Fragen zu Roland JD 800 vs. D 50/550

Dieses Thema im Forum "Digital" wurde erstellt von Crabman, 2. September 2009.

  1. Crabman

    Crabman recht aktiv

    Joa,weiss auch nicht was das wieder ist aber seit ein paar Tagen piekt mich der Gedanke an einen JD 800 etwas... :)



    Ich hatte nie einen digitalen Roland von daher:

    JD 800

    1.Versteh ich das richtig das man z.B. am Cutoff schiebt und der Parameter dann den 4 Fadern der"Palette"zugeordnet ist?Also man Cutoff der 4 Parts dann gleichzeitig im Griff hat?Finde das recht recht inspirierend gerade...

    2.Gibt es Anfälligkeiten auf die man beim Gebrauchtkauf achten sollte?



    Kann man einen D 50/550 mit einem JD 800 vergleichen? Besser? Schlechter? Äpfel? Birnen?

    Ein D550 mit PG 1000 wäre vielleicht auch nett,scheint mir aber recht selten und der Programmer sicher wieder arschteuer...
    Ausserdem wäre das Multimode Filter Pflicht...


    Nutzen hier noch einige ihren JD 800?Gerne ein paar Eindrücke.Man dankt :nihao:
     
  2. Anonymous

    Anonymous Guest

    Die sind ziemlich unterschiedlich. Zwar stammt der JD800 von der Basisidee her vom D50 ab, da sind aber dann doch einige Dinge ganz anders umgesetzt. Schon der Samplevorrat unterscheidet sich erheblich, und der Soundcharakter des JD800 ist auch deutlich brillanter. Von der Bedienung erst gar nicht zu reden, da ist im Vergleich der JD800 Heaven. Allerdings muss man dem D50 einen ganz eigenen Charakter bescheinigen.

    Beim JD800 hast du immer 1 Part oberhalb der Wasseroberfläche, oder packst mit On/Off Schaltern auch bis zu 4 alle gleichzeitig an. Das ist eine vergleichsweise passable Lösung, platzmäßig wäre das sonst ein unlösbares Problem geworden. Anfällig sind die Regler und Buttons gegen Staub, ein Exemplar wo die störrig ansprechen, sollte man meiden. Der Multimode beim JD800 relativiert sich, man hat ja nur max. 24 Stimmen und wenn ein Patch mit 2 oder 3 Parts gemacht ist, dann verbrät man alleine mit einem Sound 12 oder 18 Stimmen. Außerdem teilt sich der Multimode die Effekte, und das ist beim JD800 schon so, das die Sounds auch von den Effekten leben. Das kann dann also beim Multimode knifflig werden.

    Von der Sounddesign Raffinesse her ist der JD800 sehr interessant. Du hast quasi alles 4 mal, also damit auch die Envelopes, LFOs usw. Da kann man sehr subtile Sachen mit anstellen, solche Flächen mit multiplen Modulationen, das hat schon was. Mit ihm gehen dank brauchbarem Distortion auch tierische Leadsounds.
     
  3. Crabman

    Crabman recht aktiv


    mmmh,mir fällt grad noch ein:Kann man die 4 Tones auch alternativ erklingen bzw."durchrotieren lassen?So wie beim Perfourmer oder 4 Voice meine ich...
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Den Perfourmer kenne ich nicht und die Frage verstehe ich nicht ganz.

    Durchrotieren, alternativ erklingen lassen: Was ist damit gemeint?
     
  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    einen jd800 wollte ich auch schon immer und zum glück (also im preis) sind die nicht analog... aber mir ist das ding einfach zu gross, ausserdem habe ich schon genug alte kisten für eine ev. wartung bereit stehen ;-)
     
  6. Zolo

    Zolo aktiviert

    Ja du bewegst den Cut und danach kannste mit den Palette den Filter der 4 Tones (Layern) steuern.

    Kanns nicht glauben, daß ein 20 jahre alter Digitaler Synthi so ein Druck im Bassbereich hat. Auch Strings sind tief gespielt klasklar im Bassbereich... Einfach nur lecker der Synthi
     
  7. Crabman

    Crabman recht aktiv


    Vermona Perfourmer sowie Oberheim 4-Voice haben 4 voneinander unabhängige Synth Parts und es gibt eben eine Einstellung das bei jedem Tastenanschlag ein anderer Part erklingt.Bei den beiden nennt man das dann"polyphon" :)

    Anyway,sorgt sowas für viel Leben in der Bude wenn man die Parts/Tones unterschiedlich einstellt...und wär beim JD 800 auch nicht ganz unnütz imo.


    Hoff das war jetzt klarer :nihao:
     
  8. RetroSound

    RetroSound ●--~√V√V√V~--●

    Klanglich sind die beiden recht unterschiedlich. Der JD800 ist mein Lieblings -Digitalsynth und Arbeitspferd im Studio. Der Klangcharakter ist einzigartig und unterscheidet sich von der JV/XV Serie. Selbst der JD-990 klingt etwas anders. Der Druck im Bassbereich ist genial und durch schichten der Layer erhält man extrem dichte und lebendige Sounds.

    Der D50/D-550 klingt dagegen rauer und erdiger. Der typische Hifi-Charakter des JD800 fehlt hier natürlich noch. Trotzdem ist der D50 ein ausgezeichneter Synthesizer mit eigenem Charakter. Für hauchige Flächensounds, wunderschöne Solo-Sounds ist er immer noch spitze.
     
  9. Jörg

    Jörg |

    Der D50 ist schon alleine deswegen anders, weil der ja nicht nur Samples, sondern auch eine simulierte (rudimentäre) Analog-Synthese an Bord hat. Ich fand die Bedienung des D50 katastrophal - und ich hatte sogar den PG-1000 dabei. Mit dem JD-800 wirst du dich sehr viel leichter tun.
    Zu den klanglichen Unterschieden haben meine Vorposter schon alles geschrieben. Eine Rotation der vier Tones gibt es nicht.

    Typische Probleme:
    - Fader produzieren Wertesprünge
    - Buttons funktionieren nur noch mit starkem Druck oder gar nicht mehr
    - Die Klaviatur spricht nur noch unregelmäßig an

    Also immer gut vor Staub schützen. ;-)
     
  10. RetroSound

    RetroSound ●--~√V√V√V~--●

    Stimmt.
    Staub ist der Todfeind jedes JD800. Die Fader sind ideale Staubsammler und die Taster ebenfalls sehr empfindlich.
    Die Aftertouchfunktion reagiert nur sehr schwer oder gar nicht mehr.

    Hier gibt es ein Tutorial dazu:
    http://matrixsynth.blogspot.com/2009/06 ... orial.html
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Müsste ich mal überlegen, wie man das umsetzen kann. Du kannst beim JD800 V-Switches machen, und damit eben zwischen den einzelnen Tones umschalten. Man kann auch im Special Setup jeder Taste den gleichen Sound zuweisen, aber mit unterschiedlicher Einstellung, das ist auch sehr "lebendig".
     
  12. BBC

    BBC aktiviert

    ja, genauso funktionierts.

    Alternativ kannst Du auch sehr schnell bestimmen welche "Tones" Du hören und/oder editieren willst. Die Bedienung des JD800 ist wirklich sehr einfach und es macht wirklich wieder Spaß sounds zu schrauben.

    wie hier schon von mehreren gesagt, die Drucktaster überprüfen, ob sie gleich reagieren und die Regler, ob ein langsamer Werteverlauf stattfindet oder schnell die Werte kreuz und quer springen und sich nicht mehr fein einstellen lassen.
    Falls Du den Aftertouch brauchst, der geht meist beim JD800 seeeehhhhr schwer.
    Alles in Allem ist der JD800 aber ein sehr zuverlässiger Kandidat. Ich kenne mittlerweile viele die ihn haben und außer den oben genannten Dingen keinerlei Schwierigkeit haben/hatten. Meiner ist nun auch schon 15 Jahre alt und läuft sogar noch mit der ersten Batterie :).

    Ach so, eins noch..es gibt wohl Modelle die mit den Wandlern etwas Probleme haben bei niedrigen Pegeln und in der Ausklingphase soll es da leicht britzeln. Laut Roland angeblich nicht zu beheben bei manchen Modellen. Also einfach mal lange Release einstellen und genau horchen beim antesten (aber Phaser und Distortion vorher ausstellen ;-) .)

    Ansonsten kann ich Dir das Teil nur empfehlen. Ich geb meinen nie wieder her.
     
  13. Einen klitzekleinen Trost wegen der Stimmenrotation gibt es in Form des Pitch-Random-Faders. Der verstimmt bei jedem Tastenanschlag die Oszillatoren von leicht bis Chaos.

    Und die Time-Velo-Funktion der Envelopes ist Hammer - selten einen so lebendig spielbaren Synthesizer gehört. Eigentlich noch nie.

    Ansonsten ist die "Strings Ensemble"-Waveform-Card unbedingt empfehlenswert.

    Alles andere haben meine Vorredner auf den Punkt gebracht.

    Ich hab meinen seit Sommer 1991 und geb ihn auch nicht mehr her.

    Kauf dir einen, und dann: Willkommen im Klub!

    Schöne Grüße,
    Bert
     

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