Vinyl-Cut: Lackfolie vs. DMM

Dieses Thema im Forum "Studio" wurde erstellt von paradise disko, 30. Mai 2012.

  1. um ein altes thema nochmal aufzuwärmen, hier mal meine angelesenen erkenntnisse:
    wenn es jemand gibt, der mein lücken- bzw. laienhaftes verständnis mit aktuellem standing von DMM auffrischen kann, HER DAMIT!

    läßt jemand aktuell mit dem verfahren pressen und hat referenzen bzw. vergleiche gemacht?
    es geht mir dabei nicht um kammer- sondern um klubmusik!


    macht es ggf. sinn auf DMM umzusteigen, um die oft auftretenden qualitätsprobleme der galvanik
    bzw. die reklamationsthematik der presswerke zu vermeiden?

    DMM (Direct Metal Mastering)
    Vorteile:
    div. galvanische Stufen entfallen->somit weniger anfällig für Fehler in eben diesen Arbeitschritten (und welche leider leider nun mal oft vorkommen) + billiger
    weniger verzerrungen im höhenbereich (stimmt das, ist das wirklich relevant für klubmusik? gerade die thematik innen/außen bei der trackauswahl)
    rillen können enger aneinander geschnitten werden (wohl durch die bessere haltbarkeit des "lands") -> viel längere spielzeit möglich (ist das wirklich relevant für klubtracks?)
    weniger nebengeräusche (relevant? sind das nicht die, welche wir eben von vinyl erwarten?)
    weniger "vorecho" (muss wohl bei leisen passagen beachtet werden)

    Nachteile:
    klanglich kälter (liegt am material? die rille ggf. glatter? oder wg. weniger rumpeln + o.g. nebengeräusche?)
    es kann weniger laut geschnitten werden (wohl wg. der geringeren auslenkung des stichels, verlust dB wieviel?)
    verzerrungen im unteren mittenbereich durch den vertikal-limiter
    (weil hier ja die rillentiefe beschränkt ist und der tieftonbereich / bass phasenmäßig gleich sein muß)


    Lackfolie:
    Vorteile:
    bessere bass-wiedergabe (weil die einschränkungen der tiefe nicht bestehen und hier kein limiter werkelt?
    ist das wirklich relevant, wer schneidet wie oft einen out-of-phase bass)
    wärmerer klang (material? rille nicht so glatt? wg. mehr nebengeräusche + rumpeln?)

    Nachteile:
    notwendige galvanik anfällig für fehler
    lackfolie temperatur-instabil (heißer schnitt und galvanik)
    muss zeitnah in die galvanik
     
  2. die firma 'pauler accoustics' schneidet wohl mit DMM und preist das natürlich demensprechend an, die tatsache, daß sie offenbar ein studer vista 5 haben,
    vermittelt mir, daß hier wohl eher auf 1:1 cuts gesetzt wird (und weniger schönfärberisch agiert wird) ;-)))
    und somit deren logik hinsichtlich audiophileren cuts mittels DMM erklärbar wird.

    http://www.pauleracoustics.de/paulerac/pa_dmm_e.html

    deren hauptargument ist wohl, daß alle vorurteile gegenüber DMM wohl auf die anfangszeit mit harten kupfer-rohlingen zurückzuführen wären und
    dies mit weicherem kupfer heute obsolet sei.

    ich fage mich nochmals, ob die genannten nachteile eines lackfolien-cuts nicht genau die sind, welche man an vinyl so zu schätzen weiß...

    cool wäre es immer noch, mal jemand zu hören, der BEIDES ausprobiert hat und / oder das auch schneidet.

    optimal media machen wohl auch beides.
     
  3. Zolo

    Zolo Tach

    Uff ich glaub kaum das da viele so tief in die Materie absteigen wenn man nur ein paar Platten pressen lässt :nihao:
     
  4. ...d'accord!

    wenn aber die qualität auf 'herkömmlichem wege' doch oftmals mangelhaft ist und DMM möglicherweise eine sehr gute klangliche
    alternative darstellt, lohnt es sich das zumindest mal an-diskutiert zu haben.

    in meinem befreundetem label-umfeld wollen das viele gerne mal ausprobieren, weil 9 von 10 releases auf lackfolie problematisch waren.
    was aber weniger mit dem schnitt an sich zu tun hatte, sondern viel mehr mit der verarbeitungsqualität der presswerke.

    wer weiß, maybe findet sich ja DER guru schlechthin, der das mal näher erläutern kann...
     
  5. kleine linksammlung zum thema (allerdings viele fast schon um die 10 jahre alt!):

    http://www.analogforum.de/wbboard/index.php?page=Thread&postID=44179
    -> u.A. dubmaster (CGB) comments

    http://recording.org/mastering-engineers-forum/4557-direct-metal-mastering-vs-lacquer-mastering.html
    -> lustig, was hier don grossinger sagt, immerhin hat der fast alle strictly rhytm platten gecuttet

    http://www.vinylium.com/cutting.php?lg=en
    ->ein vergleich der holländer

    http://www.audiokarma.org/forums/showthread.php?t=392646
    ->etwas aktuellerer talk
     

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