Musiktheorie bzw. Noten für Acid und düsteren Techno

Hallo alle zusammen,

ich werde dann mal hier im Forum aktiv und freue mich darauf zu sehen, zu was das ganze musikalisch führt!

Immer mal wieder stoße ich in producing tutorials auf Schlagwörter wie beispielsweise Grundton, root note oder in tune bringen. Leider habe ich in meiner Kindheit kein Instrument gelernt, sondern spiele erst seit einem halben Jahr auf meiner Gitarre, was mein Gehör und Verständnis aber schon ungemein weitergeholfen hat. Mit Musiktheorie beschäftige ich mich seither auch ein wenig, kenne also den Grundaufbau des Quintenzirkels und allgemeines bezüglich Tonleitern. Ich weiß wie Akkorde aufgebaut sind, den Unterschied zwischen Moll und Dur mit den Halbtonschritten etc.

Was mir fehlt ist nun das Verständnis, diese Musiktheorie konsequent in meine Produktion unter zu bringen. Ich kann mir schon denken, dass es kein allgemeingültiges Rezept gibt - aber vielleicht zeichnet sich das Techno Genre ja durch bestimmte Vorgehensweisen aus?

- Allgemeine Tipps und Theorien wären sehr hilfreich, ich freue mich über jeden Input der kommt!
- Wie verteilen sich die Noten über die einzelnen Instrumentspuren? Muss ich Kickdrum und Bassspur bereits in bestimmten Noten anspielen?
- Spiele ich Akkorde nur einzeln mit Leads oder Atmos? Oder ergeben vielleicht auch aus einzelnen Instrumentspuren zusammen Akkorde?
- Sind Acid Basslines oder düstere Basslines häufig auf Moll-Tonleitern gespielt?
- Was ist der Grundton und wie baue ich darauf dann auf? Welches Instrument bestimmt den Grundton? Oder ist es die Tonleiter?

Wie gesagt ich freue mich über euren Input!

Viele Grüße aus Kölle!
 
- Allgemeine Tipps und Theorien wären sehr hilfreich, ich freue mich über jeden Input der kommt!
- Wie verteilen sich die Noten über die einzelnen Instrumentspuren? Muss ich Kickdrum und Bassspur bereits in bestimmten Noten anspielen?
- Spiele ich Akkorde nur einzeln mit Leads oder Atmos? Oder ergeben vielleicht auch aus einzelnen Instrumentspuren zusammen Akkorde?
- Sind Acid Basslines oder düstere Basslines häufig auf Moll-Tonleitern gespielt?
- Was ist der Grundton und wie baue ich darauf dann auf? Welches Instrument bestimmt den Grundton? Oder ist es die Tonleiter?

Wie gesagt ich freue mich über euren Input!

Viele Grüße aus Kölle!
Allgemeine Tipps:
Musiktheorie ist sehr komplex und es gibt viele Regeln (und dann wieder auch Ausnahmen von den Regeln etc.). Einige Musiker (auch richtig große "Stars") verzichten absichtlich auf zu viel Theorie, da sie meinen, dass es sie einschränkt. Gewisse Grundkenntnisse sollten aber definitiv vorhanden sein.

Zu deiner 1.)
Das Plugin Captain Chords ist für den Anfang sehr hilfreich. Dort suchst du einfach eine Tonleiter aus (A-Minor/Moll) und kannst dann zunächst ganz einfach eine Chord-Progression festlegen. Das Tool generiert dir dann automatisch eine Bassspur (die kann einfach sein, z.B. einfach immer der Grundton der Chords, oder auch komplizierter). Dann generiert es auch eine Melodie. Zweiteres funzt so semi gut.

Zu 2.)
Also JA, der Kick sollte definitiv getuned sein. D.h. er sollte dem Grundton der Tonleiter entsprechen. Bass spielt auch nur Noten der Tonleiter, logischerweise.
Bei den Intrumentenspuren weiß ich nicht genau, was du meinst. Du kannst z.B. ein Pad mit einer Chord-Progression machen und dann dazu halt die Bassspur. Die Lead sollte/kann dann eine entsprechende Melodie spielen.

Zu 3.)
Klar kann man auch versuchen einen Chord mit mehreren Instrumenten darzustellen. Das musst du einfach nach belieben ausprobieren. Manchmal kann das klappen (gerade, wenn die Sounds sich recht ähnlich anhören, sollte es kein Problem sein).

Zu 4.)
Ja, Moll/Minor wird oft zugesagt, dass es traurig und/oder düster ist. Dur/Major ist eher happy.

Zu 5.)
Der Grundton ist der 1. Ton der Tonleiter. Z.B. A-Minor ist Grundton ein A. C-Dur = C. Meist stimmt man den Kick wie der Grundton ist. Auf dem Grundton baut sich dann die Tonleiter auf. Du kannst z.B., wenn du dir jetzt kein zusätzliches Plugin oder so holen willst, einfach die Töne der Tonleiter herausfinden. Dann schreibst du sie dir in dein Feld in deinem DAW und blendest alle anderen Noten aus. Dann bist du zumindest immer in der richtigen Tonleiter.
 

Niki

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Sorry für so einen Schinken, bin gerade wach geworden und war motiviert am tippen :)

Bei mir ist so ziemlich alles verkehrt rum :)
Als ich klein war, hatte ich lange zeit Klavierunterricht den ich gehasst hatte und daher bis heute die ganzen Tonleitern mit ihren Quintenzirkel nicht verstehe.

Was mich aber im Momment nicht all zu großartig stört. Ich habe zwar einen osci und einen tuner, benutze die aber nur manchmal interessehalber. Das meiste habe ich mir angewöhnt nach Gehör zu machen. Das klappt gut, hat einen eigenen Touch und man braucht dafür keine Ewigkeit. Das kommt mit Gefühl.

Manchmal denke ich aber das dieser Zirkel mir sicherlich das Leben leichter machen würde. Denn dann brauche ich nicht zu hören sondern tippe das vorhaben aus dem kopf ein. Hmm..... ist das denn besser zu Tippen statt zu hören??? Das weis ich noch nicht :)

Ich benutze öfters mal geloopte random Noten beim Jammen. Das muss ich aber immer anpassen.
Meist tippe ich alle 8 oder 16 schritte gleiche note ein und ziehe dann bei den einzelnen schritten die note hoch oder setze ein mute zwischen. Das klappt besser als die erste Methode.

Ich finde es bei techno generell alles sehr speziel und viel schwieriger als bei House oder sonst was.
Die kick muss scheppern ohne den rest zu überlagen, wtf - geht echt nicht so einfach.
Die seq darf nicht zu lange sein, also der loop. Darf aber auch keinem nach einer Minute auf den Geist gehen. 8 oder 16 geloopte noten auf dauer zu performen ist auch schwierig, da muss man weitere seq von der ersten ableiten.
Hats, rides und bells braucht man jeweils min 3 damit es nach was klingt. Natürlich schön verteilt. Wenn man nur 1 hat hat dann kann man sich meist bzw schon nach 30 sec. nicht entscheiden ob die kurz oder lang sein soll. Deswegen einfach mehrere nehmen.
Viele, unter anderem auch ich, holen sich Tastaturen um Techno zu machen. Hmm... ich finde mittlerweile das für Techno kein Mensch eine Tastatur in seinem Setup braucht.
Es wird sicherlich noch mehr so wiedersprüche geben die keine wiedersprüche sind sondern sich nur so anhören.

Ich finde der gröste Fehler ist es zu versuchen alles richtig zu machen im Bezug auf den Versuch einen Track zu machen der irgendeinem Beispiel folgt.
Ein Beispiel wäre z.b. bei Drummcode alle tracks hören sich gleich an und werden nicht mehr beim durchklicken beachtet bis auf einmal was anders sich anhört.
Ich meine die Tracks sind alle richtig gut komponiert und auch zu gut gemastert aber das gleiche so viele jahre lang ist mir persönlich langsam langweilig. Da ist bei MORD und PercTrax schon grösere spanne am Sound.
Die Musik lebt davon das es neues ausprobiert wird. Jeder neuer sound kriegt sein Publikum.

Ich hatte früher Vorbilder wie Ben Klock, Adam Beyer und Luigi Madonna. Dann wurde es Ansome und Perc. Gut der Heckmann war auch dabei.
Mittlerweile habe ich keine Vorbilder mehr (wobei ich oben genannte leute schon krass finde) sondern mache meinen eigenen Sound. Meine Musik schweift zwar von dem gewöhnten Techno ab, ich bin mir aber sicher das um meine Art von Musik sich eigenes Fanbase sich findet.

Was gefällt dir denn eig. an deinem Sound nicht?
 
Ich finde der gröste Fehler ist es zu versuchen alles richtig zu machen
...
Die Musik lebt davon das es neues ausprobiert wird.
Ja da bin ich bei dir!

Es mag hilfreich sein, über Musiktheorie Bescheid zu wissen. Aber man kann auch einfach seinem Bauchgefühl trauen und es einfach so machen wie es einem halt gefällt.
Dann baut man eben die fetteste Bd die man hinbekommt, verzerrt sie und schert sich n Dreck drum ob die getuned ist.
 

deeptune

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Oh je - Techno mit musiktheoretischer Herangehensweise beschreiben/erklären/erzeugen zu wollen ist so ziemlich das grottigste, was man sich vorstellen kann. Sorry, aber das ist ungefähr so, als wolle man für Punk (also den Urpunk Ende 70er) unbedingt vorher Klavier lernen und Beethoven spielen können. Techno in seiner Urform wurde von Leuten „erfunden“, die keine Ahnung von Musiktheorie hatten, die ein paar alte Drummachines und abgelegte Synthis zur Verfügung hatten und einfach nach Bauchgefühl drauf los gebolzt haben. Das kann nicht jeder! Oder anders ausgedrückt: Nur wenigen ist es gegönnt, mit einer „klassischen“ Ausbildung (meist in der Kindheit oder frühen Jugend) später dann fähigen „Techno“ produzieren zu können.
Aber vielleicht verstehst du auch unter Techno was anderes....
 

psicolor

Raumpilot und Uhrmacher
Wenn man ein (tonales) Instrument spielt, hat man den großen Vorteil, dass man die "Musikpraxis" bereits kennt und nur die Theorie dahinter lernen muss. Man hat durch jahrelanges Üben bereits starke Verknüpfungen zwischen Gehör, Emotion, Motorik und Bewusstsein manifestiert. Die Musiktheorie hat dann mehrere Stellen im Hirn, wo sie am Anfang sehr leicht festkleben kann. Wenn man selber kein Instrument spielt, dürfte es sehr viel schwerer werden, das theoretische Verständnis von Musiktheorie mit dem Gehör zu verknüpfen. Unmöglich ist das aber sicher nicht.

Ich würde dir empfehlen, dass du dir mit einem Kumpel, der ein Instrument spielt, einzelne Stücke anhörst und zusammen musiktheoretisch analysierst. Am besten hört ihr euch die Sachen an, die du verstehen möchtest.

Wenn dich das Thema genauer interessiert, könntest du dir ein Tasteninstrument holen und versuchen, es spielen zu lernen. Nicht, um ein großer Pianist zu werden, sondern einfach um auch die Verbindung zur Motorik aufzubauen und die Verbindung zwischen dem Wissen über die Töne, Emotion und Musiktheorie zu stärken.

Am Ende ist es aber auch "nur" Musik. Es gibt viele Schlagzeuger, die nicht mal die einzelnen Töne benennen können aber durch ihr Gefühl für Klang, Rhythmik und musikalischen Spannungsbögen sehr leicht auf anderen instrumenten oder mit elektronischen Spielsachen ganz wunderbare Musik machen!
 
Zuletzt bearbeitet:

ARNTE

Ureinwohner
Vieles wurde schon gesagt, was ich auch prinzipiell richtig finde.
Ich denke am wichtigsten ist, etwas zu schaffen, das wirkt. Ob man das durch gezieltes handeln oder durch rumprobieren erreicht ist egal. Gut ist was gut ist. Ob man in der Lage ist zu erkennen was gut ist, ist Talent. Ob das dann auch anderen gefällt, bestimmt, ob man erfolgreich werden kann oder nicht.
Also mach einfach bis es so klingt wie Du willst. Das kannst Du durch Studien der Theorie, durch Analyse der Musik die Dir gefällt oder durch einfaches rumprobieren erreichen. Oder natürlich durch eine beliebige Mischung aus alldem.
 

psicolor

Raumpilot und Uhrmacher
Oder sammle ein paar lustige Begriffe aus deiner verspäteten Pupertät und rülpse sie in ein Mikro. Das funktioniert im Musikbiz zumindest besser als Jazz.
 

maak

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Musiktheorie für Techno ist nicht so wild.
Nimm dir A minor wie 20 Mio vor uns auch schon.

Minor Tonart hat auch den Vorteil dass man es noch Variationen gibt, harmonic minor, melodic Minor.
Du kannst später musikalisch also noch immer etwas daran bauen. Aber erst mal A minor.

Schau dir Videos zu polymetric an. Die meisten DJs sagen Polyrhythmik, ist meistens polymetric gemeint.
PM bedeutet nur, wenn du zwei Beats die zum selben Metronom laufen hast, kann der eine kürzer sein.
Platt gesagt der eine überholt ständig den anderen.
Das hörste fast immer im Techno / Trance. Siehe 2. Video unten.


Was noch? Hast du ein Midi Keyboard? Irgendeine DAW mit Software Piano oder was so ä. klingt wie ein Piano.
Dann nimm dir jeden Tag 5-10 min Zeit und versuch eine Meldodie nur mit Hören nachzuspielen.
Kinderlieder am besten, gibts tonnenweise. Für den Firefox gibts auch addons zum loopen von Youtube.
Dabei lernst du Intervalle musikalisch auswendig, damit du deine eigenen Idee später vom Kopf gleich ausprobieren kannst.
Die Intervalle zu hören ist wichtger als die Tonart.

Im Prinzip gibt es zwei extreme

Die einen nehmen sich einen Grundton A vielleicht noch die Oktave und Quinte und bauen den Track
parktisch nur über Effekte, polymetrischen Elementen und dem Kick (hats, subbass)

Die andern machen mehr auf Melodien, dann kommen auch echte chord progressions ins Spiel.
Da hilft viel zuhören, rausfinden welche root note gerade zum Chord passt.
Es gibt nicht sovie Unterschiede. Techno ist kein Jazz.

Und viel Hören. Die Mukke die man machen will, mind. 1 Woche lang intensiv oder neben bei hören.

Nur ein paar Vorschläge... und wie die anderen schon gesagt haben alles geht nix muss.


View: https://www.youtube.com/watch?v=jHe92AZM6-M



View: https://www.youtube.com/watch?v=BqsHHHGkPxc


View: https://www.youtube.com/watch?v=TlyLJNftReA
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Bücher könnten dich evt. auch interessieren. Die mitgelieferten Midifiles kann man sich ja als Noten im Sequencer anzeigen lassen.

 

maak

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Das Dance Pattern Buch liefert allen Dancefloor-Produzenten ein reichhaltiges Angebot an hochaktuellen und übersichtlich geordneten Dance-Patterns, von House über Acid bis Tekkno. Die vielen Insider-Tipps und Trickssowie die mitgelieferte Dance-Pattern-Diskette im Standard-MIDI-Format machen das Dance Pattern Buch zum unentbehrlichen Handwerkszeug für alleComputermusiker.


wie alt sind die Bücher denn?
 

Green Dino

In an octopus' garden in the shade
ausserdem kann man sich auch das antun (oder auch nicht)

Ich finde man kann jedenfalls nur davon profitieren, wenn man weiß wie man sich das antut^^

Die Passing Notes Sektion unter den Tutorials auf Attackmagazine kann man sich auch mal antun
Gibt auch was zu Counterpoint:

 
Zuletzt bearbeitet:

Rastkovic

PUNiSHER
Solltest du Ableton Live nutzen, dann kann ich dir die Templates und Tutorials von Sinee empfehlen.

Nein, ich bekomme kein Geld von denen..... :)


 

maak

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@Green Dino ich pack immer alles mögliche in so threads rein und bookmarke mir das. dann muss ich nicht so lange suchen. wer weiss ob OP das jemals liest.
 


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