Plattenabsorber Selbstbau

Dieses Thema im Forum "DAW / Komposition" wurde erstellt von The_Unknown, 28. Dezember 2006.

  1. Also man findet ja einige sehr hilfreiche Erklärungen und Bauanleitungen im Netz wie z.B. hier:

    http://nubert-forum.de/nuforum/ftopic10358.html

    Soweit auch Alles super verständlich, aber eine paar blöde Fragen habe ich dennoch:

    Bei jeder Anleitung werden die Teile immer "nur" verleimt, spricht irgendetwas dagegen, die Teile zusätlich mit Schrauben zu versehen ? Also Leim drauf und mit Schrauben direkt fixieren und dann trocknen lassen...bin ja kein Schreiner, aber "nur" Leim ? ;-)

    Achja, soweit ich mich erinnere wird nirgendwo genauer über die Befestigung an der Wand eingegangen, da hat man irgendwann den schönen Kasten fertig, aber wie pappt man ihn am sinnvollsten an die Wand ? Von Innen durchbohren ist ja nicht mehr...ansonsten mit Abstand ? Direkt oder noch ne dünne Schaumstoffschicht zwischen Wand und Absorber ?

    ...des Weiteren werden die Teile ja immer flach in den Ecken einer Wand angebracht, wäre das "über Eck", sprich schräg in die Ecke noch effektiver, oder eher doch nicht ?

    Das Thema Akkustik gibts ja hier schon aktuell in einigen Threads, die ich soweit auch alle verfolge, das scheint ja echt eine Wissenschaft für sich zu sein... :)
     
  2. C0r€

    C0r€ Tach

    schräg in der Ecke ist effektiver, weil dort eine Schallbündelung stattfindet. Das sieht man bei simulationen recht gut. Mit dem ohr dort hingehen. Wo es am lautesten dröhnt muss der Absorber hin. Ich hab auch mal einige Plattenresonatoren mit Bodenverlegeplatten und Dachlatten gebaut, die haben ordentlich bass aufgenommen... Danach hatte ich mit Flatterechos zu kämpfen.
     
  3. C0r€

    C0r€ Tach

    Verleimen+Verschrauben finde ich viel besser, vor allem rappeln die Kisten ordentlich, da sollte es auch mechanisch was abhalten können. Gegen Verschrauben spicht höchtens dass man schrauben muss und schraubenlöcher hat. Aber mit ordentlichem Vorbohren und guten Holzschrauben kann man gut arbeiten. Ich hab silikon bzw. acryl verwendet und verschraubt. Geht einfach+unkomplizirt+billig und ordentlich luftdicht, wenn man die Fugen ordentlich ausschmiert.

    Man kann die Resonanz verändern indem man Steinwolle eng reinpresst, das wirkt nach meiner Erfahrung besser, weil es besser dämpft/absorbiert und oberresonanzen verhindert die man nicht haben/hören möchte. Steinwolle nur lose reinlegen hat nicht so gut funktioniert. Durch die Steinwolle verschiebt sich die Resonanzfrequenz je nach Dichte der Steinwolle ein wenig nach unten.

    Wenn man die Resonanzfrequenz der gebauten box hören will klopft man mal ordentlich dagegen! Sollte dumpf und möglichst tief klingen, dann erwischt man schön viel bass. Hohe frequenzen sollte man keine hören, sonst wirkt der resonator dort wohlmöglich als abstrahlquelle.

    Für hohe Frequenzen sind dann eher reflektoren geeignet und dezent eingesetzter guter schaumstoff (da gibt es unterschiede)
    Den Schaumstoff platziere ich gerne hinter die Racks (mit etwas Abstand), dann hört man die Lüfter auch nicht mehr so penetrant.
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich verleim so Zeugs am liebsten mit Ponal Express. Das zieht so schnell an, dass man im Zweifel die Bretter auch so lange festhalten kann, bis sie halten... Setzt aber einen sauberen Zuschnitt vorraus (macht mein freundlicher Holzfachhändler: gelber Seiten, gibts nicht nur im Baumarkt!)

    Plattenabsorber sind Druckabsorber d.h. sie wirken dort am besten wo der Druck maximal ist: direkt an der Wand.
    Das Ohr ist ein Druckempfänger, deshalb kann man prima hören wo sich der Plattenabsorber am meisten lohnen wird: dort wo es am lautesten ist.
    Die Wellenlängen um die es hier geht sind relativ lang, es kommt also nicht auf 10cm an. Der Abstand zwischen der lauten Stelle (=Druckmaximum, hier kommt der Plattenabsorber hin) und der leisen Stelle (Schnellemaximum, hier kommt der Schaum hin[1]) ist ein Viertel der Wellenlänge. Das ist bei 60Hz etwa 1,5m, bei 80Hz etwa 1m, bei 125Hz etwa 70cm.


    Welche Raummoden am störendsten sind kann *ich* nicht raten, am besten ausprobieren. Schliesslich geht es darum das Hören zu optimieren, da finde ich mit den Ohren zu arbeiten sehr sinnvoll. Also versuchen rauszuhören was stört, mit Meßsignalen (Sinustöne oder schmalbandiges Rauschen) eingrenzen und posten. Dann können wir uns überlegen was helfen müsste - ich bin ja auch nur Studio-Hobby-Akustiker, Geld verdient habe ich nur vor ewiger Zeit mal mit Blech was hinterher nicht mehr so doll dröhnen sollte..


    [1]Das gilt so nur für stehende Wellen. Warum die so heissen kann man am besten ausprobieren, Sinuston auf eine Frequenz zwischen 60 und 100Hz drehen bei der es maximal laut wird und dann im Raum umherlaufen!
     
  5. ...ich muss mal sehen, am sinnvollsten ist es wohl auch, wenn das Meiste dann schon drin steht, der Raum wird ja sozusagen ganz neu gebaut, Kleben und rumfummeln an den Wänden würd ich aber eigentlich lieber vor dem Einräumen machen...

    ...mal sehen, ob nicht mal ein "Spezialist" in der Nähe wohnt, der mal bei mir reinschauen mag...
     
  6. Anonymous

    Anonymous Guest

    Was willst du denn kleben?

    Im Vorfeld zu wissen wo welcher Absorber hinkommt traue ich mir nicht zu - ich freue mich wenn die Ideen der Platzierung funktionieren, ist aber immer mit ausprobieren verbunden.
    Speziell die wirklich *störenden* Dröhnfrequenzen weiß du erst wenn sozusagen alles fertig ist.

    Die Plattenabsorber haben ja eine Rückwand und müssen daher nicht wirklich dicht an der Wand anliegen, d.h. man kann sie an in die Wand gedübelten Schrauben aufhängen. Wenn man dazu Löcher in die Absorberrückwand macht müssen die natürlich irgendwie nach innen zu sein....
    [​IMG]

    Die Absorberberechnung in deinem Link ist durchaus umstritten, relativ plausibel erscheint mir:
    f = 60/SQRT(m * t)
    t= Absorber-(innen)Tiefe in m (oft 0,12..0,18m)
    m= Membran-Flächenmasse in kg/m² (4kg/m² für Hartfaserplatte)
    f=Resonanzfrequenz in Hz.
    (Jedenfalls gibts ein PDF, wo das mal jemand vorrechnet, die Formel findet man auch mit leicht anderer Konstante - aber ob da nun 50 oder 60 steht ist in diesem Zusammenhang egal, so genau ist das sowieso nicht. Ausserdem fehlt manchmal die Wurzel, das ist dann aber falsch.)
     
  7. ...hm,ok...was in Theorie auch noch ein wenig schwierig ist, dass man bei den Berechnungen der Räume immer von rechteckigen Räumen ausgeht, wie ich z.B. das Spitzdach einfließen lassen soll, kann ich nirgendwo ableiten...aber selber hören ist wohl wahrlich das beste Vorgehen...
     
  8. Anonymous

    Anonymous Guest

    Es gibt ein (sehr bezahlbares) Programm das sowas alles kann.
    http://www.cara.de/GER/index.php?load=c ... ation.html

    Aber irgendwie geht es ja doch um "hören", nicht darum 'der fetz/programmXY/die Formel hat aber gesagt'. Und da ist es mir eben auch wichtig selber rauszuhören was *mich* einfach nervt. Ich kann es zum Beispiel nicht nachvollziehen warum viele sich so um Tiefstbaß (<40Hz) kümmern und sich dann um derartige Raumoden sorgen. Wäre bei mir 28Hz, die kann ich mit dem Tongenerator sogar nachvollziehen, aber: das stört mich überhaupt nicht. Was nervt ist die dritte 'Oberwelle' von dem Teil (84Hz) die ist mitten im Nutzbaßbereich. Und bei meiner aktuellen Lautsprecher und Hörposition geht das sogar, weil ich halbwegs aus den Maxima raus bin.

    Wenn du über den Jahreswechsel noch nix zu tun hast ;-) :
    http://www.nubert-forum.de/nuforum/ftopic8111.html
     

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