Operation gelungen - Patient tot.

Dieses Thema im Forum "Ansätze / Konzepte" wurde erstellt von mpue, 10. April 2016.

  1. mpue

    mpue ......

    Hallo zusammen,

    vielleicht kennt das ja der ein oder andere von euch. Man hat einen halbwegs fertiges Arrangement zusammengebaut,
    es groovt so ein wenig vor sich in. Und man hat den Song an der ein oder anderen Stelle mal im Loop laufen,
    sei es um einzelne Stellen auszubessern, oder noch einen passenden Sound zu suchen.

    So im Laufe der Zeit hat man dann seinen Song schätzungsweise 200-300 Mal gehört und dann passiert es:

    Man hat das Teil totgehört! :selfhammer:

    Der Witz ist, obwohl eigentlich alles fast fertig ist, bis auf den letzten Schliff sozusagen, kann man sich nicht
    mehr auf den Song einlassen, weil man ihn einfach nicht mehr hören kann. So passiert es, daß einige Unvollendete
    entstehen, die auch eigentlich gar nicht mal so schlecht sind.

    Jahre später, wenn ich die "Totgeborenen" mal wieder höre, denke ich mir immer "Schade drum, das hatte echt Potential."
    Leider ist es dann meistens so, daß ich das passende Equipment nicht mehr habe und natürlich die Spuren nicht gebounct hatte,
    weil ich ja nicht fertig geworden bin. :-|

    Mich würde interessieren, wie Ihr mit solchen Situationen umgeht, ich kann mir vorstellen, daß ich nicht der einzige bin,
    der dieses Problem hat.

    Freue mich auf Ideen und Meinungen hierzu.

    Gruß
    Matthias
     
  2. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Ab in die Schublade damit, ein paar Wochen reifen lassen, ein paar Zutaten dazugeben und wieder gut finden.
    Du musst halt versuchen Dir den Track eher im Geiste auszumalen als zu oft zu hören.
    So mach ich es zumindest.Ich arbeite auch prinzipiell über Monate an 4- 5 Tracks gleichzeitig(hab ich früher nicht gemacht)
    Das Endergebniss muss aber so sein daß man es als Macher zumindest immer wieder hören kann.
     
  3. betadecay

    betadecay |||||

    1. würde ich alles sichern, was man sichern kann - bei MIDI ja kein Problem. Bei Geräten ohne Speicher ist das natürlich doof.

    2. hör deine Sachen nicht zu oft nacheinander. Nach einiger Zeit (oft schon nur wenige Stunden) wird man unkritisch und es bringt nichts mehr. Also lass das Ding liegen, bis morgen oder auch nächsten Samstag. Wenn du trotzdem in dieser Zeit Musik machen willst, geht das ja: mal wieder Klavier üben, mal wieder einen wenig genutzten Synth rausholen und 1, 2 neue Sounds damit herstellen. Und wenn du dann immer noch nicht zufrieden bist mit deinem Werk: lass den Track ggf. auch mal länger liegen - nach 1, 2 Monaten hast du vielleicht noch eine Idee, was ihm gefehlt haben könnte. Oder was zu viel war und weg kann. Weniger ist ja oft auch mehr.

    3. wenn Hopfen und Malz dann jedoch endgültig verloren sein sollten: trete den Track in die Tonne. Das Projekt in der DAW kannst du aufheben, aber lass das Ding ansonsten einfach dem Vergessen anheim fallen. Irgendwann wird aus Beschäftigung Zeitverschwendung - und das muss ja nicht sein. Sofern du nicht von der Musik lebst, ist es ein Hobby - und das sollte Spass machen.

    Kurzfassung: (1) sichern was geht, (2) Abstand gewinnen und trotzdem am Ball bleiben, (3) und sich notfalls von Ballst trennen.
     
  4. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Hab mal reingehört.Dein Stoff ist echt sehr gut.Und kein Track wie der andere, das gefällt mir.
    Ausserdem ein eigenständiger Stil wie ich finde.Das ist immer gut.
    Ausgerechnet der erste auf Deiner Soundcloudseite gefiel mir nicht.Gut daß ich dann noch weitergehört habe :phat:
    Jetzt biste bei meinen Favouriten.Das ist ja viel Stoff.Da höre ich die Tage öfter mal rein :supi:
    Sind auch immer gute Bilder am Start finde ich.
    Weiter so, mach mal ne Cd oder Vinyl :supi:
     
  5. mpue

    mpue ......

    Vielen Dank für die Blumen. :)

    Ja der ist auch sehr, sehr alt. Dummerweise richtet sich die Reihenfolge ausserhalb der Playlists wohl nach dem Datum des Uploads.

    Ich denke, daß ist ein gutes Rezept, insbesondere Punkt 2 und 3 werde ich mir mal verinnerlichen.
     
  6. oh mann, wie ich das kenne...seid über 20 jahren läuft es so....so viele tracks auf dat, cd, und hd....fast alles eher sessions....
    habe mir immer gesagt: irgendwann lade ich wavelab und schnippel mir aus den 20 min tracks ein 6-7 min track zusammen....aber immer wenn ich musik mache, will ich lieber an den geräten rumschrauben als Klötzchen- schupsen... :selfhammer:

    ich finde es mittlerweile egal...will eh nichts veröffentlichen. ist nur für mich und ein paar kumpel die meine langen Meisterwerke nicht anders kennen...
     
  7. mpue

    mpue ......

    Ach, darum geht es ja gar nicht, es geht um den Spass an der Sache. Ich habe mir auch lange gesagt, ich veröffentliche nichts.

    Aber sind wir doch mal ehrlich, wer hat denn etwas davon, wenn Deine Sachen auf der Festplatte vergammeln. Ich finde es nicht schlimm, wenn Musik nicht perfekt oder unkonventionell ist, ganz im Gegenteil. Musik aus der Konserve haben wir genug in den Charts. Kann's echt nimmer hören.
     
  8. Ich denke, man sollte lernen, alles wenigstens fertig zu arrangieren, auch wenns kein Hit wird.
     
  9. vergammeln tun sie nicht auf meiner festpladde...ab und zu hole ich sie wieder raus und höre sie mir gerne an...machmal grüble ich dann darüber nach wie ich was umgesetzt hatte oder was ich damals als synth bzw Effekt benutzt hatte.... :floet:
     
  10. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Ich habe aus jedem Jahrzehnt Tapes und Cd's mit meinem eigenen Stöffche
    aufgehoben.Teilweise ist da Schund dabei aber Teilweise frag ich mich was ich da damals für
    ne Energie in mir hatte.
    Ausgereift ist das Stöffche ,daß ich neu produziere allerdings die letzten Jahre besser denn je.
    Man wird halt einfach immer besser mit der Zeit.
     
  11. lfo2k

    lfo2k |

    Ja mich beschäftigt genau das momentan auch. Ich versuche deswegen im Moment KEIN neues Stück mehr anzufangen, sondern überlege mir wie ich meinen Workflow verbessern könnte (mehr Equipment :lollo: :lollo:), um so schnell wie möglich zu einem "Ende" kommen zu können.

    Sonst hilft mir gegen das Totgehört auch eine Hörpause von dem Track. Meistens erfordert es dann allerdings um so mehr Überwindung den dann fertig zu machen. Der neue Track lockt....

    Deshalb. Kein neuer Track mehr bis zumindest der/die letzte gute(n) fertig ist.
     
  12. Rolo

    Rolo sinewavesurfer

    Es ist halt einfach Tatsache daß man , wenn das Stöffche frisch ist dazu neigt sich darin zu verlieren und zu vergessen daß es weitergehen muss.
    Das gilt es mit allen Maßnahmen zu unterbinden.