Buch/Tutorial für Neosoul/R&B/Gospel Musiktheorie ?

beatz01

beatz01

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Hallo,

hat jemand Empfehlungen für Bücher, Tutorials etc. die sich spezifisch mit Musiktheorie für Neosoul, R&B, Gospel etc befassen ?
Natürlich weiss ich, dass sich letztendlich alles auf Jazz bezieht, aber ich will jetzt nicht anfangen Jazz zu studieren, nur um ein paar Neosoul Chord Progressions auf die Schliche zu kommen.
Auch ist mir mit ein paar beliebten Akkordverbindungen nur bedingt geholfen, weil es mir mehr darum geht, die dahinterliegenden Prinzipien zu verstehen.
Die meisten Tutorials die es dazu auf Youtube gibt, beschäftigen sich entweder nur mit ein, zwei Akkordverbindungen aber erzählen nichts über die Theorie dahinter.
Jazz-Bücher gibt's wie Sand am Meer, aber mir ist nicht ein einziges bekannt, das sich dezidiert mit Neosoul oder Gospel beschäftigt, kaum zu glauben.

Wäre für alle Tipps dankbar !
 
Michael Burman

Michael Burman

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Natürlich weiss ich, dass sich letztendlich alles auf Jazz bezieht, aber ich will jetzt nicht anfangen Jazz zu studieren, nur um ein paar Neosoul Chord Progressions auf die Schliche zu kommen.
Auch ist mir mit ein paar beliebten Akkordverbindungen nur bedingt geholfen, weil es mir mehr darum geht, die dahinterliegenden Prinzipien zu verstehen.
Das klingt nach einem Dilemma. Denn die "dahinterliegenden Prinzipien" bekommt du durch die Jazz-Theorie erklärt.
Für Gitarre gibt es z.B. Bücher, die speziell auf Funk und R&B eingehen.
Aber Jazz ist schon die Grundlage. Gerade Gospel. Du musst vielleicht nicht alles komplett durcharbeiten, sondern sich zunächst Themen aussuchen, wie Akkorde gebildet werden (Voicings, Umkehrungen), wie die Akkordverbindungen funktionieren (Kadenzen).
Die "Neue Jazz-Harmonielehre" von Frank Sikora ist kein schlechtes Buch, sofern du was auf Deutsch haben möchtest.
Voicings und Slash-Akkorde kommen dort, glaube ich, etwas zu kurz.
Orchestration, Arrangement, wie man die Stimmen auf die Instrumente verteilt, wird dort, glaube ich, auch kaum behandelt.
Aber als theoretische Grundlage für die Jazz-Harmonielehre schon nicht schlecht bzw. besser als nix.
Für Funk und R&B kann man dann schauen, welche Noten besonders betont werden. Ist es die Septime, ist es die None? Je nach musikalischem Kontext können auch andere Stufen besondere Bedeutung haben. Die Terz ist im Prinzip immer oder meist wichtig. So als Basis. Hinzu kommt dann die Septime, die None usw.
Jazz-Harmonielehre als Basis sollte man schon nehmen, und dann schauen, wie man es anwendet.
 
beatz01

beatz01

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Danke für die ausführliche Antwort. Natürlich ist mir wie gesagt klar, dass grundsätzlich Jazz die Grundlage für all das ist. Aber das ist ja mein Punkt: Neosoul, R&B und selbst Gospel sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was auf Jazz basiert und nur um diesen "kleinen" Ausschnitt geht es mir. Kann mir nicht vorstellen, dass jeder typische Organist in einer schwarzen Baptisten-Church unbeding Jazz studiert hat oder jeder sich das komplett alleine selber zusammengesucht hat. Auch wenn Jazz die Grundlage ist, will ich ja wissen was genau aus dem Jazz übernommen wird und was anders gemacht wird. Es geht mir auch nicht um Orchestration, Arrangement etc - nur um das Zusammenspiel häufiger im R&B verwendeter Chord-Progressions bzw. Akkordverbindungen, Skalen, evtl. Melodieführung und die Konzepte dahinter. Ich kann's eben kaum fassen, dass es nicht ein einziges Buch für diese "Nische" zu geben scheint.
 
Michael Burman

Michael Burman

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Nun ja, Jazz ist nicht gleich Jazz. Auch Smooth Jazz ist Jazz, oder Pop-Jazz, Jazz-Funk usw.
Jazz kann man als erweiterte Harmonielehre betrachten. Das kann man für verschiedenste Musik-Stile anwenden. Auch für Pop. Siehe z.B. Whitney Houston (Interpretin) und David Foster (Arrangeur). Oder Michael Jackson (Interpret) und Quincy Jones (Arrangeur).
Jazz ist die Grundlage.
Man kann es an einer Hochschule studieren, man kann aber auch im Selbststudium sich Sachen aneignen.
Literatur gibt es schon selt langem. Zumindest in den USA. Allerdings hört man Jazz bzw. Jazz als Grundlage schon seit längerem auch aus Brasilien, Cuba, von Kapverdischen Inseln usw.
Man kann die Grundlagen von Jazz unterschiedlich anwenden. Ich mache z.B. auch keinen "puren" Jazz. Aber die theoretischen Grundlagen sind mir sehr hilfreich. Bin bei weitem kein Experte. Aber die Grundlagen der Jazz-Harmonielehre habe ich mir schon Ende 80er aufgeschnappt. Und dann ein wenig vertieft. Dürfte noch mehr sein, aber ich war schon immer auch Technik-orientiert, und dann noch weitere Interessen. Jedenfalls ist aus mir kein Jazz-Experte geworden. Aber die Grundlagen sind vorhanden und mir sehr wichtig. Nachdem ich Pop-Jazz gehört habe, wollte ich verstehen, was ich da höre. Das war Ende 80er in meinem Fall.
Ach ja, bevor man beginnt zu vereinfachen, sollte man erst die Komplexität kennen. Gilt sowohl für Literatur als auch für Musik. Vielleicht generell für Kunst, Technik usw.
Es gibt z.B. auf YouTube ein Video von Nile Rodgers (vielleicht auch mehrere), wo er erklärt, wie er "komplexe" Jazz-Harmonien ausdünnt, um sie für seinen Funky-Stil zu verwenden. D.h., er hat sich zunächst die "komplexe" Jazz-Harmonielehre drauf geschafft, und erst dann sie an den Funk adoptiert. Erst so wird es gut. Wenn man weiß, was man macht.
 
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Omega Minus

Omega Minus

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Wäre für alle Tipps dankbar !
1) Welche Grundlagen hast Du? Bekanntlich ist die Basis das Fundamentaller Gundlagen ... also Dur, Moll vermindert, halbvermindert, maj7,min7, wie man Akkorde mit höheren Terzen (9, 11, 13) konstruiert, Alterationen, II-V-I, Tritonussubstitution, ein paar Standard-Voicings, Slashchords, Upper Structures, ...

2) Gehörbildung und Theorie gehören zusammen. Ausprobieren, hören, ob man das eine oder andere wieder erkennt, usw. Ich habe einen großen Teil durch Hören und Ausprobieren gelernt,erst später habe ich erfahren, dass es dafür auch Bücher gibt. Kann passieren, wenn man a) kein WWW hat, weil es das noch bnicht gab b) einen reinen Klassiker als Lehrer hat c) die Musikbücherei bei Jazz herzlich unterbelichtet ist und d) die Tante, die dort an der info saß, auch Klassik-fixiert war.

3) Ein paar Videos:

Konstruktion
https://www.youtube.com/watch?v=DEYzVzJmZk4


nette Chord Progression
https://www.youtube.com/watch?v=xwPk5cz_9KM


Song Breakdown
https://www.youtube.com/watch?v=YlF0Hlc6VSg&list=RDDEYzVzJmZk4&index=4


Und - siehe da! - es begenen einem immer dieselben Grundlagenthemen, die man sich drauf schaffen sollte. Am besten (selbstverständlich!) durch alle 12 Tonarten.

Grüße
Omega Minus
 
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