Eigentlich spricht ja nichts dagegen, wenn es Spaß macht. Kommt ganz darauf an und ist ja schon am Anfang des Freds angesprochen worden, wo der eigene Schwerpunkt liegt. Die einen Sammeln und Archivieren gerne, die anderen machen lieber Mucke oder Klangforschung.
Was solls: Mach das, was du am liebsten hast, worauf du Bock hast. Für deine Aktivitäten in deiner Freizeit bist du niemandem Rechenschaft schuldig. Und wenn es dich ausfüllt und dir Ablenkung vom all zu oft beknackten Alltag gibt, dann kann es erst recht keine Zeitverschwendung sein. Im Gegenteil, krampfhaft kreativ sein zu wollen führt zu nichts und erzeugt nur Frust.
Ich selbst habe einen ausgeprägten Hang zum Sammeln, Archivieren, Viel-Haben-Wollen, ständig etwas Umbauen, Hardware Umstellen von A nach B, neu verkabeln usw.
ABER: Nach dem Erwerb der Erkenntnis, daß Lebenszeit furchtbar begrenzt ist und Viel-Haben mich weder glücklicher noch kreativer macht, habe ich einen großen Rundumschlag gemacht und ausgedünnt, wo es nur geht.
Beispiel DAW: Installiert sind aktuell noch
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Ableton Live Suite. Die "onboard" Effekte sind für meine meisten Bedürfnisse absolut ausreichend in Anzahl und Qualität, nachdem ich mich ausgiebeig mit ihnen beschäftigt habe. Simpler/Sampler und Drumrack sind mächtige Tools, die erst mal ausgeschöpft werden wollen. Die mitgelieferte Grundausstattung ist wesentlich besser als gedacht.
- ValhallaRoom ist mein Hauptreverb, -Delay und -Übermod für die spezielle Klangwürze
- Tonebooster Barricade als Limiter
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Arturia DX7V und Pigments
- Arturia Fragments und ColdFire (die Spezialisten)
- NI Kontakt für Realinstrumente und Orchestersachen
- u-he Zebra, mein Main-Software-Lieblings-Synth. Keine Ahnung warum, aber mit dem Ding geht eigentlich alles in 1a Qualität. Die Presets von Howie sind ein super Ausgangspunkt für eigene Kreationen.
- MicroTonic
- WaveLab Essential 9
Keine 20 Kompressoren und 25 EQs, die irgendein Magic-Sparkle-Mojo machen sollen, das ich zu 95% eh nicht höre.
Sample Libs und Synthpresets sind ausgedünnt und nur wenige installiert. Trotzdem ist von allem von A-Z genügend Auswahl vorhanden. Alles passt auf eine 2TB SSD und es ist noch Platz vorhanden. Eigentlich könnte ich mit dem Rechner und der Ausstattung alles machen, was mir so vorschwebt, ohne externe Hardware zu verwenden.
Befreit von Konservenballast fühle ich mich freier und kreativer als je zuvor. Statt aus tausenden Drumsamples etwas halbwegs passendes zu finden, baue ich meine Drums selber. Statt Presets für ein Pad durchzuskippen, schraube ich mir lieber selbst ein Flauschepad. Wenn ich Metallpercussion brauche, renne ich mit nem Zoomrecorder durchs Haus und klopfe auf Geländer und Mülleimer (meine Frau hat sich schon daran gewöhnt).
Das Selbermachen ist für mich so viel befriedigender als nur Vorhandenes zu nutzen. Und wenn ich eine kreative Flaute habe, lasse ich mich auch gerne mal wieder von den wenigen noch vorhandenen Presets inspirieren.
Ganz ablegen kann ich es trotzdem nicht. Es juckt immer wieder mal in den Fingern, wenn es ein Angebot für Samples oder Sounds gibt. Umso besser fühle ich mich, wenn ich widerstehe.
Discaimer: Ich spreche aus meiner eigene Erfahrung. Nachahmung muß nicht zwangsläufig zum gewünschten Ergenis führen. Vorsicht! Samples und Presets Sammeln kann süchtig machen.