Neu

Der Schlüssel zum Glück ist Wahrhaftigkeit

  • #34
subjektive Wahrhaftigkeit, welche dann zur Universalen mutiert
Was Du nicht willst was man Dir tut, das füg auch..., das Doppelgebot?
Oder weniger profan der kategorische Imperativ?
Ich finde sowas als Leitmotiv fürs Leben, sprich Umgang mit allem, ganz geeignet.

Wahrhaftigkeiten gibt's meiner Erfahrung nach viele, und die sind oft höchst
gegensätzlich, widersprüchlich. Erleb ich sekündlich, in mir und um mich herum.
 
  • Daumen hoch
  • Zustimmung
M.i.a.u.: treponema und kernelkid
  • #36
Wahrheit scheitert regelmäßig an der Genauigkeit. Wenn nicht, hat man sich vorläufig auf das Label "Das ist wahr" unter bestimmten Framings geeinigt. Wahrhaftigkeit scheitert regelmäßig an der Ungenauigkeit. Wenn nicht, ist es gelungen, sich selbst als "wahr" zu erleben.

Auf der Welt in meinem Kopf erlebe ich das als wahr. Müssen wir uns aber nicht drauf einigen.

Um zu versuchen die Threadfrage zu beantworten: "Wahrhaftigkeit" taucht m. M. n. deswegen in der Sprache so selten auf, weil es eigentlich keine Situationen gibt, in der das Wort benötigt wird oder eine bestimmte real relevante Funktion erfüllt. Wenn einer sagt oder (be)schreibt dieses oder jenes sei "wahrhaftig", dann können die anderen Beteiligten nicken oder es sein lassen und es passiert in beiden Fällen nix besonderes. Wird vermeldet dieses oder jenes sei "wahr", können schon mal echte Köpfe wirklich rollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • hilfreich
M.i.a.u.: j3122
  • #38
Ich habe mir damit schon eine Menge Feinde geschaffen.

Damit, und mit gnadenloser Ehrlichkeit bei völligem Mangel (bzw. Desinteresse) an Diplomatie.

Da verwechselst Du etwas; Häme, Verballhornung der Namen erfolgreicher Musiker, Beleidigung von Leuten, die andere Meinungen oder Kritik äußern, ist keine Wahrhaftigkeit ...
 
  • #39
Da verwechselst Du etwas; Häme, Verballhornung der Namen erfolgreicher Musiker, Beleidigung von Leuten, die andere Meinungen oder Kritik äußern, ist keine Wahrhaftigkeit ...

QED.

Obwohl: Mein Feind bist Du nicht.

Ein Feind ist jemand, dem man noch einen letzten Rest Respekt entgegen bringt.

Stephen
 
  • #40
Um zu versuchen die Threadfrage zu beantworten: "Wahrhaftigkeit" taucht m. M. n. deswegen in der Sprache so selten auf, weil es eigentlich keine Situationen gibt, in der das Wort benötigt wird oder eine bestimmte real relevante Funktion erfüllt. Wenn einer sagt oder (be)schreibt dieses oder jenes sei "wahrhaftig", dann können die anderen Beteiligten nicken oder es sein lassen und es passiert in beiden Fällen nix besonderes. Wird vermeldet dieses oder jenes sei "wahr", können schon mal echte Köpfe wirklich rollen.
"Wahrhaftigkeit" ist für mich eher ein Begriff aus der geschriebenen als aus der gesprochenen Sprache. Okay, vielleicht in philosophischen Debatten oder bei der Predigt von der Kanzel wird es vielleicht mal gesagt, aber ansonsten ist es eher in Büchern zu finden.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: kernelkid
  • #41
Wahrhaftig ist, was man für wahr hält und nicht, was wahr ist.

Genau so ist es.

Wenn man Wahrhaftigkeit als Einstellung zur "Wahrheit" sieht, spechen wir hier also gar nicht über Wahrhaftigkeit.

Man könnte überpitzt sagen "die Wahrheit kennt eh niemand" und sich die philosophischen Debatten darum, was das ist, komplett ersparen.

"Wahrhaftigkeit" ist maximal ein gelebter Wert, der die Suche nach der Wahrheit beinhaltet.


Natürlich muss auch eine gewisse kognitive Fähigkeit zum Erkennen von Dingen zu deiner Wahrheitsliebe dazu kommen, damit sie von anderen auch als solche erkannt wird.

Wenn du nicht weißt, welche Farbe man üblicherweise als blau bezeichnet, kannst du über die Farbe des Himmels beim besten Willen keine Aussage treffen.

Und wenn du denkst diese Farbe hieße "weich", kann du zumindest keine wahre Aussage darüber treffen.

In einer dritten Stufe gibt es dann noch Aussagen, bei denen zwar "wahrhaftig" sein können, aber umstritten sind, wie z.B. "Jesus liebt Dich" oder "Fiatgeld entsteht durch Kreditvergabe."
Das mag ich nicht verstehen oder falsch finden, aber der Sender war trotzdem wahrhaftig dabei.

Um was geht es eigentlich im Ausgansposting? Ist Phil jetzt unter die Moelders gegangen?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #43
Das Denken hat alles hervorgebracht.

Da das "alles" in diesem Satz im Endeffekt ja stets nur Gedanken meint (so wie auch bei deinem Beispiel "Glauben"), ist das so ganz grob die Essenz des Konstruktivismus.

Wobei man das nicht alleine kann. Begriffe und Sprache lernt man zunächst mal durch Nachäffen. Dein Satz bleibt dennoch richtig.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: mooglich
  • #44
Wahrhaftigkeiten gibt's meiner Erfahrung nach viele, und die sind oft höchst
gegensätzlich, widersprüchlich.

Nein, nein, das sind nur die mit ihr verbundenen Wahrheiten. Was subjektiv wahr ist, da gibt es sehr verschiedene Vorstellungen davon, und Mathematiker, Physiker, Deutschlehrer, Kleinkinder und religiöse Fanatiker habe jeder so ihre ganz eigene subjektive Wahrheit.

"Wahrhaftigkeit" (einer Person oder einer Aussage einer Person) hingegen ist relativ klar definiert.
 
  • #45
die mit ihr verbundenen Wahrheiten.
Ich bin wahrhaft nicht arbeitsscheu und zwinge mich wahrhaftig jeden Morgen aufzustehen...
Das sind schon mal zwei Wahrhaftigkeiten, die ich sehr authentisch rüberbringen kann! 😀
Meine Wahrheit dahinter ist, alles erscheint mir enorm komplex und die eine, reine Form gibt
es in mir nicht. Nicht in Wahrheiten oder Wahrhaftigkeiten, alles wird ständig gebeugt.
 
  • HaHa
M.i.a.u.: _thomas_
  • #47
Wahrhaftigkeit muss man zunächst in den richtigen Kontext dessen setzen, was der Mensch wirklich ist. Wir sind keine Wesen, die durch lebenslanges Lernen all ihre Verhaltensweisen ändern könnten. Das nennt man intellektuelle Redlichkeit (Thomas Metzinger). Metzinger argumentiert, dass wir das Produkt unserer neuronalen- und epigenetischen Prozesse im Gehirn sind, dass auf Überleben ausgelegt ist und nicht auf Wahrheitssuche. Erkennt man an, was daraus folgt (und was auch die Psychologie bezüglich unserer kognitiven Verzerrungen beschreibt), ist Wahrhaftigkeit eher als ein Prozess zu verstehen, der vor allem diese Biases anerkennt und die Grundlage für Reflektion und Selbstkorrektur bildet. Insofern könnte man also sagen, dass Wahrhaftigkeit die Kunst ist, die eigene Unzulänglichkeiten nicht länger zu leugnen. Daraus folgt dann vielleicht ein individueller Anspruch, sich von Zeit zu Zeit korrigieren zu wollen...
intellektuelle Redlichkeit, das klingt gut. Thomas Metzinger ist mir nicht bekannt. Dass wir biologisch auf Überleben aus sind macht ja Sinn, und (demzufolge) nicht der Wahrheit verpflichtet sind. Der Status, das Überleben, kommt zuerst. Wie auch die Fortpflanzung, wenn man in dem Alter ist. Alles andere ist Zugabe. Wahrheitssuche, Wahrheit, ist ein Luxus, den sich nur wenige leisten können. Und auch nur enstprechend der Situation (schon genug Kinder in die Welt gebracht, hohes Alter, Zeit für philosophische Betrachtungen, etc.). In der späteren Jugendzeit, im Erwachsenenalter, oder im Unwissen, ist dieser Luxus nur in Ausnahmefällen möglich. Was völlig normal, und nicht schlecht ist.

In der Kindheit hingegen ist man der Wahrhaftigkeit noch sehr verbunden, aber die Biologie (Status, Bewährung, Anerkennung im Rudel), und das Umfeld prägen einen neuen, erwachsenen Charakter wenn man älter wird. Gerade heute habe ich mit kleinen Kindern Fussball gespielt, und mir wurde wieder deutlich, was für eine reine Ausstrahlung sie haben. Das ist dann keine bewusst intellektuelle Redlichkeit, sondern eine unbewusste Redlichkeit. So schön. Auch gut als Erinnerung, dass wir alle mal so waren.

Kleine Kinder, die in dieser Wahrhaftigkeit leben, sind jedoch sehr rücksichtslos. Sie schreien, wenn ihnen etwas nicht gefällt. Etc., das muss man nicht weiter ausführen. Es geht ihnen um sich selbst, um ihr Wohlergehen (und auch Überleben, was eben Sinn macht in schwierigen Umständen). Was die Mutter oder der Vater morgens um vier dazu meint ist ihnen nicht zugänglich. Sie mögen in der Wahrhaftigkeit leben, aber was andere empfinden ist für das Kleinkind irrelevant.

Hervorzuheben bei Metzinger ist auch die Erwähnung von Epigenetik, also die dynamische Änderung der DNA. Dass eben wirklich alles lebt und sich bewegt, nicht auf makrochemischer Ebene (enzymatische Vorgänge, "mechanisch-chemische" Steuerung und chemische Kommunikation), sondern auch auf mikrochemischer Ebene (molekulare Ebene; nebenbei, die Doppelhelix ist eine graphische Konstruktion. Unser Genom ist viel dynamischer aufgebaut. In Knäueln, nicht in Helixen). Er ist wohl einer der wenigen Forscher, die ich mir merken sollte. Vielen Dank für den Hinweis.

"Wahrhaftigkeit ist die Kunst, die eigenen Unzulänglichkeiten nicht weiter zu leugnen" ist eine gute Aussage. Ich habe es bisher so formuliert, dass man sich früher oder später (also auch in einer nächsten Inkarnation) von Widersprüchen frei machen muss. Um frei zu sein, bzw. zu werden. Je früher, desto besser. Aber es eilt nicht. Man kann sich alle Zeit der Welt lassen. Das ist ja die Kunst der Philosophie (die Liebe zur Wahrheit). Sämtliche Widersprüche aus dem Leben und Denken zu verbannen auf nimmerwiedersehen. Wem das gelingt, nach langen Forschungen und Inkarnationen, nun ja, der hat es gut. Der ist frei geworden.

Der Intellekt, der auf eine Art die schöne heile Welt der frühen Kindheit zerstört, ist nicht der Feind der Wahrhaftigkeit. Auch die Biologie, also die physischen Bedingungen in der Welt mit all den Konsequenzen, sind nicht Feind der Wahrhaftigkeit. Beide Elemente, Intellekt bzw. Erwachsensein, und die biologischen Bedingungen funken nur dazwischen. Man darf sich immer wieder an die Schwüre und Gelöbnisse der frühen Kindheit erinnern und darauf bauen. Allerdings ist es so, dass wir uns im Erwachsenenalter kaum mehr an diese ursprünglichen Gelöbnisse und Einsichten erinnern können. Das ist ja auch gut so auf eine Art, das gehört sich so. Es geht ja nicht darum, die kindliche Unschuld hochzuloben, und die erwachsene Trübheit zu verwerfen. Die Entwicklung des Menschenlebens und der intellektuellen Fähigkeit hat ja alles seinen Sinn. Sonst gäbe es ja keine Brunnen und Häuser, wenn wir als Erwachsene immer noch in freier Heiterkeit herumspielen würden wie Kinder.

Vielen Dank für Deinen Beitrag. Der ist sehr gehaltvoll.
 
  • #48
Wahrhaftigkeit ist solange Illusion, bis Realität nicht mehr durch Wahrnehmung verzerrt wird.

Ergo: Schöne Worte ohne Bedeutung.
der erste Satz ist wahr, und schön formuliert. Der Schlussfolgerung im zweiten Satz scheint mir unlogisch. Es ist wahr, dass die Realität durch die Wahrnehmung verzerrt wird.
 
  • #49
Ich habe mir damit schon eine Menge Feinde geschaffen.

Damit, und mit gnadenloser Ehrlichkeit bei völligem Mangel (bzw. Desinteresse) an Diplomatie.

Stephen
oh ja. Wahrhaftigkeit ist ja ein Luxus, den man sich selber, und in der Gesellschaft nur selten leisten kann; es handelt sich primär um eine persönliche Haltung. Mit dem Ziel, mit möglichst wenigen Widersprüchen herumzulaufen, und in Freiheit zu leben. Diplomatie ist eine notwendige Kunst, die zu beherrschen ist. Jeder Weise hat höchstes Talent in Diplomatie. Man darf die Widersprüche von anderern nicht antasten. Einen Hinweis hie und da mag erlaubt sein, wie Du das so schön praktizierst. Humor ist da ein treffliches Werkzeug. Aber man darf nicht eingreifen. Man hat keine Authorität dazu.

Diplomatie geht somit einher mit Wahrhaftigkeit. Da gibt es keinen Widerspruch. Man sagt es durch die Blume.

Schön und gut. Das mag ja alles richtig klingen. Wahrhaftigkeit. Schönes Wort. Wir haben dann jedoch ein neues Problem. Das mit der Überstellung, der Kategorisierung. Besser-schlechter, weiser-dümmer, älter-jünger, etc. Wie lösen wir dieses Problem?

Wir müssen uns erst mal mit der Sache mit dem Urteilen befassen.

In der Schule wurde uns das nicht gelehrt. Dabei ist es von fundamentaler Bedeutung. Es gibt drei Bereiche, in denen wir tätig sind. Denken, Fühlen, und Wollen (Handeln).

Das Urteil in wahr und falsch findet im Denken statt. Im Ästhetischen, im Gefühl, unterscheidet man in schön und nicht schön. Im moralischen Urteil wird zwischen gut und nicht gut unterschieden.
 
  • #50
Wahrhaftig ist, was man für wahr hält und nicht, was wahr ist. Auf mich wirkt es, als hättest du diesen Begriff emotional irgendwie aufgeladen und beziehst das auf wohl eher auf deine innere Einstellung zu dir selbst.

Wenn man Wahrhaftigkeit als Einstellung zur "Wahrheit" sieht, spechen wir hier also gar nicht über Wahrhaftigkeit.


Hat auch nichts mit Wahrheit zu tun. Ich persönlich bevorzuge aber auch den ehrlichen Menschen. Rücksicht auf Gefühle anderer zu nehmen, halte ich aber auch für sinnvoll. Es ist nun mal eine Wahrheit, dass Menschen mit Ehrlichkeit häufig nicht gut klar kommen.
zum ersten Satz: mit Wahrhaftigkeit meine ich die Wortbedeutung an sich. Ohne emotionale Aufladung oder persönliche Bedeutung.

Mit dem zweiten Satz ist nichts anzufangen, da es ein Widerspruch ist. Die Wahrhaftigkeit ist nicht eine Einstellung zu irgendwas. Die Wahrhaftigkeit steht da als sich. Sicherlich ein kleiner Denkfehler oder eine nicht so gut ausgeführter Gedanke. Vielleicht habe ich den Gedanken nicht erfassen können.

Im dritten Abschnitt kommen wir im Verständnis zusammen. Sehr gute Einsicht. Rücksicht auf Empfindungen von Schwestern und Brüdern, die wir ja sind. Und dass Diplomatie stets angebracht und gebräuchlich ist. Wie heisst das Chinesische Sprichwort? Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd.
 
  • #51
Die Wahrhaftigkeit ist nicht eine Einstellung zu irgendwas.
Wahrhaftigkeit ist ja ein Luxus, den man sich selber, und in der Gesellschaft nur selten leisten kann; es handelt sich primär um eine persönliche Haltung.
mit Wahrhaftigkeit meine ich die Wortbedeutung an sich. Ohne emotionale Aufladung oder persönliche Bedeutung.
Ich finde das widersprüchlich.

//

Mit dem Einnehmen einer Haltung entsteht doch hoffentlich eine Einstellung. Ohne Position, Emotion oder persönliche Bedeutung ist das, was du mit Wahrhaftigkeit meinst, nur eine Pose. Aber wahrscheinlich erlebe ich Wahrhaftigkeit einfach nur anders als du – weshalb wir möglicherweise dennoch das gleiche meinen können. Was dann (für mich) eine Wahrheit wäre, die (von mir?) nicht erkennbar ist.
 
  • #52
Was ist Wahrheit? 🤷‍♂️
das weiss ich nicht. Das können die meisten von uns sozusagen auch nicht wissen. Wir mögen eine Ahnung davon haben. Besonders wenn wir uns an unsere frühe Kindheit erinnern. Da waren wir noch juventil, im Einklang, jedoch in einem Körper, der der Fürsorge bedurfte.

Darum sind wir auf dieser Erde. Um das herauszufinden. Oder besser gesagt, wiederzuentdecken.

Wir haben einen Teil der Wahrheit einfach nur vergessen im Entwicklungsprozess. Das ist aber nicht etwas schlechtes. Das mag widersprüchlich klingen. Ein Widerspruch, den wir mit dem Verstand noch nicht ganz greifen können. Es macht alles Sinn im grösseren Kontext. Denn wenn wir diesen Teil der Wahrheit nicht vergessen hätten, gäbe es keine Technologie. Keine Häuser, keine Öfen, kein Eisen oder Eisenbahnen

Wir stehen in der heutigen Phase des Entwicklungsprozesse nun auf eigenen Füssen. Ohne Hilfe. Ohne Gott sozusagen. Wir sind frei im Willen und in der Handlung, aber gefangen im Käfig der soziologischen und biologischen Bedingungen.

Aber das kommt gut. Es ist ein Bewusstseinsprozess, den alle Seelen durchgehen. Dauert noch eine Weile bis diese menschenunwürdigen Sachen mal einem Ende zugehen.
 
  • #53
Was ist Wahrnehmung?
das ist eine sehr gute Frage. Man könnte ein Buch zu dem Thema schreiben , und es gibt sicherlich schon genügend Bücher zu diesem Thema.

Wahr nehmen ist ein schöner Ausdruck. Etwas wahrnehmen.

Es ist verwandt mit dem Urteil und deren drei Aspekten. Wahr und falsch im Denken, schön und nicht schön im ästhetischen Empfinden, gut und nicht gut im moralischen Urteil.

Die Frage ist natürlich nicht beantwortet.
 
  • #54
Wenn man sich damit mal befasst hat wird man feststellen, dass wir die Wahrheit niemals erfassen werden können und es somit für den Menschen gar keine Wahrheiten geben kann.

So sieht's leider aus.
auf eine Art trifft das zu. Es gibt jedoch, ausserhalb unseren gedanklichen Konzepten immer die Wahrnehmung oder Ahnung, dass es eine Wahrheit gibt. Religion heisst ja Wiederverbindung. Re-ligio. Wieder-Verbindung. In alten Zeiten gab es keine Religion. Unseren Vorfahren war die Sache klar. Sie hatten diese Verbindung. Jedoch keine Technologie wie sie wir heute haben. Obwohl die Ressourcen schon da waren. All die Erze waren ja schon vorhanden, aber unsere Vorfahren hatten einfach nicht das Wissen, die intellektuelle Entwicklung war noch nicht da. Sie brauchten es auch nicht, da sie noch im "Paradies" lebten. Das ist etwas kurzgegriffen, es gab noch manche Prozesse und Entwicklungen dazwischen. Man kann diese frühe Stufe der Menscheit mit der embionalen Entwicklung eines Menschenwesens vergleichen. Unsere Vorfahren waren in einem Kindheitsalter. Lebten in dem Paradies, was die Erde ja ist.

Das hat sich, zugunsten der intellektuellen Entwicklung der Menschheit verändert. Wir haben keine naturgemässe Verbindung mehr mit dem Kosmos. Wir haben ein Bedürfnis bekommen, Religionen zu gründen. Da wir die Verbindung mit dem Ursprung verloren haben

In der heutigen Zeit, wo die Verbindung zu der Urquelle nicht mehr da sein darf oder kann, wegen des Intellektualisierungsprozesses der Menschheit, sind wir schon seit langem in einer sehr heiklen Phase. Aber wir haben Eisenbahnen, Werkzeuge, Computer. Smartphones. Raketen. Das ist alles Resultat des Intellektualisierungsprozesses.

Das kommt aber alles gut. Nach diesem Prozess, der auch viel Unheil bringt, kommt eine Ära, wo das materialistische Denken wieder normal wird sozusagen. Wir müssen da durch. Und gerade darum sind wir da. Um diesen Prozess der Entwicklung durchzugehen.
 
  • #55
Nicht wirklich. Alles wird in Strahlungsenergie transformiert und existiert deswegen ewig. Du verlierst lediglich irgendwann dein Bewusstsein. Letztendlich gehen wir alle in die große Entropie. Und die kann durch nichts zerstört werden.
da möchte ich fast beipflichten, mit dem Hinweis, dass das Bewusstsein nicht verloren geht. Das Bewusstsein ist eigentlich das, was wir Seele nennen. Das Bewusstsein geht nicht verloren. Alles andere geht verloren, da es ja keine Bedeutung hat.

Es geht um die Bewusstseinsentwicklung. Darum sind wir auf der Erde.
 
  • #57
Wahrhaftigkeit bedeutet für mich, Reden und Handeln in Einklang zu bringen.

Positiv wie negativ.

Glauben heißt nicht wissen, deshalb rate ich dringend, vom Glauben zum Denken zu konvertieren.

Stephen
ja.

In der heutigen Zeit ist das mit dem Glauben vorbei. Das war einmal, wo unsere Vorfahren ihren Intellekt noch nicht entsprechent entwickelt hatten. Sie mussten einem Glauben folgen, einem Guru folgen.

Diese Zeiten sind vorbei. Wir haben heute die Möglichkeit, je nach Person sogar die Pflicht, über unser Denken in das zu kommen, was früher nur über Mysterienorden und Einweihungen möglich war. Anders gesagt, wir sind (mehr oder weniger) alle eingeweiht in das Mysterienwissen. Es braucht keine Einweihung mehr. Dieser Wechsel fand in den letzten Jahrhunderten statt.

Es gibt keine echten Mysterienschulen mehr. Warum? Weil wir sie nicht mehr brauchen. Es gibt nach wie vor religiöse Institutionen und Bruderschaften. Aber die waren schon lange überflüssig, bzw. politische Instrumente. Mit Ausnahmen natürlich. Diese Institutionen sind nicht mehr Hüter des esoterischen Wissens. Das esoterische, formals okkulte Wissen, ist seit der Belle Epoque, also um 1900, exoterisch geworden. Es gibt sozusagen kein okkultes (verborgenes) esoterisches Wissen mehr, da das Wort Esoterik "nicht für die Öffentlichkeit bestimmt" bedeutet. Es ist alles veröffentlicht.

Es gibt keine spirituelle Autorität mehr. Wir sind - um eine Metapher zu verwenden - als Menschheit erwachsen geworden. Wir haben das Kindheits- und Jugendstadium durchlaufen, und brauchen die sorgenden Eltern nicht mehr. Wir als Menschheit können auf eigenen Beinen stehen und selber urteilen.

Wir dürfen - müssen nicht - vom Glauben zum Denken konvertieren.

Das alles im Bewusstsein, dass wir es mit vielen verschiedenen Entwicklungsstufen zu tun haben. Es gibt Menschen, die schon 500 Jahre voraus sind. Menschen, die in ihrer Bewusstseinsentwicklung 700 Jahre hinterher hinken. Immer gut im Auge zu behalten: wir waren selber auch in einer Entwicklungsstufe, die schon rückgängig war.

Diese Einsicht kann bisweilen, oder sogar stets das Herz eines jeden bewussten Menschen ermutigen, einfach nur Liebe für den Nächsten zu empfinden. Es ist eigentlich keine Ermutigung. Es ist natürlich. Selbstverständlich.
 
  • #58
Reden und Handeln darf nicht widersprüchlich sein. Bedeutet für mich wahrhaftig sein.

Das Denken hat den Glauben erschaffen.
Das Denken hat ja alles erschaffen was wir so heute kennen. Ob es Religion ist oder eine Ideologie oder ein Ideal.

Das Denken hat alles hervorgebracht.
genau. Das ist die Essenz. Viel besser, als ich es hätte formulieren können. Vielen Dank.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #59
Jaja...
Wir brauchen keine Religion. Wir spielen selbst Gott.
Und unsere gemeinsame Identität, die einen Zusammenhang in der Gesellschaft herstellt ist heutzutage was? Geld würde passen.
Oder der CO2 Kult mit dem Sendungsbewusstsein das richtige zu tun und alle die nicht dazu gehören sind unsere Feinde.
Oder die Überzeugung, dass es 47 Geschlechter gibt, und dass jeder, der einen Gummi Fetisch hat, dass gefälligst nicht in seinem Schlafzimmer zu tun hat, sondern im Freibad oder am Hauptplatz. Und wer das nicht gut heißt, ist unser Feind.
Versteht mich richtig, ich bin ein Freund der Aufklärung, und trotzdem kein Feind der Religion, Kritik an der Kirche der Gegenwart und der Vergangenheit ist legitim. Religion zu verdammen macht eine Gesellschaft angreifbar. Und das wird sie auch werden.
Reden wir lieber über VCO und DCO, das schaffen wir.

Btw
Was einige hier als wahrhaftig bezeichnen, nenne ich Narzissmus.
 
Zuletzt bearbeitet:

Neue Beiträge

Zurück
Oben