„Kauf-/Aufbauanleitung“ für Dummies: Waldorf KB37 + Behringer Model D + Stereo-Delay + Reverb

Nordlicht

Nordlicht

||
Hallo zusammen,

mir schwebt ein kleiner feiner analoger Monosynth mit klassischen Moog-Sound, guter Tastatur und direkt verbauten Effekten vor – alles in einer Einheit. Leider finde ich das so als fertiges Gerät nicht. Und ja, ich habe den Matriarch schon gespielt: er klingt toll, aber er hat so viele Möglichkeiten, die ich nicht benutzen werde (eben seine vielen Patchmöglichkeiten), daher ist er zu teuer für das, was mir vorschwebt und auch insgesamt zu wuchtig.

Da bietet sich doch das KB37 direkt an, oder? „Model D“ reinsetzen, dazu ein Delay und ein Hall – und fertig wäre mein „Old School Synth“.

Für einen Modularmenschen dürfte dies ein einfaches Anfängerprojekt sein, ich stehe hier aber vor völligem Neuland, weil ich bislang nichts mit modularen Systemen zu tun gehabt habe und ich das auch gar nicht grundsätzlich anfangen will.

Daher ein paar blöde Fragen:

- Was muss man bei diesem Plan beachten? Bekommen alle Module (auch das Model D) den Strom vom KB37? Sind die Stomversorgungskabel bei den Modulen immer dabei?

- Passen grundsätzlich alle Eurorack-Module ins KB37, sind die genormt (Stromversorgung, Höhe, Schrauben…)?

- Das Model D kann gewisse Dinge mit Aftertouch anfangen, richtig? Dann irgendwie per CV-Kabel verstöpselt?

- Habt ihr mir konkrete Empfehlungen für Delay (gerne Stereo) und Hall (mit stimmigem Preisleistungsverhältnis)? Ggf. stattdessen ein Multieffekt-Modul?

- Hat jemand eine Art idiotensichere „Aufbauanleitung“ für diese Konfiguration? Ehrlich, ich habe keinen Schimmer 😅

Einfach ein paar Sachen bestellen, loswurschteln und schauen, was draus wird, mag ich nicht (bin kein Freund von Dauerbaustellen, ich will wissen, dass am Ende alles läuft).
Aber wie gesagt, der Plan ist ja aus Sicht von Modulargeübten vermutlich lächerlich primitiv.

Danke vorab für jeden Tipp!

PS: Oder ratet ihr mir in meinem Fall lieber zu einem Poly D + separatem Effektgerät 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Was muss man bei diesem Plan beachten? Bekommen alle Module (auch das Model D) den Strom vom KB37? Sind die Stomversorgungskabel bei den Modulen immer dabei?
Ja und Ja

Passen grundsätzlich alle Eurorack-Module ins KB37, sind die genormt (Stromversorgung, Höhe, Schrauben…)?
Ja, das einzige worauf du achten musst was nicht genormt ist ist die Tiefe, also wie lang ein Modul nach hinten ist...

Das Model D kann gewisse Dinge mit Aftertouch anfangen, richtig? Dann irgendwie per CV-Kabel verstöpselt?
Nein, der Model D versteht weder Aftertouch noch Velocity, du könntest aber mit dem Velocity oder Aftertouch CV Ausgang des Waldorf den Filter des Model D steuern, wenn du ein Patchkabel in CUT CV benutzt. Da geht's dann aber los mit Modular gepatche und ggf. brauchst du noch einen Attenuator (Abschwächer) dazwischen um den Regelbereich zu beeinflussen.

Habt ihr mir konkrete Empfehlungen für Delay (gerne Stereo) und Hall (mit stimmigem Preisleistungsverhältnis)? Ggf. stattdessen ein Multieffekt-Modul?
Ich persönlich würde ein Multieffekt Modul empfehlen:
z.B. Happy Nerding FX Aid
https://schneidersladen.de/de/happy-nerding-fx-aid-xl / https://schneidersladen.de/de/happy-nerding-fx-aid
Da hast du 16 Effekte zur Verfügung die du aus eine großen Auswahl wählen kannst: http://www.vo1t.com/Euro/Illustrated/Happy_Nerding_FX_Aid.pdf

Hat jemand eine Art idiotensichere „Aufbauanleitung“ für diese Konfiguration? Ehrlich, ich habe keinen Schimmer
Im einfachsten Fall brauchst du dafür 4-5 Patchkabel, könnte dann z.B. so aussehen:
Code:
KB37 Pitch      -> ModelD OSC 1V/OCT
KB37 Gate       -> ModelD LC GATE
ModelD OUTPUT   -> FX Aid Input L
FX Aid Output L -> KB37 Left In
FX Aid Output R -> KB37 Right In
 
z.B Moog Grandmother + externes Delay? Da hast Moog Sound von Moog

Effekt Module ... Happy Nerding FX Aid XL oder ohne XL oder Make Noise Mimeophone

Der Rest wurde ja schon beantwortet
 
@recliq: Wow, supercool! Vielen Dank für die schnelle und punktgenaue Info, das hilft auf jeden Fall weiter. Da kann ich mal konkreter weiter darüber nachdenken.

@Iso: Danke, den Grandmother hatte ich tatsächlich schon mal angespielt. Soundtechnisch genau mein Ding (die Oszillatoren klingen wie der Voyager) aber irgendwie war ich nicht richtig warmgeworden mit ihm/ihr...
Habe auch schon an einen Little Phatty gedacht, den ich früher mal hatte und dessen Sound mir sehr gut gefallen hatte. Leider sind die mehrfachbelegten Drehregler suboptimal, dafür kann er speichern. Am liebsten hätte ich einen Voyager (kann Aftertoch), aber der ist mittlerweile so rar und überteuert am Markt. Eine verfahrene Situation - LOL!
 
Den Vorteil an so ein KB37 ist du könntest dir ja andere Module noch mit einbauen, weiteren LFO oder Hüllkurven etc

Das ist auch alles kein Hexenwerk ... beim Anschluß der Module ins KB37 musst du nur auf die Polung achten

Das spätere Patchen macht die Sache dann auch interessant und da kann man eigentlich auch nix falsch machen ... da kommt dann der Forscherdrang :)

Aber vorsicht das ganze macht süchtig ;-)
 
Monosynth + Tastatur + FX muss nicht gleich in Modular ausarten.
Wenn du möchtest, dass es kompakt und ergonomisch beisammen steht, dann baue dir lieber ein Rig.
 
Monosynth + Tastatur + FX muss nicht gleich in Modular ausarten.
Wenn du möchtest, dass es kompakt und ergonomisch beisammen steht, dann baue dir lieber ein Rig.
Ja das sagen sich viele, nur ein Neutron und ein, zwei Module und dann... (spreche aus persönlicher Erfahrung) ;-)
 
Danke, ich habe es mir halb gedacht, bin aber eben kein Fachmann.

Das sieht allerdings schon wieder recht kompliziert aus, ich denke für meine Vorstellungen würde ich schlanker auskommen. Ich denke mal weiter nach...
 
der Gedanke mit dem Poly D ist m.E. nicht schlecht, KB37 ist natürlich flexibler, kostet allerdings leer schon fast soviel wie der Poly D.. und mit dem hat man mehr Möglichkeiten (zB Filter-FM, Akkorde) als mit dem Model D. Ich muss allerdings zugeben dass ich nicht ganz unbeeinflusst bin: der Poly D begeistert mich seit fast einem Jahr... konstant..
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn Dir der Matriarch zu vielen Patchmöglichkeiten bietet, die Du gar nicht nutzen möchtest, dann nimm auf gar keinen Fall das KB37/ Eurorack Gedöns. Da zahlst Du dann nämlich erst recht für Dinge, die Du gar nicht nutzen möchtest und hast da noch externe Kabel dran rum hängen, um überhaupt was zu hören. Das macht nur Spaß, wenn man sich auch wirklich für modulare Klangsynthese begeistern kann (und selbst dann können die ganzen Kabel manchmal nervig sein).
 
Wenn Dir der Matriarch zu vielen Patchmöglichkeiten bietet, die Du gar nicht nutzen möchtest, dann nimm auf gar keinen Fall das KB37/ Eurorack Gedöns. Da zahlst Du dann nämlich erst recht für Dinge, die Du gar nicht nutzen möchtest und hast da noch externe Kabel dran rum hängen, um überhaupt was zu hören. Das macht nur Spaß, wenn man sich auch wirklich für modulare Klangsynthese begeistern kann (und selbst dann können die ganzen Kabel manchmal nervig sein).
Guter Gedanke, den ich absolut nachvollziehen kann. Ich weiß, dass ich kein "Strippenzieher" bin, genauso wenig wie ein Menütaucher. "Less ist more" ;-)
 
Guter Gedanke, den ich absolut nachvollziehen kann. Ich weiß, dass ich kein "Strippenzieher" bin, genauso wenig wie ein Menütaucher. "Less ist more" ;-)
In den meisten vergleichbaren Fällen läuft es so:

1. Entweder du investierst am Ende mehr in das Modular Zeug, als Du dachtest, was den Preis für den Matriarch im Nachhinein relativieren würde. Diese Erfahrung machen so manche Leute, welche die Behringer "Moog" Module kaufen

oder 2. du verkaufst den Kram genervt wieder, wobei es einem nur mit erheblichem Preisverlust aus der Hand gerissen wird

oder noch schlimmer: Erst passiert 1. und dann 2.


Alternativ könntest Du Dich vielleicht doch noch für Modular begeistern, aber darauf deutet im Moment nicht allzu viel hin. Und da wäre es besser, sich erst zu begeistern und dann zu kaufen. Klassischerweise würdest Du in dem Fall ziemlich schnell feststellen, dass das KB37 zu wenig Platz für Module bietet, weil irgend was geiles da nun gerade eben doch nicht mehr rein passt. Das könnte schon bei einem Behrimoog + Peripherie + Effekte so weit kommen.
 
Warum nicht gleich einen Behringer Poly D kaufen und ein Delay- und ein Hall-Pedal als Effektgeräte nutzen? Wäre insgesamt deutlich günstiger und erfordert kein Strippenziehen. Und Aftertouch und Velocity kann man hinten am Poly D mit der Lautstärke und dem Filter mit einem kurzen Kabel dauerhaft verbinden (kurze Kabel mit Winkelstecker wären da ideal). Ein kleines Poti auf der Rückseite des Poly Ds erlaubt auch die Stärken zu regulieren.

Ich besitze drei Minimoog. Und am Klang des Behringer Poly Ds ist nichts auszusetzen. Den vierten Oszillator bekommt man außerdem noch zusätzlich. Ob man die mehrstimmige Ansteuerung der Oszillatoren Tonhöhen (ich umgehe hiermit die Worte "Polyfonie" und "Parafonie" bewußt, vgl. andere Diskussionen im Poly D Zusammenhang) nutzt oder nicht, ist dann einem selbst überlassen. Muss man ja nicht. Richtig nach typischen Minimoog klingt der Poly D sowieso nur mit mehr als einem Oszillator pro Taste.
Das wäre dann dein "Less ist more".
 
Hast Du neben den Minimoogs auch noch einen Poly D am Start? Wie empfindest Du die Qualität der Hardware beim Poly D im Vergleich zum Minimoog?
Ich habe selber keinen Behringer Model D oder Poly D. Wozu auch, wenn ich die Originale habe. Aber ich habe beide selber schon bei Freunden und Bekannten angespielt. Und klanglich waren die beiden toll. Der Unterschied zu einem Original der 2. Serie bzw. Reissue ist klanglich kleiner als zwischen einem Minimoog der zweiten und dritten Revision.

Natürlich fühlt sich ein Minimoog Drehschalter oder Poti anders an als ein Behringer. Es fühlt sich beim Behringer einfach billig(er) an. Drehe einfach mal an einem Oktavlagen-Schalter eines beliebigen echten Minimoogs. Da wird das offensichtlich. Oder wie die Potiachsen sauber laufen. Die Buchsen die an das Gehäuse geschraubt sind sitzen einfach bombenfest. Und dann das wirklich grundsolide Gehäuse und Holzchassis. OK, alte Minimoogs brauchen manchmal Pflege der Tastaturkontakte. Aber die sind ja auch schon Jahrzehnte alt. Aber bei dem Preisunterschied sind unterschiedliche Verarbeitungen und Materialien zu erwarten. Und ob der Unterschied ein Vielfaches des Behringer Preises Wert ist, muss man selber entscheiden. Aber mit einem Behringer kann man durchaus spielen und jahrelang seinen Spaß haben. Ob die auch über 40 Jahre alt werden, wird sich zeigen. Darüber jetzt zu vermuten wäre nicht fair.
 
Hallo zusammen,
ich wollte schnell abschließend eine Rückmeldung geben, was sich aus meinen Überlegungen ergeben hat.
Nachdem ich ein bisschen mit Little/Slim Phattys geliebäugelt hatte (amtlicher Sound, aber dann doch zu wenige Möglichkeiten) habe ich mir einen Poly D geholt, um ihn nach kurzer Zeit zurückzuschicken (Sound OK, aber insgesamt ein billig gebautes Spielzeug, auch wenn das Preisleistungsverhältnis durchaus stimmig ist, hat mich nicht inspiriert).

Letztendlich ist es ein Sequential Pro 3 SE geworden, der mir einen tollen Sound, viele, viele Knöpfe, Speicher, Effekte und insbesondere eine hervorragende Tastatur mit Aftertouch bietet. Er kann ganz klassisch und "simpel" klingen, hat aber so viele weitere Möglichkeiten für schräge oder extreme Sounds.

Danke nochmals für eure diversen Hinweise und Empfehlungen.
 


News

Zurück
Oben