gut ist nur vintage oder edle bausteinboliden!

Dieses Thema im Forum "Analog" wurde erstellt von reznor, 28. August 2013.

  1. reznor

    reznor -

    sorry das ich euch mit sovielen dingen nerve im moment.
    Ich wollte nur mal was wissen und zwar:
    Die allgemeine Meinung ist ja die, dass entweder die alten vintage synth super und unerreicht klingen, also als referenz für den besten sound stehen oder wenn man in die neuzeit geht ist es meist so, dass mit teuren bauteilen und aufwendig produzierten synth auch ein super sound verbunden wird.

    nur als beispiel mfb gegen cwejman, da ist die meinung hin zu cwejman eindeutig.
    Oder halt proone gegen mopho, klar proone.
    Ihr wisst was ich meine.

    Ich aber letztens mit einem synthbauer geredet der mir erzählt hat das gerade in den klassikern, die die leute so lieben oft billige oder minderwertige Bauteile verwendet wurden. (arp2600, minimoog). Ich mein jetzt nicht die tastatur oder ähnliches sondern nur die soundengine.

    Ich frag mich halt einfach ob das oft nur einbildung ist das ein teurer edelsynth auch besser klingt wie ein billiger synth, da ja in den vintageteilen auch billigbauteile verwendet wurden. Klar ist alles eine Frage des Geschmacks, trotzdem zeichnet sich ein eindeutiger trend ab und jeder der oft hier im forum ist weiss das.

    Klingen die geräte der edelsynth firmen wirklich besser und ist das auch irgendwie technisch zu erklären?
    Oder sind wir so von den Werbegöttern der Konsumgesellschaft versaut, dass wir zu keiner eigenen Meinung mehr fähig sind?

    Keine Ahnung, vielleicht gibt es ja ein paar Fakten mit denen ihr mir das hören lehren könnt... .
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    Minderwertig ist nicht ganz richtig, aber einfach und diskret stimmt schon - es gab ja gar nicht sooo viel. Wir reden ja über die frühen 70er.
    Menschen können das bauen, auch EMS und so - natürlich. Aber Curtis ist nicht "mehr", sondern anders und mehr integriert.

    Du kannst heute auch mit SMD und Co die gleichen Sachen baue. Ich finde die Theorie da eher nicht stimmig, es ist keine Frage der Bauteilart. Im Cwejman sind auch nicht so andere Bauteile als in Studio Electronics Geräten oder sowas. Ist sogar SMD, so wie auch im MS20 Mini.

    Edel ist wer es edel verkauft, anders verpackt. Wenn du die Synths auf ihre Platine runterbrichst, wirst du dich wundern, wie "normal" das alles ist. Aufwendig waren so gesehen eher Jupiter 8 und weniger das System 700. Der Minimoog und ähnliche SOLLTEN ja einfach und transportabel sein und die Schaltungen zur Temperaturkompensation und so weiter ist eine Art WIE man es schaltet, nicht ganz so stark "was".
    Ja, man kann manches heute anders aufbauen, aber die Bauteile und KOmponenten haben sich eher in der Toleranz verbessert und manche Sachen sind heute billiger zu haben als damals.

    Ja, ich denke das meiste ist Gehäuse und weitere Verarbeitung und so weiter, wenn du von den einfachen Sachen der 70er ausgehst - also SH Serie , ARPs erste Synths, Moog ebens, ein Prodigy - da ist wenig drin, klingt aber gut. Und das gut klingen ist auch manchmal weil es so war wie es ist, es gibt viele Sachen wie zB im Moog die halbe PWM wider willen und ähnliche Drifts..

    Pro One war gut, weil da stimmten die Eckdaten, super gute Hüllkurven, guter Sound & Performance, der Sequencer und Arper und so. DEr Mopho kann so gesehen weniger, hat nicht so flotte Hüllkurven, dafür mehr LFOs, aber auch weniger 2-OSC Modulationssachen. Es kommt also auf vieles an. Die 80er brachten dann eine verschlechterung was das angeht, die LFOS und ENVs wurden weniger knackig, der Sound war zwar mehr Sweetspot zB bei der JX Serie, aber auch etwas beliebiger, ich könnte heute mit dem JX Kram nur einen Teil meiner Sounds machen, mit einem aktuellen Moog krieg ich manches eher hin, weil die ENVs und LFOs schonmal ok sind. ok, will mich nicht so an diesen festbeißen, ich will nur sagen - die "klingen" auch, dh, deren Steuerungseinfluss auf die Komponenten spielt eine Rolle. Das macht man heute digital, ist auch kein Problem - es ist nur so, dass man es richtig machen muss.

    Den Cwejman mag ich übrigens auch weil da die Baugruppen eine gute Reaktion haben, der VCA und ENV und deren Reaktion - super gut!!
    Er klingt sicher nicht so wie das was hier oft als fett und vintage bezeichnet wird, aber er ist cool, aber guck mal rein!
     
  3. mink99

    mink99 aktiviert

    Viele der alten Geräte waren "billig"

    Mono:
    Pro One
    MS 20

    Mattell
    Die Roland tb xxx

    Polyphon:
    Juno 6/60
    Jx3p
    Poly800

    Andere Kisten waren die light Version von bestimmten Geräten
    Ms10:MS20
    Yamaha cs5:cs15
    Prodigy : Mini
    Rogue : prodigy
    Axxe : odyssey
    Juno 6 : Jupiter 6
    Jx3p : Jupiter ?
    Dx9 : DX 7

    Aber heute sind die billigen Geräte immer noch in vielen Fällen der modernen Geräten klangtechnisch (in bestimmten Bereichen ) und haptisch überlegen.

    Wenn man z.b. pro One und mopho keys vergleicht, dann ist, bei fast gleichgutem Sound der pro One grösser, hat 3 Oktaven Tastatur, Wheels neben den Tasten und vieles andere. Nehmen wir den minibrute dazu und der Unterschied wird wirklich deutlich.

    Ähnliches gilt für prodigy und sub fattie.
     
  4. Moogulator

    Moogulator Admin

    Rolands spätere GEräte haben die 8 gern im Namen behalten, Jupiter 8 weiterführen, 8 Stimmen, bis JP8000 und sogar JV1080<-- da isse ja schooooonwieder, es ist komisch, dass es nicht Integra 8 heißt, … JX8P, Super Jupiter, … noch Fragen?
    Naklar, man strahlt den Ruhm der größeren Geräte auf die kleinen runter, die sind halt abgespeckt, aber - Prophet600 war schon ein guter Versuch einen bezahlbaren P5 zu bauen, viel kompakter, doch immer noch recht viele Möglichkeiten…

    kleinere Modelle das macht man ja überall so. Oft sogar künstlich. Manchmal ist es nicht mal mehr Aufwand. Dann ist es nur noch Marktwirtschaft. Aber ein Juno ist halt wirklich leichter zu bauen als ein Jp8 und ein JX8P auch deutlich einfacher als ein Jp8 und Juno zusammen ;-) ,.,, einfach reingucken, .. aber klar, auch weil dann die Knöpfe fehlten, billiger machen…

    Aber ich glaub die Frage war anders gemeint, nämlich eher bezüglich der neuen und einem Zusammenhang zwischen denen herzustellen.
    Übrigens ist der Prodigy zwar sehr billig gemacht, aber er klingt am meisten nach Minimoog. Sehr überzeugender Sound.
     
  5. mink99

    mink99 aktiviert

    Completely agree

    Mir waren nur die Pärchen in den Sinn gekommen .
    Wobei , der billig Prophet 5 war der pro One , später dann der 600 mehr so als Nachfolger ....
     
  6. Moogulator

    Moogulator Admin

    Find ich auch gut, die mal so aufzuschreiben. Ich will nicht immer Opposition - meist eher Erweiterung.
    Der Pro One war monophon, der P600 war sowas wie die Reaktion auf die Reaktion, also die Poly6'e und JX'e aus Japan, dem bösen Billigland. Klar, Nachfolger. Ich denk, wir sind nicht weit weg in der Ansicht. Wollte nur mal den Versuch machen das mal hinzuschreiben…
     
  7. Der P600 war vor allem der erste Synth mit MIDI, das ja maßgeblich von Sequential initiiert wurde. Die Hintergründe kenne ich nicht genau, aber vielleicht war Sequential im Zugzwang und hat einfach den P5 in abgespeckter Form verwendet, um schnell das erste MIDI-Gerät am Markt zu haben ...

    OK, das war etwas Off-Topic :?
     
  8. Bernie

    Bernie Anfänger

    Die alten Synthesizer hatten wegen dem unterschiedlichem Schaltungsaufbau auch einen ganz eigenen Klangcharakter, ein Korg MS-20 kann man auch heute noch leicht von einem Odyssey oder einem Minimoog unterscheiden.
    Natürlich spielen dabei auch die verwendeten Bauteile eine große Rolle, denn enge Toleranzen und selektierte Bausteine waren damals einfach extrem teuer. Heute sind sogar die billigen Widerstände den alten weit überlegen und man fertigt eben mit einem viel höheren Qualitätslevel. Das kann man auch hören.
    Viele der aktuellen analogen Synthies verwenden die immer gleichen 08/15 Chips, daher werden sie sich auch im Sound immer ähnlicher. Macht sich ja kaum noch einer die Arbeit, einen Synthie komplett neu zu entwickeln und mit einfachen konventionellen Bauteilen aufzubauen. Das kann und will ja auch heute niemand mehr bezahlen.

    Der Vergleich hinkt, Cweijman ist sehr hochwertig und edel, während MFB doch eher die preiswerte Schiene abdeckt.

    Das, was heute "billig" erscheint, war zu der damaligen Zeit noch richtig teuer. Eine blöde blaue LED hat 15 Märker gekostet, sogar eine billige rote noch DM 1,20 -dafür bekommt man heute eine ganze Tüte voll.

    Ob der Klang "besser" ist, weiß ich nicht, aber oft bieten teurere Synthies einfach mehr Möglichkeiten in der Klanggestaltung.
     
  9. Ich würde nun nicht behaupten wollen, dass nur die Vintage Synths unerreicht gut klingen. Das stimmt genauso wenig wie die digitalen klingen total schlecht im Vergleich zu den analogen. Vielmehr ist es doch so, dass die alten Analogen sich in bestimmten Musikstilen beim Hörer eingeprägt haben und damit assoziiert werden.
    Die alten Analogen und auch Digitalen haben sicherlich ihren eigenen Stellenwert und Klangcharakter. Aber das bedeutet nicht, das es heute keine neuen Synths mehr gibt, die auch schöne Klänge entfalten. Es ist auch eine Frage der Musikrichtung, die man macht und letztlich auch der eigene Geschmack.
    Hier im Forum sind halt auch viele Nerds, die sich ihre Analog- oder Vintagesammlung schön reden :mrgreen:
    Ich habe Synths aus allen Bereichen (Vintage vs. Aktuelle, Analog vs Digital, Soft- sowie Hardware) und muss sagen, dass sie sich alle schön ergänzen. Auch wäre es doch absurd zu denken die großen wie Roland, Yamaha und Korg würden nur noch schlecht klingende Synths produzieren. Die heutigen Konzepte wie die Klänge erzeugt werden unterscheiden sich halt, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht auch gut klingen.
    Mein Access Virus I kann auch schöne warme Pads erzeugen und auch fette Bässe. Man muss sich nur mit dem Gerät auskennen, dann kommt man auch ans Ziel.
    Es muss nicht immer Vintage Analog sein :agent:
     
  10. Zotterl

    Zotterl Guest

    MS20 oder TB303 dürften Beweis genug sein, dass die Verwendung edler Bauteile
    eine eher untergeordnete Rolle spielen.
     
  11. Horn

    Horn ||

    Aber das ist doch der Geschmack der Zeit. Man will doch gerade so etwas Kompaktes wie den Minibrute oder das MoKey. Ein MacBook 11" rangehängt und man kann überall Musik produzieren, für die man früher ein ganzes Zimmer voll Equipment gebraucht hätte.

    Ich persönlich halte den Vintage-Boom für reine Nostalgie. Mir gefallen die heutigen Synths größtenteils besser als die alten.
     
  12. Ich habe fast nur alten Kram was aber daran liegt, dass ich diese Instrumente schon vor langer Zeit kaufte, als noch niemand etwas von Vintage wissen wollte.
    Den Minimoog D halte ich nach wie vor mit keinem aktuellen Synthi ersetzbar. Auch wenn uns das die ein- oder andere Firma weismachen will/wollte.
     
  13. Moogulator

    Moogulator Admin

    Das ist historisch gesehen richtig gut, weil es verschiedenste Firmen zusammen gebracht hat und einen Kompromiss. Heute könnte MIDI ein wenig mehr können, aber dazu würde sich keiner zusammensetzen. leider.
     
  14. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    So sieht das aus.

    Natürlich wird überall nur mit Wasser gekocht, und im Grunde sind die frühen analogen Maschinen, denen heute gehuldigt wird und für die Leute ihre Oma verhökern, nicht viel mehr als Radiotechnik der späten 1960er. Wenn man einen EMS aufschraubt, ist man fast schon entsetzt, wie primitiv das innendrin aussieht.

    Was sicherlich eine Rolle in der subjektiven Wahrnehmung eines Instrumentes spielt, sind das Aussehen und die Haptik. Selbst der kleine Yamaha CS50, über den eigentlich alle lachen (oder sich schämen, weil sie keinen CS80 haben), ist dermaßen hochwertig und edel aufgebaut -- das gibt einfach ein gutes Gefühl beim Spielen. Das Gefühl, das einem ein Instrument gibt, ist entscheidend für den Zugang -- es gibt Geräte, die unheimlich toll sind von den Möglichkeiten her, bei denen ich aber nicht warm werde (Roland JP-6, z. B., oder Rhodes Chroma). Selbiges läßt sich über viele andere Klassiker sagen; unter der Haube sind auch nur elektronische Bauteile -- die Magie liegt darin, wie sie in einem Schaltungsentwurf zusammenwirken und ganz bestimmte, nur diesem einen Gerät eigene Verhaltensweisen erzeugen und eine ganz bestimmte Herangehensweise vom Spieler verlangen. Da kann eine Schaltung auch durchaus mal in die Hose gehen -- eine 303 mögen die Fans deswegen nicht weniger.

    Dieses haptische Element habe ich bei den modernen Synthesisern nur sehr begrenzt -- am ehesten bei den modularen Moog-Clones, wo Optik, Haptik und Klang dieses Erlebnis wieder entstehen lassen.

    Und außerdem riechen die meisten klassischen Analogen einfach besser (wenn sie nicht gerade bei Klaus Schulze standen, oder bei Dr. Wackler).

    Stephen
     
  15. microbug

    microbug |||

    Die Idee zu MIDI entstand bei Dave Smith, als die Polysynthis mit Prozessorsteuerung Digitalinterfaces für Sequenzer bekamen und da jeder sein eigenes Süppchen kochte: er selbst, Oberheim und Roland. Er hat früh erkannt, wohin das führen wird und daher die Idee einer Herstellerübergreifenden Schnittstelle in die Tat umgesetzt. Der P600 wurde dafür aber nicht extra entwickelt, sondern befand sich bereits in Entwicklung, sodaß man dort MIDI schon integrieren konnte, beim P5 hätte das eine neue Mainboardversion gebraucht. Der P600 entstand, um den günstigen Polys was entgegensetzen zu können. Zudem wollte ja keiner seiner amerikanischen Kollegen davon etwas wissen, besonders Tom Oberheim nicht, was er heute etwas anders darstellt.

    Das Format wurde auf dem Papier entwickelt und von Roland sowie SCI unabhängig voneinander in einem Gerät implementiert, bei Roland war's der Jupiter-6, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Entwicklung befand. Auch der DX7 war ja schon in der Mache ...
     
  16. Horn

    Horn ||

    Ich weiß nicht, gerade der ist doch in Form von Hardware und Software dreitausendmal kopiert worden. Und die aktuellen Kopien haben ja teilweise auch unbestreitbare Vorzüge vor dem Original. In der Gitarren-Fraktion halte ich den Vintage-Freaks immer entgegen, dass die alten, hochpreisig gehandelten Fenders und Gibsons aus den 50ern und 60ern definitiv schlechter sind als hochwertige heutige E-Gitarren und sie definitiv in einem Blindtest keine klanglichen und/oder haptischen Vorteile hören und/oder spüren könnten. Bei Synths will ich soweit nicht gehen, da mir ausreichend Erfahrung und wohl auch das entsprechende Hörvermögen fehlen. Aber ich bin weiterhin sehr skeptisch.

    Gut finde ich, dass man heute schon mit sehr kleinem Budget keine Entschuldigung mehr hat, keine oder nur schlecht klingende Musik zu machen. So ein Arturia iMini auf dem iPad ist ja mindestens "nicht schlecht" ;-) ...
     
  17. Bernie

    Bernie Anfänger

    Heute verkauft dir fast jeder "Bäcker" seine Brötchen als aufgebackenen Dreck oder den Mist aus Fertigmischungen und so scheckt das auch. Ähnlich ist es mit vielen modernen Synthesizern, da werden immer die gleichen Standard-ICs verwendet und kaum einer macht sich wirklich die Mühe und entwickelt was Eigenes.
    Ich liebe die kleinen Bäckereien auf dem Dorf, das ist einfach eine andere Welt. Der Bäcker Moog und der Bäcker Cockerell haben meinen alten Minimoog und den EMS damals mit viel Liebe von Hand frisch zubereitet -das schmeckt meinen Ohren.
     
  18. RetroSound

    RetroSound ●--~√V√V√V~--●

    ja der vergleich mit den brötchen trifft es schon ziemlich.
    na klar hört man einen subtilen Unterschied zwischen software und hardware. ich würde sogar behaupten, man spürt ihn. diesen unterschied empfindet ein geschultes ohr natürlich weitaus größer als jemand der nur sporadisch sich mit dem thema beschäftigt. für einen justin bieber hit ist es sicher nicht erforderlich einen analogen fuhrpark aufzufahren. den unterschied würde eh keine sau merken. :mrgreen:
     
  19. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    Cwejman hat innen drin auch billigstes Zeug, hat aber von aussen(Gehäuse z.B.) blingbling Teile eingebaut.

    Ich glaube das ist absolut oft nur Einbildung.
    Gerade hier im Forum werden oft billige Geräte die ein "billiges" Image haben auch klangtechnisch runtergemacht.
    Während oftmals teure "Blendergeräte" als "die" klangliche Offenbarung dargestellt werden.
     
  20. mookie

    mookie B Nutzer

    Ich mag billige alte (Poly 800, alpha Juno, 626, etc) und billige neue (shruthi, demoon, bassstation, etc.) Geräte.
    Und auch ehemals billige alte Geräte wie zB die 303. Das Spielzeug kann ja nix dafür wenns plötzlich teuer wird.
     
  21. Xpander-Kumpel

    Xpander-Kumpel engagiert

    Wobei ja Alpha Juno und Shruthi dafür die besten Beispiele sind das "billig" eben auch sehr gut klingen kann.
     
  22. RetroSound

    RetroSound ●--~√V√V√V~--●

    klar können billige teile toll und auch sehr interessant klingen, ebenso können ehemals teuere teile scheiße oder langweilig klingen. es gibt einige boliden die mich klanglich sehr enttäuscht haben. ich denke jeder hat sein ganz eigenes bild von schön ;-)
     
  23. mookie

    mookie B Nutzer

    Ich denke eher jeder hat sein eigenes Bild von dem was er braucht, oder besser gesagt, was er meint dass er braucht um Musik machen zu können.
     
  24. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    :supi:

    Mit Liebe gemacht.

    Ich denke mir, daß viele Entwickler zur damaligen Zeit verushct haben, eine technisch-musikalische Vision in die Realität umzusetzen. Dazu mußten sie auf eigene Lösungen zurückgreifen, weil es noch keine allgemein akzeptierten Patentlösungen gab, die für alle Probleme eine Antwort parat hatten. Und diese Visionen prägen den Charakter eines Instrumentes ungemein. Der EMS mit der Zielrichtung serielle und moderne Elektronische Musik, der Mini Moog mit der Zielrichtung Performance, die CS-Polyphonen aus der Schmiede eines Flügelbauers, die PPGs mit ganz eigenständigem Ansatz bei der Klangerzeugung -- das ales sorgte für Aroma im Brötchenregal.

    Gerade bei den frühen PPGs machen die konzeptionellen Schwächen den Charme der Instrumente aus, der von Generation zu Generation heraus-ingenieurt wurde -- die 2.2 oder 2.3 sind wunderbare Instrumente, aber die tragen jetzt Anzug und Krawatte und nicht mehr Lederhosen und Hoodie.

    Stephen
     
  25. In Sachen UI trennt sich aber der Weizen von der Spreu. Boutique haben manchmal eine grauenhafte Oberfläche das man sich fragt, wie sich das Teil überhaupt verkaufen kann.
    Der Minimoog zB ist von Anfang bis Ende durchdacht, für Musiker gebaut. Es gab damals verschiedene UIs/Designs und Moog hat sich dann doch für die zeitlose, klassische
    Variante entschiedenen, die sicherlich auch einen großen Einfluß am Erfolg des Instruments hatte.
    Darum würde ich einen Synthi nicht nur auf die verwendeten Schaltungen beurteilen, sondern auch, wie das Ding sich anfässt. Roland baut meienr Meinung nach ganz
    fürcherliche UIs, total überladen, bunt und unübersichtlich. Aber die Japaner ticken auch ganz anders und haben uns eigentlich auch die gehassten Menü-Strukturen beschehrt, die
    ohne Handbuch nicht zu kapieren sind.
     
  26. microbug

    microbug |||

    Bei den Japanern werden die Dinger ja vor allem von Ingenieuren alleine entwickelt und echte Musiker bekommen die Dinger erst zu Gesicht bzw in die Finger, wenn der Kram schon fertig ist, jedenfalls seit den digitalen Synths. Hätte der US-Vertrieb Unicord nicht interveniert, wäre der Polysix nie ein solcher Erfolg geworden.

    Firmen wie Moog dagegen haben Prototypen gebaut und diese interessierten Musikern zum Testen gegeben. So landete der Apollo, Prototyp des Polymoog, bei Rick Wakeman, den Minimoog in seinen 4 Varianten hatten auch mehrere Musiker in den Fingern.

    Dave Smith hat sich das beim Prophet 5 zu Nutze gemacht und sich am Minimoog orientiert, sicher nicht das schlechteste Vorbild :)

    Bei manchen japanischen Synths kann ich mir nicht vorstellen, daß den jemals ein praktizierender Musiker in die Finger bekommen hat, bevor er veröffentlich wurde. Die falschen Jupiters zB.

    Roland hat ja erst auf massiven Druck der Benutzer die Firmware 2.0 gebaut, die etliches verbessert.

    Japanische Entwickler sind zudem für Außenstehende nicht greifbar und die entsprechenden Abteilungen einfachn Antimaterie, die bekommt man nichtmal auf einer Messe zu greifen.

    Schon frustrierend, wenn man lange Betastester war und direkten Kontakt zu Entwicklern gewohnt ist.
     
  27. Moogulator

    Moogulator Admin

    Glaube nicht, dass das auch für Korg gilt, die waren zu nah an Musikern - sieht man auch an den Instrumenten, die hören schon zu. Bei anderen sieht es schon so aus, ja…

    Korgs R&D ist in London.
     
  28. microbug

    microbug |||

    Yamaha hatte auch eine R&D in London, so ein Hinterhofding, dort entstanden u.A. der DX7 und auch die späteren VL-1 und VP-1. Gab mal vor vielen Jahren einen Bericht darüber in einer der deutschen Keyboardmagazine, weiß nimmer, in welcher.

    Korg hat sich da gewandelt, waren aber durchaus näher an den Musikern, während Roland immer weiter davon weg ist, vor allem seit Eric Persing nicht mehr dabei ist. Korg bietet aber aktuell ein zwiespältiges Bild. Den Kronos finde Ich weit weg, die Volcas und das analoge Zeug näher dran, ebenso der King Korg. Die hören schon zu, dürfen aber offenbar nicht alles umsetzen.

    Akai hat ja garkeine eigenen Entwickler gehabt und alles extern vergeben, meist an britische Ingenieure, aber offenbar hat auch Marcus Ryle für Akai was gemacht (XR-10, VX-600).

    Am nächsten dran finde ich immer noch Kurzweil. Gerade dem PC3 merkt man es an, obwohl es ja genug Stimmen gibt, die über das Display und die mickrigen Samples lästern. Das sind aber vor allem Nerds und weniger Livemusiker, die lassen sich davon jedenfalls nicht abhalten.

    Jaja, schimpft mich ruhig Fanboy, das kann ich ab :)
     
  29. Ich sag mal so:

    Wer heute elektronische musik macht und analog gear verwendet der ist
    Ein purist und auch noatalgiker ... Jupiter8, ms20, modular system
    Brauch alles kein mensch ....

    Heute kan man alles Digital machen , abspeichern verändern usw.
    Klingt alles identisch .. Ohne rauschen und verstimmungen im endmix hört das kein mensch ob plugin,analog oder digital

    Weil ich sag mal wird eh alles auf mp3 decodiert ... Das hört heute jeder ... Auf vinyl mit ner teuren anlage hört man villeicht mehr

    Aber warum man den ganzen alten elektroschrott benutzt als Musiker ?
    Weil man ein Instrument vor sich hat ... Und ein plugin und pc war nie ein ernstzunehmendes instrument
    Ich für meinen teil schätze es vor einem analog synth zu stehen und gleich ergebnise zu erhalten
    Ohne den rechner hochzufahren oder irrgentwelche pulgins mit der maus zu bedienen

    Zu dem gibt es Musikrichtungen wo ich aus keinem plugin das rausholen kann was mir gefälllt
    Für mich sind alle neuen synths halt auch für moderne musik programmiert (so der höreindruck)
    Aus einem einfachen Casio VL tone bekomm ich mehr inseration als von neuen Synths ...

    Aber wie man arbeitet ist bei jedem musiker unterschiedlich

    Dan gibts natürlich noch sammler die die geräte sammeln und sich an deren klangfarben, seriennummern, bauteilen aufgeilen aber das sind meist keine musiker.

    Ich habe selber eigentlich nur Synths aus den 70er und 80er weil ich auch so musik mache
    Ist so wie farben zum malen .. Ich weis wie jeder synth klingt und was er kann und dan stell ich mir bei einem neuen
    Song eine neue farbpalette zusammen

    Für mich sind pc und plugins (grau)
    Weil da muss man so viel rumdrehen bis die mal farbe bekommen

    Bei einem Moog da drück ich eine taste und das passt einfach alles

    Wer analog arbeiten will sollte auch analoges kleingeld haben ...

    Und ja Analog klingt für mich besser
    Auch wen ich diverse digitale synths nicht missen will weil sie anders klingen
    Sowohl bin ich auch ein midi fan und mag PC recording
    Aber plugins die einen vorgaukeln das sie analog klingen das wiederspricht sich ja schon im namen :)

    Make music have fun analog oder digital
     

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