Neu

Sinn der Notenschrift in der heutigen Zeit

Kannst du Noten lesen?

  • Ja, gut

    Stimmen: 26 32,9%
  • So lala

    Stimmen: 31 39,2%
  • Nein, möchte es aber lernen

    Stimmen: 4 5,1%
  • Nein, brauch ich nicht

    Stimmen: 17 21,5%
  • Enthaltung

    Stimmen: 1 1,3%

  • Umfrageteilnehmer
    79
  • Umfrage geschlossen .
  • #122
Es gibt ein Musikstück das für Sofa, Autobahnleitplanke, Kettensäge und zwei Äxten komponiert wurde.

Wie müsste die Partitur in Notenschrift in etwa aussehen?
 
  • #124
@Thereminchen: Wenn du bei Notenschrift wie ich an Bömmelchen und Fähnchen auf einem fünfleinigen Wäscheständer denkst, dann ist das die Notation, an die sich die Apologeten der organischen Musik* gewöhnt haben über die paar Jahrhunderte.

Aber es hat immer Adaptionen der Notation an klangliche Erfordernisse gegeben. Wird so eine Partitur mit einer entsprechenden Legende/Zeichenerklärung publiziert, wo ist das Problem? Ist es dann plötzlich keine Notenschrift mehr?

Ist Klang und Tonhöhe aneinander gekoppelt, hat man den Notenlinien unterschiedliche perkussive Klänge zugeordnet (Schlagzeugnotation). Sind sie weniger stark aneinander gekoppelt, also sind Tonhöhe und Klangfarbe unabhängig, dienten unterschiedliche Notenköpfe -- neben den gewohnten Eiköpfen geometrische Kreise, Dreiecke mit ihrer Spitze in verschiedene Richtung zeigend, Quadrate, Romben und andere nicht zu komplexe geometrische Figuren, die halt auf den ersten Blick identifiziert werden können -- als Anzeiger bestimmter Klangfarben, während Tondauer weiter über ausgefüllt/nicht ausgefüllt, Fähnchen/Balken und Punktierung angezeigt werden könnte, die Tonhöhe durch die Linienordnung und den Notenschlüssel. Bei bestimmten Modifikationen kommen Dekoratoren wie crescendo/desc.-Gabeln in Betracht. Einer Gabel könnte sowas wie "FM" vorangestellt werden oder so, was bedeuten könnte, dass ein FM-Filter über einem Abschnitt auf- oder zugemacht wird.

Das alles ist nicht in Stein gemeißelt. Gemeinsamkeit aller Notenschrift ist lediglich eine anwendungsbezogene endliche Sammlung von grafischen Elementen mit bestimmten Bedeutungen, die auf den ersten Blick unterscheidbar sind, ungefähr den gleichen grafischen Raum einnehmen und die auf eine von mehreren Linien, 5 oder mehr/weniger ggf. auf Hilfslinien angeordnet werden, gemäß ihrer relativen Tonhöhe.


*) Synthetische Musik und organische Musik haben großteils unterschiedliche Notationsbedürfnisse. Und auch bei der organischen Musik gibt es elementar wichtige Bestandteile, die gar nicht notiert werden, da sie sich eben aus dem Organischen ergeben, dem Interpreten zur freien Gestaltung anvertraut werden: Die Agogik etwa, reliktartig entstanden aus Temposchwankungen des Schülers, der der Musiker mal war, durch die Ausbildung gezähmt, domestiziert, beherrscht. Fällt in der synthetischen Musik weg, wo sie für den Komponisten keine Bedeutung hat. Das Bestreben, synthetische Musik agogisch und/oder mikrodynamisch zu verformen nur um organische Performanz zu suggerieren, finde ich(!) unredlich. Man sollte sich lieber konzentrieren auf den Tanz auf dem unendlichen Kontinuum der Klangfarben.
Meine Unterteilung zwischen organischer und synthetischer Musik ist hierbei recht willkürlich. Vielleicht trifft es affektmotorische und programmierte/sequencergesteuerte Musik besser.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Mitarbeiterinfo
  • #125
"

Sinn der Notenschrift in der heutigen Zeit" - zur Abstimmung leider verrafft.​

Aber Noten können eine Übereinkunft der Musiker sein - von dem her nicht das schlimmste Übel...!
 
  • #132
ich fand jetzt nicht, dass dein beitrag offtopic gewesen wäre.

Aber Noten können eine Übereinkunft der Musiker sein

das war doch eine klare ansage, der man prima zustimmen oder ihr widersprechen kann.

sinnlos wäre die these nur, wenn ich ihr nicht widersprochen hätte.
 
  • #133
Mein lieblings Youtuber hat mal wieder zugeschlagen. Ein Essay über Notation. Ich liebe den seine Videos. Sehr hohe "rewatchvalue?" , weil es voller Details ist:

 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: claudio und goorooj
  • #134
"The less you know about a subject, the more you´ll bitch and moan about it like a petulent brat".... :D
Ich liebe die Art auch wie er seine Videos macht, danke für dieses, das habe ich noch nicht gesehen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: serge und formton
  • #135
Mein lieblings Youtuber hat mal wieder zugeschlagen. Ein Essay über Notation. Ich liebe den seine Videos. Sehr hohe "rewatchvalue?" , weil es voller Details ist:


Interessant, trotz dieser auch hier anzutreffenden unfassbaren Unsitte, unter wirklich alles und jedes Musik zu legen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: formton
  • #136
Interessanter Thread. Gibt es hier jemanden, der Notation für elektroakustische Musik verwendet - auch für Musik ohne Computereinsatz? Wenn ja, welche Notation? Mich interessieren da Erfahrungen aus der Kompositions- und Aufführungspraxis, keine theory wars.
 
  • #137
In der Grundschule konnte ich mal nach Noten spielen, habe ich allerdings komplett verlernt. Seit dem AtariST damals habe ich die Pianoroll lieben gelernt und mir fällt kein Grund ein warum ich zu Noten zurück wollen würde.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Golden-Moon
  • #138
Gibt es hier jemanden, der Notation für elektroakustische Musik verwendet - auch für Musik ohne Computereinsatz?
Notation direkt nicht, aber wenn mir eine Melodie einfällt (meistens beim Fahrradfahren oder so), dann schreib ich sie mir in Form von Buchstaben auf (im 16er-Raster) und verschiebe die Buchstaben je nach Melodierichtung nach oben oder unten.
Pause als Punkt, lange Noten mit Bogen.
Bassnote drunter.
Fertig.
Auf einer Busfahrkarte oder einem Kassenzettel ist nicht viel Platz...

Schöne Grüße
Bert
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: SirAdrianFish, Randow und GegenKlang
  • #139
In der Grundschule konnte ich mal nach Noten spielen, habe ich allerdings komplett verlernt. Seit dem AtariST damals habe ich die Pianoroll lieben gelernt und mir fällt kein Grund ein warum ich zu Noten zurück wollen würde.
Pianoroll hat Vorteile, aber wenn man out of the box spielt? Und dann noch auf live acts?
 
  • #140
Notation direkt nicht, aber wenn mir eine Melodie einfällt (meistens beim Fahrradfahren oder so), dann schreib ich sie mir in Form von Buchstaben auf (im 16er-Raster) und verschiebe die Buchstaben je nach Melodierichtung nach oben oder unten.
Pause als Punkt, lange Noten mit Bogen.
Bassnote drunter.
Fertig.
Danke!

Ja so ähnlich mache ich es auch. Notation als Gedächtnisstütze. Jetzt bereite ich allerdings etwas mit anderen Musikern vor (Gesang, strings etc.), und da muss ich mir etwas einfallen lassen. Vemutlich ein Hybrid aus klassischer Notation und graphischen Elementen (da gibt's ja viel aus der Musikgeschichte).

Mich interessieren noch weitere Erfahrungen.
 
  • #141
solange es nicht um Zufallsmusik geht, kann man auch alles notieren.... Gehts um spezielle Geräte, muss man halt die Einstellungen notieren.
 
  • #142
aber wenn mir eine Melodie einfällt (meistens beim Fahrradfahren oder so), dann schreib ich sie mir in Form von Buchstaben auf (im 16er-Raster) und verschiebe die Buchstaben je nach Melodierichtung nach oben oder unten.
Das ist bei digitalen Fahrscheinen natürlich eine zustätzliche Herausforderung... :xenwink:

Ich bin vor diversen Jahren mal für eine Zeitlang mit einem Diktafon unterwegs gewesen, um Ideen festzuhalten. Damals waren es eher Gedankenfetzten für Geschichten oder Formulierungen für Textpassagen. In der heutigen Zeit bietet sich das Smartphone an, um Textzeilen oder melodien festzuhalten. Das ist dann halt eine Frage der Disziplin, in der Fußgängerzone sein Smartphone rauszuholen und hineinzusummen.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Doc Orange
  • #143
Pianoroll hat Vorteile, aber wenn man out of the box spielt? Und dann noch auf live acts?
Kann ich leider nicht mitreden. Wenn ich out of the box spiele dann eigentlich nur improvisiert. Aber klar, wenn man was live tonal reproduzieren möchte, dann sind Noten nach wie vor sicher eine gute Idee.

Ich kann da leider nur für mich sprechen und da spiele Noten genau wie akustische Instrumente oder Gesang etc. keinerlei Rolle. Es gibt also kein Szenario bei mir wo Noten mir einen Vorteil geben könnten.

Ich bewundere aber Leute die noch nach Noten spielen können. Eigentlich bewundere ich jeden der ein Instrument spielen kann. Bei mir ist das meist auf irgendwas einspielen und dann Klötzchenschubsen begrenzt. Im Zeitalter von KI kann man aber auch schon darauf stolz sein 😂
 
  • #144
ich mag Notenschrift. Ich fahre viel Zug (in der Schweiz lohnt sich das eher, die SBB ist viel zuverlässiger als die DB) und schreibe während Zugfahrten oft Arrangements für meine Bands.
 
  • Daumen hoch
  • ^
M.i.a.u.: Doc Orange, ganje, ultraprimel und eine weitere Person
  • #145
Interessanter Thread. Gibt es hier jemanden, der Notation für elektroakustische Musik verwendet - auch für Musik ohne Computereinsatz?
Definiere bitte kurz elektroakustische Musik. Da kommt nach meinem naiven Verständnis also Spannung auf einen Lautsprechertreiber, und weiter? Die Spannungs bzw. Signalquelle kann ein Digital-Anslog-Wandler sein, oder was auch immer – für elektroakustische Musik ist das heute unerheblich.
In meinem Fall, in einem seit sieben Jahren verfolgten Projekt, ist die eigentliche Quelle eine PCM-Audiodatei (wav, mp3), demnach wäre auch das simple Abspielen von Songs auf dem Smartphone. Dass der schichtweise Aufbau selbiger PCM-Audiodatei vorher die CPU hat schwitzen lassen, ist noch unerheblicher. Davon, dass die ursprünglichen Eingabedaten ein manuell verfasstes ASCII-Notat sind (Beispiel, bzw. auch auf meiner Website), ganz abgesehen, auch das hat bestenfalls indirekt mit elektroakustischer Musik zu tun.
.Will heißen: Notation dediziert in Beziehung zu elektroakustischer Musik zu setzen, ist merkwürdig. Möbel haben ja auch irgendwas, über fünf Ecken, mit dem Zitronensäurezyklus zu tun, aber für eine Diskussion in einem Möbeldesign-Forum wäre das ziemlich OT.
 
  • #146
"Definiere bitte kurz elektroakustische Musik."

Pro-Tip: Wikipedia
 
  • Zustimmung
  • Hmm
M.i.a.u.: GegenKlang und betadecay
  • #147
Definiere bitte kurz elektroakustische Musik. Da kommt nach meinem naiven Verständnis also Spannung auf einen Lautsprechertreiber, und weiter? Die Spannungs bzw. Signalquelle kann ein Digital-Anslog-Wandler sein, oder was auch immer – für elektroakustische Musik ist das heute unerheblich.
In meinem Fall, in einem seit sieben Jahren verfolgten Projekt, ist die eigentliche Quelle eine PCM-Audiodatei (wav, mp3), demnach wäre auch das simple Abspielen von Songs auf dem Smartphone. Dass der schichtweise Aufbau selbiger PCM-Audiodatei vorher die CPU hat schwitzen lassen, ist noch unerheblicher. Davon, dass die ursprünglichen Eingabedaten ein manuell verfasstes ASCII-Notat sind (Beispiel, bzw. auch auf meiner Website), ganz abgesehen, auch das hat bestenfalls indirekt mit elektroakustischer Musik zu tun.
.Will heißen: Notation dediziert in Beziehung zu elektroakustischer Musik zu setzen, ist merkwürdig. Möbel haben ja auch irgendwas, über fünf Ecken, mit dem Zitronensäurezyklus zu tun, aber für eine Diskussion in einem Möbeldesign-Forum wäre das ziemlich OT.
OT ist es, für jeden Furz eine Definition zu verlangen und diese dann seitenlang auszudiskutieren (damit mein ich dich jetzt nur als Anlass, das machen andere auch ständig und torpedieren damit jedwede Diskussion).
Wenn du dir die Antworten mal durchliest, wirst du merken, dass die anderen das schon ganz gut verstanden haben: Es geht offenbar um Musik (im Zusammenspiel mit anderen), die zwar auf Noten/Tönen basiert, aber auf weitere Anweisungen wie (vermutlich) "Filter auf", "Ringmod reindrehen" oder "Tonhöhe modulieren" angewiesen ist.

Schöne Grüße
Bert
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: Randow und Cee
  • #148
Es geht offenbar um Musik (im Zusammenspiel mit anderen), die zwar auf Noten/Tönen basiert, aber auf weitere Anweisungen wie (vermutlich) "Filter auf", "Ringmod reindrehen" oder "Tonhöhe modulieren" angewiesen ist.
lesbar für Maschinen wäre das ja Midi - für Menschen wird es dann etwas komplexer, weil es ja fast beliebige derartige Parameter geben kann.
Im einfachsten Fall würde ich unter jede Notenzeile eine zusätzliche Leiste drucken, auf der solche Modulationen als farbige Linien ausgegeben werden (ähnlich wie die Spurautomation in der DAW). Aber ich gehe davon aus, dass der Bedarf für so etwas in der Praxis überschaubar ist.
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: GegenKlang
  • #149
Pro-Tip: Wikipedia
Elektroakustische Musik in der klassischen Tradition von Schaeffer, Boulez, Henry etc. – danke, weitermachen.

Zum einen hatte man sich auch in Fachkreisen länger über die Bedeutung dieses Begriffs den Begriff gestritten (s. letzten Literaturhinweis im Wikipedia-Lemma [Ungeheuer, E., 2002], die auch MP3-Playback etc. behandelt), zum anderen ist auch das Spiel auf elektronischen Imitatoren wie der elektrischen Geige "elektroakustisch", da Elektronik und Akustik durch die Tonabnehmertechnologie verknüpft wird.

Von daher braucht hier niemand mich anpampen wegen meiner Frage nach der hier geltenden Definition.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #150
Eigentlich sind Noten ja nichts anderes als Pianoroll, nur halt aufgeladen mit weiteren Infos für Musiker*: Tonart (damit man weiß, welche Tasten fürn kleines Impro-Solo passen), Takt (4/4 = Four to the Floor, zB), Tempo und jede Menge Spielweisen (lauter, leiser, schneller, betont usw.).

Hätte der Zeitgeist uns zu den Synths nicht auch Sequencer und DAW geschenkt, gäbe es inzwischen zig spezielle Zeichen für zB Cutoff, Reso., RM, Portamento, Delay und so fort.

Lohnt sich also immer, Noten zu lernen. BTW, die Aufschriebe der alten Mönchsgesänge sehen tatsächlich wie Pianorolls aus (und wenn man da anfängt, kriegt man noch nebenbei die ganze Entwicklung der Skalen und Harmonik mit).

*nicht Mathematiker
 
  • Daumen hoch
M.i.a.u.: ganje, GegenKlang und ultraprimel

News

Zurück
Oben