MP3 320kbps vs WAV

Re: MP3 vs WAV

Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen, in dem berichtet wurde, dass Menschen mit einem geschädigten Gehör, die Artefakte der Datenreduktion stärker wahrnehmen, als Menschen mit einem gesunden Hörorgan. Erklärt wurde das dadurch, dass der Algorithmus die Maskierung auf Basis eines Models eines normalen/gesunden Gehörs ermittelt. Vereinfacht gesagt: Wenn der Zuhörer eine (laute) Frequenz A, die gemäss Model eine andere Frequenz B maskieren sollte (und entsprechend B rausgefiltert wurde) nicht entsprechend wahr nimmt, merkt er das Fehlen der vermeintlich maskierten B. Auch nichtlinearitäten im Frequenzgang der Wiedergabekette können ähnliche Effekte hervorrufen bzw. verstärken.

Leider habe ich keine Ahnung mehr, wo ich das gelesen habe. Aber es klingt sehr plausibel.
 
Re: MP3 vs WAV

weird fish schrieb:
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen, in dem berichtet wurde, dass Menschen mit einem geschädigten Gehör, die Artefakte der Datenreduktion stärker wahrnehmen, als Menschen mit einem gesunden Hörorgan. Erklärt wurde das dadurch, dass der Algorithmus die Maskierung auf Basis eines Models eines normalen/gesunden Gehörs ermittelt. Vereinfacht gesagt: Wenn der Zuhörer eine (laute) Frequenz A, die gemäss Model eine andere Frequenz B maskieren sollte (und entsprechend B rausgefiltert wurde) nicht entsprechend wahr nimmt, merkt er das Fehlen der vermeintlich maskierten B. Auch nichtlinearitäten im Frequenzgang der Wiedergabekette können ähnliche Effekte hervorrufen bzw. verstärken.

Leider habe ich keine Ahnung mehr, wo ich das gelesen habe. Aber es klingt sehr plausibel.

Deine Theorie erklärt auch zum Teil den Begriff Hörstress.
 
Re: MP3 vs WAV

Klingt für mich auch plausibel zumal die Maskierung mWn schon früh in der Hörverarbeitung stattfindet
eventuell schon zwischen den Hörzellen, bin nicht mehr sicher.
 
Re: MP3 vs WAV

weird fish schrieb:
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen, in dem berichtet wurde, dass Menschen mit einem geschädigten Gehör, die Artefakte der Datenreduktion stärker wahrnehmen, als Menschen mit einem gesunden Hörorgan.

Genauso denen Fall hatten die Tester in dem von mir weiter oben verlinkten Artikel aus der c't.
 
Re: MP3 vs WAV

Einen unkommentierten Link liest halt keiner...

Ganz interessant der Artikel obwohl noch aus D-Mark Zeiten.
 
Re: MP3 vs WAV

starling schrieb:
Klingt für mich auch plausibel zumal die Maskierung mWn schon früh in der Hörverarbeitung stattfindet
eventuell schon zwischen den Hörzellen, bin nicht mehr sicher.

Ich meine, man vermutet einen großen Teil der Maskierung noch früher: im Bereich des Innenohrs, also schon rein mechanisch bei der Frequenz-Orts-Transformation auf der Basilarmembran.
Was dann auch erklärt, warum man bestimmte Maskierungen in bestimmten Pegelbereichen *nicht* mehr hat: da arbeiten die äußeren Hörzellen zur Entdämpfung der Cochlea - und damit zur Verbesserung der Frequenzdiskriminierung - optimal. Wird es lauter, dann "regeln die ab", wird es leiser, dann reicht es noch nicht zur Wahrnehmung.
(Übrigens eines der Problem beim Definieren der psychoakustischen Modelle für die verlustbehaftete Kodierung: für welchen Pegel legt man die aus, die Verdeckung ist nicht konstant. )
 
Re: MP3 vs WAV

betadecay schrieb:
Genauso denen Fall hatten die Tester in dem von mir weiter oben verlinkten Artikel aus der c't.
Zu geil :lol: Sorry, hab ich nicht gelesen. Denn:
starling schrieb:
Einen unkommentierten Link liest halt keiner...

Vielleicht war das sogar der Artikel, den ich in Erinnerung hatte. Es ist auf jeden Fall schon ein paar Jahre her. Aber 17 :waaas: Man bin ich alt...
 
Re: MP3 vs WAV

Nachtrag:
Wiki zur Maskierung: https://de.wikipedia.org/wiki/Maskierungseffekt
(vor allem wegen des Bildes.... )

Der Abschnitt "Anwendung" dort ist allerdings eher Blödsinn. Kein Encoder arbeitet so. Alle Encoder transformieren das Signal zunächst verlustfrei. Diese Transformation wird dann in der Auflösung "möglichst grob" requantisiert. Dadurch ensteht eine Abweichung zum Original. Und nun lässt man die Bits bei der Quantisierung so weg, dass das Fehler-Signal (möglichst) in die Verdeckungs-Bereiche fällt.
 
Re: MP3 vs WAV

borg029un03 schrieb:
So jetzt zu meinem Test, als DJ bin ich auf .wav Dateien umgestiegen, ich kann nicht wirklich objektiv sagen, dass es einen Mehrwert gibt, da zu viele Faktoren über einen Abend hinweg die Zuhörer beeinflusst (Drogen, Alkohol, Zeitpunkt, etc.). Allerdings konnte ich besonders bei späteren Sets beobachten, dass bei DJ Kollegen die .mp3 Dateien nutzen weniger getanzt wird als bei meinen Sets. Dabei war ein ähnliches Publikum, vergleichbare Tracks und ungefähr der gleiche Zeitraum gegeben. Auch die vorangegangen DJs scheinen Einfluss darauf zu haben, so hatte ich einige Male im Anschluss einer Liveperformance zu späteren Zeitpunkten auch ein wesentlich größeres Publikum als sonst.

Leider lässt sich über so eine Party nur schwer eine Studie erstellen, daher kann ich nur Beobachtungen wieder geben.

Da könnte insofern was dran sein, als dass du die mp3s als dj ja nicht nur wiedergibst und es die leute einfach nur hören sondern du die geschwindidkeit anpasst, equalizer und filter benutzt usw, und dafür ist eine mp3 natürlich schlechter als eine wave. ob die leute das jetzt bei der lautstärke noch wahrnehmen ist die frage aber es könnte einen unterschied geben.
 
Re: MP3 vs WAV

Ich lese mir jetz nicht alles durch, aber folgendes dazu!

MP3 o.ä.hat im Tonstudio und Produktionsablauf nix verloren, egal ob in niedriger oder auch hoher Bitrate, es gibt dann später immer das Problem des Tandem Encodings und dessen Probleme!

Artefakte sind, wie schon geschrieben, ab höheren Bitraten nicht mehr hörbar, aber in der heutigen Zeit bei der Bandbreite, brauch und will ich das trotzdem nicht! :)

Bei Klangbeurteilungen, jetzt wirds wichtig, sollte jeder der sich halbwegs als Hörprofi bezeichnet, Klangartefakte die duch die Datenkompression entstehen, kennen und ausblenden, soweit es die Bitrate zulässt, um trotzdem eine Musikmischung etc. beurteilen zu können!

Gruß,Matze
 
Re: MP3 vs WAV

F.A.B. schrieb:
Nоrdcore schrieb:
Der Esoteriker glaubt einfach daran, dass mp3 im Zweifel im Unterbewusstsein doch einen Unterschied macht und kann damit fernab jeder nachprüfbaren Erkenntnis angeregt diskutieren.

In manchen Fällen ist die Luft, für diejenigen die etwas wahrnehmen oder glauben etwas wahrzunehmen, sehr dünn.

Aber in diesem speziellem Fall schreibst du einfach nur Blödsinn.

Bei guter Abhörumgebung hörst du Unterschiede, ok, speziell du vieleicht nicht,
aber geübte Ohren hören Unterschiede.

Ob das nun von Relevanz für den Wald-und-Wiesen-Hörer hat, der selbst den Unterschied zwischen Mono/Stereo
oder HiFi / Telefon nicht hört, sei mal dahingestellt, aber hier sind die Unterschiede messbar, visuell darstellbar
UND deutlich hörbar ... aber, wie gesagt, für geübte Ohren.

Gibt auch Leute die sich minimalst Verstimmungen aus der Fassung bringen lassen.

So unterschiedlich kann die Wahrnehmung sein - oder so engstirnig der Geist desjenigen,
der das was er nicht wahrnimmt per se und absolut als Schwachsinns-Esoterik abstempelt.

Du könntest auch auch einfach schreiben es läge ausserhalb deiner Wahrnehmung und
kannst deshalb nciht mitreden. Das wäre ersten die Wahrheit und zweitens würdest du
mit solcher Aussage weniger beleidigend wirken. :opa:


der kollege plädiert immer für seriöse abx tests...

und wo sind die relevantebn ergebnisse solcher tests die die goldohrenfraktion bestätigt ?

weil nur weil man glaubt was zu wissen heisst das ja noch lange nicht dass das mit dem korreliert was objektiv an der subjektiven wahrnehmumng messbar ist.

soweit ich aber weiss scheitern die audioesoteriker eigentlich immer an wissenschaftlichen tests...

mal davon ausgehend dass wir hier nicht von 128kbit mp3 reden.
 
Re: MP3 vs WAV

Ich empfehle foobar 2000
http://www.foobar2000.org/download

und dann von den Komponenten den ABX-Test:
http://www.foobar2000.org/components/author/Peter

Damit die Dateien gleich laut sind, benutzt man Replay Gain.
Das ist überhaupt ein cooles Tool für diverse Vergleiche. Auch für "gemastert" vs. "ungemastert", denn wenn man da die Pegelschinderei raus nimmt, dann hört man eindeutig, ob der Typ was konnte oder einem nur mehr Pegel auf den Studioteppich geschissen hat.

Außerdem kann man in foobar gleich Lame in aktueller Version rein fummeln. Dazu holt man sich hier die Lame DLL
http://www.rarewares.org/mp3-lame-bundle.php
DLL ggf. in "lame.dll" umbenennen und in einen sinnvollen Ordner kopieren. Den stellt man dann in foobar ein, danach "kann" es dann mp3 kodieren.

Das ist alles nicht so irre hübsch und manchmal auch etwas rustikal in der Bedienung, aber wenn man sich mal dran gewöhnt hat ist das völlig OK.
Und es ermöglich einem gute Resultate.
Bei der mp3-Kodierung wählt man heute eigentlich nur noch die Qualität aus. Das geht von -V0 beste mit ca 250kBit VBR bis etwa -V5 oder V6, das sind so um 130kBit/sec VBR. Konstante Bitrate, also variable und zwar zufällig- variable Qualität will man eher nicht, ebenso wie man auf längst obsolete Tipps zur weiteren Encoder Einstellung verzichten kann.

Der einzige Spezialfall ist der Soundcloud upload. Da kann man mit z.B. mit "-V0 -f16000" als Encoder-Einstellung experimentieren, das setzt einen 16kHz Tiefpass, der bei der Rekodierung auf 128kCBR Probleme reduzieren kann.
 
Re: MP3 vs WAV

Ich überlege gerade ob die Leute mit den Goldohren und dem Supergear vielleicht ja wirklich den Unterschied zwischen MP3 320kbps und unkomprimiert hören können.
 
Re: MP3 vs WAV

TrackerA-3 schrieb:
Ich überlege gerade ob die Leute mit den Goldohren und dem Supergear vielleicht ja wirklich den Unterschied zwischen MP3 320kbps und unkomprimiert hören können.
Nein.
Lies mal bei Hydrogenaudio rein, was man wirklich hören kann.

In dem Forum werden keine Esoterik-Trolle geduldet, da muss man schon wirklich hören, von was man da schreibt. Was für verlustbehaftete Komprimierung einfach unverzichtbar ist. Die Fortschritte, die da in den letzten Jahren gemacht wurden, und die Lame zu einem guten Encoder gemacht haben, bekommt man nur hin, wenn sich eben nicht von selbsternannten Goldohren verscheißern lässt, sondern auf ABX-Hörtests setzt.

Es ist schlichtweg völlig ausgeschlossen, das es mehrere Menschen gibt, die relativ problemlos bei den meisten Tracks einen kontinuierlichen Unterschied zwischen 320k und Wave hören, wenn in *allen* dazu gemachten, sinnvoll durchgeführten Hörtests herauskommt, dass inzwischen selbst die Killersamples Mangelware werden. Da passt einfach nichts zusammen.
Vor allem, wenn man Berücksichtigt, dass sich dieser "gehörte" Unterschied in einem Versuch zu "menschliche Wahrnehmung und Testfehler" ziemlich sicher perfekt nachvollziehen lässt.

Falls sich wer für sinnvolle Tests interessiert, hier mal ein kleiner Einstieg in die üblichen Testfehler, also wo und warum sich Menschen bei Tests weit mehr verhauen, als sie sich das so vorstellen: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_cognitive_biases
 
Re: MP3 vs WAV

Der Maskierungseffekt betrifft nur sehr leise Signalanteile
und erklärt nicht weshalb eine 320er MP3 anders klingt
als WAV.

Die meisten von uns werden über 2 Wege Stereo abhören,
vlt auch 3 Wege und vlt ist auch noch ein Sub dran.
Selbst wenn best. Frequenzen, da zu leise, maskiert werden,
hat dies Auswirkungen auf die mechanische Bewegung der Membran der Lautsprecher und somit auch auf die
Wiedergabe anderer Frequenzbereiche.
 
Re: MP3 vs WAV

TrackerA-3 schrieb:
Ich überlege gerade ob die Leute mit den Goldohren und dem Supergear vielleicht ja wirklich den Unterschied zwischen MP3 320kbps und unkomprimiert hören können.

Selbstverständlich nicht. Lies mal bei Hydrogenaudio, was Menschen wirklich hören und hören können.

Besser noch: mache mal ein paar eigene Hörversuche. Natürlich nicht mit 320k mp3, sondern z.B. mit 128k/CBR. Dann nimmst du eine vergleichbare Kompressionsrate, nur als VBR.
Mache dir bewusst, wo du den Unterschied hörst und überlge dir, wie du das beschreiben würdest. Vergleiche das mit dem, wie die Goldohren den Unterschied beschreiben.

Wenn du dann noch mal ein paar Placebo-Versuche machst, also solche bei denen du a)weißt was du hörst und b)ziemlich sicher im ABX keinen Unterschied mehr findest (160...180k VBR), und auch dort den Klangunterschied in Worte fasst, dann wird dir sicher klar werden, warum ich so über diese Maulhelden läster. Die labern mich seit 35 Jahren mit der gleichen Scheiße zu, und haben bis heute nicht eine einzige sinnvolle Erkenntnis zu besserem Klang eingebracht.
Ganz im Gegenteil, auch hier verhindern sie ja recht effizient, dass sich eine Diskussion um reale Klangprobleme und deren Lösung entwickelt. In dem sie eben alles mit ihrer Großmäuligkeit übertönen und jeden sinnvollen Ansatz mit pubertärphilosophischer Wissenschaftskritik vom Tisch fegen.
 
Re: MP3 vs WAV

In meiner Karre ist der Unterschied deutlich hörbar, MP3 hat einfach keinen Druck ( hab ne custom JBL Pa mit 6K Materialwert drin )
Auflegen tut auch niemand freiwillig mit MP3... Wenn es um Kopfhörer geht, so mal mit Audeze hören, auch dort ist es sehr deutlich.
Ob es über Radio DAB Zangsberieselung zu hören ist, ka.. so was tue ich mir freiwillig nicht an.
 
Re: MP3 vs WAV

Natürlich hört man die Unterschiede.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie hier Teilbereiche
entnommen werden, um da eine absolute Allgemeinlösung
abzuleiten, ohne daran zu denken, das in der Signalkette
noch mehr mögliche Einflussgrößen stecken.

Mp3/Wav - Player - Wandler - Kabel - Lautsprecher - Raum - Ohr
 
Re: MP3 vs WAV

Eine Diskussion, die auch an anderer Stelle oft geführt wird. Leider wird auch hier der systematische Fehler gemacht, dass man annimmt, ein (Doppel-)Blindtest würde Unterschiede zu Tage bringen. Dieser Test ist NICHT GEEIGNET um Unterschiede von zwei ähnlichen Audioquellen zu vergleichen. Das Gehör hat kein "Gedächtnis" und kann bei komplexen Signalen Unterschiede in kurzen Zeitintervallen praktisch nicht unterscheiden.
Es ist doch auffällig, dass hier im Threat diejenigen, die einen Blindtest oder Vergleichstest gemacht haben, keinen (reproduzierbaren) Unterschied hören, und der DJ bemerkt, dass die Gäste bei der höherwertigen Musik mehr tanzen.
Erst wenn man lange (Stunden, Tage, Wochen, Monate) Musik in einer bestimmten Qualität hört, dann wird man beim Wechsel auf eine andere Qualität einen Unterscheid vernehmen. Dieser Unterschied ist nicht in der Art "Ich höre etwas, was vorher nicht da war", sondern hat etwas mit "Einrasten" zu tun. Plötzlich stimmt es, es klingt realistischer, emotionaler, räumlicher, etc.. Voraussetzung ist eine zumindest höherwertige Hifi Anlage und sich nicht ändernde Umstände (Raum, etc.)
Ich bin Physiker und liebe den Musikgenuss über eine hochwertige Anlage - was kein Widerspruch sein muss. Ich habe mich sehr lange mit diesem Phänomen befasst und viel gelesen und getestet. Nicht für jeden spielt dieser Unterschied eine Rolle, so wie es manchem völlig schnuppe ist, ob der Ton aus einem Moog oder einem Casio kommt. So gesehen ist ein HiFi Fan nicht verrückter, als ein Synthie Fan, oder? :lol:

Edit: Hier übrigens ein guter Artikel zum Thema http://www.tmr-audio.de/index.php/i...ndtests-zum-testen-von-audiogeraeten-geeignet
 
Re: MP3 vs WAV

Selbstverständlich kann man einen korrekt verblindeten Test auch unter den von dir als notwendig postulierten Bedingungen des Abhörens machen.

Es ist allerdings einfacher, unter genannten Bedingungen einen Placebo-Test zu machen. Bisher sind da bei allen Versuchen die gleichen Resultate wie mit real unterschiedlichen Quellen heraus gekommen.

Insofern ist nicht zu erwarten, dass da jetzt auf einmal die dollen Unterschiede zu Tage treten.

Effektiv läuft diese Argumentation nach einem ganz einfachen Schema ab: Der Esoteriker erfindet so lange unbelegte Notwendigkeiten, bis er zu dem Schluß kommen kann, dass der Unterschied nur dann hörbar ist, wenn er beim Test bescheißen darf.
 
Re: MP3 vs WAV

Ich bin ja hut drin sich in die Nesseln zu setzen, also hier meine persönliche Vermutung:

Wiso klingt "digital", egal ob VA Synth oder mpIrgendwasKompression nicht gut? Da muss ich mal was weiter ausholen....

Mir ist das mal so aufgefallen bei digitalen Filtern: wenn ich das Signal durch meinen Filteralgorithmus schicke, habe ich immer eine irgendwie geartete zeitliche Verzögerung. Das hört man nicht wenn man nur das Ergebniss hört, sprich die Resonanz auf 0 dreht. Wenn man aber die Resonanz aufdreht, sprich das ausgangsignal des Algorhitmus wieder einspeist, dann wirds unschön, meine Vermutung ist, dass einfach die Phasen der beiden Signale nicht mehr exakt zusammenpassen und so fiese neue Signalanteile entstehen, die dann zwar direkt wieder gefiltert werden, das ganze aber trptzdem anders klingen lassen als einen analogen Filter. Hätt ich einen Nord Modular würd ich das glatt mal ausprobieren, auf einen Ausgang das "trockene" Signal vor dem Filter und danach das Signal aus dem Filter raus. Ich wette eine Schachtel Gummibärchen, dass wenn man das zusammenmischt aus dem hybschen Sinus irgendwas zappelig unförmiges wird. Und bevor jetzt schlaumeier ankommen und sagen "ja, auch im Analogen Filter hats verzögerungen"... Richtig. Aber offensichtlich sind die so klein, dass man sie unterhalb der wahrnehmungsschwelle liegen. Wie bei Schokolade, die besteht ja auch aus ganz kleinen Kakaoteilchen, die nur so fein gemahlen sind dass unsere Zunge das nicht mehr wahrnehmen kann.

Das gleiche Phänomen denke ich passiert bei Kompression, verschiedene Signalanteile durchlaufen verschiedene Teilalgorhitmen und am Ende passts halt nicht mehr exakt genug zusammen.

Genau das ist auch der Grund, wiso das Synclavier im Original so geil klingt, einfach weil sich die Kerle von NED Gedanken darüber gemacht haben, ob dann nachher alles phasenmässig wieder zusammenpasst, das Arturia PlugIn aber matscht (sorry Frank.... aber der MatrixBrute ist trotzdem wunderschön geworden....). Ein Desktopcomputersystem ist wohl prinzipiell nicht in der Lage das exakt genug hinzubekommen.....

Ist nur so eine Vermutung, aber beim Filter kann man das Problem sofort erkennen. Ich kopple nicht das aktuelle Signal zurück, sondern eins aus der Vergangenheit..... und deshalb ist Resonanz beim MS-2000 zum Kotzen, und mit zunehmender Rechenleistung besser (MicroQ ist mein "neuester" VA und echt brauchbar, kingt zwar nicht analog, aber trotzdem gut). Und der Digitalfilter macht das ja nur mit einem recht simplen Signatl, ein Musikstück ist selbst heutzutage ungleich komplexer und ein Kompressionalgorhitmus hat ja auch noch viel viel mehr zu erledigen.

Abhilfe schafft einfach nicht so stark zu komprimieren (oder vorsichtig mit der Filterresonanz zu sein), was ja heutzutage bei den verfügbaren Speichermengen kein Problem mehr darstellt. Mein erster Mac hatte eine 40MB Festplatte. Das reicht ja fast nichtmal mehr für ne Email.....
 
Re: MP3 vs WAV

Egal, ob man nun zu den o. g. Esoterikern, Audiofickern etc. gehört:
Ich fände es idiotisch sich auf wav oder mp3 festlegen zu müssen.
Im Auto erwarte ich fahrgeräuschbedingt keinen Hi-End-Sound. Da tuts eine mp3.
Den Audiohype im Auto kann ich aber eh nicht nachvollziehen.

Da ich mit Vynyl und später mit CD geeicht wurde, werde ich im Zweifelsfall bei der CD/wav bleiben.
Insofern gilt der Satz des Vorposters für mich:
Erst wenn man lange (Stunden, Tage, Wochen, Monate) Musik in einer bestimmten Qualität hört, dann wird man beim Wechsel auf eine andere Qualität einen Unterscheid vernehmen. Dieser Unterschied ist nicht in der Art "Ich höre etwas, was vorher nicht da war", sondern hat etwas mit "Einrasten" zu tun. Plötzlich stimmt es, es klingt realistischer, emotionaler, räumlicher, etc..
 
Re: MP3 vs WAV

Nоrdcore schrieb:
Selbstverständlich kann man einen korrekt verblindeten Test auch unter den von dir als notwendig postulierten Bedingungen des Abhörens machen.

Es ist allerdings einfacher, unter genannten Bedingungen einen Placebo-Test zu machen. Bisher sind da bei allen Versuchen die gleichen Resultate wie mit real unterschiedlichen Quellen heraus gekommen.

Insofern ist nicht zu erwarten, dass da jetzt auf einmal die dollen Unterschiede zu Tage treten.

Effektiv läuft diese Argumentation nach einem ganz einfachen Schema ab: Der Esoteriker erfindet so lange unbelegte Notwendigkeiten, bis er zu dem Schluß kommen kann, dass der Unterschied nur dann hörbar ist, wenn er beim Test bescheißen darf.

Ja, man kann einen Blindtest machen - aber der bringt halt kein aussagekräftiges Ergebnis. Und solange man darauf beharrt und mit dem Esoterik-Totschlagargument kommt, ist keine zielführende Diskussion möglich. Akustik ist komplex - es füllt hier z.B. ein ganzes Forum. Es geht hier ja nicht um den "Klang" einer Festplatte, sondern um einen ganz klaren technischen Unterschied. Letztlich ist die Frage, ab welchem Kompressionsgrad eines MP3-Algorithmus ein Qualitätsunterschied hörbar ist. Die Antwort findet sich nicht in Doppelblindtests, sondern in umfangreichen, langwierigen Studien, Untersuchungen und Tests zum Thema Elekro- und Psychoakustik.

Und ja: Wenn einem der Unterschied WURSCHT ist, dann ist das auch OK. Das berechtigt einen aber nicht, andere Menschen, denen der unterschied NICHT WURSCHT ist, als esoterische Spinner abzutun.
 
Re: MP3 vs WAV

firstofnine schrieb:
Ja, man kann einen Blindtest machen - aber der bringt halt kein aussagekräftiges Ergebnis.

Doch, genau das bringt er - darum werden Medikamente auch blind getestet.
 
Re: MP3 vs WAV

Zotterl schrieb:
auf der Herdplatte warmmachst
oder mit dem Mikrowellenherd. Beide sind aber gleich warm/heiß hinterher.

398710257_o.jpg


Ist zwar n heisses Teil aber ich wusste garnicht dass die auch Milch kann.

Ernsthaft, da is ja rein technisch schon ein Riesenunterschied: die Mikrowelle erhitzt die Wassermolkeüle an sich, also schon in den Zellen der Nahrungsmittel (die dann auch gerne mal platzen und dann ihren Inhalt geschmacklich und konsistenzmässig nachteilig verteilen), in nem Topf wird die Wärme nicht so brutal via Wärmeleitung überragen.

Die Milch wird im Topf einfach nicht über 100 und ein bisschen Grad heiss (müsst ich nachschlagen wieviel exakt), mit der Mikrowelle bekomme ich das Wassermolekül ganz locker über in einen Temperaturbereich in dem es die umliegenden anderen Moleküle beeinflussen kann, im günstigsten Falle gibt das eine ungewollte sanfte Maillard Reaktion (die leckere Kruste beim Grillen), in allen ungünstigeren Fällen wird das Nahrungsmittel einfach nur lokal Mikroverschmurgelt.

Das kann aber auch nur jemand rausschmecken der nicht jeden Tag bei den üblichen Nahrungsmittelverdächtigen isst sei es als Schnell"Restaurant" (was ja schon ein Widerspruch in sich ist....) oder mittels der vielen Nachrungsmittelchemischen Helferlein die allfällig in die Nahrungsmittel gekippt werden.

Mir würde ja der Vergleich von Nestlé mit MP3 gefallen :floet:
 
Re: MP3 vs WAV

firstofnine schrieb:
Ja, man kann einen Blindtest machen - aber der bringt halt kein aussagekräftiges Ergebnis.

ähm... ja klar: nur wenn du beim Test bescheißen darfst hörst du den Unterschied.
Oder meinst du, das funktioniert nur, wenn man sich auch noch so blöde anstellt, das man die Testfehler nicht mal bemerkt?

252891.jpg
 
Re: MP3 vs WAV

fcd72 schrieb:
Wiso klingt "digital", egal ob VA Synth oder mpIrgendwasKompression nicht gut?

Was heisst denn "nicht gut"? Eigentlich will man ja z. B. keine Verzerrungen im Klang, das hört sich nicht gut an. Ist aber bei E-Gitarren offenbar ein Stilmittel geworden. Von der TB-303 heisst es auch, der klang wäre anfänglich als fürchterlich empfunden worden. Bis einer gesagt hat: "Ne, hört sich cool an".

Tibetaner tun ranzige Butter in den Tee und finden das köstlich. Was also ist ein objektiv schlecht schmeckendes Essen? Was ist ein objektiv schlecht klingender Klang?
 


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