Verzerrungsverhalten von Röhrenkompression?

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von loser82, 17. Dezember 2011.

  1. hallo ich hätte da mal ne Frage zu Röhrenkompressoren und wie sich harmonische Obertöne da verhalten...

    Normalerweise wenn man Tubes in Verstäkern oder Verzerrern ansteuert, geht die Röhre umso mehr in die Sättigung je höher der Eingangspegel ist. Also produziert die Röhre dort die meisten Obertöne bei höchstem Eingangssignal.

    Wie aber ist das bei einem typischen Röhrenkompressor. Wird hier die Röhre umso stärker angesteuert wenn der Kompressor komprimiert oder je höher das Ausgangssignal ist?

    Grüsse.. Alex
     
  2. ach komm halt die Schnauze..
     
  3. Nоrdcore

    Nоrdcore Spezialist

    Das ist nicht wirklich einfach zu beantworten. Generell ist das fast immer so, dass der Klirr zunimmt, wenn das Signal größer wird.
    Ausnahmen sind da eigentlich nur die Übernahmeverzerrungen von schlechten Gegentakt (Class-B) Stufen und falsch konzipierte Wandler.

    Bei einem Kompressor kommt ein Teil des Klirrs aus der Regelung, ein Teil aus dem Regelelement, und ein Teil aus der Restschaltung.
    Mit "Röhrenkompressor" ist oft Vari-µ gemeint, dort ist das Regelelement eine Röhre, die auf unterschiedlichen Stücken ihrer Kennlinie betrieben wird ( http://www.groupdiy.com/index.php?topic=257 ) und darüber die variable Verstärkung macht. Das kleine Signal "sieht" da auch nur ein viel kleineres Stück der Kennlinie und klirrt daher weniger.
    Die Restschaltung spielt dann vergleichsweise kaum eine Rolle, das sind ja nur lineare Verstärker, die weit weniger Fehler machen. Bei einem Opto-Kompressor (auch die werden gerne in Röhrenausführung genommen) ist das Regelelement dagegen recht linear, hier hat man dann, vor allem bis die Regelung greift, "Clipping" in den Verstärkerstufen. Für die kurzen Momente, bis die Regelung greift, ist das oft die "bessere" Lösung als noch mehr oder noch schneller abzuregeln.

    Was da wann und wie relevant wirkt ist nicht so einfach - und hat eher wenig mit dem zu tun, was in der Branche so geglaubt wird.
     

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