreativität aufe inen Thron zu hiefen.

Ich denke es ist eher andersherum, dass der künstlerische Freigeist eher dazu neigt Drogen zu nehmen,
die Ursache also in seinem Wesen liegt und die Kreativität nicht minder oder mehr angeregt werde, sondern nur anders.

Es ist auch irgendwie am Thema vorbei, denn die Anzahl derer, die ohne Drogen großartige Musik erschaffen
ist höher als jene, die sich abschießen.
 

highsiderr

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Es gibt auch ein schönes Englischsprachiges Video in dem der ein oder andere Top Producer zu wort kommt.
Der Tenor ist da eindeutig. Der Produzent will es eigentlich nicht, der Musiker schon gar nicht der Toningenieur auch nicht aber die Plattenfirma sagt ihr müsst.

Eine aussage ist bei mir hängen geblieben. Da meinte ein Producer wir nehmen die Instrumente mit 192khz Abtastrate auf um jedes bisschen Dynamik einzufangen die das Instrument her gibt. Und zerstören dann im Master die komplette Dynamik wieder nur damit es ordentlich Laut ist.
Kann mich aber nicht mehr erinnern welcher Producer das gesagt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
W

Wellenstrom

Guest
Ja, Drogen werden da überschätzt. Und letztendlich haben die mehr kaputt gemacht, als zu guten Songs inspiriert. Der wahre Luxus, ist es, sich die Birne frei von dem Zeug zu halten. Der beste Push ist es, den Geist mit Kunst, Musik und interessanten Informationen zu versorgen. Das macht kreativ. Das, und viel Ruhe.
 

GlobalZone

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Wir reden aneinander vorbei.
Ich meinte nicht speziell die Tools, auch wenn die einen Einfluss haben, sondern das ganze Procedere.
Richtig, und das ist im Grunde nicht anders als mit jeder anderen Musik.

Auch in anderen Genren wird gelayert, was nichts neues ist, denn es ist schon immer ein
kompositorisches Element gewesen, Instrument in verschiedenen Oktavlagen spielen zu lassen,
damit sie sich nicht beissen, sondern gegenseitig unterstützen.
Auch in anderen Genren wird Sidechain eingesetzt und eigtl jede andere Funktion in der DAW.

Das ganze "Prozedere" ist nicht das selbe, aber so nah beieinander, dass es schlichtweg keine Relevanz
auf die Eigenart hat, warum Musik früher im Kern anders war, als heute.

Die Veränderungen sind ja auch nicht an Genren festzumachen, sondern man kann die Entwicklung
bei jeder populären Musikrichtung erleben.

Wie schon angedeutet, würde ich da ein paar Musikrichtung wie Klassik oder Jazz rausnehmen,
die für mein Empfinden noch recht ursprünglich geblieben sind, mit etwas weniger Rauschen.
 


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