Hocico - The Shape of things to come



Ich glaube erkannt zu haben, dass so eine Nummer, das Genre per se, hier im Forum kaum bis keine Abnehmer hat. Ich hatte schon mal in der Richtung was gepostet. Die Resonanz war überschaubar. Zu simpel, zu hart, "nicht meins" oder was weiß ich.

Aber mich persönlich walgt "The Shape of things to come", wie eigentlich das ganze Hocico-Album "Memorias Atrás", immer wieder von Kopf bis Fuß durch. Ich stehe dem Dampfhammer der Klanggewalt mit offener Kinnlade fassungslos gegenüber und frage mich: "Wie zur Hölle macht man sowas?"

Speziell bei obiger Nummer bildet sich bei mir direkt ab der Intro Gänsehaut, Drums und Bassline treiben meinen Blutdruck hoch und das Refrain-Motiv halte ich nur mit fokussierter Selbstbeherrschung aus, ohne in Tränen auszubrechen.

Als miserabler Autodidakt mit der Aufmerksamkeitsspanne einer Stubenfliege kriege ich diese echt nicht hochkomplexen Kompositionen analytisch zwar gerade noch so in Spuren und Loops zerlegt, doch selbst dann frage ich mich zu den Sounds und den Synthlines: "Wie kommt man darauf?" Trial and Error? Intuition? Oder eben doch per musiktheoretischem Unterbau, den ich mir einfach nicht angeeignet kriege?

Wer hier im Forum kann sowas ratzfatz zusammenklicken? Ich höre von euch so viel Ambient, Drones, Modulargenudel und sonstig kopflastige Kreationen. Aber irgendwie ballert hier keiner derart auf die 12. Geht das hier wirklich niemanden was an?
 
Offenbar trifft es genau deinen Nerv.
Ich persönlich finds ziemlich eklektisch, und cheesy.
Ist vielleicht ne Altersfrage?
 
Klingt, als ob man eine -öh- Portion Skinny Puppy mit irgendwas dancigem aus den Neunzigern gemischt hätte.
Hatte nach deinen Ausführungen etwas anderes erwartet.
Ist das nicht sogar total schlecht, bzw. Cheesy wie Starling sagt?


Das hier ist doch so ähnlich. Nicht meins-definitiv-!!!!
 
Also ich find's gut. Kenne so einige, die das quasi am Fließband raushaun können - ich selbst war dazu leider immer zu doof.
 
Das mit den Beispielen ist genau das Ding. Ich weiß wohl, dass sowas _einer_ Szene entstammt und gern hintereinander aufgelegt werden kann. Und trotzdem finde ich gerade Agonoize echt grottig und kann auch mit den legendären Skinny Puppy nicht so viel anfangen. Selbst die aktuellste Nummer von Hocico finde ich witzigerweise auch total belanglos.


Bei Memorias Atrás waren Atmosphäre, Komposition und Melodien noch so viel interessanter und imposanter. Mir drängt sich der Vergleich auf zwischen dem alten Metallica der epischen Alben Master of Puppets, Justice for All bis hin zum Black Album und dem neuen wischiwaschi Hardrock oder was das sein soll, das sie heute machen.

Diese Qualität, die ich meine, ist nicht in bpm, DistoKick, Virus-Hypersaw und Schreigesang zu erfassen. Memorias Atrás hatte noch sowas wie das Intermezzo "Metamorphous", das ich auch heiß und innig liebe...

 
I see..
Naja, kann ich nicht beurteilen, also was die Qualität des besagten Albums angeht.
Müsste man sich dann schon geben. Aber der von dir gepostete Track animiert nicht sonderlich.. Sorry :peace:

Natürlich war dieser Agonize-Shize "etwas" dick aufgetragen.

Ich konnte lediglich deine Ausführungen nicht spontan mit dem Dargebotenen in Einklang bringen.
Macht ja aber nichts. Jeder mag was anderes.
Ist wohl auch der Grund warum man nicht viel auf Plattekritiken geben kann. Da gehen Meinung und Realität auch meist sehr auseinander.
 
Ich finde das Genre - wie viele andere auch - sehr uniformisiert, sowohl die Musik wie auch die Zielgruppe.

Eine Handvoll immer wieder ausgelutschte Sounds mit "Es wird mal Zeit für einen HNO-Besuch" Gesangsversuch und das oft im Genre beliebten 6/8 Takt.

Da kannst du im Netz zig Beispiele dafür sehen, klingt alles irgendwie gleich.
Helene Fischer und Modern Talking für Kuttenträger.

Bitte die Genreanhänger nicht gleich auf den Schlips getreten fühlen, just my 2 Cent.
 
micromoog schrieb:
Ich finde das Genre - wie viele andere auch - sehr uniformisiert.

Eine Handvoll immer wieder ausgelutschte Sounds mit "Es wird mal Zeit für einen HNO-Besuch" Gesangsversuch und das oft im Genre beliebten 6/8 Takt.

Da kannst du im Netz zig Beispiele dafür sehen, klingt alles irgendwie gleich.
Helene Fischer und Modern Talking für Kuttenträger.

Bitte die Genreanhänger nicht gleich auf den Schlips getreten fühlen, just my 2 Cent.

Ich bin ja gerne Gast auf dem WGT oder M'era Luna - meide da aber diese Musik. Aus genannten Gründen. Meist gibt es ja auch noch andere schöne Musik da: Welle:Erdball, Diorama, In The Nursery, Anne Clark, Einstürzende Neubauten, Clock DVA, mit Glück treten die Legendary Pink Dots auf. Dann lohnt sich das schon, da brauch ich aber keinen Hocico oder ähnliches. Insofern sehe ich mich schon als Genreanhänger (im weiteren Sinne: schwarze Szene ja, aber nicht speziell dieser Stil) und fühle mich in keinster Weise auf den Schlips getreten. Geht doch ;-)
 
micromoog schrieb:
Ich finde das Genre - wie viele andere auch - sehr uniformisiert... Bitte die Genreanhänger nicht gleich auf den Schlips getreten fühlen, just my 2 Cent.

Ich gebe Dir sofort recht, fühle mich allerdings auch nicht als Genreanhänger. Mein bester Kumpel ist seit Jahrzehnten fast ausschließlich in dieser "schwarzen Szene" unterwegs, weshalb ich halt auch immer wieder mal hinhöre.

Und was ich hier zu fassen versuche, ist genau, warum Memorias Atrás für mich als große Ausnahme aus der Menge heraussticht. :)

Vielleicht findet sich noch wer, der mit Tonarten, Kadenzen oder sowas argumentieren kann. Irgendwie glaube ich, der Fugenliebhaber in mir fühlt sich angesprochen, obwohl die Tracks offensichtlich keine Fugen sind.
 
Die Schwierigkeit für mich besteht einzig in der Unmöglichkeit mir die Musik anzuhören. Wohl aus der inneren Ablehnung heraus, die mich schon immer veranlasst hat, mit diesem Genre, wenn man so will, zu sympathisieren. Zwei vor einen zurück und Hüpf. Die Abneigung sitzt tief. Nicht mal Nostalgie überwindet diese Kluft, welche mich auch damals zwang die Tanzfläche zu verlassen.
Neugierig bin ich aber schon....

(Schwörst du, dass es sich lohnt?) :D

Edit: Statt "veranlasst" muss es "gehindert" heißen. Sowie so sehr schwülstig der Satz.. :)
 
emdezet schrieb:
Wer hier im Forum kann sowas ratzfatz zusammenklicken?

Den "ratzfatz" Ansatz hatten schon viele, aber das Ergebnis ist dann eben meist die immergleiche Mischung aus zwei bis drei penetranten Stilmerkmalen - ganz unabhängig vom Genre, denn Müllmusik findet man überall.
 
Grimsel schrieb:
(Schwörst du, dass es sich lohnt?) :D

Haha. Mit Schwören hab ich auf dem Schulhhof abgeschlossen. ;-)

Der Witz ist, mir fehlt die Assoziation zur zugehörigen Szene fast gänzlich, weil ich zu solchen Parties oder Events damals nur ganz selten mal mit bin und mittlerweile gar nicht mehr gehe. Von meinem Kumpel habe ich damals gigabyteweise Klangabraum gereicht bekommen... und Hocico. Mit denen hat es bei mir irgendwie geklickt. Auch den """""Sänger""""" mag ich in seinem Soloprojekt als "Rabia Sorda", weil mir wiederum die Musik wirklich gefällt.

Also, ich will hier jetzt niemanden dazu zwingen, sich verhasste Musik anzuhören. Aber vlt gibt es da was zu entdecken... weiß nicht...
 
puh ist mir zu 08/15 ... als ich klein war hab ich immer ganz gern Hocico gehört ... ich bilde mir ein das damals wenigstens noch was neues war und irgendwie geiler ... heute klingt jede halbwegs professionelle Band in dem Bereich so
 
Der Skinny Track oben ist aber ziemlich grossartig. Tolle Melodien, toller Spannungsbogen, charismatischer Sänger. Für mich ist das Gute Musik. (und ich höre sowas normalerweise nicht)
 


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