neben einer Bahnstrecke mit Oberleitung Gitarre spielen

tom f

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Flachbildschirme waren da ein willkommener Segen. Dadurch waren die heftigen Magnetfelder direkt weg.
Das kann ich aus dem Studioalltag nicht bestätigen - es wird eventuell deutlich weniger sein als bei Röhrengeräten, aber dennoch ist der Effekt absolut deutlich sobald man higain Signale fährt.

Da macht bei mir - bei single Coils - eine halbe Drehung zur Quelle schon mal gefühlte 15 Db unterschied.
 
Hallo,

wir haben das dumme Pech, dass sich unser Studio direkt neben einer elektrifizierten Bahnstrecke befindet und sich eine E-Gitarre kaum spielen lässt, ohne dass im Hintergrund ein penetrantes Störgeräusch zu hören ist. Mit den entsprechenden Pickup-Einstellungen bekommt man das zwar einigermaßen weg, aber das schränkt auch den Klang der Gitarre sehr ein.

Weiss jemand, ob es irgendwelche Filter (ggf. als Plugin gibt), die darauf ausgelegt sind, diese Störgeräusche zu filtern?

Unser aktueller Workaround ist es, mit einem hexaphonischen Pickup die Gitarren-Simulation des Roland GR-55 zu nutzen, aber vielleicht gibt es ja auch etwas weniger künstliches.
Du hast das Problem das Du nicht 50Hz sondern 16 2/3Hz als Einstreuung hast, falls es nicht die Deutsche Bahn, sondern eine Stadtbahn ist kann es noch mal ein anderes System sein.
 

[Artinus]

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Nach jahrelangem arbeiten in ner Veranstaltungsstätte die direkt an nem bahnhof lag und eigenem Proberaum der auch an einem (anderen) Bahnhof lag kann ich wohl oder übel nur sagen das ihr entweder den Proberaum wechseln müsst, oder halt damit Leben müsst.

Könnt ihr vll mal die störgeräusche aufnehmen, einmal mit gleichzeitigem spielen der Gitarre, einmal ohne?

Erfahrungsgemäß überbewerten viele Gitarristen nämlich diese Geräusche welche spätestens im Mix oftmals völlig untergehen.
 

Pepe

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Ich kann mir die Intensität der Störgeräusche auch ohne Klangbeispiel gut vorstellen. Diese Art von Brummen/Dröhnen geht im Mix eher nicht unter.
 

fanwander

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Nach jahrelangem arbeiten in ner Veranstaltungsstätte die direkt an nem bahnhof lag und eigenem Proberaum der auch an einem (anderen) Bahnhof lag kann ich wohl oder übel nur sagen das ihr entweder den Proberaum wechseln müsst, oder halt damit Leben müsst.
Kann ich aus Erfahrung nur beipflichten. Übler als das kontinuerliche Störsignal ist übrigens wenn in unmittelbarer Nähe ein Zug losfährt. Dann hat man noch das Thyristorengeknatter im Signal. Da ist man chancenlos.
 

[Artinus]

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Diese Art von Brummen/Dröhnen geht im Mix eher nicht unter.
Live auf jeden Fall. Ich hab wie gesagt in nem Venue direkt neben ner sbahn Bahnstrecke mit 30min taktung auf beiden richtungen gearbeitet. In nem Venue hast du zusätzlich dann noch Dimmer Packs + alle möglichen Signale auf der Bühne.

Das ging alles, selbst mit Vintage single coil gitarren. Muss man halt zwischen den songs die Gitarre entweder muten oder mindestens aufn clean channel wechseln bzw. den verzerrer auf bypass.
 
Falls es wen hier interessiert:
Echte Drehstromlokomotiven(die sich den Drehstrom aus dem Oberleitungswechselstrom selbst "generieren") gibt es erst seit dem Serienbeginn der Baureihe 120 im Jahr 1984.
Die Anekdote dazu ist, das es erstmals aufgrund der Rüstungsentwicklung der Feuerleitanlage des Kampfpanzers "Leopard II" gelang Bauteile für eine Hochleistungselektronik zu entwickeln und diese dann in Zivilprojekten wie z.B. Drehstromlokomotiven zu nutzen. Gemeint ist hiermit die elektrische Waffennachführanlage(EWNA) für die 120mm Glattrohrkanone von Rheinmetall die erstmals solche hohen Leistungsanforderungen an eine Elektronik stellte.
Somit ist die BR 120 die "Mutter" aller modernen Elektrolokomotiven/Triebzüge. Die Triebköpfe des ICE 1 sind im Grunde genommen technisch gesehen eine weitere Version der BR 120.
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Umzug... Humbucker... kann man alles machen. Nur ob man den Sound mag oder die neue Behausung nicht ähnliche Probleme bereitet, sei dahingestellt.

Ich habe bei Single Coils gute Erfahrung mit shielding gemacht. Habe das leider lange der Esoterik-Ecke zugeschrieben.
Manchmal steht man sich halt selbst im Weg.
 

Pepe

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Aber selbst wenn man das Schlagbrett innen mit Kupferfolie zuklebt, um höhere Abschirmung zu erreichen, wird es in diesem Fall wenig bringen. Es wurden ja bereits Humbucker getestet. Wenn das nach wie vor zu dem gleichen Resultat führt, muss man die Gitarrenaufnahmen wohl oder übel woanders machen.
 
Eben da es bei Humbuckern zu ähnlichen Problemen führt, wäre es ein Versuch wert.
Nicht nur das Pickguard wird geschirmt, sondern auch die Kammern, bestimmte Teile der PUs, die Klinkenbuchse etc.
Somit sind letztendlich alle Bauteile im Inneren des Korpus besser geschirmt.

Selbst wenn das bestehende Problem nicht gelöst wird, ist die Gitarre am neuen Aufnahmeort unempfindlicher gegenüber Netzteilen, Monitoren, Lampen und was auch immer stören kann.
 

tom f

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Was will man da denn Abschirmen bei der Power des Störers, wenn die Saiten als primäre Antenne fungieren ? ;-)


Ich habe heute bei mir bewusst die Störgeräusche getestet und ich habe auch extreme Einstrahlungen von den LCD / LED Monitoren - bei single Coil unfassbar laut - wie gesagt bei fetten high Gain Sounds - und durch eine 90 Grad Achsenverschiebung geht das in einen erträglichen Bereich zurück.

Am besten ist es mit der Doppelschaltung von zwei single Coils mit Phasendrehung - das klingt sogar besser als der echte Humbucker - warum auch immer - eventuell weil die 2 singe Coils weiter voneinander entfernt liegen und damit ein anderes / in dem Fall besseres Phasenlöschverhalten haben.

Ansonsten bleibe ich bei meiner Empfehlung von iZoptope RX. Das kann ja auch sonst einiges Nützliches.
 
Nimm doch mal die Antennen von deiner Gitarre. Selbst ohne Saiten wird dein Monitor Störungen verursachen.

Ich habe meine SC-Gitarren dadurch ruhig bekommen. Sicher geht das auch mit Software. Aber eben erst in der DAW. Im Proberaum oder auf der Bühne nützt dir das leider nichts.
 

fanwander

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Nicht nur das Pickguard wird geschirmt, sondern auch die Kammern, bestimmte Teile der PUs, die Klinkenbuchse etc.
Somit sind letztendlich alle Bauteile im Inneren des Korpus besser geschirmt.
Sorry Leute, aber wir reden nicht von 30W Neonröhren oder 12W LCD-Monitoren, sondern von Störsignalen, die durch 5.000.000Watt Schaltübergänge erzeugt werden. (eine BR120 - um das Beispiel von oben zu nehmen hat 5600 kW Dauerleistung!!!!). Da nützt weder eine Kupferfolie um den Singlecoil noch ein Banktresor um die ganze Gitarre rum. Da helfen nur 500 Meter Abstand.
 

tom f

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Nimm doch mal die Antennen von deiner Gitarre. Selbst ohne Saiten wird dein Monitor Störungen verursachen.

Ich habe meine SC-Gitarren dadurch ruhig bekommen. Sicher geht das auch mit Software. Aber eben erst in der DAW. Im Proberaum oder auf der Bühne nützt dir das leider nichts.
Mir ist durchaus klar das viele Teile Störsignale aufnehmen - aber im konkreten Fall - wie ich und Florian schon bemerkten - ist das Problem auf einem anderen Level und somit Deine an sich sinnvolle Massnahme nicht geeignet gross was zu ändern.

Ich frage mich ja grade wie laut das bei dem sein muss - immerhin war ich heute durchaus erstaunt wieviel schon der Monitor erzeugen kann wenn man das vorsätzlich forciert :)
 

fanwander

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Wie klingt denn das?
Das wird man vermutlich nicht so hören wie im Video (das Geräusch sind die Motoren und Automatikgetriebe, nicht die Thyristoren), sondern als regelmäßiges Sirren. Da es sich um 16,33Hz handelt (also 1/3 der 230V-Netzfrequenz) dürfte es zwar ähnlich wie 50Hz-Netzbrumm/sirren anhören, aber letztlich andere Obertöne haben (und die Obertöne sind das, was man im Singlecoil hört).
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ist durchaus klar das viele Teile Störsignale aufnehmen - aber im konkreten Fall - wie ich und Florian schon bemerkten - ist das Problem auf einem anderen Level und somit Deine an sich sinnvolle Massnahme nicht geeignet gross was zu ändern.

Ich frage mich ja grade wie laut das bei dem sein muss - immerhin war ich heute durchaus erstaunt wieviel schon der Monitor erzeugen kann wenn man das vorsätzlich forciert :)
Vielleicht wird irgendwann jemand... „Monitor Lampe Gitarre shielding“ o.ä. bei einer Suchmaschine eingeben und findet so eine (Zitat) an sich sinnvolle Massnahme. Könnte daher jemandem helfen.

Und im konkreten Fall ist mit Zahlen und Begriffen jetzt verdeutlicht worden, dass mehr Distanz zur Oberleitung für die Aufnahmen lohnenswert ist.

Bäm...
 

tom f

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Vielleicht wird irgendwann jemand... „Monitor Lampe Gitarre shielding“ o.ä. bei einer Suchmaschine eingeben und findet so eine (Zitat) an sich sinnvolle Massnahme. Könnte daher jemandem helfen.

Und im konkreten Fall ist mit Zahlen und Begriffen jetzt verdeutlicht worden, dass mehr Distanz zur Oberleitung für die Aufnahmen lohnenswert ist.

Bäm...
Bäm ?

i bims ?

bam oida ?

leel ?

🤣😀
 
Helfen tun wirklich shielding Maßnahmen(Graphitlack, Saitenerde, Metallfolie, alles erden was geht😆) und bei Single Coils den Mittleren genau umgedreht aufwickeln(reverse wound), dann entsteht zwischen den Pickups das „Humbucking-Prinzip“.

PS: Die Gitarre an die Gleiserde anzuschliessen ist nicht anzuraten!🤩
 
Ein guter Freund von mir hatte vor Jahren das selbe Problem (Wohnung in 15m Distanz zur Bahntrasse).
Die einzig brauchbare Lösung war der Umbau einer E-Gitarre mittels einem Fishman Piezo-Steg.
Die induktiven Störgeräusche konnten so umgangen werden, was jedoch zu anderem Sound führte.
Mit etwas Schraubaufwand am Amp-Simulator/EQ kam er zu guten Resultaten/Recordings.
Da sein Sound jedoch massgeblich auf E-Gitarre baute, half jedoch längerfristig nur ein Umzug.

Ist also die Gitarre im Mix "nur" Bei-gemüse, ist eine Lösung mit Piezo durchaus einen Versuch wert.
 

Pepe

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Piezo ist schön bei akustischen Instrumenten, aber jeder Fuzz oder andere Verzerrer werden entweder Zicken machen oder nicht so klingen, wie man es sonst gewohnt ist. Auch der Grundsound in Verbindung mit dem Amp ändert sich gravierend.
 


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