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Mikrofreak zeigt erratisches Verhalten

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ikonoklast

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Moin!

Seit kurzem habe ich Probleme mit meinem Mikrofreak. Die Symptome:

Nach anschalten alles ok
nach ein paar sekunden/minuten treten folgende Probleme auf, manchmal die einen, manchmal die andern, manchmal mehrere:
- Töne werden gehalten, weitere Töne werden einfach addiert, Beenden nicht möglich, ausser durch Umschalten auf anderen Patch
- Töne fangen bei gedrückter "Taste" nach ein paar Sekunden an zu eiern bzw. zeigen erratische Tonhöhensprünge
- Teile des Keyboards fallen komplett aus

Was ich probiert habe:
- Wechsel der Stromversorgung Netzteil <-> USB
- anderes USB-Netzteil
- Netzteil an anderen Stromkreis
- Netzteil an USV mit Stromfilter

Das alles kam quasi "über Nacht" - der Mikrofreak steht in unserem Proberaum. Am Dienstag war noch alles ok bis zum Ausschalten, am Samstag kamen nach dem Einschalten die Probleme.

Irgendeine Idee?
 

Moin! Das klingt nach einem klassischen Fall von kapazitiver Arbeitsverweigerung, ein bekanntes Phänomen beim Arturia MicroFreak. Da die Tastatur nicht mechanisch, sondern über elektrische Kapazität (Hautkontakt/Erdung) funktioniert, reagiert sie extrem empfindlich auf kleinste Veränderungen im Raum und Stromnetz. [1, 2, 3, 4]
Weil das Problem im Proberaum „über Nacht“ auftrat, gibt es zwei Hauptverdächtige: Erdungsprobleme im Raum oder eine stark veränderte Luftfeuchtigkeit. [2, 5]
Hier sind die wahrscheinlichsten Ursachen und Lösungen, sortiert nach Erfolgsaussichten:

1. Das Proberaum-Masse-Problem (Am wahrscheinlichsten)​

Du hast zwar verschiedene Netzteile und Stromkreise getestet, aber wenn das gesamte Gebäude oder Mischpult/Verstärker ein Masse-Problem hat (Ground Loop oder fehlende Erdung), nützt auch eine USV oft nichts. [2, 4]


  • Der Isolationstest: Klemme den MicroFreak an eine USB-Powerbank (komplett getrennt vom Stromnetz) und stecke nur einen Kopfhörer ein. Schließe kein USB-Kabel zum PC und kein Audiokabel zum Mischpult an. [1, 5, 6]
  • Ergebnis: Läuft er so nach Minuten immer noch stabil? Dann liegt es definitiv an einer Brummschleife/Masse über die Audio- oder USB-Verbindung zum restlichen Proberaum-Equipment. [4, 7]

2. Das Luftfeuchtigkeits-Phänomen​

Zwischen Dienstag und Samstag kann sich das Raumklima im Proberaum (z. B. durch Heizung, Wetterumschwung oder Lüftung) drastisch verändert haben.


  • Zu trocken: Ist die Luft extrem trocken, leitet deine Haut schlechter. Das führt zu erratischen Tonhöhensprüngen und „hängenden“ Tönen, weil der Synth das Loslassen der Taste nicht registriert. (Test: Hände leicht eincremen oder anhauchen). [5, 6, 8]
  • Zu feucht/Kondensation: Stand der Synth im kalten Proberaum und es wurde feucht, bildet sich ein minimaler Film auf der Platine. Nach dem Einschalten erwärmt sich das Gerät, die Feuchtigkeit kriecht – das erklärt, warum es erst nach ein paar Minuten anfängt zu spinnen.

3. Software-Glitch / MIDI-Loop​

Da Töne addiert werden und erst beim Patch-Wechsel stoppen, kann auch ein digitaler Hänger vorliegen. [9, 10]



  • MIDI-Schleife: Ist der MicroFreak per USB oder MIDI-Kabel mit einem PC/Interface verbunden? Wenn dort MIDI-Thru aktiv ist, schickt der MicroFreak eine Note raus, der PC spiegelt sie zurück, und der Synth denkt, die Taste wird dauerhaft gedrückt (MIDI-Feedback-Loop).
  • Firmware-Reset: Erzwinge einen Werksreset über Utility -> Global -> Misc -> Reset Settings. Hilft das nicht, spiele die Firmware über das Arturia* MIDI Control Center neu auf. [3, 9, 11, 12]

Sofort-Checkliste für den nächsten Probetag:​


  1. Schritt 1: Komplett autark mit Powerbank und Kopfhörer testen.
  2. Schritt 2: Im Menü unter Utility -> User Interface -> Keyboard -> Sensitivity die Empfindlichkeit testweise verändern.
  3. Schritt 3: Berühre beim Spielen mit der anderen Hand das Metallgehäuse (z. B. die Buchsen auf der Rückseite). Hören die Sprünge dann auf, bist du selbst nicht richtig geerdet (oft abhängig von den Schuhen/Gummisohlen im Proberaum!). [1, 5, 6]
Lass mich wissen:


  • War der MicroFreak beim Testen mit anderen Geräten (Mischpult, PC) per Audio oder USB verbunden, oder trat das auch nackt nur mit Kopfhörern auf?
  • Konntest du den Powerbank-Test schon ausprobieren?

[1] https://www.reddit.com
[2] https://www.reddit.com
[3] https://support.arturia.com
[4] https://www.reddit.com
[5] https://www.reddit.com
[6] https://www.reddit.com
[7] https://forum.arturia.com
[8] https://legacy-forum.arturia.com
[9] https://legacy-forum.arturia.com
[10] https://legacy-forum.arturia.com
[11] https://www.reddit.com
[12] https://support.arturia.com

 
Korrosion/(elektrisch leitfähiger) Schmutz auf der 'Tastatur'? Da können auf jeden Fall Probleme mit solchen Symptomen entstehen.
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: vogel
ich sekundiere Luftfeuchtigkeit/Kondensfeuchte/Korrosion
 
  • Zustimmung
M.i.a.u.: Artur Ria
Es wird mysteriös.

Das Gerät funktioniert einwandfrei
- bei unserem Schlagzeuger im Laden
- bei unserem Schlagzeuger zuhause
- bei mir zuhause

Es funktioniert nur nicht in unserem Proberaum ...

Dort hat es 2 Jahre lang klaglos funktioniert. Es ist ein Tageslicht-Proberaum, der nahezu gleichmäßig temperiert ist (kein feuchter Keller).

Am elektrischen Aufbau hat sich seit Jahren nichts geändert:
Der Mikrofreak geht symmetrisch in einen Submixer, der wiederum symmetrisch in den Hauptmixer geht.

Stromversorgung geht über eine USV mit Netzfilter, über die auch alle meine anderen Geräte (Radias,Deepmind,VT4,D2,MPX8,FM-1,GT10) angeschlossen sind. Alle diese Geräte zeigen keinerlei Auffälligkeiten, Brummen/Rauschen tut absolut nix.
Über die USV laufen auch die Effektboards von Bass und Vocals. Auch hier keine Probleme. Es macht auch keinen Unterschied ob weitere Geräte angeschaltet sind.

Das Problem tritt auch "nackt nur mit Kopfhörern" auf, in einem anderen Raum auf einem anderen Stromkreis, in dem sich keinerlei Audio-Geräte befinden.

Scheint wohl ein Masse-Problem zu sein. Wird wohl am besten sein wenn ein Elektriker sich die Situation im Gebäude mal anschaut.
Nachtrag: Das Gebäude hat sein eigenes Wasser-Kraftwerk. Könnte sein dass sich da irgendwas geändert hat.
Sonst bleibt nur noch Exorzismus :amen:
 
Zuletzt bearbeitet:
  • ^
M.i.a.u.: claudio
Störungen durch elektromagnetische Felder sind auch noch eine Möglichkeit. Starke Radiosender, Mikrowellen, WLAN-Router, Theremins oder anderes Gear in der Nähe kann da durchaus auf das kapazitive Keyboard vom Microfreak einwirken. Der konkrete Test, um diese Möglichkeit auszuschließen, ist ein Faradayscher Käfig. -> Mal den MF in eine Metallkiste (oder dem Teil den sprichwörtlichen Aluhut aufsetzen ;) ) und mal von außen per MIDI steuern.

Siehe auch: https://legacy-forum.arturia.com/index.php?topic=95674.0
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: 5511823sUbbSC
elektromagnetische Felder
Genau das wollte ich auch gerade schreiben. Deshalb sollte man unbedingt ein USB-Kabel mit Ferritkern verwenden. USB-Kabel mit zu dünnem Schirmgeflecht können wie eine Antenne für Einstreuungen wirken. Bei mir hats schon gereicht, wenn ich mein Smartphone in die Nähe des MF gelegt habe. Hab aus meiner Kabelkiste dann mehrere USB-Kabel ausprobiert und bin bei einem ziemlich dicken mit Ferritkern gelandet. Seitdem nie wieder Probleme gehabt.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Miks
Der MF hat keinerlei Verbindung zu USB. Aber danke für den Hinweis, ich werde mal prophylaktisch alle USB-Kabel mit Mantelwellenfiltern ausrüsten.

Das mit den EM-Feldern klingt sehr interessant. Das Kraftwerk befindet sich direkt unter unserem Proberaum, die Steuerzentrale ist ca.10 m entfernt. Hat aber die letzten 2 Jahre null Probleme gemacht. Aber vielleicht wurde ja vor 2 Wochen ein neues Gerät installiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
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M.i.a.u.: 5511823sUbbSC
Hat hier jemand Kraftwerk gesagt? Anzeige ist raus.
 
  • HaHa
M.i.a.u.: Synthesilent, 5511823sUbbSC, TommNoise und 2 andere
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