Welcher Synth bring schnell brauchbare Ergebnisse?

Beim Rumfrickeln im Studio habe ich festgestellt, dass man sich mit manchen Geräten ziemlich verzetteln kann, andere hingegen sich schnell und intuitiv bedienen lassen.
Da meine Zeit knapp und kostbar ist, möchte ich lieber mit Synths arbeiten, die eine benutzerfreundliche Oberfläche aufweisen und die Kreativiät antörnen.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Was könnt ihr empfehlen und wovon ratet ihr ab?
Lohnt es sich manchmal, länger am Synth zu frickeln und wertet das die Musik auf?
 
die MiniMoogs find ich immer noch hervorragend bezüglich Sound und Bedienbarkeit. Die neuen Voyagers bieten ausserdem noch die Möglichkeit, Sounds abzuspeichern und vielfältige MIDI Kombinationen. Mir macht es einfach Spass, an diesen analogen Instrumenten zu spielen.
Die kleinen Döpfers Dark Energy und Dark Time finde ich ebenfalls sehr intuitiv und leicht zu bedienen. Die Klänge vom Dark Energy sind ausserdem erstaunlich kompetent, obwohl er nur einen Oszillator hat.
Weniger gute Empfindungen habe ich mit digitalen Synthies. Meine alten DX100 oder Poly800 oder X5 liefern zwar polyphone Klänge, die Bedienung ist jedoch völlig daneben, vor allem, wenn man mal einen Sound wirklich ändern und modifizieren möchte. Das gleiche gilt auch für die Soft-Synthies, z.B. die Arturia Emulatoren. Man bekommt Fingerkrebs wenn man mit der Maus einen Knopf drehen möchte.
Ein Synthesizer für musikalische Anwensdungen sollte immer auch ein Musikinstrument sein. Für wissenschaftliche Anwendungen gibt es ja z.B. die Synthesizer von HP. Der HP3325A zum Beispiel hat einen enormen Frequenzbereich von 1micro Hertz bis 21 MHz! Dieser Synthie ist wahrlich ein Eldorado für Kybernetiker und Enigma-Decodierungsliebhaber.
 
Niko schrieb:
Soft-Synthies, z.B. die Arturia Emulatoren. Ma bekommt Fingerkrebs wenn man mit der Maus einen Knopf drehen möchte.
Habe leider auch diese Erfahrung gemacht und deshalb die Arturias verscheuert.

Eine positive Ausnahme bildet übrigens der FM8. Er verfügt über brauchbare Patches, die man schnell und unkompliziert auf die eigenen Bedürfnisse eiditieren kann, ohne tief in Parametergräber hinabsteigen zu müssen.
 
Taschenmusikant schrieb:
Lohnt es sich manchmal, länger am Synth zu frickeln und wertet das die Musik auf?
Beim Musik MACHEN nehme ich Geräte mit so wenig Möglichkeiten wie nur möglich (Im Moment sind das ein Epiano, ein polyphoner und ein monophoner Synth mit jeweils nur einem Oszillator, einem Envelope und einem LFO, sowie eine 606).
Beim Musik PRODUZIEREN (also schon GEMACHTE Musik hochwertig aufnehmen), füge ich nach Bedarf Instrumente mit mehr Möglichkeiten hinzu.
Dank langjähriger Gewöhnung, kann ich auch beim Musik MACHEN ein kompliziertes Instrument so benutzen, dass ich einfach seine Möglichkeiten ignoriere. Aber ich weiss sehr wohl, dass das nicht einfach ist, und manchmal falle ich selbst immer noch auf so ein Parameterlebkuchenhäuschen rein.
 
Die Nord-Lead-Reihe ist auch sehr schön um schnell ohne übermäßig viele Verstrickungsoptionen zu einem Sound zu kommen.

VST seitig lande ich erstaunlich oft bei der Bassline von TAL (Freeware) und dem FM8 von NI.

Manchmal muss es eben schnell gehen.

Ach.... Und der Jupiter-4 ist eh mein Arbeitstier. Instant beauty.

Hauptsache ich kann an Knöppen drehen und muss bei der Klanggestaltung nicht mit den Augen arbeiten.
 
florian_anwander schrieb:
Beim Musik MACHEN nehme ich Geräte mit so wenig Möglichkeiten wie nur möglich (Im Moment sind das ein Epiano, ein polyphoner und ein monophoner Synth mit jeweils nur einem Oszillator, einem Envelope und einem LFO, sowie eine 606).
Beim Musik PRODUZIEREN (also schon GEMACHTE Musik hochwertig aufnehmen), füge ich nach Bedarf Instrumente mit mehr Möglichkeiten hinzu.
Dank langjähriger Gewöhnung, kann ich auch beim Musik MACHEN ein kompliziertes Instrument so benutzen, dass ich einfach seine Möglichkeiten ignoriere. Aber ich weiss sehr wohl, dass das nicht einfach ist, und manchmal falle ich selbst immer noch auf so ein Parameterlebkuchenhäuschen rein.
:supi:

Bei mir: Für Melodien, E-Piano. Synthsound/Effekte: MS-20. In der letzten Zeit aber sogar eine Software: Synth1. Hauptsache, man werkelt nicht immer wieder kleinste Nuancen nach. Sound einstellen und dann bei der Melodie/Beat bleiben. Je weniger Knöpfe, desto besser, lenkt sonst nur ab und man landet bei Effekten statt Melodien. Wie Florian schon so schön schrieb.
 
Der Voyager is da super.
Meistens ist ein gewünschter Sound sogar schneller komplett mit Hand eingestellt, als das Preset rausgesucht und abgeändert.

Der Dark Energy is für "auf die Schnelle" meiner Meinung nach etwas untermotorisiert.
 
Ich trenne Soundbau und Musik machen voneinander, weil mir beides Spass macht und ich mich sonst verzettel. Von daher mach ich erst mal 'ne bestimmte Menge von Sounds die mich zu 'nem Track inspirieren und wenn ich dann 'ne Idee fuer den Aufbau eines Tracks hab', fang ich mittlerweile schon im Vorfeld mit dem gezielten erstellen der noch fehlenden Sounds an.
Ansonsten ist der Synth der die schnellste Ergebnisse bringt auch meist der Synth in den ich mich gerade am intensivsten eingearbeitet hab', im Moment ist das meist irgendwelche Semi Modulare Software. Bei Synths die zu einfach gestrickt sind ist mir der Frustfaktor einfach zu hoch, weil sich die Sounds nicht weit genug verbiegen lassen und es am Ende selten so klingt wie ich's mir wuensche.
 
Kommt natürlich auf die Musik und die Sounds an, die man machen will, aber ich finde die alten polyphonen Analoggeräte wie Roland Jupiter 6 und 8, Memorymoog, Prophet 5 effektiv, intuitiv und unmittelbar verständlich ohne großartige Manual-Studiererei.
 
Summa schrieb:
Ich trenne Soundbau und Musik machen voneinander, weil mir beides Spass macht und ich mich sonst verzettel. Von daher mach ich erst mal 'ne bestimmte Menge von Sounds die mich zu 'nem Track inspirieren und wenn ich dann 'ne Idee fuer den Aufbau eines Tracks hab', fang ich mittlerweile schon im Vorfeld mit dem gezielten erstellen der noch fehlenden Sounds an..
Das klingt sehr diszipliniert. Funktioniert bei mir leider nicht, ist wohl etwas zu verkopft.


Markus Berzborn schrieb:
Kommt natürlich auf die Musik und die Sounds an, die man machen will, aber ich finde die alten polyphonen Analoggeräte wie Roland Jupiter 6 und 8, Memorymoog, Prophet 5 effektiv, intuitiv und unmittelbar verständlich ohne großartige Manual-Studiererei.
Die sind eh unerreichbar. Zudem muss man spieltechnisch versiert sein, sonst klingts nach A&F.

Was ist mit dem aktuellen Kram?
 
Die inzwischen oft gesuchte RozzboxV2 war für mich immer wieder das "Verzettelungsmonster" überhaupt.
Vier Pages, die sich teils überschneiden, aber das auf wechselnden Reglern und diese verzwickte Modmatrix...
Vom Sound echt klasse aber das Interface ein Graus und entsprechend zeitraubend.

Für mich ist "frickeln" eher selten effektiv. Jeder der Spaß am Synth hat macht es natürlich zu gern aber wenn
man wirklich ein Ergebnis haben will es doch wichtiger, dass etwas musikalisch schlüssig ist und funktioniert.

Jep - TAL Bassline und auch TAL Uno62 sind super Tools zum skizzieren und komponieren.
Für Mausallergiker gilt natürlich selbiges für die analogen Vorbilder und strukturell ähnlich einfache Teile.
 
die NordLeads wurden ja schon genannt, man muss den Klang halt mögen, von der Bedienung her absolut spitze.
Im Moment benutze ich viel den Mopho-Key, auch sehr übersichtlich.
 
Bei mir hängen zwei Presetschleudern Yamaha TG500 (Gedudel) RM50 (Drms) auch aus Platzgründen (je 1 HE) einer MPC.
Einschalten und loslegen.
Rumfrickeln geht auch.
 
Je simpler, desto besser. Bei komplexen Geräten versteigt man sich sehr schnell dazu, sich in der Klanggestaltung zu verlieren und vor lauter toller Klänge die eigentliche Idee des Stückes aus den Augen zu verlieren.

Als direkte Antwort auf Deine Frage:
Mini Moog. No frills.
Prophet 5. Grundsolide.
Roland JX-3P: Einschalten. Loslegen.
Akai MPC XXX(X): Sketchbook.

Aber das sind ja bloß größtenteils Analoge. Im digitalen Sektor wüßte ich spontan nicht soviel, da man dort erstmal eigene Klänge programmieren möchte, um von den z. T. grauenhaften und zu Tode genudelten Werksklängen wegzukommen.

Stephen
 
Ein Yamaha CS15D (vintage, analog, monophon) bringt mit Hilfe seiner Presets (und auch ohne) schnell brauchbare Ergebnisse. Die Vorteile des CS15D liegen darüber hinaus in den Echtzeit-Reglern, wobei sich neben dem MODULATION- und PITCH-Wheel links von der Tastatur der stufenlose BRILLIANCE-Fader besonders hervorhebt.

cs15d.jpg


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Man darf meine Hörbeispiele gerne auch gleichzeitig oder nach Belieben abspielen, so wie mit einem Mehrspur-Rekorder! ;-)
 
Theo, oller Anfixer :mrgreen: , der CS-15D is geil, kein Wunder, hört man den großen Bruder CS-80 deutlich raus.

Hier sind nach vielen ach so vielversprechenden Kisten nur noch wenige übergeblieben, mit denen ich sofort Ideen umsetzen kann:

- Kurzweil PC361
- Yamaha QY700


Vor voller Schüssel verhungert, weil zuviel Auswahl oder lauter unbrauchbare Sounds:

- Waldorf MicroQ
- Roland JV-1080
- Roland D-110


einladend, aber dann doch nicht meins:

- Novation KS
- EMU E5000 Ultra
- Yamaha AN1x
- Yamaha SY99

Sehr gern genutzt, aber dann doch verkauft, mich aber teils darüber geärgert:

- Korg Polysix
- Korg EPS-1
- Roland JX-10
- Yamaha DX7IID
- Yamaha TQ5
- Ensoniq SQ-R oder MR Rack
- Ensoniq TS-10/12
- Emu Vintage Keys

Früher war Soundschrauben vordergründig, inzwischen sind mir vorhandene, brauchbare Sounds lieber. Wenn ich schrauben will, dann an Knöppen, aber ich versuche auch, Sounderstellung von Songerstellung zu trennen. Der Emu Vintage Keys bot mir sehr viele fertige Sounds, die ich spontan für Ideen einsetzen konnte, dann wollt ich aber lieber selbst schrauben und hab ihn weggegeben, dummerweise. Seinen Platz nimmt jetzt der PC361 ein, und das sehr gut.

Meine ersten richtigen Geräte, mit denen ich Sachen aufnahm, waren EPS-1 und Polysix. Damit hab ich zumindest teilweise noch Musik gemacht statt mich wie später, nur noch mit der Technik zu beschäftigen. Der JX-10 war sehr viele Jahre mein Hauptsynth und Masterkeyboard. Als solches hatte ich eine Haßliebe zu ihm entwickelt, war dumm genug, ihn gegen einen MKS-70 zu tauschen, der trotz eigentlich identischer Hardware anders klang. In Verbinung mit dem Ensoniq SQ-R und später einem Yamaha DX7IID lange mein Hauptsetup. Mit meinem aktuellen Setup bin ich sozusagen "back to the roots", nur ein netter VA mit Knöppkes oder ein echter analoger fehlen noch. Kommt Zeit, kommt auch dieses.
 
Ich habe mit meine Alpha Juno 2 zügig sehr unterschiedlich und brauchbare Patches gebastelt.

Wenn es mit Potis sein soll, dann gehen die meisten...ich bastle am schnellsten mit meine K-Station, der super klingt, aber nicht ganz so vielseitig wie der Juno.
 
ich trenne tracks machen und sound frickeln auch.
muss ich schnell sachen fertig bekommen nehme ich bewerte sounds - gerne auch sampel loops + preset sounds!

hab ich zeit und Muße - setze ich mich hin und schraube - gern auch an real digitalen, wie meinen K5kr.
manchmal kommt mir dabei auch ne idee für einen track - muss aber nicht.
 
Juno 60.

Ein paar Fader, klingt immer gut, und hat trotzdem ne ganz brauchbare Auswahl an Sounds von Bässen über Stabs bis hin zu Drones und Strings.

Da kann man sehr schnell was sehr brauchbares bauen, und muss nicht mal nur auf Standardpresets zurückgreifen um schnell zu arbeiten.
 
ich kann den Cwejman S1 wärmstens empfehlen .. mit keinem anderen Synth kann ich so ziestrebig gute Sound schrauben wie damit

aber ein gutes Interface allein genügt nicht, man muss sich Zeit nehmen und vor allem sich nicht die Bude mit Synths vollstellen ... denn dann spielt man nur rum - was zwar Spaß macht aber nicht zielführend ist
 
wie wärs mit moog voyager??

Ansonsten kann ich nur den Theiss modular empfehlen. Nach meinem heutigen Besuch im Musicstore finde ich den phatty unter meinen erwartungen, der Voyager xl ist richtig fett. Trotzdem sind die Theiss vco´s noch dicker und viel rauer klingend als Moog.
 


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