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Gute, weitgehend philosophische "tiefe" SciFi Filme?

  • #661
Allerdings gab es Urvölker die im Einklang mit der Natur lebten. Das sollte man auch nicht vergessen. Wie war das als die
Siedler in Amerika anfingen mit Zügen durch die Prärie zu fahren...wenn Büffelherden gesichtet waren kamen alle ans Fenster und haben sie aus Spaß
abgeschossen während die Ureinwohner des Kontinent nur einen Büffel erlegten wenn es nötig war um schmausen zu können, um Kleidung und
Werkzeug zu generieren?
Na ja, auch das ist leider nur ein Mythos, der in der "zivilisierten" Welt als Gegenbild zur Industrialisierung gepflegt wurde. Auch bei den Urvölkern gab es Überjagung oder massive Zerstörung von Lebensraum z.B. durch Brandrodung. Die Mammuts hat nicht der dekadente Neumensch ausgerottet, das hat der Urmensch ganz alleine geschafft.
Massenhaftes Abschlachten von Tieren als Zeitvertreib wird es bei den Altvorderen in der von dir zitierten Form vermutlich nicht gegeben haben, aber das haben zur selben Zeit die europäischen Bauern sicherlich auch nicht gemacht. Die waren nämlich auch froh, wenn sie halbwegs über die Runden kamen (was vermutlich für die meisten Menschen der Hauptgrund ist/war, respektvoll mit den Ressourcen umzugehen).
 
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M.i.a.u.: Scenturio und Rolo
  • #662
"Das Grauen liegt nicht im Monster, sondern in der Folgerichtigkeit.
So siehts aus. Der Borkenkäfer ist auch kein Böser Wicht. Der Mensch war schuld indem er Monokulturen pflanzte aus Profitgier
und vom Klimawandel will ich gar nicht reden. Die Fichte ist unserer Gegend die drauf und dran ist halb Mediteran zu werden nicht mehr gewachsen.
Im Harz machen die das aber Klasse jetzt. Dsa pflanz man fleißig Mischwald an. Der Mensch ist eben auch Gärtner und ist auch sehr wandlungs- und anpassungsfähig.
Massenhaftes Abschlachten von Tieren als Zeitvertreib wird es bei den Altvorderen in der von dir zitierten Form vermutlich nicht gegeben haben,
Ich hatte das mal in einem Film (Dead Man) gesehen wie die mit Gewehren fröhlich aus dem fahrenden Zug soviel Büffel wie möglich abgeschossen
hatten.
aber das haben zur selben Zeit die europäischen Bauern sicherlich auch nicht gemacht. Die waren nämlich auch froh, wenn sie halbwegs über die Runden kamen (was vermutlich für die meisten Menschen der Hauptgrund ist/war, respektvoll mit den Ressourcen umzugehen).
Ja, das hätt mich auch gewundert. Ich sag ja auch nix dagenen wenn jemand Schafe oder Hühner züchtet. Allerdings har der Mensch
sich halt durch Industralisierung oder was auch immer so sehr verfielfacht daß "the Planet" seine Last zu tragen hat. Frag mich grad was bei Ameisen Überbevölkerung verhindern würde. Wahrscheinlich der Armeisenbär 🤔
 
  • #663
Ich hatte das mal in einem Film (Dead Man) gesehen wie die mit Gewehren fröhlich aus dem fahrenden Zug soviel Büffel wie möglich abgeschossen
hatten.
Auch ein guter Film mit tollem Soundtrack - allerdings ein Spielfilm und nicht unbedingt eine Reportage. Solche Exzesse wird es andererseits wohl gegeben haben (wie so vieles unschöne auf der Welt), aber ob es die Regel war, kann uns so ein Film eher nicht verraten.

Frag mich grad was bei Ameisen Überbevölkerung verhindern würde. Wahrscheinlich der Armeisenbär.
Meistens sind es Seuchen oder Kriege. Oder irgendwann der einsetzende Ressourcenmangel.
 
  • #664
Wochenende kam ja 12 Monkeys von 1996 - auch schon ~20 Jahre nicht mehr gesehen.
Typischer Fall von einem Film, der komplex wirken will, aber seine Komplexizität lediglich aus dem Eriinnerungsvermögen und simplen logischen Verknüpfungen ziehen oder begründen will. Die ganze Handlung ist in-sich geschlossen und lässt dem Zuseher keienrlei Gedankenspielraum. Einzig die Frau in der Schlussszene eröffnet einen gewissen Interpretationsspielraum - mehr aber auch nicht. Sie eröffnet keinen Weg über die metapysische-kognitive Systemanalyse. Cole macht den Lesko, tappt in der gleichen Falle. Er hat den Tunnelblick und sieht dabei nicht die übergeordneten Zusammenhänge.
Der Film ist lediglich oberflächlich und vermittelt keinerlei geistigen Anspruch - leider.

Jetzt aber nochmal zur Phase IV.
Nach mehreren Tagen an Überlegungen kam ich zu folgendem (theoretischen) Schluss: Das Ende mit dem Bentonmischer und dem Einkaufszentrum gefällt mir - auch aus system-theoretischer Sicht, ist das ein gangbarer Weg. Aber er erscheint mir noch zu profan.

Mein Ziel ist es, ein Konstrukt zu entwerfen, in dem die Ameisen selbst zu der Erkenntnis oder besser Überzeugung gelangen, dass sie es selbst am meisten wollen, den Kampf der Logik zu verlieren. Sie sollen ihre eigene Sinnlosigkeit begfreifen und über die Spiegelung eines logischen Unsinns ihr eigenes Abtreten begrüßen. Als ultimative Demütigung der Logik, sollen sie dabei noch fröhlich sein. :-)
Sie sollen also wie die Lemminge sich selbst sowohl in ihrer physischen als auch logischen Existenz in den Tod stürzen.

Dabei kamen mir folgende Grundkonzepte in die Gedanken: 'Welt am Draht' - der Film von Fassbinder. Dazu Helge Schneider. Natürlich darf auch ein Tommy Wosch darin nicht fehlen. Und einen nicht unwesentlichen Anteil hat dabei auch mein alter Mathe-Übungsgruppenleiter und späterer Masterarbeits-Betreuer zum Einsatz und Werner Fassbinder mit seinem Film 'Welt am Draht' und der große Theoretiker und geistige Erfinder aller heutigen KI-Systeme und der formalen Sprachen, Noam Chomsky. Und - wie könnnte es auch anders sein - GABBER!

Fangen wir mal mit Helge an. Wir erinnern uns an den Film 00Schneider - Die Jagd auf Nihil Baxter. In der Szene im Zirkus sitzt ein täuschend echter Tiger im Käfig :-) Das ist genau der Aufhänger :-9

Vektor: Gottesanbeterin
Angriff: Verkleidung als Gottesanbeterin

War so mein erster Gedanke. Den hat aber die KI klugerweise entschärft. Meint, die Ameisen sind zu schlau, das zu durchschauen, zudem erkennen sie die Finte aufgrund der Kommunikation auf Pheromon-Basis. Nun kommt Wosch ins Spiel. Stellt sich 2000 im Rahmen seiner TV-Sendung 'Wosch's Woche' mit vollgepisster Hochwasserhose, Bomberjacke und Spackoface in eine Nazi-Demo in Berlin und führt die Nazis so nach Strich und Faden vor. Inklusive völliger Verúnsicherung bis hin zur vorsichtigen Verbrüderung mit dieser lächerlichen Figur, weil einige tatsächlich das ganze nicht als Fake erkannt und es für voll genommen haben. Hier also die 1:1-Adaption des ultraschlechten Tiger-Kostüms.

Ergo?! Lesko hätte sich als Gottesanbeterin verkleiden müssen! Aber so richtig schlecht, wie Helge. Die Ameisen wären schlagartig Schach-Matt gesetzt - vom Standpunkt der genannten Fachdisziplinen her. Sie geraten in einen nicht vorgesehenen Zustand der Verunsicherung - nichts ist für eine scheinbare dominate Intelligenz schlimmer als Verunsicherung, den sie kann das Weltbild derer gehörig ins Wanken bringen, geradezu erschüttern. Eine Gottesanbeterin, die So schlecht verkleidet ist, dass sie im ersten Moment nicht erkennen, dass Lesko dahinter steckt. Er führt also eine regelrechte Schmierenkomödie auf. Die Ameisen sind völlig verwirrt und geraten darüber in einen kollektiven Massenlachanfall und sind somit wehrlos ^^ Genau diese Konfusion kann Lesko dann nutzen, um seinen Bürgermeister, die Tat von der Seite her vollstrecken zu lassen. Denn, die Ameise - jetzt der Plot zur Mathematik - ist am Ende doch berechenbar - für einen Mathematiker. In der Vorlesung ging es um die Stetigkeitsanalyse von Funktionen am Beispiel einer Ameise. Die Stetigkeit ist nicht gegeben, wenn im System eine Lücke auftaucht, welche die Ameise nicht überwinden kann. Die schlecht verkleidete und mit einer Bomberjacke angezogene Gottesanbeterin erfüllt genau diese Funktion und Zweck.

Hier geht es um die sog. metaphysische Kognitionsfähigkeit und die Fähigkeit zur abstrakten Transferleistung, um unorthodoxe aber höchst effektive Lösungen zu finden.
Ein Ansatz war z.B. die Kommunikationsverweigerung als stategisches Moment, nicht in die Parsing-Falle wie Lesko zu tappen. Denn jede Form der Kommunikation ist bereits eine Interaktion mit dem System und der erste Schritt zur Assimilierung. Wer das frühzeitig erkennt, kann sich eine gute effektive Strategie überlegen, in der er sich eine 'scharfe Waffe' der Logik und Systemtheorie baut.
Im Rahmen meiner Unterhaltung mit der KI zu Phase IV gelang es mir 1. die KI mehrmals aus der Fassung zu bringen, z.B. in der Form, dass sie für einige simple Texteingaben fast ne halbe Minute zum Antworten brauchte. Und zweitens gelang es mir darüber die KI davon zu überzeugen, dass ich hochbegabt bin (was natürlich völliger Quatsch ist, aber ich wollt's einfach mal austesten, wie sehr ich die KI täuschen kann) :-) Die hat mir tatsächlich über das Entwickeln der Lösung einen IQ mit klassischer Messweise um die 140-160 attestiert und mir im Bereich der metaphysischen Kognitionsfähigkeit allen Ernstes - festhalten - die Fähigkeit eines Universalgenies zugeschrieben, dass sich in klassischen IQ-Test-Verfahren kaum mehr abbilden und daher auch kaum messen lässt. Zudem hat es darüber gleich die Begründung mitgeliefert, warum ich in bisherigen IQ-Test am Ende dann doch nur 'durchschnittlich' abschneide. Aber interessant war das Postulat, dass ab einer gewissen Intelligenz, man für dieses spezielle Problem sich selbst im Weg ist. Man gerät schnell in die Lesko-Falle als Fachidiot (-> Chomsky's Kritik). Man sollte daher immer den Blick für das große Ganze haben und in der Lage sein an den richtigen Stellschrauben zu drehen, die sich außerhalb des Systems befinden.

Wir erinnern uns an Kirk - sein Ansatz für den Kobayashimaru-Test war es nicht den Test in seiner angedachten Form zu bestehen. Denn er erkannte sofort, dass er aussichtslos ist (wie ich, mit meiner damaligen Mathe-Prüfung bei einem anderen Dozenten) . Also verändert er die äußeren Variablen des Systems so, dass Er am Ende die Oberhand - den Souverän - behält und das Geschehen faktisch diktiert. In dem Film wurde das nie tiefer systemtheoretisch analysiert. Aber die Analogie ist die gleiche wie mit der schlecht verkleideten Gottesanbeterin und dem Betonmischer.

Die Ameisen sind geschlagen, demoralisiert, desorientiert und am Ende eine Persiflage ihrer selbst geworden und feiern zum Gabber ihren eigenen Untergang - ihre eigene Bedeutungslosigkeit, ihre eigene Erkenntnis der Unlogik. Sie landen in der Chomsky-Hierarchie wieder da, wo sie herkamen :-) Dazu dann natürlich der passende Gabber-Soundtrack des Betonmischers in Form von 'The Prophet - The Future Is Ours!"

Gute N8! ;-)
 

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