EPS 16+ - Transwaves ?

Dieses Thema im Forum "Sampler" wurde erstellt von polysix, 31. August 2014.

  1. polysix

    polysix Tach

    Hallo Forumsgemeinde,

    ich habe mir einen EPS 16+ gegönnt. Mich interessiert besonders die Transwave Synthese.
    Nun meine Frage an Euch. Habt ihr Erfahrungen und know how sammeln können, wie ich transwaves ohne
    noises bzw artefakte erstellen kann?
    Z.b entshen bei meinen Fahrten durch meine Sounds mit dem Modwhell knackser. Bei dem EPS waren ein paar Waveboy Sounds der
    Transwave Disketten dabei ...wow ! Klingen total klasse..keine Artefakte, leider aber nicht die Anleitung.
    Das EPS Manual gibt auch keine Hilfe !

    Freue mich über jden Tip von Euch. Oder kennt ihr eine Seite mit einem howto?

    Viele Grüße
    Polysix
     
  2. Cyclotron

    Cyclotron eingearbeitet

    Deutlich knackfreier werden Transwaves, wenn die Looplänge der tiefsten Frequenz des Materials entspricht und ausschließlich harmonische Partialtöne im Sound enthalten sind. Es bieten sich additive Spektren an, z.Teil auch harmonische FM oder eine Kette von Single Cycles mit jeweils gleicher Länge. Man kann auch komplexere Samples wie Sprache in so ein "knackfreies" Raster umrechnen, aber das verändert natürlich den Klang z.T. drastisch, da die Frequenzen und Phasen dafür "zurechtgebogen" werden müssen.

    Ferner gilt: Je unterschiedlicher die Inhalte der verschiedenen ansteuerbaren Positionen innerhalb der Transwave, desto eher knackt es gerade bei schnellen Modulationen, weil zwischen den Positionen nicht in Echtzeit interpoliert wird. Will man es softer, sollte man ein paar wenige Ankerslots setzen und die Zwischenräume mit einer Interpolation füllen. Der EPS 16+ 'hakelt' bei den Transwaves zudem eher als der ASR 10. Kann manchmal also am Prozessor liegen, auch wenn das Material eigentlich gut aufbereitet ist.
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ha, geile Idee :nihao:
    Gleich mal wild ein paar Single-cycles hintereinander kopieren
    Kam ich depp bis jetzt nicht drauf :oops:
    Mit nem Grafik eq kann man die einzelnen cycles schön verbiegen
    Auf die Idee das hintereinander zu kleben kam ich nur nicht
     
  4. Cyclotron

    Cyclotron eingearbeitet

    Na ja, das ist ja das Funktionsprinzip... eine Liste von geloopten Wellenformen, in der man sich mehr oder weniger sinnvoll herumbewegen kann.
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich hab immer komplexe samples oder Singlecycles genommen
    Manchmal steht man wie der ochs vorm berg
    Heute ist das alles so viel einfacher
    Mal eben in nem sample rumfreezen und hüpfen ...
    Wo ist denn jetzt zwischen transwave und granular der Unterschied?
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Samples im klassischen Sinne bleiben so wie sie sind, granular kann durch Slices etwas Material "einsetzen" bzw raussägen, womit die Unabhängigkeit von Tonhöhe und Samplelänge beginnt, aber auch hier gibt es Zeitfenster und Graindichte etc., die das alles verschieden machen inkl Nulldurchgänge, die bei so Material wie Transwaves nicht immer genau passen werden -> Artefakte
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

  8. polysix

    polysix Tach

    Hallo,
    Danke Dir. Super Beschreibung ! Wie erstellst Du denn die single loops? Nimmst du verschiedene Samaples und heftest die Aneinander? Oder erstellst du diese aus einem sample? Bei Sprache, wie machst du das denn mit dem umrechnen im Eps? Fragen über Fragen :) ich hoffe das ist o.k ...
    Spannend, dass über Transwave sowenig Anleitung gefunden werden kann...

    Viele Grüe
    polysix
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

  10. Cyclotron

    Cyclotron eingearbeitet

    Ich hab keinen Ensoniqsampler mehr, daher kann ich nur aus der Erinnerung berichten.

    Für Transwaves, die nur soft von einer Schwingungsform zur anderen morphen, kann man Tranzilon nehmen.

    Für komplexere Samples hab ich Audio-Term geschrieben, das Samples in Wavetables umrechnet. Technisch gesehen ist das ja kein Unterschied. Allerdings war die Software für den Terratec Komplexer gedacht, der Export von *.efe Dateien und anderen Formaten ist nur schmückendes Beiwerk. So gibt es da ein paar Einschränkungen:

    • - Anleitung gibts nicht (aber ich beantworte Fragen und Mails :) ) und PC only
      - man kann nur 33 der im EPS möglichen 128 Transwaveslots editieren, die Zwischenschritte werden mit Interpolationen gefüllt
      - FFT Resynthese auf Basis von bipolaren Sinuswellen, d.h. man kann nur mittelpunktsymmetrische Schwingungen erzeugen
      - die internen Playbackfunktion zum Vorhören interpoliert zwischen den Slots, im Sampler dürfte das etwas ruppeliger klingen
      - Audio-Term kann nur die *.efe Dateien wieder einlesen, die es selbst gespeichert hat
      - ein Export ist aufgrund des nicht vollständig dokumentierten Dateiformats nur mit einer Looplänge von 256 Samples möglich (also keine Layers oder Multisamples, dafür sind aber bereits die Looppunkte im File gespeichert)

    Hier mal Beispiele, wie man damit arbeitet. In den Videos wird für Waldorf Blofeld bzw. Synapse Audio Dune 2 exportiert, es geht aber eben genau so auch für Ensoniq Sampler.

    Resynthese eines Sprachsamples:


    src: https://youtu.be/R0Ysi9FLxQs


    Test des Analyzers an verschiedenen Samples mit mehr oder weniger interessanten Resultaten:


    src: https://youtu.be/Pifmp8wqeEQ


    Die Samples sollten idealerweise nicht zu lang sein und keine Schwebungen oder Tonhöhenänderungen enthalten, ansonsten verfärbt sich der Klang recht drastisch. Bei tonalem Material ist eine Grundton von ~F3 empfehlenswert, die optimale Länge betragt ca. 1 Sekunde. Man kann zwar den Analyzer im Bereich von +/- 1 Oktave tunen und Samples mit einer Länge von 0,9 Sekunden bis 1,5 Minuten analysieren, aber bei 64 Partials und 33 Slots ist klar, dass man da nicht beliebig große Datenmengen reinquetschen und trotzden naturtreue Ergebnisse erwarten kann. Ich sag das nur, weil es immer wieder Leute gibt, die die Klangverfärbungen für einen Softwarefehler halten und was weiß ich was für Resultate erwarten. ;-)

    Erstellen einer Wavetable/Transwave aus Single Cycles (Videos dankenswerter Weise von Piet Wagner erstellt):


    src: https://youtu.be/Y8gi_VbnN5s


    src: https://youtu.be/28jRCYYfKng


    Die Software hatte mal einen vergleichsweise simplen Vorgänger auf MSDOS Basis, damit hab ich dann diesen Demotrack gebastelt (nur als Anwendungsbeispiel für die Transwaves, die auch mit Audio-Term erstellt werden können):


    src: https://youtu.be/LEw8OkZI6D4


    Ansonsten kann man im Prinzip mit jedem Audioeditor Single - Cycles gleicher Länge aneinander heften. Programme wie Awave können diese Ketten dann in *.efe wandeln.
     
  11. polysix

    polysix Tach

    Hallo,

    ganz herzlichen dank für die super ausfühlrichen Tips. Dein Audio-Term macht einen spannenden Eindruck. Ich fummel mich da gerade rein.
    Bin gespannt, was aus dem EPS so rauszuholen ist. Nächste Woche kommt noch ein ASR 10 dazu. dann bin ich Samplertechnisch erstmal ausgestattet.

    Viele Grüße
    polysix
     
  12. Cyclotron

    Cyclotron eingearbeitet

    Im übrigen ist der Transwave - Export von Audio - Term gerade defekt. Das nur, falls Du das probierst und da nur Schrott rauskommt. Leider gibt es ja fast Null Resonanz, so dass ich das nur zufällig entdeckt hab. Scheint irgendwie keinem aufzufallen, obwohl ich an der Nutzerstatistik sehe, wie viele Leute täglich damit irgendwas rumfummeln. Womöglich geilen die sich nur am integrierten Screensaver auf. :D Na ja, das Problem wird heute abend/nacht mit v2.24 gefixt sein.
     

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