Basics der Syntheses für Newbie

Caine

.....
hallo!

ich wollte nachfragen, nachdem ich gegoogled habe, ob ihr evtl. ein gutes tutorial, eine gute seite etc. kennt die die basics für einen noob erklären könnten wie z.b. subtraktive, additive, modular, fm synthese etc.
denn ich weiß z.b. nicht wenn ich ei synthie sehe, was es ist, warum man fm für spezielle sounds benutzt, oder warum lieber modular oder granular synthese.

es wäre super dies in nächster zeit zu lernen und zu verstehen warum und was etwas ist bevor ich weiter in die materie gehe :).

danke
 
Caine schrieb:
warum man fm für spezielle sounds benutzt, oder warum lieber modular oder granular synthese
Dieser Gedanke ist im Prinzip verkehrt. Man benutzt eine bestimmte Syntheseform nicht für einen bestimmten Zweck. Unterschiedliche Synthesen sind nur verschiedene Methoden, wie man zu ein und dem selben Zeil kommen kann. Bestimmte Klänge mögen mit der einen Syntheseform einfacher und mit der anderen schwieriger sein. Aber grundsätzlich zäumt die Denke "bestimmte Synthese für bestimmte Klänge" das Pferd von hinten auf.

PS: Die Soundonsound-Serie ist tatsächlich recht gut. Wenn Du mit dem Englisch nicht zu gut unterwegs bist, kann ich das Buch "Workshop Synthesizer" von Uwe G. Hoenig empfehlen.
 
Caine schrieb:
...eine gute seite etc. kennt die die basics für einen noob erklären könnten

Übrigens gute Seiten findest du nicht nur im Internet über das Thema ... ;-)
sb_b03.jpg

http://www.schneidersladen.de/florian-anwander-synthesizer
http://www.amazon.de/Synthesizer-So-funktioniert-elektronische-Klangerzeugung/dp/3937841180
 
den Herrn Anwander kenne ich doch irgendwoher ;-), sehr interessant! welches von den beiden empfohlenen büchern würdet ihr dann zuerst eher raten? sollte man beide haben oder 1 von beiden?
 
Caine schrieb:
den Herrn Anwander kenne ich doch irgendwoher ;-), sehr interessant! welches von den beiden empfohlenen büchern würdet ihr dann zuerst eher raten? sollte man beide haben oder 1 von beiden?
Ganz einfach: Natürlich sollte man beide Bücher haben (und von meinem Buch sollte man aus Sammlergründen unbedingt alle fünf Auflagen haben :mrgreen: )

Nee, im Ernst: Anfangen mit dem Buch von Uwe, danach mein Buch lesen. Sein Buch führt in die verschiedensten Syntheseformen ein. Das ist, das was Du angefragt hast. Mein Buch ist dann eine Vertiefung der subtraktiven Synthese, mit partiellen Verweisen auf andere Syntheseformen.

Nichtsdestotrotz: die Artikelserie von Gordon Reid ist phantastisch. Wenn man in der Lage ist, im Internet längere Texte zu lesen, und bei englischen Texten wirklich am Ball zu bleiben, dann kann ich die Serie wirklich total empfehlen.

Florian
 
Man benutzt eine bestimmte Syntheseform nicht für einen bestimmten Zweck. Unterschiedliche Synthesen sind nur verschiedene Methoden, wie man zu ein und dem selben Zeil kommen kann
aber das stimmt doch gar nicht. Wie kommst Du zu dieser Behauptung? Versteh' mich nicht falsch, ich will ganz gewiss nicht streiten. Aber von einem Buchautor ist so eine Aussage doch völlig fehl am Platz? Es gibt typische FM-Klänge, typische Wavetable-Klänge, die eben nur mit der entsprechenden Syntheseart erzeugt werden können. Das weisst Du doch, warum schreibst Du das Gegenteil? Gerade bei Anfängern sollte man reinen Wein einschenken, Sätze genau formulieren, Missverständnissen vorbeugen.

Nochmal, ich bestehe darauf, das als konstruktive Kritik, als Berichtigung zu verstehen. Dein Fachwissen stelle ich nicht im Geringsten in Frage. Eben weil Dein Fachwissen so gross ist, wundere ich mich.
 
Phil999 schrieb:
Man benutzt eine bestimmte Syntheseform nicht für einen bestimmten Zweck. Unterschiedliche Synthesen sind nur verschiedene Methoden, wie man zu ein und dem selben Zeil kommen kann
aber das stimmt doch gar nicht. Wie kommst Du zu dieser Behauptung? Versteh' mich nicht falsch, ich will ganz gewiss nicht streiten. Aber von einem Buchautor ist so eine Aussage doch völlig fehl am Platz? Es gibt typische FM-Klänge, typische Wavetable-Klänge, die eben nur mit der entsprechenden Syntheseart erzeugt werden können.

Warum lässt Du meinen direkt nachfolgenden Satz bei dem Zitat weg?
Bestimmte Klänge mögen mit der einen Syntheseform einfacher und mit der anderen schwieriger sein.
Das sagt nichts anderes: "Die Klänge, die mit einer Syntheseform einfacher sind" bezeichnet nichts anderes als das, was Du typische XYZ-Klänge nennst.

Das weisst Du doch, warum schreibst Du das Gegenteil? Gerade bei Anfängern sollte man reinen Wein einschenken, Sätze genau formulieren, Missverständnissen vorbeugen.
Ich finde für einen Anfänger ist es viel wichtiger zu lernen, dass man sich nicht der Technik zum Untertan macht (nämlich den Klang zu erzeugen, den die Technik angeblich vorgibt), sondern sich die Technik zu Diensten zu machen (sprich, die Klangvorstellung, die man hat, mit der Technik umzusetzten). Das kann man übrigens dann am besten, wenn man nur eine Syntheseform zur Verfügung hat.

Nochmal, ich bestehe darauf, das als konstruktive Kritik, als Berichtigung zu verstehen. Dein Fachwissen stelle ich nicht im Geringsten in Frage. Eben weil Dein Fachwissen so gross ist, wundere ich mich.
Passt schon. Ich glaube aber, dass meine eigentliche Qualifikation nicht das Fachwissen selbst ist, sondern die Fähigkeit aufgrund des Fachwissens, das Thema unter anderen Aspekten betrachten zu können. Und da verfechte ich schon immer die Meinung, dass es nicht drum geht, wie (also mit welcher Syntheseform) man den Klang technisch erzeugt, sondern darum, dass man die Phantasie aufbringt, sich den passenden Klang vorzustellen.
 
Ich finde die Frage über die Syntheseform eine der unwichtigsten überhaupt, hierüber würde ich mir gerade als Noob am aller wenigsten Gedanken machen. Meiner Meinung nach, reicht es zu wissen das unbeachtet über welche Syntheseform wir sprechen immer ein Oszilator im menschlich hörbaren Bereich schwingt. Ob das nun Aditive Synthese oder mububu Synthese ist... ist eigentlich gänzlich uninteresant, raus kommen tut in jedem Fall ohnehin immer das selbe
 
Bestimmte Klänge mögen mit der einen Syntheseform einfacher und mit der anderen schwieriger sein.

den Gedanken, sich nicht der Technik zu unterwerfen, gefällt mir. Man soll nicht allem nachrennen, was neu ist oder als neu verkauft wird. Dennoch, gewisse Klänge sind Synthesespezifisch, können mit anderen Arten gar nicht erzeugt werden. FM kann ich mit einem gewöhnlichen Subtraktivsynthie auch machen, dazu brauche ich keinen DX7 oder ähnlich. Es ist, wie Du sagst, schwieriger, aber in beschränktem Masse möglich. Jedoch ein Wavetable-Scan oder Granularsynthese geht nicht. Ob das für einen Anfänger wichtig ist? Ich finde schon. Ich kenne Deine Bücher nicht, aber ich bin sicher, dass Du dort detailliert auf die verschiedenen Synthesearten eingehst. Naja, lassen wir das, ich bin wohl zu pedantisch. :P
 
Phil999 schrieb:
FM kann ich mit einem gewöhnlichen Subtraktivsynthie auch machen ... Jedoch ein Wavetable-Scan oder Granularsynthese geht nicht.
Ich spiel Dir demnächst mal Klangbeispiele vor und Du sagst mir was für eine Synthese das ist. Dann reden wir weiter ;-)
Braucht bloss ein bisschen, weil ich die erst ver-mp3-en muss.

Florian
 
florian_anwander schrieb:
Ich spiel Dir demnächst mal Klangbeispiele vor und Du sagst mir was für eine Synthese das ist. Dann reden wir weiter ;-)
nein, nein, nicht nötig. Ich bin ja nicht interessiert an einer Debatte. Das Wesentliche wurde schon gesagt, die Frage ist beantwortet.

Andererseits, warum nicht? Ich bin glaube ich noch recht gut im Heraushören von Synthesearten. Aber wirklich nur, wenn Du Zeit und Lust hast. Beweisen musst Du mir nichts, Deine umfangreichen Kenntnisse demonstrierst Du zur Genüge im Forum.
 
Oh dieser DVD Videokurs scheint sehr interessant zu sein, besonders für mich der manchmal lesefaul ist oder trotz lesens manches nicht versteht ;-). mal überlegen, bei herrn anwander ist auch eine beispiel cd bei, das ist auch sehr schön. ich denke och müsste mir beide bücher + moogulators dvd lernkurs besorgen, bald ist ja weihnachten hehe.
 
Ich habe mir mal das Buch vom Herrn Anwander bestellt.
Ich hoffe das ich das eine oder andere noch dazu lernen kann.
 
Caine schrieb:
Oh dieser DVD Videokurs scheint sehr interessant zu sein, besonders für mich der manchmal lesefaul ist oder trotz lesens manches nicht versteht ;-).
Herr Moogulator trägt Dinge bekanntlich sehr gut strukturiert und mit einer allgemein verständlicher Sprache vor. Da kann man nichts falsch machen.
 
florian_anwander schrieb:
Man benutzt eine bestimmte Syntheseform nicht für einen bestimmten Zweck. Unterschiedliche Synthesen sind nur verschiedene Methoden, wie man zu ein und dem selben Zeil kommen kann.
:shock:
Da blieb mir ja kurz die Spucke weg. Bei allem Respekt, diese beiden Sätze sind - isoliert betrachtet - einfach nur falsch.
Zum Glück kam da noch was.

florian_anwander schrieb:
Bestimmte Klänge mögen mit der einen Syntheseform einfacher und mit der anderen schwieriger sein.
Ok. Ich würde aber noch weiter gehen, und behaupten dass es viele Klänge gibt die sich nicht mit einem beliebigen Syntheseprinzip realisieren lassen.

florian_anwander schrieb:
Aber grundsätzlich zäumt die Denke "bestimmte Synthese für bestimmte Klänge" das Pferd von hinten auf.
Da stimme ich dir zu. Wenn man die Basics lernen will ist es sicher falsch, sich auf die spezifischen Stärken einer Syntheseform zu konzentrieren.
 
Florian hat schon recht, letztendlich kann man das meiste auf die Atome der Synthese (Spektren mit Formanten) zurueckfuehren, aufwendig wird es z.B. wenn man versucht FM Klangverlaeufe z.B. mit entsprechenden Grundwellenformenund mehreren Filtern subtraktiv nachzubauen, aber komplett unmoeglich ist das nicht.

z.B.

Additiv -> FM: Geht wenn man sich z.B den Verlauf der additiven Spektren berechnen laesst (oder sich im Extremfall den Klang der noetigen Spektren in etwa gemerkt hat)...
FM -> Additiv: Geht eh, ist meist durch die Anzahl der Operatoren beschraenkt, es bietet sich aber an die beiden Syntheseformen zu kombinieren, da sie sich ideal ergaenzen...
Karplusstrong: Erzeugt im Anschlag meist bestimmte kurze Formantverlaeufe und praegt dem Klang eine gewisse Stuktur/Rauheit auf, auch das laesst sich mit einigen FM-Synths recht ordentlich nachbauen...
etc. etc.

Wenn man mehrere Synths hat ist es schon gut zu wissen mit welcher Synthese Form man am schnellsten zum Ziel kommt, welcher Klang sich typisch subtraktiv, welcher sich eher nach FM, Sync, Ringmod etc. anhoert. Das lernt man imho aber eher durch Erfahrung und nicht besonders gut aus Buechern...

Eines der wichtigsten Erkenntnisse sollte sein, wenn man nicht gerade fuer Tiere und Aliens Sounds baut, dass es nicht wichtig ist die Wellenform 100%ig zu replizieren, sondern es nur darum geht den Klang nachzuahmen...
 
Jörg schrieb:
florian_anwander schrieb:
Bestimmte Klänge mögen mit der einen Syntheseform einfacher und mit der anderen schwieriger sein.
Ok. Ich würde aber noch weiter gehen, und behaupten dass es viele Klänge gibt die sich nicht mit einem beliebigen Syntheseprinzip realisieren lassen.
Ich wollte mir den Vergleich eigentlich sparen, aber wie vielleicht einige wissen, ist mein zweites Hobby Bergsteigen. In der Nähe vom Tegernsee gibt es den Leonhardstein, mit 1450 Meter viel niedriger als alle umliegenden Berge, und nur 500 Meter über Talgrund. Der Bayer sagt dazu "ein Muggerl".
bergk.jpg

Auf der Nordseite (im Bild rechts und hinter dem Berg) geht ein - wenn auch steiler - Wanderweg hoch. Auf der Südseite (im Bild dem Betrachter zugewandt) führt eine der schwierigsten Kletterrouten der Alpen (XI+).

Egal wie man rauf geht: das Ziel ist, dass man oben ankommt und wieder heil runterkommt. Welche Variante man wählt, ob man wandert wie ich oder klettert wie der Toni Lamprecht, bleibt einem selbst überlasssen.

Ob ich chorartige Klänge durch einfaches Wählen der richtigen Wavetable oder durchgeschickte Kombination von Hardsync und Filter-FM erzeugt, oder durch extrem tricky Festfrequenz-FM, mag unterschiedlich schwierig sein. Aber es geht letztlich drum, mit einen Chorklang gute Musik zu machen.
 
Elektrokamerad schrieb:
florian_anwander schrieb:
Egal wie man rauf geht: das Ziel ist, dass man oben ankommt und wieder heil runterkommt.
Und ich dachte, der Weg sei das Ziel.
Mir sant in Bayern, und da is die kathollische Kirch und koa chinesische Laotsen-Preissn und deszweng gehts allweil no ums Gipfelkreuz.
 
florian_anwander schrieb:
Ob ich chorartige Klänge durch einfaches Wählen der richtigen Wavetable oder durchgeschickte Kombination von Hardsync und Filter-FM erzeugt, oder durch extrem tricky Festfrequenz-FM, mag unterschiedlich schwierig sein. Aber es geht letztlich drum, mit einen Chorklang gute Musik zu machen.
Man kann ja auch auf dem Kamm blasen. :mrgreen:
Bastel mal eine Wavesequenz mit einem analogen Synthesizer, wie opulent auch immer er ausgestattet sein mag...
 
Analog ist ja noch keine Synthese Form... ;-)
 
florian_anwander schrieb:
Caine schrieb:
warum man fm für spezielle sounds benutzt, oder warum lieber modular oder granular synthese
Dieser Gedanke ist im Prinzip verkehrt.

Ist er nach meiner Meinung nicht: er spricht ja bewusst von "speziellen" Sounds. Und tatsächlich gibt es Klänge, die nur mit ganz bestimmten Synthesearten so "gehen". Das ist wie mit Farbmodellen: RGB, CMYK, HLS haben alle eine große Schnittmenge an darstellbaren Farben. Alle Modelle sind geeignet um Bilder zu erzeugen. Aber in den Grenzbereichen gibt es "spezielle" Farben, die lassen sich mit dem einen, aber nicht mit dem anderen Farbmodell darstellen.
Genauso ist das mit Syntheseformen: das Gros der möglichen Klänge wird von allen abgedeckt, aber wenn es in Bereiche geht, die nur durch spezifische Möglichkeiten einer bestimmten Synthese abgedeckt sind muss ich mir zwangsläufig Gedanken machen womit ich das Ziel erreichen will. Und zwar VORHER und nicht, wenn ich schon drei Stunden an nem DX7 herumgefummelt habe und nur Kompromisse erzeuge, weil ich an das Ideal nur per Wavetablesynthese zufriedenstellend herankomme.
Meiner Meinung nach muß ich mir also tatsächlich als erstes Überlegen mit welcher Syntheseart ich einen gedachten Klang erreichen kann und wenn als Ergebnis meiner Überlegung "ist völlig wurscht" steht, dann greift erst deine Überlegung.

Von der zeitlichen Effektivität in der Praxis (zB eine Wavetablefahrt mit rein Subtraktiver Synthese überzeugend zu erzeugen) fange ich erst garnicht an.
 
Anders als bei Farben laesst sich das Gehirn bei Sounds sehr viel leichter betruegen, die Anzahl der Klangfarben die wir wirklich voneinander unterscheiden koennen ist eher gering. Da sind so Parameter wie Formanten (und deren Bewegung) und Bandbreite sehr viel wichtiger als gerade das eine oder andere Spektrale Muster ganz genau zu treffen.
 


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