HILFE - Raumakustik fuer Heimstudio

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von Mogli, 10. August 2006.

  1. Mogli

    Mogli -

    Hallo allerseits,

    Ich bin noch neu hier, daher weiss ich auch nicht ob Ihr dieses Thema schon ausgiebig behandelt habt. :D

    Ich will mir ein HeimRecordingStudio im Keller einrichten, und habe dazu einen etwa 12qm grossen Raum.

    Kann mir jemand Tipps geben, wie ich die Waende und Decke gestalten sollte um eine moeglichst gute Akustik zu bekommen, ohne ein Vermoegen dafuer auszugeben.

    Musikhaus Thomann empfiehlt mir eine Basotect Matte (absorbiert ab 500 Hz) fuer ca. 18 Euro, bei meinem Raum an Waenden und Decke addiert sich das zu ca
    700 Euro.

    Waere fuer jeden Tipp dankbar.
     
  2. Moogulator

    Moogulator Admin

    gut wäre schonmal nichtparallele wände.. ansonsten ne menge möbel / regale mit büchern (oder sowas) drin oder noppenschaumstoff rein.. jedenfalls nix PARALLELES..

    decke: wenn sehr hoch, abhängen, aber DÄMMEN ist immer gut..
    natürlich kann man alles übertreiben..

    dazu immer nachdenken: monitore und pulte sind toll, aber böse wände und klangverfälschend, wenn sie als reflektor wirken..

    sowas kann also mit einfacheren und billigeren mitteln auch hinbekommen.. die "profi"-sachen kosten halt..
     
  3. Bei Schaumstoff bietet es sich ferner an, auch bei Firmen zu schauen, wo das ganze nicht als Musikzubehör verkauft wird, da sehen die Preise schon ein wenig anders aus. Nur die Eigenschaften solle man sich dann genauer anschauen, offenporig muss er auf jeden Fall sein...

    ...hier kannst Du u.a. noch was zum Thema lesen:

    http://www.Sequencer.de/synthesizer/viewtopic.php?t=6141
     
  4. ich halte auch nichts davon, den raum zu überdämmen. wenn der raum schalltot ist, wird man sich da drin nicht mehr wohlfühlen, und wie möchte man musikmachen in einem raum, in dem man sich nicht wohlfühlt? ;-)
     
  5. Plasmatron

    Plasmatron aktiv

    Ja, das mit dem Wohlfühlen ist ja eher auf Schalltote Räume bezogen.. Seinen Raum zu dämmen ist schon nicht verkehrt .... Je nach Raum reicht es erst mal zu sagen das hohe Töne vom Hochtöner wie licht abstrahlen und da dann die Absorbermatten anzu bringen, also die Wand hintereinem, das Stück rechts und links anden Wänden und über einem an der Decke - da muss nicht alles ausgefüllt sein , man kann sich dieMatten dann wie Spiegel vorstellen, die so plaziert werden das eine Lichtquelle , also die Box gesehen wird , wenn man darauf schaut.. (OK? )
     
  6. jaklar, gerade kleine räume (hab selber einen) haben ja einen fürchterlichen raumklang. der muss erstmal weg. sonst kann man überhaupt nichts hören. aber man sollte ihn nicht schalltot machen ;-) aber du hast recht: am besten dort dämmen, wo die abstrahlrichtung der boxen hinzeigt. dann ist reflexion dort schonmal unter kontrolle, und die größte schallquelle beim musikmachen (die musik ;-) ) schonmal weniger kritisch.
    bringt halt nix einfach wahllos an alle wände dämmstoff zu kleben.
    ebensokritisch sind ja die raummoden - stehende wellen. böse :sad: in diese richtung zielt ja das oben erwähnte "keine parallelen wände". leider können wir uns das nicht immer aussuchen. falls man damit probleme hat, kann man sich vielleicht gedanken drüber machen, einen absorber aufzustellen?
     
  7. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ein Abhörraum soll eine relativ kurze aber vor allem gleichmässige Nachhallzeit haben.
    Das ist vor allem im Baßbereich aufwendig und teuer. Den Hochtonbereich überdämpft man dagegen sehr leicht.

    Wenn ihr euch mal Studioräume anguckt fallen folgende Sachen auf:

    Es gibt immer noch relativ viele für die Höhen erstaunlich 'schallharte' Flächen, damit der Hochtonbereich nicht überdämpft wird. Solche Flächen sind dann oft gelocht: dahinter sitzt Dämmaterial was niederfrequenter wirkt.

    Schaumabsorber sitzen dort an der Wand wo man das 'Spiegelbild' der Lautsprecher vom Hörplatz sähe.

    Die Raumwand, vor der der Lautsprecher steht ist gebogen. Das lenkt die Reflektion der Tiefmitten um den Hörplatz herum. (Die erste Reflektion soll aus dem Raumklang der Aufnahme kommen, nicht aus dem Abhörraum.)

    Es gibt relativ viele (teuere :sad: ) Plattenabsorber (Holzplatte auf um 15cm tiefen Rahmen) um den Baßbereich hinzukriegen.

    Es gibt einige 'Streuelemente', die dafür sorgen das die höherfrequenten Frequenzbereiche keine ausgeprägten Kammfilter machen sondern gleichmässige Nachhallzeiten bekommen.



    Bücherregale (zerklüften den Raum und zertreuen die Reflektionen = gleichmässiger Hall) und üppige Polstermöbel (fressen Baßresonanzen) sind schon mal ein guter Anfang...


    Einführung in 'was auf einen zukommt, wenn man es ernst meint':
    http://www.youngbloodstudios.de/image/Facharbeit.pdf

    Die bösen Raummoden:
    http://www.hunecke.de/german/rechenserv ... moden.html

    Kleine Räume haben ihre Raummoden bei höheren Frequenzen, die weit auseinanderliegendenen 'Grundmodi' sind deshalb in einem akustisch störenderen Bereich. Bei einem 'grossen Raum' liegen die dann schon so dicht zusammen, das sie sich zu einem einigermassen gleichmässigen Frequenzgang überlagern.
     
  8. bin grad am klein-studio einrichten und wollte heute noppenschaumstoff an die kachelwände kleben. allerdings grenzt ein stück der rückwand an ein anderes multimedia-studio und obwohl die wände dick sind bin ich nicht sicher daß es zusammen mit dem schaumstoff genug nach außen hin (beide richtungen) gedämmt ist, daher überlege ich grad ob es was bringt styroporplatten oder ähnliches zwischen wand und schaumstoff zu kleben. any suggestions?
     
  9. Anonymous

    Anonymous Guest

    Noppenschaumstoff dämpft die Nachhallzeit im höherfrequenten Bereich. Zuviel Noppenschaumstoff überdämpft im höherfrequenten Bereich.
    Teppich und Vorhänge sind eine fast gleichwertige, oft aber wohnlichere Alternative.

    Styropor dämmt nur thermisch und ist akustisch wirkungsneutral.

    Den Schalldurchgang durch die Wand bekommst du nur mit etwas ernsthafteren baulichen Maßnahmen in den Griff. (Mindestens vorgesetzte Wand: Rigips in Ständerbauweise, auf Entkopplung achten, besser Raum in Raum.)
     
  10. ok, also kein styropor. vielleicht gehts ja auch ohne wandverstärkung, wird sich zeigen.
    wg bass wollt ich regale in die ecken stellen und mit büchern usw bestücken.
     
  11. Anonymous

    Anonymous Guest

    Durch die Wand durch geht vor allem Baß. Der ist im klein-Heim Studio sowieso eher unbezahlbar bis unmöglich: besorg dir schicke kleine Nahfeldmonitore, die regen die tiefen Raummoden erst gar nicht an.

    Wenn du dichter an die Lautprecher rankommst (eben Nahfeldmonitore) geht der Raumeinfluß merklich zurück. (Deshalb auch die Beliebtheit von Nahfeldmonitoren)


    Zum ab und an mal Spaßhaben eher einen Subwoofer dazu stellen (oder HiFi Boxen als 2.Lautsprecher)
     
  12. Bei einem lange praktizierenden Schaumstoffhändler in Hamburg erkundigte ich mich - ein Preisvorteil gegenüber MS Acoustics & co war dort nicht gegeben - eher genau das Gegenteil war der Fall...
     
  13. ...nun gut, die Aussage war/ist natürlich kein Gesetz und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel ;-)
    Bei der Suche nach einem geeigneten Lieferanten war das aber die Regel, die ich feststellen konnte...generell sind wohl die Schaumstoffpreise im letzten halben/dreiviertel Jahr ca. 20-25 % gestiegen, da irgend ein bestimmter Rohstoff der da rein kommt entsprechend im Preis gestiegen ist...wird sich bei den Musikgeschäften vielleicht auch noch bemerkbar machen, wenn die Lagerbestände weg sind ;-)
    Aber es ist wie mit Allem, ein Preisvergleich und eventuelle Alternativen abklopfen lohnt sich in jedem Falle, mit dem Lieferanten, den ich gefunden habe, bin ich halt bisher sehr zufrieden und Geld sparen konnte ich halt noch nebenbei...
     

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