RingModulator - Praktischer Vergleich

Dieses Thema im Forum "Modular" wurde erstellt von Cyborg, 28. Juli 2013.

  1. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Also, es geht darum 2 völlig unterschiedlich arbeitende Ringmodulatoren zu vergleichen.
    Das wären zum einen die kleinen Platinen von Ken Stone aus Auschtralien. Davon hatte ich mir 2 Stück gekauft und als "Dual-RM" Modul zusammengebaut
    Ken Stone nennt die Dinger selbstbewußt "REAL RING" und hat damit auch Recht, es ist die Schaltung die man früher mal für den Bereich der Nachrichtentechnik entwickelt hatte.

    Viiel elektronischer geht es da bei dem Modul Q116 von Roger Arrick (Synthesizers.com, ugs: Dotcom) zu.

    Ich habe mal 4 Patches benutzt und dabei nur die Ringmodulatoren getauscht. Das Ausgangssignal habe ich mit Cool Edit Pro "normalisiert" damit sie gleich laut sind.

    Patch1 - Ken Stone
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch1_Ken Stone RM.mp3
    Patch1 - DotCom
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch1_DotCom RM.mp3

    Patch2 - Ken Stone
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch2_Ken Stone RM.mp3
    Patch2 - DotCom
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch2_DotCom RM.mp3

    Patch3 - Ken Stone
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch3_Ken Stone RM.mp3
    Patch3 - DotCom
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch3_DotCom RM.mp3

    Patch4 - Ken Stone
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch4_Ken Stone RM.mp3
    Patch4 - DotCom
    play: http://www.cyborgs.de/temp/Patch4_DotCom RM.mp3


    Die Unterschiede sind teilweise sehr groß. Dem Ken-Stone sollte ich noch einen kleinen OpAmp am Ausgang gönnen, er ist nicht entkoppelt und führt zu Nebenwirkungen wenn man ihn mit anderen Ausgängen zusammen auf ein Mutiple legt (z.B.). Auch ist das "Übersprechen" bei ihm deutlich hörbar während man beim Dotcom schon sehr genau hinhören muss. Einen absolut stillen RM habe ich nur einmal gesehen aber die gibt es nicht mehr. (Einfacher Test: entweder X oder Y Eingang entfernen, dann sollte bei Z nichts mehr durchkommen
    Obwohl der Ken Stone tendenziell dumpfer ist, hat er je nach den zu verarbeitenden Signalen manchmal die Nase vorne. Da das Geschmacksache ist, werte ich ihn deshalb auf keinen Fall ab.
    Das Rauschen (vor allem Beispiel1) hat seine Ursache in dem Nachverstärken der schwächeren Signale
     
  2. VEB_soundengine

    VEB_soundengine bin angekommen

    dotcom klingt ja nach ner neuen Korgkiste für 19,- € ... mit Tasche
     
  3. Der Dotcom-RM macht bei mir auch kaum eine Schnitte.

    @ Cyborg

    Schöner Vergleich, coole Aktion!
     
  4. tongebirge

    tongebirge Tach

    Habe mal eine frage weil es gerade passt.
    Habe auch ein Real Ring von Ken Stone und eine bestückte Platine von synthrotek.
    Möchte mir ein mu Panel von re:Synthesis machen lassen, habe aber keine Ahnung wie ich eine Grafik für so ein Panel erstelle.
    Ich würde das Panel auch gerne in einer Moog Font haben, auch als dualen rm.
     
  5. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Hallo
    frage mal dort nach, welche Formate sie verarbeiten können.
    Wenn man es "richtig" macht, wäre sicher ein CAD-Programm wie Autocad oder LibreCad die Wahl.
    Ich kenne mich aber einigermaßen mit Corel Draw aus und bevor ich wochenlang neue Programme studieren muss, nutze ich eben Corel Draw.
    Die meisten objekte wie Poti-Skalen, Bohrungen usw wiederholen sich, ebenso die Aussenmaße der Frontplatten und deren Aufteilung. Ich möchte die Buchsen/Regler möglichst nicht wild verteilt haben damit auch ein größeres System nicht chaotisch wirkt. (schadet der Übersichtlichkeit)
    Einfach mal Frontplatten von Moog vermessen und alle neuen dann daran ausrichten. Es spart ne Menge Arbeit wenn man z.B. Buchsenanordnung oder Bohrungen für Potis mitsam dazu passenden Skalen, "gruppiert". Mit Copy und Paste oder mit "Duplicate" gehts dann zügig voran. Tipp noch: für die Anordung zuerst viele farbige Hilfslinen (Rechtecke) erstellen.
     
  6. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    Nachtrag:
    Hier mal ein Bild wie es beim Arbeiten mit CorelDraw aussieht. Zu sehen sind die vielen Hilfslinien die man beim Muster mitspeichert,
    vor dem Druck oder dem Versenden entfernen muss (alle!)

    Nein, das ist kein Entwurf eines Doppelgegentakt–Diodenmodulators

    [​IMG]
     
  7. tongebirge

    tongebirge Tach

    Habe bei Re:Synthesis nachgefragt ob man mir helfen kann.
    Werde ein Foto machen, wenn ich das Modul fertig habe.
    Diese alte Militärschaltung klingt nicht nur gut man kann sie auch als VCA einsetzen :supi:
     
  8. serenadi

    serenadi Tach

    Nicht wirklich.
    Ein Übertrager hat keine Wirkung bei Gleichspannungen oder sich langsam ändernden Gleichspannungen. Die Funktion eines VCA kann der Realring deshalb nur annähernd bei schnellen Steuerspannungsänderungen übernehmen.

    Das geht mit einem 4-Quadranten-Multiplizierer wie dem Dotcom sehr viel besser. Das ist sogar ein *waschechter* VCA, wenn die Steuerspannung im positiven Bereich bleibt ( = 2-Quadranten-Multiplizierer). Wird die Steuerspannung dagegen negativ (Quadrant 3+4), funktioniert er immer noch wie ein VCA, nur daß das Eingangssignal invertiert wird. Das läßt sich z.B. gut mit LFO-Modulationen benutzen.

    Gruß Bernd
     
  9. Cyborg

    Cyborg bin angekommen

    [quote="serenadi"
    Nicht wirklich.
    Ein Übertrager hat keine Wirkung bei Gleichspannungen oder sich langsam ändernden Gleichspannungen. Die Funktion eines VCA kann der Realring deshalb nur annähernd bei schnellen Steuerspannungsänderungen übernehmen.

    Das geht mit einem 4-Quadranten-Multiplizierer wie dem Dotcom sehr viel besser. Das ist sogar ein *waschechter* VCA, wenn die Steuerspannung im positiven Bereich bleibt ( = 2-Quadranten-Multiplizierer). Wird die Steuerspannung dagegen negativ (Quadrant 3+4), funktioniert er immer noch wie ein VCA, nur daß das Eingangssignal invertiert wird. Das läßt sich z.B. gut mit LFO-Modulationen benutzen.

    Gruß Bernd[/quote]

    Hi Bernd,
    lass mich das gleich mit einem Audio-Beweis unterstützen.
    Patch: ein VCO wird vom Ausgang eines RM moduliert. In den RM schickte ich X: eine umschaltbare Gleichspannung 1,2,3,4...10V
    In den Y-Eingang wird die CV eines langsam laufenden LFO geschickt
    Im Hörbeispiel wird es klar: Anfangs ist die saubere Anhebung der Frequenz zu hören weil der Dotcom auch "DC kann",
    danach (umgeschaltet auf den "ReaRing" von Ken Stone) tut sich ausser ein paar kurzen Störungen (die kommen durch das Umschalten der Gleichspannung) nichts mehr.
    Beide RM haben ihre Stärken, das muss man auch sagen.

    play: http://www.cyborgs.de/temp/Dotcom_KS.mp3
     
  10. tongebirge

    tongebirge Tach

    Ich meinte natürlich abgespeckter VCA die schaltung ist ca aus 1945 wenn ich nicht irre.
    Ein Panel bekomme ich von RE:Synthesis dauert nur ein paar Wochen.
    Super Thread und sehr schöne soundbeispiele :nihao:
     
  11. tongebirge

    tongebirge Tach

    So aus den paar Wochen sind ein paar Monate geworden.
    Ben von re synthesis hat sich aber sehr mühe gemacht.
    Hier ein Foto
     

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  12. Ist nicht ganz On Topic, will aber keinen separaten Thread dafür aufmachen: ich dachte, VCA = Vier-Quadranten-Multiplikation, Ringmodulator = zwei Quadranten, frequency shifting = nunja, hier liegt vielleicht der Fehler/ womöglich einfach eine falsch gedachte Analogie. AM produziert vier "Bänder" (Summe, Differenz und beide EIngangssignale), RM nur noch zwei (theoretisch nur noch Summe und Differenz), FS nur eins (pro Ausgang - dass es zwei separate Ausgänge für das "addierte" und das "subtrahierte" Band gibt, hat damit nichts zu tun).

    Kann mir jemand erklären, wie sich jetzt das "Quadranten"-Modell zu den Bändern verhält?
     

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