übersteuerungs-Zerr- und Rauschverhalten von OP Amps (TL 07x

Dieses Thema im Forum "Lötkunst" wurde erstellt von Anonymous, 22. Dezember 2006.

  1. Anonymous

    Anonymous Guest

    Salü Bastler

    Die Fragen sind zwar allgemein gedacht, ich denke im weiteren aber schon vor allem an den TL 074xder ja hauptsächlich zur anwendung kommt.
    Zudem gehts hauptsächlich ums Modularsystem.

    Diese Frage ist mein primäres anliegen
    1.) Jemand hat mir gesagt dass wenn man den mit höherer spannung laufen lässt er dann auch höhere Pegel verarbeiten kann.
    Ich bin mir am überlegen ob es nicht in gewissen Fällen sinn machen würde den also mit mehr als 12 V laufen zu lassen umhöhere Pegel zerrfrei durch mixer geben zu können


    2.) Zudem frage ich mich welchen einfluss es auf ein signal hat wenn es mehrere OP AMPs durchläuft.
    Sind diese beeinfklussungen im Bereich wo man sich keine Gedanken machen muss, oder ists schon ein unterschied ob ein Signal durch 2 oder 10 OP Amps läuft.


    Frage 3 vielelicht speziell an Fetz:
    3.) Ich will ein mischpult bauen da ich unbedingt Subgruppen mit Inserts brauche,kleine Pulte dies aber nicht bieten.
    Mich würde interessieren ob ein TL074 im Vergleich zu nem Behringer eher was gutes ist ?
    Und wie sieht es im Vergtleich zu nem Macki aus, haben die besseres drin als nen TL 074 ?

    4.Was wäre ein richtig guter OP AMP ?


    ( habe später dann noch fragen zum zerrverhalten im modularsystem )

    ( habe jetzt bewusst nen neuen thread geöffnet und dies nicht bei fidgit angehängt )
     
  2. Der TL074 kann laut Datenblatt eine Versorgungsspannung von +/- 18V ab.
    Der maximale Spannungshub am Ausgang ist bei 15V Versorgung mit +/- 13,5V angegeben. Also 10% Abzug. Bei 12V Versorgung hieße das demnach 10,8V Ausgangsspannung.

    Prinzipiell hast Du also schon ein bischen mehr Headroom.

    Wenn ein VCO aber schon +/-10V Ausgangsspannung hat, dann können zwei davon also auch einen Mixer zum clippen bringen, wenn dieser mit 15V betrieben wird.

    Wird ein VCF gefüttert, welches schon bei Eingangsspannungen von 10V anfängt zu clippen, dann "nützt" Dir der größere Headroom aber nichts.
    Andererseits kann das Clippen der OPs aber auch bewußt ausgenutzt werden, um Verzerrungen zu erreichen. Wird anders klingen, als das Übersteuern eines VCF.

    Ganz interessant finde ich das Clippen bei Steuerspannungen, z.B. LFO oder Random.
    Ich habe meine kleinen Inverter-Amps (über einen Schalter) mit Verstärkung von bis zu 4 ausgelegt und an 12V betrieben, damit kann ich auch LFO-Kurvenformen mit einem "Plateau" versehen.
    Interessant auch für Envelopes, der Minimoog hat ja auch so ein Plateau vor der Decay-Phase.


    Was die Anzahl der OPs angeht, durch die ein Signal läuft:
    Theoretisch wird natürlich jedes OP-Eigenrauschen dazuaddiert, auch jedes sonstige "Eigenverhalten" der einzelnn OPs wird dem Signal aufgedrückt.
    Aber es geht ja nicht um HiFi, noch weniger um Esoterik, bei den Modular-Pegeln ist das doch sehr vernachlässigbar.
    Wenn man sich mal die Mühe macht und wirklich jeden OP zählt, durch den ein Signal in einem "normalen" Patch läuft, dann kommt man ja schon auf eine stattliche Anzahl.

    "Gute" OPs sind z.B. diverse Burr-Brown Dinger, also OPA134, 2134, OPA227 oder OPA 627 - HighEnd für 20 Euro. ;-)
    Auf ein Modularsystem bezogen sind wir dann doch bei der Esoterik gelandet.
     
  3. Anonymous

    Anonymous Guest

    Die TL07x sind vom Übersteuerungsverhalten ... ähm unschön. Ausserdem sind sind sie auch nicht so wirklich superrauscharm. Dank der FET-Eingänge kommen sie dem idealen OP aber recht nahe, was sie für Modularanwendungen zum beliebten Kandidaten macht.

    Für Mischpultschaltungen ist der NE5532 das Teil der Wahl (sprich mit einigen Kilometern Vorsprung der Preis/Leistungssieger). Der ist aber bipolar und verlangt nach niederohmigen Schaltungen.

    Praktisch alle OPs gibt es in diversen pinkomptiblen Ausführungen, man kann eine Schaltung also erstmal günstig in TL072 oder NE5532 aufbauen und dann gucken, ob sich ein Tausch lohnt.

    Wenn man bipolare OPs einsetzen möchte muß die Schaltung darauf ausgelegt sein, besonders schnelle OPs verlangen nach sorgfältigem Layout, sonst schwingen sie, aber ansonsten sind die OPs austauschbar. Es gibt kaum eine Schaltung, die mit einem TL07x *nicht* laufen würde.

    Pegel: man kann mit bis zu +/- 18V Versorgung arbeiten, ist aber mehr was fürs Auge.
     
  4. Anonymous

    Anonymous Guest

    wunderbar merci euch beiden.


    Die Idee mit dem boosten von CV Signalen hatte ich noch nicht....................
    Hüllkurven mit Hold Phase wünsche ich mir schon lange.
    Cool, jetzt weiss ich wie es geht, besten Dank :D

    ( Habe ja meine ersten Platinen geätzt bekommen, da sind Booster dabei bei denen ich zwischen drei widerständen umschalten kann. )




    1.)welcher wäre denn ein Kandidat für schöne schön ....ähm....stilvollere Zerrung ? ( der TL07x zerrt allerdings manchmal ganz passend.)




    vielen Dank, :D
    1.)Das mit der niederohmigen spannung verstehe ich nicht. Da wäre ich froh um ein paar worte
    2.) bipolar meint + und -minus stromversorgung oder ? -+Strom wäre kein Problem, das kenne ich jetzt ja schon
     
  5. tulle

    tulle aktiviert

    1: Niederohmig meint erstens den Eingangswiderstand. Typen mit FETs haben mehrere 100 Megaohm. Der 5532 ist ein bipolarer typ (siehe Antwort zu 2), der hat dann 'nur' so um 100 Kiloohm Eingangswiderstand. Das sollte man bei einer dimensionierung berücksichtigen. Der Ausgangswiderstand ist bei Bipolaren so im Bereich 10 - 100Ohm, bei FET-Typen irgendwo bei 1Kiloohm. Weniger ist da besser, du kannst mehr 'saft' am Ausgang haben :)

    2: Bipolar: Das ist der stinknormale pnp oder npn-Transistor. Bipolare OPs bestehen aus PNP/NPN Transistoren. FET-OPs sind mit Feldeffekttransistoren aufgebaut.
     

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