Rhodes Piano '72 oder '79??

Dieses Thema im Forum "Akustisches & E-Pianos" wurde erstellt von christoph89, 19. Juni 2009.

  1. hallo leute!

    bin gerade dabei, mir in nächster zeit ein rhodes piano zuzulegen...
    momentan hätte ich zwei modelle in aussicht
    -ein fender rhodes mark 1, baujahr 1972 oder
    -rhodes-piano mark 1, baujahr 1979

    beide in optisch und technisch annähernd (sowie preislich) gleich gutem zustand.
    meine frage nun:
    welches sind die klanglichen unterschiede? laut wikipedia sind die rhodes-modelle aus den späten 70gern weniger "glockenartig" als die fender rhodes aus der anfangsphase...
    gibts sonst noch unterscheidungen (anschlag, gewicht...)

    vielen dank und lg
    christoph89
     
  2. Bernie

    Bernie Anfänger

    Ich mag das Seventythree Mark III am liebsten, einfach wegen dem schönen Bassboost.
     
  3. mookie

    mookie B Nutzer

    Das ist soweit ich weiß auch das gesuchteste.

    Die Unterschiede der 2 anderen (MK 1) kenn ich leider nicht.
     
  4. moogist

    moogist engagiert

  5. Anonymous

    Anonymous Guest

    Und hier sind die verschiedenen Modelle und Baureihen gelistet: http://www.fenderrhodes.com/models/

    Die Kurzformel:

    - Alte Modelle viel Holz, weniger Plastik
    - Neuere Modelle viel Plastik, weniger Holz

    Die letzte Serie wurde in Mexiko hergestellt und hat flache Deckel. Da sowohl jede Baureihe als auch jedes einzelne Instrument anders klingt, wegen vieler mechanischer Einzelteilem und deren Wechselwirkung, ist selber ausprobieren das Beste. Rhodes Pianos müssen prima eingestellt sein, und zwar nach den Bedürfnissen des jeweiligen Besitzers. Es gibt welche, da sind die Klangstäbe sehr nah am Pickup, bei anderen ist die Tastatur auf Samurai eingestellt. Also immer anschauen und spielen.
     
  6. ppg360

    ppg360 fummdich-fummdich-ratata

    Ich persönlich würde mich wahrscheinlich eher für das ältere Modell entscheiden, wenn es in gutem Zustand ist -- also sowohl optisch, als auch technisch (kein übermäßiger Rost, keine verschlissenen Filze und Hämmer, gestimmt und mit einigermaßen angenehmen Anschlag). Ich habe ein 1976er Mark One, das wirklich sehr schön klingt (weich, warm, glockig) und recht angenehm bespielbar ist (für meine Ansprüche). Wichtig ist, daß Du ein Modell mit Holztastatur bekommst; bei späteren Rhodes-Pianos wurden Plastiktastaturen eingebaut, und die sind ziemlich scheußlich.

    Es gibt kein Keyboard, an dem mehr herumgebastelt wurde als an einem Rhodes. Da haben sich Leute von Oktave zu Oktave andere Hämmer einsetzen lassen, um eine bestimmte Klangfarbe zu bekommen, haben die Justage der Pickups verändert, um einen bestimmten Charakter zu betonen oder die Tastatur völlig straff (oder völlig labberig) einstellen lassen... das Einzige, was Du tun kannst, ist, das Rhodes auszuprobieren und zu schauen, ob es Dir klanglich und vom Spielgefühl zusagt. Da gibt es kein Universalrezept außer Deinem Bauchgefühl.

    Bei alten Rhodes ist zu bedenken, daß die Klangstäbe bzw. deren Halterungen dazu neigen, spröde zu werden und zu zerbrechen. Das ist bei späteren Modellen geändert worden (da waren die Tines dann von Raymack, glaube ich). Woran man das erkennt, weiß ich allerdings nicht. Das mußt Du mal die Spezialisten fragen. Ersatzteile bekommt man noch, aber die sind u. U. teuer und schwierig zu bekommen (aber es handelt sich beim Rhodes, Gottseidank, nicht um einen CS80 oder sowas...).

    Ich persönlich tendiere generell zum Mark One, weil das Mark Two für meinen Geschmack etwas zu sehr nach Wurlitzer 200 klingt -- also eher dieser eckigere Supertramp-artige Klang. Das ist aber Geschmackssache. Mark Twos sind auf jeden Fall praktischer, weil Du auf den eckigen Deckel ohne Probleme einen Prophet oder sonst ein Keyboard stellen kannst, ohne in ständiger Furcht leben zu müssen, daß Dein Mini Moog mitten im Solo vom Rhodes rutscht. Das Mark Five im Alurahmen und dem modernen Gehäuse ist leichter, soll sehr gut spielbar sein und hat sogar MIDI, aber ich habe noch nie eins gesehen, und ich schätze, die Dinger können wegen ihrer Seltenheit *richtig* teuer werden. Zwei Leute zum Schleppen sind Minimum, ein Rhodes 73 bringt inklusive Deckel, Gestänge und Pedal gut und gerne 70 (gefühlte) Kilo auf die Waage. Es paßt auch in einen Polo, aber ein Kombi ist eindeutig die bessere Variante.

    Was Du auf jeden Fall einkalkulieren solltest, ist eine Generalüberholung, z. B. bei Tom Wauch in Mönchengladbach. Keine Ahnung, wie man das budgetieren sollte, aber ich denke, 200 bis 300 Euro sollten auf jeden Fall extra gespart werden. Und ich würde darauf achten, daß alles an Zubehör dabei ist, also Beine, Streben, Pedal mit Gestänge, Kofferdeckel, Schrauben und evtl. sogar das Plastiketui für die Rohre, denn alles, was Du nachkaufen mußt, kostet extra und verzögert die Einsetzbarkeit Deines Instrumentes. Ach ja... daß ein Roland JC-120 Jazz Chorus, ein Boss CE-1 Chorus Ensemble, ein Mutron Biphase und ein Boss PN-2 Tremopan unbedingt an ein Rhodes gehören, muß ich nicht extra erwähnen ;-)...

    Stephen
     

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